Bühne frei für das zweite Abenteuer der Phantomdiebe

Vor rund zwei Monaten konnten wir euch mit unserer Vorschau zu Persona 5 Strikers einen Vorgeschmack auf das Action-RPG von Atlus und Koei Tecmo Games geben. Während wir uns zum damaligen Zeitpunkt noch auf bereitgestelltes Material verlassen mussten, konnten wir mittlerweile selbst Hand anlegen und wollen euch in diesem Test verraten, was das zweite Abenteuer mit den Phantomdieben zu bieten hat. Dabei gehen wir auf die Spielstruktur, das Kampfsystem und mehr ein und verraten euch, ob für den Spielgenuss Vorkenntnisse nötig sind. Schnallt euch gut an, wir gehen auf einen Roadtrip!


Das Meta-Universum schlägt zurück


Persona 5 Strikers gilt als geschichtliche Fortsetzung des originalen Persona 5. Ein halbes Jahr nach den Ereignissen der ursprünglichen Handlung finden die Phantomdiebe erneut zusammen, um ihre Sommerferien gemeinsam zu verbringen. Den Freunden schweben verschiedene Reiseziele und Aktivitäten vor, schlussendlich einigt man sich aber auf einen Camping-Ausflug. Unverhofft gelangt ein Teil der Gruppe während der Reisevorbereitungen jedoch ins Meta-Universum – und gibt damit den Startschuss für die zweite große Mission der Phantomdiebe.


Joker und Arsène zurück im Rampenlicht!

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Aus allen Ecken des Landes hört man von seltsamen Geschehnissen: Hochrangige Politiker, die ihre Posten aufgeben; ein preisgekrönter Autor, der seine Werke als Müll bezeichnet; ganz allgemein Menschen, die einen plötzlichen Sinneswandel durchlebt haben. Die Polizei glaubt, es sei das Machwerk der Phantomdiebe und lässt die Teenager schleunigst beschatten. Hier kommt eine neue Figur ins Spiel: Inspektor Zenkichi Hasegawa. Anstatt den Protagonisten sofort zu verhaften, schlägt er der Truppe einen Deal vor. Er glaubt nicht, dass die Phantomdiebe für den Aufruhr verantwortlich sind, möchte aber mit ihrer Hilfe herausfinden, was wirklich hinter den ganzen Vorfällen steckt. Auf Anweisung des Polizeibeamten reisen die Freunde quer durch Japan, um dem Mysterium auf den Grund zu gehen und dabei doch noch ihren gemeinsamen Sommer auszukosten.


Die erste Haltestelle liegt dabei gleich vor der eigenen Haustür. Im aus Persona 5 bekannten Tokyo gehen merkwürdige Dinge vor sich. Alice Hiiragi, ein aufstrebendes Idol aus der Region, gewinnt plötzlich massiv an Popularität. Ihre Songs klettern schlagartig an die Spitze der Charts und ihre neueste Modekollektion wird wie verrückt eingekauft. Auf den Straßen von Shibuya hört man derweil immer öfter von zerbrochenen Beziehungen und finanziellen Notlagen – alles wegen Alice! Allmählich dämmert den Phantomdieben, dass sie es mit einer neuen Macht aus dem Meta-Universum zu tun haben, welche die Menschen der realen Welt manipuliert. Nun liegt es an ihnen, dem Wahnsinn ein Ende zu setzen.


Alice im Wunderland also, was?

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Ähnlich wie in Persona 5 lässt sich der Spielfluss in zwei Phasen unterteilen, welche jeweils an eine der beiden Welten gekoppelt sind. In der echten Welt analysiert ihr die Situation, hört euch vor Ort nach Gerüchten sowie Informationen um und plant mit der Gruppe eure nächsten Schritte. Hier verbringt ihr Zeit mit euren Freunden, um die Bindung untereinander zu stärken, und deckt euch mit Waffen und Ausrüstung ein, damit ihr für die Gefahren des Meta-Universums gewappnet seid. Diese Phase besteht größtenteils aus Dialogen, Storyfortschritt, Ressourcen-Management und geringen Erkundungsanteilen.


