Looten und Leveln

Mit Loot Hero DX bekommen wir einen etwas anderen Titel spendiert. Anders im Sinne von überaus einfach gestrickt, denn den größten Teil des 2D-Games müsst ihr nur nach links oder rechts rennen. Die Geschichte ist zudem schnell erzählt: Ein gewaltiger Drache hat das Land eingenommen, ein tapferer Recke stellt sich diesem entgegen und schlägt auf dem Feldzug der Rückeroberung seine unzähligen Schergen nieder.


Bei schwächeren Gegnern schneidet man sich wie durch Butter durch die schiere Anzahl an Feinden.

© Ratalaika Games S.L. / VaragtP Studios

Das geschieht, wie bereits erwähnt, überaus simpel. Der Ritter stürmt einfach nur mit seiner Lanze voraus auf die Feinde zu, um diesen zu schaden und sie zu töten. Hierfür bedarf es nur, ihn nach rechts oder links zu steuern, da der Angriff bereits automatisch geschieht – hüpfen oder andere Aktionen kann der Held nicht ausführen. Sowohl unterhalb des Helden als auch der Feinde wird die Energieleiste angezeigt. Diese werden beim Aufeinanderprallen reduziert, dem Schwächeren wird jedoch mehr seiner Lebenskraft entzogen, was schlussendlich zur Vernichtung führt. Ab einem bestimmten Punkt könnt ihr daher nicht mehr alle Feinde niedermetzeln, ohne den Charakter zuvor zu stärken. Zwar steigt ihr automatisch im Level auf, je mehr Gegner ihr bekämpft, diese machen euch jedoch nicht gleichzeitig auch stärker. Hier kommen einzelne Shops ins Spiel, die in den einzelnen Welten zahlreich platziert sind. Dort kann mit dem hinterbliebenen Gold der Feinde – je widerstandsfähiger der Feind, desto besser die Ausbeute – eines von vier Attributen verstärkt werden: Angriff, kritischer Schaden, Verteidigung und Geschwindigkeit. Somit kauft ihr euch immer bessere Werte und macht euren Recken nach und nach zu einem wandelnden Panzer. Diese Verbesserungen werden immer teurer, weswegen ihr häufiger looten und grinden müsst.


Deshalb reicht es nicht aus, immer nur in eine Richtung zu sprinten, da die Gegenwehr immer stärker wird und das Level der Feinde das eigene ab einem gewissen Punkt übersteigt. Somit muss häufig eine Kehrtwende vollführt und in die andere Richtung zurückgespurtet werden, um durch die immer wieder neu erscheinenden Kontrahenten genug Gold zu sammeln. Neben Gold lassen diese auch Unverwundbarkeitstränke und Heilung fallen. Während erstere euch für eine kurze Zeit ohne Schaden durch die Horden fliegen lassen, füllen letztere die Gesundheit. Alternativ reicht es jedoch auch aus, an Ort und Stelle zu verharren, denn nach einer kurzen Weile regeneriert sich diese von selbst. Angst vor feindlichen Angriffen braucht ihr währenddessen nicht zu haben, da diese nämlich regungslos stehenbleiben. Selbst wenn einmal nicht aufgepasst wird und der Tod den Helden überkommt, verliert ihr nur etwas vom gesammelten Gold und der Held wird an dem zuletzt besuchten Shop wiederbelebt. Frust kommt deshalb nie wirklich auf.


In den unzähligen Shops verbessert ihr euren Helden.

© Ratalaika Games S.L. / VaragtP Studios

Insgesamt neun Level bietet das Spiel, die sich thematisch voneinander unterscheiden. So durchstreift der wackere Recke Wüsten, Dschungel, Wälder oder auch Ruinen. Am Ende jeder Welt erscheint ein dicker Bossgegner, wohingegen im letzten Level der im Intro vorgestellte Drache wartet. Nach spätestens zwanzig Minuten habt ihr diesen bereits erlegt, das Spiel ist dann jedoch noch nicht vorbei. Die Gegner werden daran anschließend stärker und bieten nun noch mehr Loot, was die bereits erkundeten Welten für einen erneuten Besuch öffnet. Je stärker der eigene Charakter wird, desto mehr pflügt er sich wie ein Mähdrescher durch die immense Anzahl an Gegnerhorden, was eine gewisse Genugtuung auslöst. Was passiert, wenn das Spiel ein zweites Mal beendet ist? Dann geht es in die nächste Runde. Und dann wieder. Und dann wieder, was die Spielzeit strecken kann. Eine gewisse Sucht wird auch generiert, eine Zeit lang musste ich mich einfach weiter und weiter durch die unendlichen Massen bohren und meinen Charakter zu einer unüberwindbaren Mauer züchten, doch hält diese Sucht nicht ewig und wird dann relativ schnell eintönig. Loot Hero DX ist in einem charmanten Pixellook dargestellt, viel Zeit, diese zu bewundern, bleibt aber bei dem hohen Spieltempo eher weniger. Je schneller der Ritter durchwetzt, desto unübersichtlicher wird das Spielgeschehen. Hier ist es jedoch gut, dass im Game selbst die Geschwindigkeit auch manuell wieder runtergeschraubt werden kann, sollte das Tempo für den eigenen Geschmack einmal zu rasant werden. Der Soundtrack bietet durchaus fetzige Beats, vor allem wenn sich der Held einen Unverwundbarkeitstrunk einverleibt hat und unaufhaltsam durch die Level rast.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Johannes Bausch

Loot Hero DX ist für wenige Stunden sehr unterhaltsam, das Aufleveln und Grinden kann durchaus motivieren. Da das Leveln auch relativ flott vonstattengeht, muss nicht eine längere Zeit investiert werden, um das nötige Gold für die nächste Verbesserung zusammenzukratzen. Ein einmaliges Durchspielen dauert rund zwanzig Minuten, danach werden die Level aber stets recycelt und die Feinde bei jedem weiteren Durchgang stärker sowie der Loot besser. Nach ein paar Abschlüssen geht die Luft dann jedoch langsam aus, da das Gameplay auf Dauer zu eintönig ist und zu wenig Abwechslung bietet. Im Grunde müsst ihr nur nach links oder rechts drücken, alles Weitere geschieht automatisch. Dementsprechend ist das Game auch sehr einfach und bietet kaum Herausforderung. Dennoch ist es für ein, zwei Runden zwischendurch gut geeignet. Das Spiel bietet sich zusätzlich aufgrund der Einfachheit und des motivierenden Spielsystems auch für Stressabbau und ein gemütliches Spielerlebnis hervorragend an.
Mein persönliches Highlight: Das Gefühl der absoluten Überlegenheit, wenn sich der Ritter mit einem viel zu hohen Level durch deutlich schwächere Gegner hindurchpflügt.

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