Zurück auf die Voxel-Inseln

Über fünf Jahre ist es her, da brachte Cypronia den Titel Cube Life: Island Survival auf die Wii U. Minecraft war zu dem Zeitpunkt noch nicht für Nintendo-Konsolen als realistisch zu betrachten, weshalb Cube Life als brauchbare Alternative mit seinen eigenen Regeln daher kam. Jetzt, da Minecraft wirklich auf allen verbreiteten Plattformen erhältlich ist, erscheint Cube Life: Island Survival trotzdem noch für die Nintendo Switch. Nun, bekanntlich ist es kein stumpfer Klon. Außerdem sind auch die nachträglichen Updates der Wii U-Version hier von Anfang an dabei.


Haustiere unterstützen euch in vielerlei Hinsicht.

© Cypronia

Das Prinzip ist eigentlich dasselbe des großen Vorbilds: Ihr seid in einer Voxelwelt, also einer Welt voller Würfel, unterwegs und nutzt Werkzeuge oder eure bloße Hand, um Blöcke abzubauen und diese eventuell woanders wieder zu platzieren. Schon habt ihr einen Sandkasten voller Würfel. Das gesamte Geschehen findet aus der Perspektive der ersten Person statt, sodass ihr quasi mittendrin seid. Diverse Interaktionen mit eurer Umwelt oder die Achtsamkeit vor lauernden Gefahren runden das Paket ab. Aber wie viel steckt denn darin?


Cube Life: Island Survival unterscheidet zwischen einem Survival- und einem Creative-Modus für den Einzelgänger. Auf einen Mehrspielermodus, ob lokal oder online, müsst ihr leider gänzlich verzichten. Der Survival-Modus versetzt euch in die Rolle eines sehr wohlhabenden Menschen, der als einziger Überlebender eines Schiffsunglücks auf einer einsamen Insel aufwacht. Jetzt liegt es an euch, Essen und Trinken zu beschaffen, Werkzeuge und Waffen zu basteln und einen Unterschlupf zu finden oder selbst zu bauen. Dabei trefft ihr immer wieder auf neue Gefahren wie Kannibalen oder aggressive Fauna. Im Pausenmenü gibt es den sogenannten Survival Guide, der euch nicht nur hilfreiche Tipps beschert, sondern auch alle Rezepte auflistet. Einen Haken hat dieser Guide: Er ist, wie das gesamte Spiel, ausschließlich in englischer Sprache verfügbar. Sprachoptionen werden bisher nicht angeboten.


Die Spielwelt ist im Survival-Modus vorgegeben und in Abschnitte unterteilt. So beginnt man stets an der gleichen Stelle, findet dieselben Ressourcen und trifft immer auf dieselben Stämme. Apropos neu beginnen: Ein neues Spiel zu starten sollte gut überlegt sein, denn es steht im Survival nur ein Speicherslot zur Verfügung, der bei einem neuen Durchgang gelöscht wird. Möchtet ihr diese Einschränkung umgehen, solltet ihr das Spiel mit einem neuen Benutzerprofil starten. Tagsüber werdet ihr damit beschäftigt sein, Rohstoffe und Nahrung zu sammeln, eure Bleibe auszubauen oder es mit wilden Tieren wie Schweinen, Haien und Adlern aufzunehmen. Der Tag reicht ungefähr von 6 Uhr morgens bis 19 Uhr abends. Die Uhrzeit wird dauerhaft in der oberen rechten Bildschirmecke angezeigt. Nachts wird es dann allerdings ungemütlich. Je nach Aufenthaltsort werden Kannibalen versuchen, euch den Garaus zu machen. Sind sie anfangs noch eher harmlos, folgen später welche mit Werkzeugen, die dazu in der Lage sind, Erd- und Holzhindernisse (zum Beispiel die Wände eines Holzhauses) zu zerlegen. Durch Gestein konnten sie sich bei mir bisher nicht hindurch graben. Dann gibt es noch Bogenschützen, die, so unfair wie sie nun einmal sind, gerne auch durch Wände hindurch schießen. Ob es sich um eine spezielle Pfeilsorte handelt (davon gibt es nämlich einige Arten) oder einen Bug, konnte ich bisher nicht ausmachen.