Im Meta-Universum hingegen erkundet ihr verwinkelte Gefängnisse – die Dungeons aus Persona 5 Strikers – und nehmt den Kampf gegen die darin hausenden Schatten auf. Euer Ziel ist es, den Monarchen eines jeden Gefängnisses zu erreichen, um ihn mit einer Tracht Prügel wieder zu Sinnen kommen zu lassen. Anders als bei den Palastherren von Persona 5 handelt es sich bei den Monarchen in diesem Spiel um keine inhärent böswilligen Personen, sondern um traumatisierte Opfer, die durch eine neugewonnene Macht versuchen, den Spieß umzudrehen. So oder so sind die Phantomdiebe gefragt, um für eine Art Sinneswandel zu sorgen und die Situation zu bereinigen. Diese Phase besteht größtenteils aus Kämpfen und Erkundung mit so einigen Puzzle- und Stealth-Elementen.


Warriors-Kämpfe treffen auf Persona-Gameplay


Was dieses Abenteuer von den gängigen Persona-Ablegern unterscheidet, ist sein Kampfsystem. Anstatt auf rundenbasierte Kämpfe zu setzen, wird in Echtzeit angegriffen – und das ändert so einiges. Das Spieltempo ist deutlich flotter und eure Umgebung spielt eine wichtigere Rolle als zuvor. Da dieser Titel von Koei Tecmo Games mitentwickelt wurde, schließen viele auf „das typische Crossover mit Warriors-Gameplay“, aber dem ist nicht so. Es ist keine Verkleidung für ein Dynasty Warriors oder überhaupt ein richtiges Crossover der beiden Marken. Vielmehr ist es ein waschechtes Persona-Hauptspiel, dem allerdings ein actionreiches Kampfsystem zugrunde liegt. Wer schon einmal ein Warriors-Spiel ausprobiert hat, wird Ähnlichkeiten in der Ausführung von Angriffen feststellen, aber fundamentale Unterschiede in der Gameplay-Erfahrung insgesamt erkennen.


Die Gefängnisse stellen verzerrte Abbilder der echten Städte dar.

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Dies zeigt sich bereits darin, dass ihr in den Gefängnissen nicht einfach so über Hunderte von Gegnern stolpern werdet. Stattdessen wird eine Gruppe an Gegnern von einem Schatten auf der Oberwelt repräsentiert, ganz wie es in Persona üblich ist. Als Phantomdiebe gilt es, eure Aufgabe so leise und unauffällig wie möglich zu erledigen. Wollt ihr es mit einem Schatten aufnehmen, schleicht ihr euch also am besten an ihn heran und überfallt ihn ungesehen. Wird ein Kampf initiiert, erscheint eine Gegnerhorde, auf die ihr schließlich im Warriors-Stil eindreschen könnt. Euer Kampf beschränkt sich jedoch auf einen kleinen Bereich und findet isoliert von anderen Gegnergruppen statt. So kommt es den Kämpfen der Hauptreihe möglichst nahe und bietet trotzdem eine frische Erfahrung.


Wie schon in vielen vorherigen Titeln bewiesen, zeigt sich das Warriors-Kampfprinzip extrem flexibel und kann an die Bedürfnisse einer jeden Serie angepasst werden. Im Fall von Persona 5 Strikers finden die titelgebenden Personas Einzug in das Moveset eines jeden Charakters. Nicht nur kommen sie für starke Angriffe am Ende einer Combo zum Einsatz, sondern können auch manuell herbeigerufen werden, um Techniken einzusetzen. Ganz wie im Original können Techniken aus einer Liste gewählt werden, wobei manche physischen, manche magischen Schaden anrichten und wiederum andere als Verstärkung oder Schwächung wirken. Die Mechanik wurde dabei brillant umgesetzt, so friert die Action ein, während ihr aus den verfügbaren Techniken wählt und den Wirkungsbereich bestimmt. Nintendo-Fans werden sich an die Stäbe aus Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung erinnert fühlen.


Bei starken Gegnern lohnt es sich besonders, die Schwächen anzugreifen und so den Schild zu brechen.

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Doch Obacht! Techniken verbrauchen sowohl TP als auch SP, von denen ihr zu einer Zeit nur begrenzt verfügt. Der wohlüberlegte Einsatz von Techniken ist also entscheidend, um sicher durch das Meta-Universum zu kommen. Das hirnlose Draufhämmern, was den Warriors-Spielen gerne vorgeworfen wird, klappt hier nicht so gut, wenn euch Gegner mit wenigen Treffern erledigen können. Es gilt, vorsichtig und strategisch zu agieren. Ihr tut gut darin, die Stärken und Schwächen eurer Gegner zu kennen, um sie mit den richtigen Elementen gekonnt auszuspielen. Zum Glück erscheint eine Info-Tafel über anvisierte Gegner, sodass ihr gar nicht erst damit anfangen müsst, all diese Daten auswendig zu lernen.


