Ein Söldnerleben ist kein Zuckerschlecken

Mit Golden Force bekommen wir ein 2D-Action-Adventure der besonders knackigen und würzigen Art spendiert, denn der Schwierigkeitsgrad ist bereits im Intro ohne jegliche Gnade. Ihr begleitet die titelgebende Söldnertruppe Golden Force, die derzeit wenig Aufträge hat und dadurch knapp bei Kasse ist. Da kommt es natürlich sehr gelegen, dass ein bösartiger Dämon Muscle Island erobert hat, weshalb sich die Truppe mit ihrem Schiff direkt auf den Weg dorthin macht, um die Insel zu befreien und gleichzeitig die Söldnerkasse aufzufüllen. Ob sich die Reise lohnt, erfahrt ihr im Test.


Manche Geschosse von Feinden können zurückgeschleudert werden.

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Die nach Gold eifernde Truppe besteht aus vier auswählbaren Charakteren: einem schwertschwingenden Recken, einer mit zwei Säbeln ausgestatteten Dame, einem axtkämpfenden Drachen sowie einem älteren Herrn, der Verhandlungen gerne mit seinen Fäusten führt. Bis auf das unterschiedliche Design der vier Helden gibt es jedoch keine spielbaren Unterschiede, jeder steuert sich komplett identisch und sie haben die gleichen Bewegungsverhalten sowie Angriffsfolgen. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn sich jeder Charakter anders gesteuert hätte.


Die Figuren können jeweils eine Angriffskombo aus mehreren Schlägen und Hieben ausführen, in die Luft springen sowie einen schnellen Dashangriff ausführen, der auch in die Luft ausgeführt werden kann, um somit höher gelegene Plattformen zu erreichen bzw. größere Schluchten zu überwinden. Die Steuerung geht sehr schnell ins Blut über und ist problemlos. Jedoch ist der Schwierigkeitsgrad enorm hoch angesetzt. Bereits in der Einführung wartet ein großer Bossgegner auf euch, bevor ihr überhaupt den Anker geworfen und die Insel betreten habt. Schon dieser Kampf wird einige Tode fordern, was einen guten Vorgeschmack darauf gibt, wie schwer das Game noch werden wird.


Muscle Island besteht aus vier Hauptinseln; jede davon ist in vier Level mit jeweils einer Bonusmission aufgeteilt, die jedoch zuerst freigespielt werden muss. Thematisch unterscheiden sich die Inseln voneinander, so durchstreift die Truppe einen Strand, eisige Gefilde, Dschungel, Ruinen oder auch einen grusligen Horror-Wald. Die Söldner schlagen sich kämpfend und hüpfend durch die Level, die eine angenehme Länge besitzen. Zudem gibt es Checkpoints, die ein zu großes Frustpotenzial verhindern. Diese sind auch dringend notwendig, da das Spiel sonst nochmals um einiges schwerer wäre, als es ohnehin bereits ist. Um die Söldnerkasse aufzufüllen, hinterlassen besiegte Feinde reichlich Gold. Zusätzlich sind Schatztruhen in den Leveln versteckt, die fette Beute beinhalten. Jedoch ist Vorsicht geboten: Beim Ableben wird alles gesammelte Gold zurückgesetzt und ihr startet wieder bei null.


Neben dem Gold gibt es je Level auch drei große Goldmünzen sowie eine goldene Muschel zu finden; diese sind meistens entweder sehr gut versteckt oder schwierig zu erreichen. Das Sammeln dieser besonderen Gegenstände erhöht den Wiederspielwert der einzelnen Missionen, denn das Finden lohnt sich definitiv und erleichtert das weitere Vorankommen etwas. Mit den großen Goldmünzen kann im Shop die Herzanzahl permanent erhöht werden, um zukünftig mehr Treffer als nur fünf einstecken zu können. Die Muscheln hingegen erhöhen die Angriffskombo um jeweils einen weiteren Schlag. Mit dem restlich gesammelten Gold kann man weitere Hilfsgegenstände erwerben, diese müssen jedoch separat ausgerüstet werden und verschwinden nach einmaligem Gebrauch. Dafür gewähren sie den Helden zusätzlichen Angriff oder auch eine Wiederbelebung im Todesfall. Nach Beenden eines Levels folgt eine Statistik, die das gesammelte Gold, die absolvierte Zeit und die höchste Angriffskombo bewertet. Je nach Rang werden weitere Boni freigespielt. Highscore-Jäger können sich hier richtig austoben und den eigenen Rekord stetig steigern.


