Raus aus dem Bermuda-Dreieck!

Stellt euch vor, ihr seid ein guter Pilot und habt schon einiges von der Welt gesehen. Wie immer seid ihr mit eurem kleinen, eigenen Flugzeug unterwegs, doch den Sturm, der euch schließlich vom Himmel reißt, habt ihr nicht kommen sehen. So in etwa beginnt das Spiel Down in Bermuda und man wird sprichwörtlich ins (kalte) Wasser geschmissen. Denn viel mehr Intro bietet das Spiel erst einmal nicht und anscheinend hattet ihr ein gutes Leben auf Bermuda, denn irgendwie kommt euch erst 30 Jahre nach dem Vorfall der Gedanke, dass ihr langsam versuchen könntet, wieder nach Hause zu kommen. Wie man sieht, ist der Plot des Spiels schnell erzählt und als etwas in die Jahre gekommener Pilot namens Milton macht ihr euch nun auf, einen Weg nach Hause zu finden. Dafür müsst ihr leuchtende Kugeln sammeln, die auf den vielen Inseln verstreut zu finden sind. Doch alles der Reihe nach …


Es gibt viel zu entdecken auf den kunterbunten Inseln von Bermuda.

© Yak & Co

Die Steuerung des Spiels ist recht simpel und doch manchmal gar nicht so leicht. Ihr könnt die Inseln drehen, heraus und wieder herein zoomen und so auch jede noch so kleine Ecke untersuchen. Denn das ist prinzipiell alles, was ihr tun müsst. Eure „Hand“ ist ein Fadenkreuz, womit ihr alles anklicken könnt, was euch in die Finger kommt. So sammelt ihr fleißig kleine Kügelchen, die sich nach dem Einsammeln einer bestimmten Anzahl zu einer großen Kugel umwandelt und sich in ein Tor einfügt, das euer Portal zur nächsten Insel ist. Ganz zu Beginn müsst ihr aber zunächst eine riesige Schildkröte befreien, die euch erzählt, was ihr denn genau zu tun habt, ehe es nach einem kurzen Gespräch weitergeht. Im Spielverlauf trifft man auf verschiedene Charaktere, die immer etwas zu erzählen haben. Manche brauchen Miltons Hilfe, andere helfen unserem Piloten gerne weiter und wieder andere stellen euch vor große Herausforderungen. Doch auch denen ist der tapfere Pilot meist gewachsen.


Die Puzzle, die ihr lösen müsst, sind durchaus vielfältig und es lohnt sich, immer genau aufzupassen, was gerade passiert, wenn man einen Schalter umlegt oder irgendwas verschiebt. Denn meist ist durch einen Handgriff nicht direkt das Puzzle gelöst, da die Rätsel ganz schön komplex werden können. Wenn ihr zu Beginn nur vier Steine entsprechend verschieben müsst, solltet ihr ein paar Level weiter unbedingt wissen, wie man am besten mit einer Kanone schießt, um den riesigen Kraken ins Jenseits zu befördern. Dahingehend hält Down in Bermuda einen durchaus bei der Stange. Bei manchen sind eure physikalischen Fähigkeiten gefragt, bei anderen Rätseln müsst ihr nur genau aufpassen, was sich denn nun durch das Umlegen eines Schalters verändert hat. Schafe sortieren? Auch das gehört ebenso zum Spiel wie Kanonen über Schienen zu fahren, um im richtigen Moment ein Loch in ein Boot zu schießen.


Natürlich gibt es auch einige Bösewichte zu bezwingen, die unter Stock und Stein lauern.

© Yak & Co

Daneben gibt es auch einige Dinge zu sammeln, wie zum Beispiel Schlüssel. Die sollen euch dazu bewegen, die vorherigen Inseln noch einmal zu besuchen. War da nicht irgendwo ein Schlüsselloch, welches bisher nicht zu knacken war? Denn das ist auch etwas, was ich zu schätzen wusste im Spiel: Man musste sich nicht zu Tode suchen nach der letzten Kugel, sondern konnte einfach weiterreisen, wenn man nicht auf Anhieb weiterwusste. So könnt ihr auch bequem die Inseln in einer anderen Reihenfolge als vorgegeben besuchen und somit hin- und herreisen. Außerdem liegen überall verstreut kleine Polaroids herum, die euch einen Einblick in das Leben des Piloten Milton geben. So erzählt das Spiel, welches die größte Zeit ohne Plot auskommt, doch noch eine kleine Geschichte. Auf diese Weise zieht ihr also von Insel zu Insel und versucht irgendwie einen Weg nach Hause zu finden. Komplex und umfangreich ist das Spiel nicht und man ist so bereits nach wenigen Stunden am Ende angekommen. Doch manche Rätsel sind dann doch ziemlich kniffelig, weswegen es auch schon mal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen kann. Spannend ist es aber nichtsdestotrotz, die Inseln abzugrasen und jeden noch so kleinen und verdächtigen Stein oder Grashalm anzuklicken, denn irgendwo passiert immer etwas Witziges.


Auch die Grafik konnte überzeugen, denn der niedliche Comicstil wirkt einladend und ist sehr detailreich. Man kann hier zwar von keiner grafischen Meisterleistung sprechen, doch das erwarte ich bei solch einem Spiel auch nicht. Hier zählen wirklich die Details, die in Fülle zu finden sind und so wirkt kein Fleck auf den Inseln irgendwie leer oder lieblos zusammengeschustert. Es ist ein rundes Konzept und der kleine Milton kann einem schon schnell ans Herz wachsen. Selbst die Musik hat eher einen beruhigenden Charakter, als dass sie stören würde. Auch wenn die Steuerung manchmal nicht ganz so genau ist, wie man das gerne hätte, braucht es nur etwas Eingewöhnung, bis man den Dreh raus hat. Doch gerade bei den vorkommenden Rätseln auf Zeit merkt man dann doch, wie die Steuerung einem zum Verhängnis werden kann, wenn man nicht schnell genug die Karte gedreht bekommt ... Hier und da gibt es zudem noch kleine Übersetzungsfehler, aber die kann man den Entwicklern durchaus verzeihen. Das Spiel speichert auch automatisch und man kann es wirklich als kleines Spiel für zwischendurch spielen, wenn man auf irgendwen oder irgendetwas warten muss.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Kerstin Steiner

Auch wenn man nicht viele Stunden in das Spiel investieren kann, ist es dennoch eine willkommene kleine Puzzle-Geschichte. Aus grafischer wie aus steuerungstechnischer Sicht hakt hier und da zwar noch ein klein bisschen, aber ich hatte dennoch viel Spaß mit Down in Bermuda und saß durchaus an einigen Rätseln etwas länger, um sie dann doch zu knacken. Das Spiel ist ein durchaus schöner Zeitvertreib, der witzig und mit Liebe gemacht wurde. Wenn ihr also Fans von knackigen Rätseln seid, sollte das Spiel nicht auf eurer Nintendo Switch fehlen.
Mein persönliches Highlight: Die detaillierte Optik, die Schwierigkeit der Level und die witzigen Charaktere.

Die durchschnittliche Leserwertung

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