Landet ihr effektive Attacken, besteht die Chance, dass eure Gegner einknicken und einen Moment der Schwäche zeigen. Dann ist es an der Zeit, mit einem „Mächtigen Angriff“ oder einem „1-Mehr“-Angriff nachzulegen. Dafür muss lediglich der A-Knopf gedrückt werden und die Phantomdiebe sind schon zur Stelle. Meistens erhaltet ihr eine solche Chance, wenn ihr Phantommoves einsetzt – das heißt, wenn ihr die Umgebung zu eurem Vorteil nutzt, etwa indem ihr Objekte explodieren lasst oder Objekte auf Gegner schleudert.


Erfahrung sammeln ist das A und O


Der vielseitigste Kämpfer der Phantomdiebe ist ohne Frage Joker, der die besondere Fähigkeit besitzt, mehrere verschiedene Personas zu tragen. Wie in den Hauptspielen könnt ihr neue Personas erlangen, indem ihr Gegner besiegt oder indem ihr bereits erhaltene Personas miteinander fusioniert. So erhaltet ihr im Spielverlauf immer mächtigere Personas. Das Feature wurde für Persona 5 Strikers insgesamt etwas versimpelt, das kommt dem System meiner Meinung nach aber nur zugute. Bei der Fusion ist es euch manchmal auch erlaubt, Techniken der zu opfernden Personas zu übertragen, was wohlüberlegt sein will. Im besten Fall verfügt Joker über eine Reihe verschiedener Elemente, um für jeden Schatten eine Antwort parat zu haben.


Morganas Persona Zorro ist auch wieder mit dabei, um mit Wind-Angriffen und Heilungstechniken auszuhelfen.

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Zu Beginn werden eure Figuren noch mit wenigen Angriffen und Combos auskommen müssen. Erst sobald ihr diese oft genug wiederholt habt, lernen die Phantomdiebe neue Tricks. Das sorgt für eine natürliche Lernkurve und einen graduellen Anstieg der Komplexität, kommt aber zum Leidwesen der ersten Spielstunden, die dadurch in den Kämpfen gerne etwas zäh und eintönig wirken können. Je größer der Fähigkeitenpool eines Charakters wird, desto mehr unterscheidet er sich vom restlichen Cast und desto mehr Spaß macht es, mit ihm zu spielen. Fans wird es freuen, mit ihren liebsten Phantomdieben zu spielen und ihre Besonderheiten kennenzulernen.


Was ebenso etwas Zeit benötigt, um so richtig in Fahrt zu kommen, ist ein System namens „Bindung“. Diese Mechanik dient als Ersatz für die Vertrauten (im Englischen „Confidants“ beziehungsweise früher „Social Links“) aus der Hauptserie, funktioniert allerdings recht ähnlich. Durch Interaktion mit der Gruppe und durch gemeinsame Kämpfe im Meta-Universum sammelt ihr Sympathie für euren Bindungslevel. Steigt dieser auf, gewinnt ihr Bindungspunkte, die in einem dafür dezidierten Menü gegen nützliche Fähigkeiten und passive Buffs ausgegeben werden können. Je höher eure Bindung, desto mehr Bindungspunkte erhaltet ihr bei einem Level-up. Dank einer großen Auswahl an Möglichkeiten kann jeder Spieler nach seinem eigenen Geschmack entscheiden, für was er seine Bindungspunkte ausgeben möchte.


Sieht noch ziemlich leer aus. Steigt euer Bindungslevel, habt ihr eine größere Auswahl an Möglichkeiten.

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Unter den möglichen Bindungs-Skills befinden sich etwa solche, die für Heilung in oder nach Kämpfen sorgen. Da diese recht „teuer“ sind, können sie aber nicht von Anfang an freigeschaltet werden, was ich als äußerst schade empfinde. Sie hätten mir einiges an Zeit und Ärger erspart, was das Management von TP und SP im ersten Gefängnis anbelangt. Gerade SP sind zu Beginn eines Persona-Abenteuers immer etwas knapp bemessen und gehen ohne ausreichend SP-Items schnell zur Neige. Möchte man gerade nicht seine Team-Aufstellung ändern, ist man in einem solchen Fall gezwungen, den Dungeon zu verlassen.