Gib dem Affen Zucker!

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Im vierten Level jeder Welt wartet am Ende ein Bossgegner. Diese sind, wie zu erwarten, knüppelhart und erfordern das gesamte Geschick ab. Jeder Obermotz unterscheidet sich von den anderen, d. h., sie lassen sich entsprechend abwechslungsreich bekämpfen. Die Kämpfe bestehen zudem aus mehreren Phasen, wobei sich das Angriffsmuster stets ändert. Einen Bossgegner zum Beispiel bekämpft ihr anfangs noch in einem starren Areal. Hat dieser genug Schaden eingesteckt, wird das Geschehen jedoch zu einem Sidescroller, bei dem sich der Held an zwei Seile hängt und in einem Affenzahn herunterrutscht, um den fliehenden Boss zu jagen. Dabei muss stets zwischen den Seilen hin und her gesprungen und Energiebälle auf den Flüchtenden zurückgeschleudert werden. Trotz der hohen Schwierigkeit und vielen verlorenen Leben machten mir diese Gefechte viel Spaß.


Wer sich den Gefahren nicht allein stellen möchte, kann sich auch einen Kumpan für den Koop-Modus besorgen, denn geteiltes Leid ist bekanntermaßen halbes Leid. Golden Force bietet sich hervorragend für einen intensiven Koop-Abend an. Grafisch ist das Spiel in einer wunderschönen Pixeloptik gestaltet, das an die Super Nintendo-Zeit erinnert. Die Designs der einzelnen Figuren machen optisch einen super Eindruck und allgemein ist Golden Force mit hübschen Animationen und Artworks ausgestattet. Einmal kam es bei mir zu einem Einbruch der Framerate, als der Bildschirm voll war mit Effekten und Feinden, ansonsten lief das Spiel stets flüssig. Beim Soundtrack hätten es ein paar mehr Tracks sein dürfen. Die wenigen enthaltenen hören sich zwar schön an und untermalen die Level super, jedoch wiederholen sich diese leider zu schnell.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Johannes Bausch

Golden Force ist ein Spiel für Leute, die eine saftige Herausforderung suchen. Das 2D-Action-Game besitzt knackige Level und schwierige Sprungpassagen, die alles abfordern. Dennoch bleibt das Spiel weitestgehend fair, nur selten erlebte ich ein paar unfaire Passagen. In insgesamt vier Welten mit mehreren Unterleveln jagt ihr nach Gold und weiteren Sammelgegenständen, um Highscores zu knacken. Aus vier wählbaren Charakteren sucht ihr euch euren Liebling aus, nur leider unterscheiden sich diese spielerisch nicht voneinander. Habt ihr gerade einen Kumpel zur Hand, bietet Golden Force einen Koop-Modus, um sich gemeinsam der wuchtigen Herausforderung zu stellen. Zu zweit macht es natürlich umso mehr Spaß, einfacher wird das Game dadurch jedoch nicht. Für Hardcore-Spieler bietet sich Golden Force gut an, um die eigenen Skills zu testen und sich einem harten Schwierigkeitsgrad zu stellen. Alle anderen Spieler sollten eher einen Bogen darum machen, um sich den Frust zu ersparen.
Mein persönliches Highlight: Der Bosskampf der zweiten Insel.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 2

  • Tomberry

    Minish Mage

    Ohje... das Spiel hab ich schon auf meiner Wishlist, aber ich bin kein Freund von allzu schweren Herausforderungen.... :/

  • Tisteg80

    Meister des Turms

    Ich scheue auch solche Herausforderungen, weshalb ich auf die Bestellung der physischen Version verzichtet habe.