Kloppe, Kloppe, Kuchen!

Ein schmackhaftes Dessert würden wohl die wenigsten verschmähen, besonders in guter Gesellschaft. Auf anderem als dem üblichen Wege wird euch das auch in Cake Bash geboten, denn der Party-Titel aus dem Hause High Tea Frog lädt zu einer nicht ganz so gemütlichen Kaffeestunde ein und beweist, dass der Name Programm ist und einem der Süßkram hier wortwörtlich auf den Magen schlägt. Ob es Cake Bash schafft, einen Mehrspieler-Abend zu versüßen oder doch eher einen faden Nachtisch darstellt, erfahrt ihr in unserem Test.


Mehrspielerspaß mit Kalorien


Grundsätzlich erwartet euch bei Cake Bash ein klassisches Mehrspieler-Partyspiel, das beim Spielspaß auf Abende in Gemeinschaft setzt und euch als Kuchen oder ähnliches in virtuelle Essensschlachten schickt. Mit bis zu vier Spielern könnt ihr euch im Wettbewerb der Süßspeisen gegenseitig auf die Rübe geben. Die Modus-Auswahl fällt dabei eher schmal aus, denn ihr habt lediglich die Wahl zwischen "Leckerschmecker", dem Hauptmodus des Spiels, und dem freien Modus "Rezepte". Ersterer führt euch durch insgesamt 7 zufällige Minispiele, in denen ihr um die meisten Punkte kämpft, während ihr im freien Modus eure liebsten Minispiele selbst auswählen könnt, sofern ihr sie einmal im Hauptmodus gespielt habt. Das Spielen ist zwar auch allein gegen drei Computer-Gegner möglich, bringt aber natürlich nicht das gleiche Feeling rüber und bietet nicht denselben Spaß, den man bei dieser Spielart mit Freunden oder Verwandten haben kann. Am besten eignet sich Cake Bash also für Spieleabende oder Online-Runden.


Auch Kuchen schenken sich nichts: Beim Kampf um die meisten Verzierungen geht es chaotisch zu.

© High Tea Frog

Habt ihr eure Gruppe beisammen, entscheidet ihr euch zunächst für eure Spielfigur. Passend zum Thema ist hier vom regenbogenfarbenen Muffin über das Tiramisu bis hin zum Schokoladen-Donut alles dabei, was das Herz eines Leckermauls höherschlagen lässt. In eine Bäckerei gekarrt und in die Theke gestellt, ist es nun an euch, euren Wert als Nachspeise zu beweisen. Dabei geht es weniger ums Fressen, sondern vielmehr ums Gefressen werden, denn Ziel des Modus ist es, am meisten Eindruck beim Kunden zu hinterlassen, um am Ende auch gekauft zu werden. Hierzu dienen die 7 Minispiele, die in zwei Kategorien eingeteilt sind. In der Kategorie "Kuchenschlacht" geht es vor allem um das freundliche Gegeneinander, denn hier müsst ihr verschiedene Aufgaben bewältigen, wie das Aufsammeln von Kuchenverzierungen, das Zerschlagen von möglichst vielen Glückskeksen oder auch das Berieseln mit bunten Streuseln. Durch Angriffe verlieren eure Gegner Items bzw. Punkte, wodurch ein buntes Gewusel entsteht, in dem alle aufeinander einprügeln und versuchen, gleichzeitig das „größte Stück des Kuchens“ abzukriegen. Die Steuerung in Cake Bash gestaltet sich hier sehr simpel und passend. Entweder ihr drescht durch wiederholtes Drücken eines Knopfes auf eure Mitspieler ein oder setzt sie durch einen aufgeladenen Schlag einen Moment länger außer Gefecht, während ihr durch das Drücken des B-Knopfes einen Dash vollführt, um Gegenangriffen auszuweichen. Hilfe im Kampf erhaltet ihr durch Items. So könnt ihr mit Steinen werfen oder mit einem Lolli einen besonders verheerenden Schlag ausführen.