Daraus ergibt sich für mich folgende Problematik: Muss ich auf die vollständige Regeneration durch den Weltenwechsel zurückgreifen, dann ändere ich für einen kurzen Moment gezwungenermaßen die „Phase“ des Spiels und unterbreche damit meinen Spielfluss – mit Ladevorgängen und allem drum und dran. Natürlich könnte ich den Weltenwechsel auch dazu nutzen, Items zu kaufen und bessere Ausrüstung zu besorgen, aber das ist nicht immer gewünscht oder notwendig. Ergo, ich mache mir die ganze Mühe für eine Auffrischung meiner Figuren. Wieso kann ich diese Auffrischung nicht gleich an einem Gefängnis-Übergang oder einem sonstigen Checkpoint erhalten und ohne Unterbrechung weiterspielen? Immerhin kann man dem Spiel zugutehalten: Diese frustrierende Design-Entscheidung ist nur im ersten Gefängnis wirklich relevant und wird bald darauf durch Bindungs-Skills und bessere Items relativiert. Nichtdestotrotz ist es ein Umstand, der meinen Spielspaß in den ersten Stunden beeinträchtigt hat und eine Erwähnung verdient.


Das Phantomdiebsein in all seinen Facetten


Habt ihr gerade keine Lust, die Hauptgeschichte voranzutreiben, dann könnt ihr euch diversen „Anfragen“ widmen. Dabei handelt es sich um Nebenquests, bei denen zusätzliche Prämien winken. Anfragen können unterschiedlicher Natur sein. Manchen geht ihr in der realen Welt nach, andere lassen sich nur im Meta-Universum erledigen. Eine Gemeinsamkeit aller Anfragen ist es jedoch, dass sie die Spielwelt und ihre Figuren um weitere Facetten bereichern. Während Aufgaben in den Gefängnissen häufig aus gewöhnlichen Quests bestehen, die das Sammeln bestimmter Gegenstände oder Items vorsehen, oder eine gute Möglichkeit zum Trainieren bieten, setzen Aufgaben in der realen Welt auf Charakter-Interaktion und Erkundung. Den Phantomdieben wird so schnell nicht langweilig.


Siri und Alexa waren gestern, jetzt gibt es EMMA. Die KI-Anwendung spielt eine große Rolle in der Geschichte.

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

In Sachen Schwierigkeit überlässt Persona 5 Strikers dem Spieler die freie Wahl. Zum Spielbeginn werdet ihr gefragt, ob ihr auf einer niedrigen, mittleren oder hohen Schwierigkeitsstufe spielen wollt, wobei sich der Grad zu jeder Zeit ändern lässt. Wichtig zu wissen ist, dass eure Entscheidung keinen Einfluss auf den Spielinhalt nimmt, sondern sich ausschließlich auf den Anspruch der Kämpfe bezieht. Da auf mittlerer Stufe „ausbalancierte Kämpfe“ versprochen werden, habe ich auf dieser Schwierigkeitsstufe begonnen. Nach rund zehn Stunden ging ich allerdings bereits einen Grad runter, da mir die Kämpfe zu lange dauerten und zu viele Ressourcen abverlangten. Von „ausbalanciert“ kann hier kaum die Rede sein, wenn ich ewig auf Gegner eindreschen muss, sie mich aber wiederum in zwei Treffern erledigen können. Wer eine Herausforderung sucht, wird mit den Stufen „Normal“ und „Schwierig“ also wohl gut bedient sein. Wer hingegen einfach nur die Story genießen möchte, dem rate ich ganz stark zu „Einfach“. Spielt so, wie es euch am meisten Spaß macht!


