Wie steigt man zur Gottheit auf?

Skyforge ist ein riesiges Action Rollenspiel, welches von Allods Team und Obsidian Entertainment kreiert wurde. Schon seit 2015 lässt sich das Spiel auf dem PC spielen. Seit neuestem hat es das Spiel auch auf die Nintendo Switch geschafft. Wenn ein so großes und bekanntes Online-Spiel, welches kostenfrei erhältlich ist, für diese Plattform erscheint, sind die Erwartungen natürlich hoch. Hier gibt es einen Einblick in das Spiel und ob es sich lohnt, dafür Speicherplatz auf der SD-Karte zu belegen.


Eine Welt voller Monster und Götter wartet


Das Spiel Skyforge ist in erster Linie stark von seiner Handlung geprägt und wird durch die Dialoge und die Probleme der Spielewelt getragen. Die Geschichte beginnt ziemlich klassisch. Als einfacher Soldat befindet man sich auf einem Einsatz und versucht ein von Monstern verseuchtes Dorf zu befreien. Zunächst läuft auch alles ganz gut – bis dann der Boss kommt und einmal kurz Kleinholz aus allem macht. Nach dem vermeintlichen Tod stellt sich heraus, dass man in Wirklichkeit unsterblich ist. Die Unsterblichen dieser Welt werden wie Götter behandelt, sofern sie ihre heiligen Mächte für das Wohl des Volkes der Welt von Aelion nutzen. Also kurz heruntergebrochen geht es darum, ein allmächtiger Gott zu werden und vielen verschiedenen Monstern möglichst kreativ die Schädel einzuschlagen.


Eine vielseitige und lebendige Welt wartet auf ihre Gottheit.

© Mail.Ru LLC

Die ersten 30-120 Minuten des Spiels sind letztlich eher Tutorial und man lernt wichtige Protagonisten kennen. Außerdem erlernt man rudimentär die verschiedenen Aktivitäten, die Aelion zu bieten hat. Eines der Schlüsselelemente des Spiels sind die 18 verschiedenen Charakterklassen, die den Spielern zur Verfügung stehen. Anfangs ist man selbstverständlich nur auf 3 Klassen beschränkt. Jeder dieser Klassen hat eigene Waffen, Fähigkeiten und Elemente, die sie primär nutzen. Je länger man eine Klasse spielt, desto mehr verschiedene Fähigkeiten werden freigespielt. Das geniale daran ist, dass man außerhalb der Missionen die Klasse einfach ändern kann. Ohne Kosten, ohne Mühen – ein paar Klicks und man wird vom Paladin zum Lichthüter.


Das Gameplay selbst besteht ebenfalls aus den gewohnten Kampfprinzipien. Man verfügt über Grundattacken, die man immer nutzen kann. Stärkere Angriffe müssen mit speziellen Kraftpunkten bezahlt werden. Diese laden aber ständig nach. Außerdem haben manche Angriffe auch einen Cool-Down. Springen und Sprinten existieren ebenfalls. Wobei es schon Gewohnheit braucht, die gegebene Tastenbelegung zu nutzen. Erfahrene Nintendo Switch-Besitzer:innen werden diese Steuerung teilweise als weniger intuitiv empfinden.


Im Wesentlichen geht es darum, die Handlung des Spiels voranzubringen. Das gelingt durch Missionen, die an die riesige Welt von Aelion gebunden sind. Meist sind es Missionen wie Monsterjagden oder Menschenrettungen. Anfangs ist das noch recht spannend, doch mit der Zeit bemerkt man die verschiedenen Wiederholungen. Das Produktionsteam hätte an dieser Stelle nicht nur auf die sehr spannende Handlung einen Fokus setzen, sondern auch die verschiedenen Missionstypen diverser gestalten sollen. Der große Spaßfaktor kommt dann aber dank des Multiplayers zustande. Man kann mit bis zu drei Mitspielern eine solche Mission angehen. Auch herrscht auf den Servern eine rege und sehr freundliche Unterhaltungsatmosphäre. Hier besteht eine gute Grundlage für eine potenziell florierende Community, an der man sich bestimmt gerne beteiligen will.


Die Geschichte mit den Währungen


Wer bereits einige kostenlose Spiele dieser Art gespielt hat, sei es auf einem Smartphone oder einer anderen Konsole, kennt diese Problematik: Währungen. Viele Spiele nutzen verschiedene Währungen, um verschiedene Dinge aufbessern oder freischalten zu können. Manche Währungen lassen sich dann auch nur mit echtem Geld kaufen. Eine Praktik, die zwar sehr kritisch gesehen wird, aber an welche sich die Community bereits gewöhnt hat.


Die Spielerreaktion, wenn wieder eine neue Währung im Spiel auftaucht.