Zudem erwarten euch in manchen Arenen spezielle Kniffe, die euch das Leben erschweren. Ein Beispiel ist die Taube, die auf der Veranda den Spieler mit den meisten Punkten jagt, oder der Herd in der Törtchenfabrik, der euch ordentlich einheizen kann. In der zweiten Kategorie mit dem Namen "Snacks" erwarten euch hingegen Minispiele, die vorrangig auf euer Geschick oder eure Geschwindigkeit setzen. Hier müsst ihr mal wackelige Eiskugeln stapeln, mal hungrige Wespen abwehren oder Obststücke aus einem Schokoladenbrunnen fischen. Insgesamt bietet Cake Bash 13 Minispiele und 5 Arenen und besitzt somit einen eher kleinen Umfang. In einem Durchlauf bekommt man bereits einen Großteil der Spiele zu Gesicht und schaltet diese so auch schnell im freien Modus frei, weshalb man keine großen Überraschungen oder Neues nach zwei bis drei Runden erwarten sollte. Mit fünf Orten ist auch die Anzahl der Arenen knapp bemessen und bietet insgesamt wenig Abwechslung. Dennoch sind die einzelnen Gimmicks der Arenen gut gelungen und herrlich frustrierend, wenn man gerade so schön in Führung lag. Die Minispiele machen durchweg viel Spaß, sind bisweilen allerdings sehr chaotisch und vor allem im Kampf gegeneinander etwas zu simpel, weshalb sich alles in allem keine großen Unterschiede finden lassen. Positiv sticht hier auf jeden Fall die "Snack"-Kategorie heraus, die mit kreativeren Ideen aufwartet und vom Prinzip an Spiele aus der Mario Party-Reihe erinnert.


Hier dreht sich alles um Äußerlichkeiten, denn am Ende gewinnt, wer die besten Garnierungen hat.

© High Tea Frog

Zwischen den Runden habt ihr außerdem die Möglichkeit, Garnierungen für eure Figur zu kaufen. Benötigt werden Münzen, die ihr, abhängig von euren

Punkten, am Ende jedes Minispiels erhaltet. Die schicken Verzierungen sind dabei mehr als nur Deko, denn sie geben euch die Punkte, die ihr am Ende für den Sieg benötigt. Für nur wenige Münzen könnt ihr hier außerdem einen Kaugummiautomaten verwenden, an dem ihr entweder besonders tolle Garnierungen, oder auch schlechte Verzierungen, wie Fischgräten, erhalten könnt, die euch Minuspunkte geben und die ein oder andere Niederlage bescheren können. Im Hauptmenü könnt ihr euch in der Sammlung sämtliche freigeschalteten Garnierungen, Minispiele und Orte ansehen. Auch alternative Skins für die Figuren gibt es hier. Diese werden allerdings wie Trophäen freigeschaltet, indem ihr bestimmte Anforderungen erfüllt. Hier kann es schon reichen, das Spiel fünf Runden lang zu spielen, doch schwerere Herausforderungen, wie das Stapeln von zehn Eiskugeln, sind ebenfalls dabei. Hier eröffnet sich somit eine kleine Langzeitmotivation, die zum wiederholten Spielen einlädt, um auch wirklich alle Kostüme zu ergattern.


Auch optisch gibt Cake Bash etwas her und begeistert mit einem einfachen und schicken 3D-Stil, der die Spielfiguren aber durch gezeichnete Arme, Beine und Gesichter ergänzt, die aussehen, als seien sie direkt einem Comic entsprungen. Die Musik wirkt stimmig zum Spiel, verschafft sich Raum und sorgt in den Runden für gute Stimmung, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Auf technischer Seite kann der Titel ebenfalls überzeugen. Hier und da gibt es mal ein Stolpern in der Bildwiederholrate, wenn auf dem Bildschirm gerade sehr viel los ist und zumindest während unserem Anspielen traten einige Verbindungsprobleme auf. Insgesamt spielt sich Cake Bash aber problemlos und bietet mit seinem Lokal- und Online-Mehrspielermodus eine ideale Gelegenheit für Spieleabende zu Mehreren.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Robin Jung

Cake Bash ist ein gelungenes Partyspiel, das mit einem schönen Stil und witzigen Momenten glänzen kann. Die einzelnen Minispiele machen viel Spaß, werden allerdings durch den geringen Umfang des Spiels und die teils nicht besonders abwechslungsreichen Disziplinen zurückgehalten. Auch die Arenen bieten lustige Besonderheiten, wirken aufgrund ihrer geringen Anzahl aber früh eintönig. Das Spiel richtet sich, wie so viele Partyspiele, vor allem an Gruppen und macht am meisten Spaß, wenn sich vier Spieler finden. Für Einzelspieler ist der Titel nicht zu empfehlen. Besonders in der aktuellen Zeit ist die Implementierung eines Online-Modus eine willkommene Ergänzung. Insgesamt stellt Cake Bash ein kurzweiliges und lustiges Partyspiel dar, das mit seinem quietschbunten, durchgedrehten Stil sicher manche begeistert, andere wiederum abschreckt und hier und da durch kleinere Mängel und seinen geringen Umfang etwas verliert.
Mein persönliches Highlight: Die abwechslungsreichen Minispiele in "Snacks" sowie die alternativen Kostüme für die Spielfiguren.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Dante Frost

    Twirps

    Ein wirklich tolles Partygame; dürfte einfach noch etwas mehr Minispiele haben. Aber für alle die sich gerne gegenseitig verkloppen, eine top Empfehlung!