Wenn wir da schon beim Thema Story sind: Ich habe mich im Test bewusst bedeckt gehalten, was Einzelheiten der Handlung anbelangt. Persona-Spiele bauen traditionell auf ihre Geschichte. Sie ist es, was alles im Spiel zusammenhält. Entsprechend möchte ich niemandem potenzielle Überraschungen verderben, denn an tollen Momenten mangelt es auch in Persona 5 Strikers absolut nicht. Und während alle Figuren ganz hervorragend und charmant geschrieben sind, haben es mir die Neuzugänge Sophia und Zenkichi besonders angetan. Etwas an der Art, wie die beiden in den Cast längst etablierter Charaktere integriert wurden und in Konversationen mit so viel Pepp auftreten, hat mich außerordentlich beeindruckt. Ein großer Teil wird wohl der spitzenmäßigen Synchronisation zu verdanken sein. Trotz gewisser Einschränkungen im Zuge der Pandemie haben die Sprecher phänomenale Leistungen erbracht und ihre Rollen gelebt wie noch nie zuvor.


Schattenvernichtung mit Stil.

© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Dabei fällt mir ebenso die deutsche Lokalisierung ins Auge, welche mich durch ihre insgesamt hohe Qualität überraschen konnte. Wie schon bei der deutschen Lokalisierung von Persona 5 Royal werden sich Kenner des englischsprachigen Original-Spiels an Begriffe wie Prangerkarte („calling card“) oder Sinneswandel („change of heart“) zwar gewöhnen müssen, das ist jedoch ein Leichtes, wenn man dafür die wundersame Welt von Persona endlich in deutscher Sprache erleben darf. Die Übersetzung fällt zum Teil auch schon einmal etwas freier und verspielter aus und beweist, dass hier nicht plump eins zu eins übersetzt wurde. Leider kommt die deutsche Version dann aber doch nicht ganz ohne Fehler aus. Zu den Auffälligkeiten zählen unpassende Übersetzungen wie „Konter“ für „Theke“ („counter“) und „Arcade“ für „Einkaufsmeile“ („arcade“) oder gequetschte beziehungsweise abgeschnittene Texte in HUD-Elementen.


An dieser Stelle möchte ich auch einmal eine Frage klären, die viele von euch sicher brennend interessiert: Muss man für Persona 5 Strikers den Vorgänger gespielt haben? Ich würde sagen, Vorkenntnisse sind zwar nicht zwingend notwendig, aber definitiv zu empfehlen. Wie man es dreht und wendet, es ist eine Fortsetzung von Persona 5 und damit wird regelmäßig auf vergangene Geschehnisse, getroffene Figuren und besuchte Orte Bezug genommen. Entsprechend wird vom Spieler ein gewisses Grundwissen über die Welt vorausgesetzt, um die Geschichte in all ihren Facetten vollends zu durchblicken. Schlussendlich ist es aber auch kein Beinbruch, wenn eine Referenz nicht verstanden wird. Meiner Einschätzung nach genügt es, Erfahrung mit der Manga- oder Anime-Adaption zu haben, wenn ihr den Vorgänger schon nicht gespielt habt.


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© Atlus / SEGA / Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Abschließend werfen wir einen Blick auf die audiovisuelle sowie technische Seite des Spiels. Musik und Präsentation sind auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den übrigen Persona 5-Titeln. Beim Soundtrack gibt es neben vertrauten Melodien und rockigen Arrangements bekannter Musikstücke auch völlig neue Lieder. Die Gesangseinlagen von Persona 5-Sängerin Lynn sind dabei wie immer ein Highlight. Hier trifft Rock auf Jazz.


Fürs Auge gibt es den gewohnt schicken Anime-Stil und cool entworfene, dynamische Menüs. Die Optik als Ganzes leidet auf der Nintendo Switch jedoch unter einer geringen Auflösung mit teils erschreckend unscharfen oder matschigen Texturen. Modelle arbeiten für eine bessere Sichtbarkeit mit starken Konturen, die auf der Nintendo Switch allerdings gerne ziemlich verpixelt erscheinen, was das Erscheinungsbild der Modelle trübt.


Anders als auf anderen Plattformen beschränkt sich die Nintendo Switch-Version von Persona 5 Strikers auf 30 FPS. Auf der PlayStation 4 steht wiederum zur Auswahl, ob ihr lieber im Leistungsmodus (Priorität der Bildrate) oder im Grafikmodus (Priorität der Optik) spielen wollt. Diese Möglichkeit fehlt auf der Nintendo Switch vollkommen. Zudem werden Spieler Geduld und Nerven mitbringen müssen: Lange Ladezeiten mit unsauberen Übergängen und deutlich zu sehender Pop-in sind die markantesten Ungereimtheiten, die mir begegnet sind. Die Umsetzung für die Nintendo Switch ist kein kompletter Reinfall, aber doch äußerst ernüchternd. Wer die Wahl hat, sollte ohne Zögern zur PlayStation 4- oder PC-Version greifen.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Daniel Kania