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Mit Aelion entfaltet sich eine sehr große Welt. Da das Spiel bereits 2015 erschien, ist entsprechend auch einiges an Content hinzugekommen. Nun stellt sich aber ein sehr unangenehmes Problem: Für Anfänger ist das Spiel absolut zu voll. Ich will mich nun nicht als Experte für kostenlose Spiele dieser Art darstellen – aber ich fühlte mich ehrlich gesagt sehr erschlagen von all den Dingen, die in Aelion los sind. Zunächst bekommt man durch erfolgreiche Missionen die Chance, Tempel und ähnliche Gebäude zu errichten, damit man sich selbst aufrüsten kann. Jedes dieser Gebäude nutzt eigene Währungen. Es gibt eine Premium-Währung, die man gefühlt in alles umtauschen kann. Aber da man zu Beginn den Wert der anderen Währungen nicht kennt, ist man sehr erschlagen und weiß nicht, ob ein Investment wirklich sinnvoll ist. Allein für zwei gebaute Gebäude sind mir etwa 4-5 verschiedene Währungen ins Gesicht gesprungen. Aelion bietet außerdem unglaublich viel Handlung. Man wird zwar gut in die Handlung eingeführt aber durch das Gameplay mit den vielen verschiedenen Klassen, den Missionen, dem Aufleveln der Gebäude und das eigene Ausrüstungsmenü kann man sich schnell verloren fühlen.


Allerdings ist das Spiel nicht übermäßig kompliziert. Doch besonders für Anfänger sind die verschiedenen Möglichkeiten und Elemente relativ komplex und bieten so dann auch entsprechend weniger Spielmotivation. Natürlich ergibt es Sinn, dass verschiedene Orte verschiedene Dinge zum Aufwerten benötigen. Allerdings wird diese Spielmechanik etwas zu weit geführt, sodass sie gerade für Einsteiger spielerunfreundlich ist. Wenn es in diesem Spiel eine Möglichkeit gäbe, die Toilette zu besuchen, bräuchte man dafür wahrscheinlich auch eine Sonderwährung – so zumindest fühlt es sich vor allem in den ersten Spielstunden an.


Grafik und Sound: mit einem lachenden und weinenden Auge


Grafisch hat sich das Spiel besonders in der PC-Version einen Namen gemacht. Die Welt von Aelion ist vielseitig und lebendig. Es gibt viele verschiedene Settings, sodass man immer Lust hat, die Welt zu erkunden. Jeder Abschnitt lässt sich in etwa 15-30 Minuten Missionszeit abschließen – je nachdem ob man der Mission direkt folgt oder mal explorierend durch die kleinen Areale streift.


Stehe ich im Feuer? Auch die Umgebung muss während des Kampfes im Auge behalten werden.

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Gepaart werden diese authentischen und vielseitigen Areale mit den Tieren und Monstern, die dort leben. Monster sehen in jeder Welt ein wenig anders aus. Es gibt diese Kreaturen in allen Größen und Formen. Alle mit verschiedenen Fähigkeiten, die eine immer neue Strategie erfordern, damit man erfolgreich den Kampf beenden kann. Je nach Klasse können Kämpfe natürlich schwerer oder leichter ausfallen. Man sollte aber nicht glauben, dass man einfach nur wahllos kleine Würmer zertreten soll. Nicht selten begegnet man Gegnern, die man als Zwischen- oder Endboss bezeichnen kann. Sie haben sehr viel Leben und ein wesentlich umfangreicheres Move- und Fähigkeitenset. An diesem Punkt befindet sich die besondere Stärke des Spiels. Durch die Vielseitigkeit der Kämpfe hat man immer Lust, sich in das Abenteuer zu stürzen.


Aber nicht alles was glitzert ist Gold … Leider hat das Spiel in seiner momentanen Version große Schwächen. Zum Einen kann es passieren, dass die Framerate darunter leidet, wenn viele Monster erscheinen. Es wird dann nicht unspielbar, aber das dämpft natürlich stark den Spaß, da man dann einfach daran erinnert wird, dass man nur ein Spiel spielt. Gemeinsam mit dieser teils miesen Framerate zieht dann noch der Sound in seinen Schlachtzug gegen die Spielrunde. Wenn die Framerate sinkt, wird auch das Hintergrundaudio immer wieder unterbrochen. Es ist so, als würde jemand den Sound dauernd an- und ausschalten. Auch das ist sehr unangenehm und macht keinen Spaß.


Das ist sehr ärgerlich, denn die Audioqualität ist insgesamt sehr hochwertig. Die Kompositionen passen hervorragend zu den verschiedenen Situationen. Auch das Voice Acting ist auf einer sehr guten Qualitätsstufe. Gerade bei einem gut umgesetzten Kriterium fallen diese Probleme besonders auf und sind wahrscheinlich für das Produktionsteam sehr ärgerlich. Hier muss unbedingt nachgebessert werden!


