Setzt der Tyrannei ein Ende!

Die Welt ist in toxisches Miasma gehüllt. Während ein Großteil der Lebewesen durch diese Plage zu Monstern mutiert ist, flieht der Rest der Menschheit in das Schloss Welkin, welches abgeschottet von der Pandemie im Himmel schwebt. Doch damit sind noch nicht alle Probleme beseitigt, denn der Herr dieser Gemächer ist der verrückte Gefängnisleiter Ivor, welcher die Bewohner wie seine Diener behandelt und so einige dunkle Geheimnisse verbirgt. Ob es sich lohnt, diese aufzudecken, erfahrt ihr hier.


Verbündet euch gegen die Tyrannei!


Fallen Legion Revenants versetzt euch in die Rolle des charismatischen Aristokraten Lucien, der ebenfalls in dem finsteren Gemäuer gefangen ist. Die Ereignisse überschlagen sich für ihn, als er bei der Erkundung des fliegenden Schlosses ein uraltes Buch findet. Dieses beinhaltet Schriften über antike Waffen, den sogenannten „Exemplars“, welche verschiedene Charaktere in Sentinent-Soldaten verwandeln können. Das sind im Grunde genommen Krieger mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Außerdem macht er Bekanntschaft mit der Wiedergängerin Rowena, die als rachsüchtiger Geist auf der Suche nach einem Weg zurück ins Leben ist, damit sie ihren Sohn beschützen kann. Nach anfänglichem Widerwillen verbündet sich Lucien letztendlich mit ihr, da sie sich beide das Ziel gesetzt haben, das tyrannische Regime von Ivor zu stürzen.


Jeder Kampf sollte gut vorbereitet werden!

© YummyYummyTummy, Inc. / NIS America

Dieses Vorhaben lässt sich natürlich nicht im Alleingang umsetzen, sodass sich die Protagonisten mit weiteren Charakteren verbünden müssen. Hierfür bewegt ihr euch in einer 2D-Ansicht durch mehrere Etagen des Schlosses und könnt verschiedene Interaktionen ausführen. Neben der Haupthalle gibt es das Warenhaus, eine Bibliothek sowie eine Kirche, die ihr besuchen könnt. Hier findet ihr hauptsächlich verschiedene Bewohner des Schlosses, mit denen ihr nach den Missionen sprechen könnt. Meistens erhaltet ihr von ihnen kleine Nebenquests, in denen ihr Informationen für sie sammeln müsst. Andere Bewohner wiederum schließen sich euch nach einem gewissen Spielfortschritt an. So entwickelt ihr meist auch eine Bindung zu den Figuren, auch wenn nicht jede eine tiefgreifende Hintergrundgeschichte besitzt. Letztlich dienen sie als Hauptdarsteller für das taktisch geprägte Kampfsystem.


Im Spiel nehmen Lucien und Rowena zwei unterschiedliche, aber gleich wichtige Positionen ein. In der Rolle von Rowena werdet ihr euch hinab ins Ödland begeben und euch Wellen von Monstern stellen müssen. Hierfür kommen die vorher erwähnten Exemplars ins Spiel, mit denen ihr den Scharen entgegentreten werdet. Aus einer stetig wachsenden Vielzahl von Soldaten dürft ihr stets drei auswählen, die mit euch auf die Reise gehen. Jeder verfügt hierbei über ein anderes Repertoire an Stärken und Schwächen. Es geht somit zuerst in eine Art Planungsphase, in der ihr eure Krieger mit neuen Waffen, Rüstungen und sogenannten „Archeus“ ausrüsten könnt – spezielle Accessoires, die Vorteile im Kampf oder Resistenzen gegenüber bestimmten Elementen oder Statusveränderungen gewähren. Im Warenhaus des Schlosses könnt ihr verschiedenste weitere Objekte für eure Helden kaufen. Jeder Charakter verfügt zudem über fünf Errungenschaften, die gemeistert werden wollen. Um diese freizuschalten, müsst ihr bestimmte Voraussetzungen in den Kämpfen erfüllen, die euch mit neuen Fähigkeiten belohnen. Beispielsweise kann der stark gepanzerte Zulfiqar bei einem perfekten Block dem Gegner elektrischen Extraschaden zufügen.


Rowena bleibt in den Kämpfen natürlich nicht untätig und fungiert hier oftmals als eine Art Unterstützer. Auch sie lässt sich somit in der Planungsphase mit neuen Zaubern ausrüsten, die von Heilung bis zu mächtigen Angriffsmagien reichen. Später erhält sie die Möglichkeit, euren Exemplars verschiedenste Statusverbesserungen hinzuzufügen. Über ein eigenes Menü könnt ihr ihre Fertigkeiten nach Belieben entspannt austauschen. Es ist also einiges an Probieren nötig, um die möglichst beste Truppe sowie passende Ausrüstung und Fertigkeiten auszuwählen.


Stellt euch den Monsterhorden!


Jede Aktion sollte gut überlegt sein, sonst segnen eure Einheiten schnell das Zeitliche.