Persona 5 Strikers ist deutlich näher am gewöhnlichen Persona-Erlebnis, als ich gedacht habe. In früheren Kollaborationstiteln von Koei Tecmo Games wie Hyrule Warriors oder Fire Emblem Warriors wurden Elemente, welche die ursprüngliche Serie und ihr Genre ausmachten, zugunsten des Warriors-Gameplays gedämpft. Das ist in diesem Spiel überhaupt nicht der Fall. Stattdessen haben wir es mit einem „Was wäre, wenn Koei Tecmo Games ein Persona-Spiel entwirft“-Fall zu tun. Mit Ausnahme des Kampfsystems, welches offensichtlich von Warriors-Titeln inspiriert ist, spielt sich der Rest so ziemlich wie ein typisches Persona-Spiel – mit Charakter-Interaktionen, Erkundung, Puzzles und einem Fokus auf Story. Ich brauchte zwar einige Stunden, um mit vielen Mechaniken warm zu werden, schlussendlich konnten sie mir aber dann doch viel Freude bereiten. Hauptargument, wieso sich jeder Fan der Phantomdiebe mit diesem Abenteuer auseinandersetzen sollte, ist ohne Frage die Geschichte an sich. Mehr Zeit mit diesen tollen Figuren zu verbringen, während sie Japan erkunden und einem übernatürlichen Mysterium auf die Schliche kommen – was könnte es Besseres geben? Gepaart mit einer phänomenalen englischen Synchronisation und einer überzeugenden deutschen Lokalisierung könnt ihr euch auf einen Videospiel-Schmaus der Extraklasse freuen. Ein paar Probleme halten das Spiel allerdings noch davor zurück, in die Oberliga aufzusteigen. Die Nintendo Switch-Version ist einfach nicht ausreichend optimiert und leidet unter einer niedrigen Auflösung, geringen Bildrate und weiteren technischen sowie optischen Ungereimtheiten.
Mein persönliches Highlight: Eine neue Geschichte mit den Phantomdieben zu erleben. Da steckt so viel Witz und Charme drin!

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Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 24

  • Darkseico

    Turmbaron

    Schöner Test.:) Bleibe aber dabei, solange Persona 5 nicht auf die Switch kommt brauche ich diesen Titel auch nicht.:|

    Aber selbst wenn es kommen würde, würde ich mich gerade bei einem Warrior Game mir über die niedrige Bildrate sorgen machen.=O

    Gerade bei solchen Games ist es ein NoGo. :/

  • nintendopower

    Turmbaron

    Schöner Test danke dafür .

    Ob das Spiel nur nicht genug optimiert wurde, oder ob die Switch da einfach nicht mehr her gibt ist halt auch wieder so eine Sache.

  • zig

    Turmheld

    ein warriors ohne couch koop ist leider nichts für mich...

  • Zarathustra

    (-)

    Der Test ist wahnsinnig früh oder?


    Das Spiel erscheint ja erst am 23.2., sehr ungewöhnlich,dass ein Test schon 14 Tage vorher erscheint.

  • Solaris

    Nostalgiebrillenträger

    Persona 5 habe ich geliebt, da es wie aus einem Guss wirkte. Musik, Story, Artstyle, Pacing, alles Top. Freue mich, dass auch dieser Teil kein x-ter Warriors Ableger in irgendeinem Franchise Gewand geworden, sondern ein Persona Abenteuer ist. Werde ich mir definitiv holen. :*

  • Vank84man

    Nintendo Fan 4ever ✌

    Ein schöner Test.:thumbup:

    Hab es mir Vorbestellt und frru mich auf den 23.2 ^^.

    Mein erstes Persona Spiel überhaupt.

    Da wäre Persona 5 Royal für Switch auch ganz toll wen es kommt.

  • NeoBlitzX7

    Turmheld

    Sollte man Persona 5 (Royal) gespielt haben, bevor man sich an dieses Spiel wagt? (P5 gibt es ja nicht auf Steam und Switch)

  • Solaris

    Nostalgiebrillenträger

    NeoBlitzX7

    Also wenn du auf eines der besten Spiele aller Zeiten verzichten kannst, ja. Wenn nein, unbedingt nachholen, zur Not tut es vielleicht auch ein Let’s Play, aber das wer so als wenn man jemanden bei einem leckeren Essen nur zusieht, anstatt es selber zu genießen.

