TOHU – Eine spannende Reise zu den Fischplaneten

Manchmal müssen auch die kleinsten unter uns die Zügel in die Hand nehmen, um die Welt zu retten. Zumindest hat man diesen Eindruck, wenn man Tohu zuschaut, wie sie sich in ein neues Abenteuer stürzt, um die bizarre Welt der Fischplaneten zu retten. Zusammen mit ihrem mechanischen Alter Ego Cubus macht sie sich in ihrem Bienenkopter auf die Reise, um die heilige Maschine zu reparieren, die von einem schwarzen Schattenwesen mit Kapuze zerstört wurde. Doch das ist nur der Anfang dieser Point-and-Click-Geschichte. Denn eine andere Frage muss auch noch geklärt werden: Woher kommen Tohu und Cubus überhaupt?


In Tohus bescheidener Wohnung beginnt euer Abenteuer.

© The Irregular Corporation

Bereits im Titelbildschirm wird einem bewusst, dass es sich um eine ganz besondere Welt handelt, in die man eintaucht. Immerhin sieht man ein Glühwürmchen, dass aus einer Glühbirne und Augen besteht, auch nicht alle Tage. Doch zunächst geht es erst einmal bescheiden los und man findet sich im Haus von Tohu wieder, in dem man auch schon die ersten Aufgaben lösen muss. Das geht in bekannter Point-and-Click-Manier – euren geliebten Hund zu befreien, ist daher ein noch eher leichtes Unterfangen. Da das Mädchen aber eher klein, zierlich und einfach nicht über viel Muskelkraft verfügt, kann sie sich auf Knopfdruck in den starken und mechanischen Roboter Cubus verwandeln, der wiederum einiges aus dem Weg räumen kann. So ist auch die störende Kiste schnell beseitigt und der Hund wieder frei, sodass es auch schon ans eigentliche Abenteuer gehen kann. Denn die sogenannte heilige Maschine wurde beschädigt und um diese zu reparieren, muss Werkzeug besorgt werden. Doch wer Point-and-Click-Spiele kennt, der weiß, dass das einfacher gesagt als getan ist.


Ein Cursor, den man natürlich eher vom PC her kennt, ist euer Werkzeug, wenn es um die Steuerung geht. So bewegt ihr Tohu durch die kleinen Welten und interagiert mit Objekten oder klickt einfach mal in den Hintergrund, in dem es immer etwas zu entdecken gibt. Die kleinen Dialoge finden ebenfalls erst statt, nachdem man mit einem anderen Charakter interagiert, was meist durch eine Sprechblase gekennzeichnet ist. Die verschiedenen Charaktere, denen ihr begegnet, geben euch manchmal einen Tipp, aber ansonsten seid ihr größtenteils auf euch allein gestellt. Sucht die kleinen Welten nach Objekten ab, die ihr entweder einsammeln könnt oder interagiert mit Gegenständen, Möbeln und anderen Dingen, die herumliegen oder sogar potenzielle Wege blockieren. Nach und nach kommen euch vielleicht Ideen, wie ihr die verzwickten Rätsel lösen könnt – vergesst dabei nicht, dass Cubus auch einiges auf dem Kasten hat.


Die handgezeichneten Level sind unglaublich liebevoll und detailreich gestaltet.

© The Irregular Corporation

Nicht immer ist sofort ersichtlich, was ihr machen müsst, doch genau das ist doch das Schöne an Point-and-Click-Abenteuern: Das herumprobieren, basteln und grübeln. Solltet ihr wirklich einmal feststecken, gibt es im Menü die Möglichkeit, Hinweise zu bekommen. Dafür müsst ihr eine kurze Klick-Übung durchführen, ehe euch eine handgemalte Anleitung das weitere Vorgehen ungefähr darlegt. Hier hilft es manchmal, einen Screenshot zu machen, denn sonst müsst ihr das Hinweis-Rätsel immer aufs Neue lösen, was nach der Zeit etwas nervig sein kann. Kombiniert so Schlüssel mit Schlössern, Schalen mit einer Saftpresse oder beschneidet Blumen, um einen Schritt weiter zu kommen. Die Rätsel haben es teilweise wirklich in sich, doch wenn man Point-and-Click-Spiele kennt und liebt, weiß man, worauf man sich einlässt. Die Puzzle sind darüber hinaus auch wundervoll abwechslungsreich und zwischen dem normalen Klicken, Ziehen und Interagieren fügen sich kleine Minispiele ein, die mal mehr und mal weniger kniffelig sind.