© YummyYummyTummy, Inc. / NIS America

Damit kommen wir zu einer der großen Stärken des Spiels, dem Kampfsystem. Dieses ist anfangs etwas herausfordernd, aber geht nach einigen Runden schnell ins Blut über. In mehreren Wellen trefft ihr meist auf maximal vier Gegner gleichzeitig, die sich in unten markierten Feldern positionieren. Gegner, die in vorderster Front stehen, sind als einzige angreifbar und schützen so ihre hinteren Gefährten. Das Gleiche gilt auch für eure Party. Ihr besitzt immer eine vorderste Angriffsreihe sowie möglichst einen Akteur im Hintergrund. Hierbei dürft ihr jederzeit eure Formation rotieren, um so geschwächte Einheiten im Hintergrund wieder kurieren zu lassen. Ein wichtiges Element ist, hierzu die Kräfte von Rowena taktisch einzusetzen. Sie kann abseits der Heilung Gegner auch nach vorne drängen oder in den Hintergrund verschieben. Dazu benötigt sie allerdings Angriffspunkte, die sich durch Aktionen eurer Exemplars auffüllen lassen.


Jeder Kämpfer verfügt über eigene Spezialangriffe, die abgesehen von besonders hohem Schaden auch die Verteidigung der Gegner brechen können. Dies macht diese deutlich verwundbarer und lässt sie kurzzeitig bewegungsunfähig werden. Ihr solltet dabei immer im Auge behalten, dass dieser Zustand auch euren Helden zugefügt werden kann, sodass Ausweichen und Timing beim Blocken essentiell sind.


Während fast jeden Feldzugs kommt es zu einem zwischenzeitlichen Wechsel zum schlauen Lucien, der im Eifer des Gefechts nach neuen Informationen sucht, beispielsweise, um die zukünftige Vorgehensweise zu beeinflussen. Oftmals in zeitbegrenzten Situationen müsst ihr im Schloss spontane Entscheidungen treffen, die einerseits über die Schwierigkeit des Geschehens auf dem Schlachtfeld entscheiden sowie andererseits Auswirkungen auf das Ansehen von Lucien haben. Für diese Aktionen beziehungsweise für das gesamte Spiel sind übrigens ausreichend Englischkenntnisse vonnöten, da auch dieser Teil der Reihe nicht ins Deutsche übertragen wurde. Nachfolgend wechselt die Aufmerksamkeit wieder zu Rowenas Truppe, die sich am Ende eines Abschnitts oftmals auch einem Bossgegner stellen muss. Diese fordern oft eine besondere Taktik, um sie möglichst schnell und problemlos niederzustrecken. Abschließend erhaltet ihr für eure Mühen natürlich auch Belohnungen in Form neuer Waffen oder Rüstungen für eure Soldaten.


Die Umgebungen sind schön gestaltet worden.

© YummyYummyTummy, Inc. / NIS America

Grafisch sieht Fallen Legion Revenants sehr ansprechend aus. Sowohl die Charaktermodelle als auch die Umgebungen im Schloss und im Ödland bestechen mit einigen kleinen, aber feinen Details. Als ein Beispiel lässt sich hier die Kirche nennen, in der ein leichter Lichtschein schimmert. Aus optischer Sicht kann das Spiel natürlich nicht mit größeren Ablegern des Genres mithalten, überzeugt aber mit einem eigenen, besonderen Stil. Betrachtet man das Spiel aus der technischen Perspektive, lässt sich hier nicht viel meckern. Es läuft zu jeder Zeit flüssig und es machten sich während des Tests keine Spielabstürze oder Bugs bemerkbar.


Die musikalische Untermalung fügt sich jederzeit gut ins Spielgeschehen ein. So wechseln sich ruhigere, orchestrale Klänge im Schloss mit dynamischeren und aufbrausenden Melodien während der Kämpfe ab. Der positive Rundumschlag endet bei der Steuerung: Diese benötigt zwar, besonders durch die zahlreichen Fähigkeiten und Tastenkombinationen, eine kurze Eingewöhnungsphase, im Laufe des Spielgeschehens und mit steigenden Spielstunden hat man diese aber schnell verinnerlicht.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Fabian Blatt

Mit Fallen Legion Revenants haben die Entwickler von YummyYummyTummy Inc. einen würdigen Nachfolger der taktischen Rollenspiel-Reihe präsentiert. Es besticht mit einer spannenden Story, einer ansprechenden, malerischen Grafik sowie einem tiefgehenden und fordernden Gameplay. Zu jeder Zeit versprüht das Spiel einen düsteren und geheimnisvollen Esprit, der stundenlang an das Spiel fesseln kann. Ein kurzweiliges Erlebnis ist dieses Spiel nämlich nicht, bis zu 50 Stunden Spielspaß könnt ihr definitiv herauskitzeln. Einer der Wermutstropfen stellt die leider liegengebliebene Lokalisierung dar, welche bereits in den Vorgängern nicht umgesetzt wurde. Außerdem gestaltet sich das Spielablauf stellenweise sehr linear, da ihr zwischen den Kämpfen meist nicht viel zu entdecken oder erledigen habt. Nichtsdestotrotz trübt dies nur marginal den Spielspaß, sodass vor allem Freunde spannender Rollenspiele zugreifen können.
Mein persönliches Highlight: Die taktische Tiefe des Kampfsystems sowie die liebevoll gestaltete Grafik.

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