Rettet die Lamas!

Es gibt doch nichts schöneres als Urlaub in den Bergen zu machen. Zur Winterzeit zieht es viele auf die hohen Gipfeln, nicht vorrangig wegen der Aussicht, sondern sie kommen zum begehrten Skifahren und Snowboarden. Diese Leidenschaft teilt auch Alto, der Protagonist aus dem gleichnamigen Spiel The Alto Collection, welcher er täglich zusammen mit seinen Freunden nachgeht. Dafür haben sie sich eine kleine Wohnsiedlung oben auf den Bergen errichtet, wo sie zusammen mit einer Farm von Lamas leben. Doch eines Tages passierte ein Unglück und alle Lamas brechen aus - ein Tag, an dem Alto wohl lieber im Bett geblieben wäre.


Die Grafik ist ein Augenschmaus

© Snowman

Der erste Teil der Reihe, Alto's Adventure, erschien erstmals 2015 für iOS-Geräte und wurde kurz darauf auch für Android sowie für das Windows-Phone konzipiert. In dem Spiel ist es eure Hauptbeschäftigung, eisige Wüsten hinunterzusausen um eure geliebten Lamas wieder einzufangen. Die Spielesammlung verbindet zudem den Erstling mit seinen im Jahre 2018 erschienenen Nachfolger Alto's Odyssey. Dieser wurde ebenfalls ausschließlich für mobile Geräte umgesetzt, eine Umsetzung für Konsolen sollte noch etwas auf sich warten lassen. Bei dem uns vorliegenden Teil hingegen findet ihr euch in endlos wirkenden Wüsten mit stechendem Sonnenschein wieder.


Das generelle Spielprinzip gestaltete sich in Form eines Endlosspiels, in dem es darum geht, möglichst viele Lamas einzufangen, Abgründe zu überbrücken, Felsen zu vermeiden und den ein oder anderen Trick auf Lager zu haben. Ihr könnt in der Luft eine Drehung vollführen und beim korrekten Aufkommen auf den Boden einen kleinen Geschwindigkeitsboost erhaschen. Das Spiel endet, wenn ihr einen Sturz erleidet oder in die Tiefe fallt – euch wird dann eine Anzeige präsentiert, die euch alle Errungenschaften und Punkte des Durchlaufs aufzeigt. Ihr dürft euch daraufhin sofort wieder ins endlose Abenteuer stürzen und versuchen, euren bisherigen Highscore zu übertreffen.


Während der Talfahrt sammelt ihr goldene Münzen auf, die unter anderem auch wichtig für die Punkteanzeige sind. Diese gelten gleichzeitig als Spielwährung, mit der ihr im Workshop Verbesserungen für eure Fähigkeiten sowie verschiedene Gegenstände erwerben könnt. Diese erstrecken sich von einem Helm, mit dem ihr einen Sturz überstehen könnt, bis hin zu einem Magneten, der alle Münzen in der Umgebung zu euch hinzieht. In bekannten Genre-Vertretern wie Temple Run oder Subway Surf wird auf ein ähnliches Konzept gesetzt, wodurch die Mechanik vielen bekannt vorkommen könnte.


Die Grafik ist ein wahrer Augenschmaus


Für die Langzeitmotivation bietet euch das Spiel ein spannendes Levelsystem. Während jedem Durchlauf müsst ihr drei Ziele erreichen, die einen Levelaufstieg mit sich bringen. Nach jedem zehnten Levelaufstieg erhaltet ihr zudem einen neuen Charakter, mit dem ihr sofort zu den stürmischen Talfahrten aufbrechen könnt, wobei sich alle Helden hierbei gleich spielen. Der Fokus des Gameplays liegt aber eindeutig darauf, möglichst weit durch die Wüste zu kommen. Steht ihr hingegen auf endlosen Spielspaß ohne eine Neustart vollführen zu müssen, ist der Zen-Modus sehr interessant. Hier gibt es keine Ziele, keine Punkteanzeige und keine Niederlage, ihr könnt grenzenlos die Berge hinunterfahren.


In dem Shop könnt ihr eure Fähigkeiten verbessern

© Snowman

Der Nachfolger Alto's Odyssey unterscheidet nur sehr geringfügig vom Erstling. Ihr saust lediglich anstelle von Eiswüsten durch deutlich heißere Umgebungen. Hierbei versprühen beide Spiele aber ihren eigenen Zauber und sehen aufgrund des sehr schönen Artdesigns einzigartig aus. In diesem Spiel wird das Gameplay durch das Springen über Heißluftballons sowie über tosenden Minitornados noch etwas ergänzt. Ein großer Kritikpunkt an dieser Stelle ist jedoch, dass alle Verbesserungen, die man in einem der beiden Spiel freischaltet, nicht für den anderen Titel gelten, sprich: ihr dürft alles ein zweites Mal machen. Dies könnte nach Abschließen eines Spiels zu leichtem Frust führen.


Abgerundet wird die Sammlung durch einen Fotomodus, der ein wirklich schönes Beiwerk darstellt. Aufgrund der einfachen aber doch einzigartigen Grafik fängt man so meist unvergessliche Momente ein. Auch aus technischer Perspektive gibt es zu keiner Zeit Grund zur Klage, denn durch den minimalistischen Grafikstil kommt es nie zu Rucklern oder Abstürzen des Spiels. Generell sticht die Grafik der Spiele als der große Höhepunkt heraus, da dank Tag- und Nachtzyklen sowie wechselnden Wetter- und Donnereffekten euch jederzeit ein wahrer Augenschmaus geboten wird. Die Musik im Spiel ist zudem zu jeder Sekunde wahrlich beruhigend und lädt euch gerne mal zum mitsummen ein. Solltet ihr im Besitz hochwertigerer Lautsprecher sein, so kommt diese Atmosphäre noch viel besser zur Geltung.


Die Steuerung ist zudem sehr simpel gehalten, da ihr lediglich einen Knopf benötigt, um das Spiel zu spielen. Alternativ lässt sich The Alto Collection aber auch im Handheld-Modus über den Touchscreen steuern, was ohne ausufernde Komplikationen vonstatten geht. Insgesamt spürt man also deutlich, dass die Steuerung sehr stark an Gelegenheitsspieler angepasst wurde. Es ist lediglich eine Frage des Timings, um so weit wie nur möglich zu kommen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Fabian Blatt

The Alto Collection ist die Einfachheit in Videospielform. Ihr erhaltet hier ein entspanntes, seichtes Abenteuer, welches man zwischendurch immer mal für ein paar Talfahrten einschalten möchte. Egal, ob als Gelegenheitspieler oder Genre-Veteran, beide Spielertypen werden auf ihre Kosten kommen. Gehört ihr zu Letzteren, werdet ihr euch eher der Highscore-Jagd widmen, da ihr euch von Versuch zu Versuch immer weiter steigern werdet - für Langzeitmotivation ist also gesorgt. Vor allem die wie ein Entspannungsmittel wirkende Grafik hat es mir angetan, da man sich gerne minutenlang in diesen zauberhaften Artstil verlieren kann. Abgerundet wird all dies durch realistisch wirkende Soundeffekte, besonders die Gewittergeräusche haben es mir angetan. Lediglich der Umfangarmut in Form mehrerer verschiedener Spielmodi stößt mir etwas sauer auf. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass die Verbesserungen der Fähigkeiten für beide Spiele gelten würden.
Mein persönliches Highlight: Die wunderschöne, einfache Grafik sowie der angenehme Soundtrack

Die durchschnittliche Leserwertung

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