Mein Papa ist der allerbeste Papa der Welt!

Zumeist liebt man den eigenen Vater bedingungslos. Doch wie weit darf diese Liebe wirklich gehen? Aya, ein 11-jähriges Mädchen aus Norddeutschland, liebt ihren Vater über alles. Doch darf sie ihn wirklich so sehr verehren? Denn der eigene Vater foltert und tötet andere Menschen für seine Experimente – und Aya weiß davon. Sollte das nicht ein Argument sein, sich von ihrem Vater loszusagen? Das Mädchen hat leider nur noch ihn, denn die Mutter ist bereits ein Jahr zuvor durch eine Krankheit gestorben. Kurze Zwischensequenzen durchleuchten die Vergangenheit und zeigen, wie nah sich die Familie stand. Doch welche Experimente führt der Vater tatsächlich in seinem Labor durch und welche Rolle spielt dabei seine Assistentin Maria?


Grässliche Gestalten trachten Aya nach ihrem Leben.

© Sen

In der Nacht vor dem Todestag ihrer Mutter wacht Aya plötzlich auf und hört einen schmerzverzerrten Schrei. Es ist der Schrei ihres Vaters! Sofort richtet sie sich auf, verlässt ihr Zimmer und erblickt voller Schock zwei schaurige Kreaturen, die auf sie zukriechen. Angsterfüllt rennt sie weg und trifft einen mysteriösen Geschäftsmann, der sie beauftragt, in das Labor des Vaters einzubrechen und sein Geheimnis zu lüften. Außerdem trifft sie einen Jungen, der sie mit nur einem Auge anblickt, während ein klaffendes Loch an der Stelle ist, wo das zweite Auge sein sollte. Er bietet ihr Hilfe an, doch der Anblick versetzt sie noch mehr in Panik und sie stürmt davon. Nun ist sie alleine in der dunklen Villa auf der Suche nach ihrem Vater sowie seiner Assistentin, die mit ihm unterwegs war.


Mad Father ist ein Pixel Horror-RPG, das euch die junge Aya aus einer Vogelperspektive steuern lässt. Auf der Suche nach ihrem Vater erkundet sie die große Villa und muss kleinere Rätsel lösen. Um einen großen Puppen-Berg zu beseitigen, der einen Korridor versperrt, müsst ihr zuerst Materialien für eine Fackel finden, damit ihr damit den Haufen abbrennen könnt. An anderer Stelle muss ein Code für einen Safe anhand von Hinweisen geknackt werden. Leider gibt es keine Übersichtskarte, weshalb es durchaus zu Orientierungsproblemen kommen kann, falls ihr einen bestimmten Raum erneut aufsuchen müsst. Beim Durchwandern der Villa erscheinen häufig geisterhafte und zombieartige Wesen, die Aya nach dem Leben trachten. Das junge Mädchen kann sich allerdings nicht wehren, weswegen nur die Flucht als letzter Ausweg bleibt. Die Monster verfolgen euch jedoch nur innerhalb des Raumes, indem sie auftauchen, sobald ihr eine Tür durchschreitet, seid ihr in Sicherheit. Der Lebensbalken wird ebenfalls wieder komplett gefüllt, sobald Aya den nächsten Bereich betritt. Zwar bekommt das Mädel eine kleine elektronische Kettensäge, mit deren Hilfe sie Behälter oder Absperrungen beseitigen kann, jedoch kann diese nicht zum Angriff gegen die Kreaturen verwendet werden. Ab und an treten Quick Time-Events auf, die bei Scheitern in einem Game Over enden. Jedoch sind die Rücksetzpunkte überaus fair verteilt, meistens startet ihr sogar direkt im Raum des Ablebens wieder. Generell wird der Fortschritt bei Krähen an verschiedenen Orten gespeichert.


Welche Experimente hat der Vater wirklich in seinem Labor durchgeführt?

© Sen

Im Optionsmenü wird stets die aktuelle Hauptmission angezeigt sowie etwaige Nebenmissionen. Letztere sind kleine Aufgaben, die als Belohnung Juwelen bereithalten, wovon insgesamt 20 Stück im Spiel versteckt sind. Sollten alle gefunden werden, schaltet dies eine zusätzliche Szene im Abspann frei. Manchmal tauchen Jumpscares auf, um euch einmal kräftig durchzurütteln, diese halten sich aber sehr in Grenzen. Der Horror wird zumeist durch kleine Details suggeriert. So tauchen zum Beispiel für einen kurzen Augenblick unter einem Bett oder in einem Schrank schemenhafte Figuren auf, die sofort wieder verschwinden. Oder vermeintliche Puppen, die zumeist irgendwo in der Gegend herumliegen, blinzeln plötzlich oder fallen um. Diese Momente erzeugen des Öfteren Gänsehaut und ein mulmiges Gefühl beim Spielen. Auch die angsteinflößende Musik trägt perfekt zu dieser schaurig schönen Stimmung bei, obwohl Mad Father insgesamt kein allzu gruseliges Abenteuer im Vergleich zu anderen Horrorgames darstellt. Mad Father bietet drei Enden, wobei zwei als schlechte Enden zählen. Ein zusätzliches „If“-Szenario wird nach dem richtigen Ende sowie dem Finden aller Juwelen freigespielt. Dieses versetzt euch in einen anderen Charakter und durchleuchtet die Geschehnisse aus einem anderen Blickwinkel.


Ursprünglich wurde Mad Father bereits 2012 für den PC veröffentlicht. Das Remake, das wir nun auf der Nintendo Switch sowie Steam spielen können, wurde mit einer verbesserten Grafik und neuen Inhalten versehen. Der komplett neue „Blood“-Modus lädt zum Erneuten durchspielen ein. Dieser ist zwar was das Gameplay angeht fast komplett identisch – gleiche Rätsel, gleiche Orte, selbe Vorgehensweise – jedoch gibt es dort andere Storyevents zu entdecken, die nach der eigentlichen Handlung anknüpfen. Für den ersten Durchgang werden ca. drei Stunden benötigt, zusammen mit dem „If“- und „Blood“-Modus erreicht das Spiel eine Gesamtlänge von ca. fünf Stunden. Zu guter Letzt bietet das Game noch einen Puppen-Baukasten an, mit welchem ihr eine eigene Puppe aus mehreren Accessoires erstellen könnt. Dieser Modus ist allerdings nur eine nette Spielerei.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Johannes Bausch

Mad Father ist ein pixeliges Horror Survival-Game, das mich mit der Familien-Geschichte um den Vater, der in seinem Labor schreckliche Experimente durchführt, sehr in den Bann gezogen hat. Bei der Erkundung der Villa wird die junge Tochter Aya von schaurigen Kreaturen verfolgt, während sie kleinere Rätsel lösen muss, um weitere Areale zu erschließen. Auch wenn Mad Father an sich nicht das gruseligste Horrorspiel ist, erzeugte es bei mir jedoch häufig Gänsehaut. Meistens wird der Horror nicht durch die Gestalten und Geister suggeriert, sondern auf subtile Art mit plötzlich auftauchenden Geräuschen oder für einen kurzen Moment erscheinenden Silhouetten. Der atmosphärische Soundtrack trägt ebenfalls einen großen Teil zu dieser Stimmung bei. Fans von Survival Horror-Games im Stile eines RPG-Makers dürfen gerne einen Blick auf diesen interessanten Titel werfen, die Reise in das dunkle Geheimnis des Vaters lohnt sich.
Mein persönliches Highlight: Die spannende Story sowie die schaurige Atmosphäre.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 0

  • Noch keine Kommentare verfasst :(