Dem Himmel so nah

Polarlichter, auch Nordlichter auf der Nordhalbkugel oder Südlichter auf der Südhalbkugel genannt, sind spektakuläre Lichterscheinungen, die hauptsächlich in den Polargebieten der Erde auftreten. Während es für uns eher schwieriger ist, in die südlichen Gefilde des Südpols zu reisen, um dieses Phänomen zu beobachten, können wir diese eher in den nördlichen Ländern, wie beispielsweise im Norden Skandinaviens oder auch in Island, bewundern. Polarlichter haben definitiv etwas Magisches an sich, so auch die Geschichte des Spiels Nordlicht. Ihr begleitet die junge und neugierige Aurora mit ihrem fürsorglichen Vater Rupert sowie das Haus-Meerschweinchen Peter Silie auf die jährliche Reise in den Norden, um die Mutter zu besuchen. Kurze Zwischensequenzen beleuchten dabei die Familie näher und lassen gemeinsam in emotionalen Erinnerungen schwelgen.


Nordlicht besitzt einen malerischen Grafikstil.

© Deep Silver

In Point-and-Click-Manier steuert ihr entweder Aurora oder Rupert durch die insgesamt drei Kapitel. Um ihnen die Laufrichtung vorzugeben, klickt ihr auf einen Punkt in der Umgebung und die Charaktere begeben sich dorthin. Um die Geschichte voranzutreiben, bedarf es kleinerer Aufgaben und Rätsel zu lösen, so sollen im Ersten Kapitel, das im Haus der Familie beginnt, diverse Gegenstände für die bevorstehende Reise mit dem Boot besorgt werden. Per Knopfdruck lassen sich alle Gegenstände leicht anzeigen, mit denen eine Interaktion möglich ist, das vereinfacht die Suche deutlich. Bei Anklicken der Objekte kann zwischen drei Optionen gewählt werden: Ansehen, Greifen sowie Ansprechen (sofern es sich um Lebewesen handelt), bei ersterer Option kommentiert der Protagonist den Gegenstand. Bei Greifen nimmt der Charakter den Gegenstand in den Koffer auf, dies funktioniert allerdings nicht bei allen Gegenständen und beim Ansprechen wird ein Dialog gestartet. Oftmals müssen Objekte miteinander kombiniert werden, um Rätsel zu lösen und kleinere Geheimnisse zu entdecken. Mithilfe eines Astes und einer Schnur bastelt sich Aurora beispielsweise eine Angel, mit der nun ein Fisch für das Abendessen gefangen wird. Meistens sind die kombinierbaren Gegenstände logisch nachvollziehbar, ab und an war es mir aber auch nicht direkt ersichtlich, sodass ich nach ein bisschen ausprobieren erst auf die Lösung kam. Nach jeder erfüllten Aufgabe erscheint ein Stern, der gen Himmel emporsteigt und dort ein Sternenbild formt. Diese Animation kommt sehr oft vor und zieht das Spiel etwas in die Länge, da diese auch nicht übersprungen werden kann. Allgemein ist das Spiel für gemächliche Spieler geeignet, die Figuren legen einen sehr gemütlichen Gang an den Tag und lassen sich von nichts auf der Welt hetzen.


Die Überfahrt birgt einige Gefahren.

© Deep Silver

Zwischen den Kapiteln segelt die Familie mit dem Boot über das Meer, dabei klickt ihr auf vorbeiziehende Wolken, um Wind für die Segel zu erhaschen und Fahrt aufzunehmen. Jedoch birgt die hohe See auch Gefahren: Eisberge, Gewitterwolken sowie Wellen müssen überwunden werden. Mehrmaliges Klicken auf die Eisberge lassen diese zerbröckeln, Gewitterwolken werden entladen, bevor sie das Boot erreichen und Wellen unter das Boot gezogen, damit das Boot keinen Schaden nimmt und die Überfahrt übersteht. Viel Herausforderung sollte allerdings nicht erwartet werden, dennoch bringt es Abwechslung in das Point-and-Click-Gameplay.


Nordlicht kann entweder per Controller, Bewegungs-, oder Touchscreensteuerung gezockt werden, wobei letztere am besten funktioniert. Vor allem in den Bootsequenzen ist die schnellere Touchsteuerung effektiver, als mit dem Controller die einzelnen Elemente anzuklicken. Die Bewegungssteuerung agiert jedoch recht hakelig und ist schwieriger zu meistern. Die Grafik von Nordlicht ist in einer überaus hübschen und handgemalten Bilderbuchoptik gestaltet, diese passt perfekt zu der schön erzählten und leider auch kurzen Geschichte. Länger als zwei Stunden werden für das Durchspielen nicht nötig sein, in dieser Zeit erlebt ihr aber ein sehr magisches und emotionales Abenteuer. Der Soundtrack trägt dabei mit melancholischen Klavierklängen perfekt zur ohnehin schon märchenhaften Stimmung bei.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Johannes Bausch

Nordlicht ist die Abschlussarbeit von zwei Studenten aus Saarbrücken, die mit diesem Spiel eine magische Reise in den Norden gezaubert haben. Die Geschichte rund um Aurora, ihren Vater und das Haus-Meerschweinchen ist sehr herzerwärmend. Im Point-and-Click-Stil begleitet ihr das Trio durch drei Kapitel und kombiniert mehrere Gegenstände miteinander, um voranzukommen. Eine wunderschöne handgezeichnete Optik mit toller Klaviermusik lässt in das Abenteuer eintauchen, leider ist das Spiel relativ kurz und ein paar Animationen, die sich sehr oft wiederholen, ziehen das Spiel etwas in die Länge. Kleinere Action-Sequenzen bringen Abwechslung mit sich, sind jedoch wenig bis kaum herausfordernd. Nordlicht ist ein sehr gemütliches Spiel, das sich wunderbar für einen kalten Winterabend anbietet und euch in eine zauberhafte Reise in den Norden führt.
Mein persönliches Highlight: Die herzerwärmende Geschichte.

Die durchschnittliche Leserwertung

0 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • Pascal Hartmann

    I'm not a cat

    Zitat

    Nordlicht ist ein sehr gemütliches Spiel, das sich wunderbar für einen kalten Winterabend anbietet und euch in eine zauberhafte Reise in den Norden führt

    Mehr erwarte ich gar nicht. Aufgrund des günstigen Preises werde ich mir das noch geben, denn die Optik finde ich wunderschön. Ist vielleicht was für die Fahrt heim zu Weihnachten.