Lernt das Handwerk des taktischen Eliminierens

Spiele basierend auf Filmen sind immer ein zweischneidiges Schwert. Manche von ihnen sind wahre Meisterwerke, während andere eher ein Griff ins Klo sind. Ich schaue mir heute für euch John Wick Hex an. Ich kenne den Film John Wick selbst nicht, kann mich so also voll und ganz auf das Gameplay konzentrieren. Haben wir hier einen gelungenen Titel vor uns?


Hex, einer eurer Feinde, wird direkt zu Beginn vorgestellt.

© Summit Entertainment

John Wick Hex ist ein klassisches Strategiespiel. Ihr steuert den Auftragsmörder John Wick durch diverse Level. Euren Charakter bewegt ihr auf einem Sechseckraster. Ihr könnt immer eine gewisse Anzahl an Schritten machen. Richtig spannend wird es jedoch erst, wenn Gegner auftauchen. Dann stoppt die Zeit automatisch und ihr habt die Chance, euren nächsten Schritt zu planen. Am oberen Rand habt ihr eine Art Zeitleiste. Jede Handlung benötigt eine gewisse Zeitspanne, um durchgeführt zu werden. Im Taktikmenü könnt ihr nun also entscheiden, ob ihr in Deckung gehen wollt, auf den Gegner zustürmt oder die Waffe zieht und abdrückt. Hierbei wird euch die Wahrscheinlichkeit angezeigt, mit der ihr den Gegner trefft. Logischerweise ist es schwieriger, eine Person aus der Ferne und aus einem ungünstigen Winkel zu treffen. Solltet ihr nahe am Gegner sein, habt ihr auch verschiedene Optionen, um sie lautlos zu eliminieren. Schüsse sind laut und locken damit weitere Gegner an, Nahkampfangriffe verbrauchen hingegen Fokuspunkte. Um diese wieder aufzuladen, müsst ihr euch ausruhen, seid dann aber auch leicht verwundbar.


Trefft ihr nun auf euren Gegner, ist es an der Zeit zu entscheiden, was euer nächster Schritt ist. Über dem feindlichen Charakter seht ihr eine Zeitanzeige. Diese gibt euch die Möglichkeit zu sehen, wann der Feind beispielsweise einen Angriff startet. Solltet ihr feststellen, dass das Schießen eurer Waffe länger dauert, ist es vielleicht effektiver, in Deckung zu gehen. Eure Gesundheit ist begrenzt und auch die Möglichkeit, sich zu heilen, ist limitiert. Der Titel nutzt zudem den „Nebel des Krieges“, zeigt euch also immer nur ein kleines Gebiet um euch herum an. Eine langfristige Planung ist also nicht möglich, was einen gewissen Grad an Realismus hinzufügt.


Auch innerhalb von Gebäuden müsst ihr eure Gegner ausschalten.

© Summit Entertainment

Habt ihr einen Gegner nun ausgeschaltet, könnt ihr dessen Waffe aufnehmen. Die Anzahl an Munition ist begrenzt. Ihr könnt jedoch lediglich eine Waffe bei euch tragen. Merkt ihr also, dass ihr kaum noch Schuss übrig habt, solltet ihr eure toten Feinde bestehlen. Übrigens verschießt John Wick immer zwei Kugeln. Im Großen und Ganzen gilt: Je komplexer eure Taktiken sind, desto mehr Zeit verbraucht ihr. Diese Art der Planung macht es aber umso schöner, sollte eure Strategie aufgehen.


Das Gameplay von John Wick Hex ist durchaus spaßig, entwickelt sich jedoch kaum weiter. Zwar gibt es irgendwann auch stärkere Gegner oder Bosse, aber auch das lockert das Ganze nur bedingt auf. Zudem macht mir die KI oftmals Probleme. So verschwinden Gegner, die sichtbar sein sollten, im oben erwähnten Nebel. Manchmal tauchen Feinde auch spontan direkt neben euch auf. Zwar stoppt die Zeit, allerdings ist es dann meistens schon zu spät. Hinterhalte sind zwar realistisch, machen aber nicht Spaß, wenn man komplexe Taktiken geplant hat und dann unverschuldet ausgeschaltet wird.


Technisch gesehen hat John Wick Hex Stärken und Schwächen. Ich mag den Cel-Shading-Grafikstil, der auch in vereinzelten Storysequenzen zu sehen ist. Zudem gibt es eine gelungene Sprachausgabe. Ansonsten ist das Spiel allerdings sehr detailarm. Aus der Vogelperspektive fallen die recht simplen Animationen zwar zunächst nicht auf, im Replay, welches nach dem Abschluss einer Karte erstellt wird, sieht man dies aber besonders. Auf das Gameplay an sich hat dies natürlich keinen Einfluss.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Niels Uphaus

Sucht ihr ein Strategiespiel im Stile von X-COM und Superhot, dürftet ihr mit John Wick Hex Spaß haben. Das Gameplay ist durchaus unterhaltsam, auch wenn es sich im Laufe des Spiels nicht weiterentwickelt. Grafisch ist das Spiel trotz des Cel-Shading-Stils jedoch recht schwach. Einige unfaire Aspekte wie das plötzliche Auftauchen oder Verschwinden von Gegnern schmälern den Spielspaß ebenfalls. Die Umsetzung des Konzepts des taktischen Planens eurer nächsten Züge kann jedoch zumindest über einen kurzen Zeitraum durchaus unterhalten. Sollte euch diese Art Spiel zusagen, könnt ihr durchaus einen Blick riskieren.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 0

  • Noch keine Kommentare verfasst :(