Spaßiges Déjà-vu

Das Party-Spiel What The Fork erschien erstmals im Oktober dieses Jahres für den PC via Steam. Etwa einen Monat später dürfen sich nun auch Spieler auf der Nintendo Switch hinters Lenkrad eines Gabelstaplers klemmen und Pakete in dafür vorgesehene Lastkraftfahrzeuge laden. Das Ganze erinnert frappierend an die "Overcooked!"-Reihe aus dem Hause Team17 und – so viel sei vorweg verraten – es fühlt sich auch exakt danach an. Ob die Gabelstapler als Alleinstellungsmerkmal ausreichen, um What The Fork von seiner Inspirationsquelle abzuheben, verraten wir euch in den folgenden Zeilen.


Nieder mit den Paketdrohnen!


Die Handlung von What The Fork ist schnell erzählt: Ihr, ein Stapler, müsst eure Spezies vor der Bedeutungslosigkeit bewahren. Böse Lieferdrohnen drohen, den Paketversandhandel zu übernehmen und zu beherrschen. Es liegt an euch, zu beweisen, dass ihr noch lange nicht ausgedient habt. Hierfür müsst ihr in unterschiedliche Regionen reisen und dort mit eurem Können überzeugen. Die fünf Reiseziele kommen jeweils mit sechs Leveln daher und können über die Oberwelt frei angesteuert werden.


Auf der Oberwelt könnt ihr frei herumkurven und im Shop (rechts unten) neue Verkleidungen anlegen.

© Bit2Good Ug

Wie schon beim Vorbild handelt es sich bei der Geschichte um nettes Beiwerk, welches den allgemeinen Spielablauf ummantelt, allerdings nicht unbedingt mit raffinierter Narration punktet. Sogar die regelmäßigen Besuche bei eurem Chef zwischen den einzelnen Etappen sind wie bei "Overcooked!" mit von der Partie. Steuert ihr zu Beginn noch einen herkömmlichen Gabelstapler, könnt ihr euch mit fortschreitender Spieldauer mit pfiffigen Kostümen eindecken. Hier versprüht What The Fork jede Menge Charme. Zwar sind die einzelnen Nutzfahrzeuge nicht ganz so knuffig wie die Köche in der Vorlage, können aber dennoch mit ihrer humorvollen Aufmachung überzeugen. Darüber hinaus dürft ihr euch wie im Spieletitel selbst auf eine Menge Wortspiele freuen, die für den ein oder anderen Schmunzler vor dem Bildschirm sorgen.


Auch das Spielprinzip ist schnell erklärt. Ihr müsst in vorgegebener Zeit verschiedenfarbige Kisten in die dafür vorgesehenen Lkw laden. Pro erfolgreich transportierter Kiste und vollgeladenem Lkw gibt es Punkte. Je nachdem, wie viele Punkte ihr am Ende gesammelt habt, fällt eure Belohnung in Form goldener Kisten aus, von denen ihr bis zu drei pro Level erhalten könnt. Während der Weg zwischen Ladefläche und Kiste in den ersten Leveln noch einfach bewältigt werden kann, entwickelt sich die Strecke in den späteren Spielabschnitten zu einem wahren Parkour. Dann wollen die Pakete mit Schwung geworfen, auf Laufbänder gelegt oder per Sprungfeder auf höhere Ebenen befördert werden.


Diese fiesen Schranken verfärben eure Kiste, wenn ihr nicht aufpasst.

© Bit2Good Ug

Während ihr im Einzelspielermodus etwas umständlich zwischen zwei Staplern hin- und herschalten müsst, was gerade in späteren Leveln zu Knoten in Fingern und Hirn führt, macht What The Fork allen voran im Mehrspielermodus eine Menge Spaß. Es ergibt sich dieses herrlich chaotische Spielgefühl, was dazu führt, dass man sich regelmäßig gegenseitig anschreit. Leider führt die Thematik unweigerlich dazu, dass die Varianz auf Dauer weniger üppig ausfällt als im Vorbild. Denn während die Köche in "Overcooked!" unterschiedliche Speisen zu- und die einzelnen Zutaten vorbereiten können, kann ein Gabelstapler eben nur Last von einem zum anderen Ort transportieren. So haben auch hier die Gastronomen die Nase vorn.


Die Gegenden, in die es euch verschlägt, haben jeweils ihren eigenen Flair und sorgen somit für etwas mehr Abwechslung. So braust ihr durch viel befahrene Großstädte, staubige Wüsten oder über düstere Friedhöfe. Die Level wirken dank umherlaufender Passanten, viel befahrener Straßen und kleineren Details wie Werbetafeln lebendig und keineswegs so steril, wie es die einfache Optik anfänglich vermuten lässt.


Die Steuerung der Vehikel gestaltet sich allerdings bisweilen etwas fummelig. Während ihr per Knopfdruck Kisten aufhebt, die Höhe eurer Gabel verstellt oder einen kurzen Boost vollführt, lässt das Werfen einen solchen Komfort vermissen. Hierbei müsst ihr bei moderater Geschwindigkeit erneut die Taste für die Lastaufnahme betätigen und das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Außerdem kann es passieren, dass das Spiel sich seltsam verhält, solltet ihr mit Höchstgeschwindigkeit gegen die Bande rasen. So kommt es schon einmal vor, dass euer Stapler danach wild durch die Gegend gewirbelt wird, ehe er aus dem Level fällt und nach fünf wichtigen Sekunden respawnt. Auf der Oberwelt könnt ihr euch dafür durch einfaches Drücken des rechten Analogsticks eine umfangreiche Statistik ausgeben lassen – löblich.


Technisch macht das Spiel nichts verkehrt, es läuft sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus der Nintendo Switch weitgehend flüssig und stabil. What The Fork präsentiert sich simpel, aber durchaus schick. Die farbenfrohe Optik setzt die einzelnen Fahrzeuge sowie die Level schön in Szene. Dafür dürften die Ladezeiten bei einem solchen Spiel gerne etwas kürzer ausfallen. An der Musik lässt sich ebenfalls nichts aussetzen. Jede der Regionen hält ihren eigenen Soundtrack parat, der das chaotische Treiben auf dem Bildschirm gut untermalt.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Felix Kraus

What The Fork kommt mit wenig Neuem daher, macht dafür aber auch kaum etwas falsch. Es präsentiert sich humorvoll und charmant. Es ist bisweilen etwas fummelig in seiner Bedienung und könnte sich ruhig ein bisschen mehr trauen. Vielleicht schaffen die Entwickler es künftig, sich ein bisschen mehr vom Vorbild zu lösen und eigene Pfade zu beschreiten. Wer die "Overcooked!"-Spiele bereits durchgespielt hat, mit der Gabelstapler-Thematik warm wird und auf der Suche nach einem spaßigen Mehrspielertitel ist, darf getrost zugreifen. Für Solisten ist der Titel jedoch aufgrund der sperrigen Einzelspielererfahrung nur bedingt geeignet.
Mein persönliches Highlight: Die pfiffigen Verkleidungen, die man durch das Erfüllen bestimmter Voraussetzungen freischalten kann.

Awards

Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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