  • NeoBlitzX7

    Turmheld

    Solaris Hm ok, ich bin ja eh noch mit Persona 4 Golden beschäftigt. Vielleicht erbarmt sich ja Atlus irgendwann in nächster Zeit :D

  • Solaris

    Nostalgiebrillenträger

    NeoBlitzX7

    Persona 4 war auch genial, nur Persona 5 ist halt nochmal in allen Bereichen ein Level besser, gerade die Zufallsgenerierten Dungeons aus Persona 4 wurden durch ikonische, unverwechselbare Dungeons ersetzt. Das war ein großer Pluspunkt.

  • Lando

    Calrissian

    "Die Nintendo Switch-Version ist einfach nicht ausreichend optimiert und leidet unter einer niedrigen Auflösung, geringen Bildrate und weiteren technischen sowie optischen Ungereimtheiten."


    Schade. Genau das habe ich ausschließen wollen. :( Dann wird es wohl doch die PS4 Pro-Version.

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Da mich leider Persona 5 als Persona Fan nicht wirklich überzeugen konnte und ich schon bei der Royal Edition gepasst habe werde ich hier wohl auch nicht zugreifen.


    Solaris in paar vielleicht aber sicher nicht in allen :ugly-classic: gerade die Charaktere und diverse Social Links waren so öde und flach, dass die einzige Charakterentwicklung nur beim rebellieren (also erwecken des Personas) stattfand und danach blieb es ständig gleich. Vom Hauptcast mochte ich tatsächlich nur EINEN Charakter und von den Social Links vielleicht 4-6, habe die nicht mehr genau im Kopf so gut sind sie im Gedächtnis geblieben.


    Auch die Story konnte mich nie wirklich fesseln und der einzige Momente die mir wirklich gefallen haben, war halt wie sie Akechi getäuscht haben und die Sache mit der Calling Card über Bildschirmübertragung. Alles davor und danach hatte einen ziemlich ähnlichen Ablauf


    Was die Paläste angeht stimme ich zu. Sind definitiv besser als die Zufallsgenerierten (ka wieso das jeder so nennt, viele Stockwerke der Dungeons hatten ein fixes Format zumindest bei Persona 4). ABER die Paläste machen nur beim ersten Mal wieder Spaß/einen guten Eindruck. Jeder weitere Besuch war einfach nur träge und zog sich hin, weil man da schon alles kannte. Das Problem hatten die schlichten Persona 3/4 Dungeons nicht, da man sich längst damit abgefunden hat, nichts einzigartiges/besonderes zu sehen. Mein zweiter Durchgang in Persona 5 war zumindest ein deutlich schlechteres Spielerlebnis. Selbst mit OP Personas zog sich alles wie gummi.


    Auch den Style hat man sehr schnell satt, da alles aus diesem besteht. Zudem darf man nicht vergessen, dass es ja dennoch die eintönigen zufallsgenerierten Dungeons auch in Persona 5 gibt nur halt in noch einfallsloser als sonst xD. Musik hingegen war wieder mal erste Sahne. Auch fand ich gut, dass die Social Links tatsächlich mehr Einfluss hatten als nur Bonus EXP. Und zu guter letzt die Location. Tokio ist so overused in JRPGs, dass ich die Stadt echt nicht mehr sehen kann (zudem kann ich generell Großstädte nicht ausstehen).


    Ich hätte es zumindest nicht bereut, dieses "eines der besten Spiele aller Zeiten" zu verpassen :D Persona 3 und 4 zocke ich alle Jubeljahre mal wieder durch aber bei P5 kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemals wieder einzulegen. Persona 5 ist wirklich ein gutes Spiel, aber für mich kein gutes Persona.

  • Rotbart93

    - Break In To Break Out -

    Kommt für mich jetz unerwartet, dass es kein typisches Warriors Game wird, jetz hab ich noch mehr Bock drauf, aber es kommt schon soviel anders Zeug raus was ich zocken möchte :notlikethis:.