In jedem der kleinen Level findet ihr zudem eine besondere Kreatur, die in Form einer Karte in eure Sammlung wandert. Die kleinen Krabbler fügen sich sehr schön in die halb-mechanische Welt ein, die das Spiel TOHU ausmacht und die dem Titel einen unwiderstehlichen Charme verleiht. Wer kann schon zu einem Tierchen in Form einer Gabel oder Scheren-Fliege Nein sagen? Ein weiterer Menüpunkt zeigt eure aktuellen Ziele, die ihr an jedem Ort lösen müsst. Die sind nicht so ausführlich wie die bereits erwähnte Hinweis-Zeichnung, doch sie geben genug Infos, um sich immer wieder klarzumachen, was die aktuelle Aufgabe ist.


Die Optik ist wahrhaftig ein Highlight des Spiels, denn die liebevoll und von Hand gezeichneten Level laden einfach nur zum Staunen ein. Sofern man auch mit der mechanischen Thematik etwas anfangen und immer wieder über die verschiedenen Tierchen, denen man begegnet, Schmunzeln kann, wird man mit TOHU viel Spaß haben. Jede Welt ist liebevoll gestaltet und es gibt unzählige Details zu entdecken. Vergesst auch hier nicht, mit verschiedenen Dingen oder Tieren zu interagieren, denn es lohnt sich wirklich. Auch der Soundtrack, der aus der gleichen Feder stammt wie der von Hollow Knight, ist eine wunderbare Begleitmusik von Christopher Larkin. Die Steuerung mit einem Cursor ist anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, doch dank Touchscreen könnt ihr auch eure Finger oder sogar einen Stift nutzen, damit es etwas präziser wird. Die Cursorgeschwindigkeit kann im Menü zudem angepasst werden. Mithilfe der Schultertasten könnt ihr sogar zoomen, sodass euch wirklich kein Detail entgeht. Die Vertonung ist ausschließlich auf Englisch, doch alle Menüpunkte und Questziele lassen sich auf Deutsch sowie andere Sprachen umstellen. Einziges Manko in Bezug auf den Text stellt die Tatsache dar, dass die Untertitel bei der Vertonung oft eine ähnliche Farbe wie der Hintergrund haben, was das Lesen ziemlich erschwert. Auch wird vom Spiel empfohlen, das ganze mit Kopfhörern zu spielen, was vor allem für die Erzählungen in Erwägung gezogen werden sollte.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Kerstin Steiner

TOHU hat mich vom ersten Blick an mit seinem wundervollen Stil begeistert, denn die vielen kleinen Kreaturen, die eine Mischung aus Tier und Inhalten einer Werkzeugkiste sind, haben voll meinen Humor getroffen. Die Point-and-Click-Rätsel sind wirklich knackig und oft bin ich zwischen den Ebenen hin- und hergelaufen, da mir absolut nicht einfallen wollte, was denn nun der nächste Schritt ist, ehe der Lösungsweg einem schließlich wie Schuppen von den Augen fiel. Man ist wirklich an seine Nintendo Switch gefesselt, da man unbedingt weiter machen möchte, was vor allem an den wundervollen und bizarren Charakteren liegt.
Mein persönliches Highlight: Die Optik, die Rätsel und die kleinen Details, die das Spiel liebenswert machen.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • burning~Eagle

    Turmritter

    Ich finde es toll, dass ihr zur Zeit öfters auch Point & Click Adventures testet. Die meisten wie DSA oder Deponia sind natürlich bekannt. Dieses hier wäre mir vielleicht durch die Lappen gegangen. Mit der guten Bewertung von euch, wird es auf jeden Fall gekauft.

    Kann man denn noch grob etwas zur Spieldauer sagen? Ist natürlich schwierig bei P&Cs (Meine Frau braucht grundsätzlich nur Stunden und ich dagegen Tage :D ), aber um ein Beispiel zu nennen wurde bei Trüberbrook oder auch Silence öfters die "kurze" Spieldauer bemängelt.