Auf jeder Insel etwas Neues entdecken


Es gibt in der Spielwelt von Cube Life: Island Survival einige sehenswerte Dinge zu finden, wie Schiffe, Monster und Dörfer von Eingeborenen. Mit manchen von ihnen könnt ihr handeln, allerdings lassen sie sich auch leicht verärgern. Sie zu verletzen oder sich an ihren Truhen zu vergehen, solltet ihr selbstverständlich unterlassen. Aber auch wenn ihr, selbst versehentlich, einen einzelnen Block abbaut oder platziert, werden sie euch ihren Waffen vorstellen. Sollte das der Fall sein, verschwindet ihr am besten aus diesem Bereich und wartet einige Tage, bis ihr wieder vorbeischaut. Gelegentlich tauchen Truhen an Stränden auf. Diese beherbergen oft nützliche Gegenstände und sollten immer überprüft werden, wenn möglich. Manko: Herumliegende Items bleiben nicht lange liegen. Passt also auf, dass ihr stets freien Platz im Inventar habt, sonst verschwindet der Truheninhalt genauso schnell, wie er aufgetaucht ist. Mit einigen Tierarten könnt ihr auch Freundschaften schließen. Die Regel dafür besagt, dass ihr erst einmal ein bestimmtes Futter braucht, um euch mit einem Tier anzufreunden. Ist das geschafft, könnt ihr mit anderen Nahrungsmitteln ihr Verhaltensmuster beeinflussen. Sie können euch folgen, eigenständig sammeln, hauptsächlich angreifen oder einen Standort, wie etwa euer Haus, vor fremden Angreifern schützen.


Dekorative Blöcke erlauben euch den Bau moderner Häuser. Eine Küchenzeile folgt.

© Cypronia

Der Creative-Modus wurde im Vergleich zum damaligen Test deutlich überarbeitet. Ihr könnt einerseits wieder eine Karte generieren, indem ihr einen Ausschnitt einer Karte auswählt, oder aber ihr generiert eine flache Welt. Je nach Welttyp stehen euch Optionen zur Verfügung, die verschiedene Vorkomnisse, zum Beispiel das Wasser oder die Tiere, beeinflussen. Im Spiel habt ihr weitere Einstellungen, um die Tageszeit zu manipulieren, den Tag-Nacht-Zyklus zu aktivieren oder das Wetter zu verändern. Leider wurden die Baubereiche im Vergleich zur Wii U-Version nicht vergrößert und sogar ein Speicherslot wurde euch genommen. So habt ihr in der Nintendo Switch-Version noch vier Speicherstände für den Creative-Modus zur Verfügung. Allgemein gelten für den Creative-Modus besondere Regeln, sodass ihr euch keine Gedanken ums Überleben machen müsst. Ihr könnt nicht getötet werden und Ressourcen sind kein Augenmerk. Hier seid ihr alleine mit euren fertigen Blöcken, Kreationen und, falls erwünscht, tierischen Mitbewohnern.


Die Soundkulisse ist einfach und angenehm gehalten. Es gibt wenige, aber gute Soundtracks, die beispielsweise im Hauptmenü, in den Ladevorgängen und den Dörfern der Eingeborenen gespielt werden. Ertönt auf einer Insel keine besondere Musik, habt ihr je nach Tageszeit ein passendes Ambiente um euch herum. Lediglich die Kannibalen gingen mir mit ihren ziemlich unheimlichen Rufen auf den Keks, wenn sie mein Haus umkreisten. Nachts nimmt die Atmosphäre allgemein eine unheimliche Stimmung an.


Wenn ihr viel im Survival-Modus unterwegs seid, dürft ihr euch vor allem auf die langen Ladezeiten freuen. Wie gesagt, ist die Spielwelt in kleine Abschnitte unterteilt, welche jedes Mal beim Betreten geladen werden müssen. Doch mir scheint, als wären diese etwas kürzer geworden. Cube Life: Island Survival bringt außerdem ein paar schöne visuelle Effekte mit, die im Vergleich zur Wii U-Version sogar geringfügig verbessert wurden. Das gesamte Spiel scheint hinsichtlich Ladezeiten, Optik und Performance Verbesserungen aufzuweisen. Mit offensichtlichen 30 Bildern die Sekunde ist es zwar nicht so flüssig, hält sich aber zumindest konstant.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Dallherm

Cube Life: Island Survival entführt euch in eine kantige Voxelwelt, ganz nach dem Vorbild des Genre-Vorreiters: Minecraft. Versüßt wird euch das Spiel mit erweiterten Grafikeffekten, die man in unmodifizierten Versionen der Vorlage vermisst: Wurfschatten, Reflektionen und höher aufgelöste Blocktexturen. Sammeln, Bauen und Überleben sind die essentiellen Aufgaben im Überlebensmodus, während das Spiel im Creative-Modus eure künstliche Ader fördert. Untermalt wird euer Sandkasten mit ein paar hübschen Musikstücken, auch wenn wir anhand der wenigen Tracks nicht von einer Musik-Bibilothek sprechen können. Nach wie vor gibt es aber keinerlei Mehrspieler-Optionen. Neu seit 2015 sind der Charakter-Editor, die Möglichkeit, Tiere zu zähmen, der erweiterte Survival-Guide und besonders die vielen Verbesserungen im Creative-Modus, der räumlich aber weiterhin sehr beschränkt ist.
Mein persönliches Highlight: Die Hauptmenü-Musik

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 2

  • Tomberry

    Minish Mage

    Also wenn das Highlight die Hauptmenü Musik ist weiß ich ja nicht so recht ob das Spiel wirklich was ist... xD"

  • Tisteg80

    Meister des Turms

    Survival genieße ich inzwischen bei The Survivalists. Das hat mich voll gepackt und sieht knuffig aus.