  • Darkseico

    Turmbaron

    NeoBlitzX7

    Laut dem Entwickler reicht es den Anime zu gucken. :/

    Ich finde es immer noch total doof das man den Teil für die Switch raus bringt aber nicht den Vorgänger. ?(

  • Puma

    Turmheld

    Wie sieht es im allgemeinen mit der Spielzeit aus. Ich beobachte die Reihe sehr genau, die lange Spielzeit haltet mich noch davon ab. Mit Persona 5 ist man gut über 100 Stunden beschäftigt.

    Mit wieviel Spielzeit kann man mit dem neuen Teil rechnen??

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Puma laut HowLongToBeat Seite im Durchschnitt 37-43h alleine für die Hauptstory, wenn man alles komplettieren will im Bereich von 56-64h je nachdem wie man es angeht.

  • 16-Bit-Fan

    Gamer4Fun

    Werde mir trotzdem die Switch Version holen, einfach nur weil ich sie öfter benutze als meine PS4.

    Hab auch Age of Calamity genießen können und das ist technisch deutlich schwächer als P5S von dem was ich so sehe und höre.

  • Puma

    Turmheld

    Puma laut HowLongToBeat Seite im Durchschnitt 37-43h alleine für die Hauptstory, wenn man alles komplettieren will im Bereich von 56-64h je nachdem wie man es angeht.

    Danke für Info, ist auf jeden Fall machbar. Bis 50 Stunden gehe ich mit, alles was länger geht muss bereits abwägen ob es zeitlich passt

  • Kylar

    Turmbaron

    Ich werde mir die PS4 Fassung holen, 60 fps und kürzere Ladezeiten sowie mein P5Royal Spielstand sind auf der PS4.


    Ggf. Kommt Persona 6 für die Switch :dk:

  • FlaviusNr7

    Großer Wolfsvater

    Schöner Test.:) Bleibe aber dabei, solange Persona 5 nicht auf die Switch kommt brauche ich diesen Titel auch nicht.:|

    Moment, heißt das due Fortsetzung kommt jetzt, aber das eigentliche Spiel gibt es gar nicht auf der Switch?! 8X=O

    Manno! Ich wollte durch smash ultimate mal persona 5 und fatal fury anfangen...

    Apropos, ich will dieses Jahr vielleicht auch mal mitMonster Hunter und Final Fantasy anfangen, kann mir jemand einen Titel zum starten empfehlen? (und vielleicht auch bei fatal fury, da gibt's ja glaub' ich auch mehrere Teile)

  • Darkseico

    Turmbaron

    Moment, heißt das due Fortsetzung kommt jetzt, aber das eigentliche Spiel gibt es gar nicht auf der Switch?! 8X=O

    Manno! Ich wollte durch smash ultimate mal persona 5 und fatal fury anfangen...

    Apropos, ich will dieses Jahr vielleicht auch mal mitMonster Hunter und Final Fantasy anfangen, kann mir jemand einen Titel zum starten empfehlen? (und vielleicht auch bei fatal fury, da gibt's ja glaub' ich auch mehrere Teile)

    Das hast du richtig verstanden.:) Persona 5 Strikers ist so gesehen geschichtlich die Fortsetzung. Persona 5 kam nie für die Switch sondern für die ps4. ?(

    Wenn du den vollen Umfang von Monster Hunter erleben möchtest, dann besorg dir Monster Hunter Generations Ultimate. Wenn du eher auf leichtere Steuerung und auf Verzicht vom Umfang eher stehst dann den neuen Teil der demnächst erscheint (Monster Hunter Rise).

    Und bei Final Fantasy würde ich tatsächlich mit dem zehnten Teil anfangen. Er ist von der Grafik sowie Soundtrack echt gut auf der Switch umgesetzt. Danach kannst dich hoch oder runter arbeiten. Also mit 7, 8, 9, 12, 15. Letzten Endes ist das aber auch nur meine Meinung. ;)

    Fatal Fury ist echt ne coole Reihe. Da würde ich sogar den neuesten zocken. :D

  • FlaviusNr7

    Großer Wolfsvater

    Darkseico

    Hm, schade.

    Aber danke für die Beratung :D:kirby_happy:

  • Rei

    Turmheld

    Ist die 8 für die PS4 und PC Fassung? Laut Text soll man die Switch Version ja meiden, wenn man es kann.

  • Daniel Kania

    Dösendes Obst

    Rei Ganz niedrige 8 für Switch, sehr gute 8 für PS4, würde ich sagen! Aber: 8 bleibt 8. :)