Free-to-play vs. Pay-to-win


Bei jedem kostenlosen Spiel stellt sich eine große Frage, die meist nicht leicht zu beantworten ist: Ist das Spiel wirklich bedingungslos als Free-to-play-Spiel zu genießen oder muss man irgendwann Geld investieren, weil es sonst nicht mehr spielbar ist? Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass es nicht notwendig ist, Geld in das Spiel zu investieren. Natürlich wird im Spiel immer wieder daran erinnert, dass man doch hier und da ein paar Euro – eine Währung mehr auf der endlosen Liste – liegenlassen kann. Besonders beworben wird hier der Premiumstatus und natürlich die Freischaltung aller Charakterklassen. Wie bereits erwähnt, stehen einem nur wenige Klassen von Anfang an zur Verfügung. Durch längere Spielzeit kann man sich aber weitere Klassen erarbeiten. Das ist auch eigentlich der richtige Weg. Wenn man sich schon alle anfangs kauft, ist ein Grund zum Grinden weniger vorhanden und dämpft wohl auch den Spielspaß auf lange Sicht. Der Premiumstatus ist eine andere Liga. Hier geht es darum, dass man mit diesem Status mehr Loot im Laufe des Spiels bekommt. Das ist besonders für Vielspieler:innen attraktiv, da man so einfach mehr aus der eigenen Arbeit herausholen kann. Das Premium-Abo ist dann für einen wählbaren Zeitraum zu bezahlen.


Für diesen Test habe ich das Premium-Gründer-Paket erhalten. Ich gebe hier zu, dass ich für den Test dieses Paket nicht von Anfang an genutzt habe. Jeweils ohne und mit dem Paket kann man durchaus Unterschiede feststellen: Man erhält viel von der Premium-Währung, die man gegen alles eintauschen kann. Ebenso gibt es legendäre Waffen für verschiedene Charakterklassen und die beiden Klassen Bombardier und Berserker nochmals obendrauf. Selbst mit dem Nutzen des Pakets kam ich nicht in die Situation, Premium-Währung auszugeben. Ich habe noch jede einzelne Einheit davon. Besonders interessant war die Spielweise des Berserkers: Er nutzt eine Art Großschwert mit integrierter Kettensäge – ein sehr heftiges und blutiges Teil. Dieses Paket ist natürlich sehr hoch im Preis angesetzt. Wenn man das aber gegen die anderen Angebote rechnet, erhält man hier schon ein gutes, wenn auch nicht notwendiges Angebot.


Skyforgel ist ein sehr vielversprechendes kostenloses Spiel. Mit einem Fingerschnippen vergehen hunderte Stunden, ohne es zu merken. Es gibt die Möglichkeit, Geld zu investieren und Pay-to-win zu praktizieren. Diese Möglichkeit gibt es aber in nahezu allen kostenlosen Videospielen. Sogar AAA-Titel bedienen sich manchmal an diesem Konzept. Wer viel Zeit in dieses Spiel investiert hat, sollte sich nicht schlecht fühlen, wenn er ein wenig investiert hat. Wenn Spaß schließlich etwas kosten kann aber nicht muss, ist es immer fair, ein gewisses Trinkgeld für die Entwickler dazulassen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Simon Münch

Das Erfolgsrezept aus dem Jahr 2015 hat es endlich auf die Nintendo Switch geschafft. Man erhält mit dem kostenlosen Action-Rollenspiel Skyforge die Gelegenheit, ein Spiel mit Spaßgarantie zu genießen. Spielstunden verpuffen unbemerkt wie die vielseitigen Monstern in der lebendigen Spielwelt. Es herrscht kaum Druck, Geld in das Spiel zu investieren. Es kann sich aber durchaus lohnen, vielleicht ein paar Euro dazulassen, um einige Boni abstauben zu können. Insgesamt zeichnet sich Skyforge durch einen detaillierten Handlungsstrang aus, welcher im Koop-Modus genossen werden kann. Die Welt von Aelion bietet viele verschiedene Optionen, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Man lebt nicht nur als Gott, sondern erlebt auch die Freiheit, aus bis zu 18 verschiedenen Charakterklassen zu wählen. Dies ist ein hochwertiges Qualitätsmerkmal, da jede Klasse nicht nur seine eigenen Vor- und Nachteile besitzt, sondern die gesamte Spielerfahrung ändern kann. Verschiedene Stufen des Erfolgs geben einem das echte Gefühl, etwas erreicht zu haben, weil die eigenen Fähigkeiten sich immer weiter verbessern. Spieler:innen werden in die verschiedenen Mechaniken von Aelion herangeführt. Durch die Fülle an Optionen, die wohl dem Alter des Spiels geschuldet ist, muss man es aber auch wagen, ins kalte Wasser zu springen. Die anfängliche Überforderung weicht nämlich schnell dem echten Spielvergnügen. Problematischer dagegen ist die Audioausgabe. Auch wenn die Synchronisation einen soliden Eindruck macht, täuscht sie nicht über das Wegbrechen des Sounds hinweg. Auch das Fallen der Framerate ist eine große Schwäche, die mit zukünftigen Patches hoffentlich behoben wird. Lohnenswert ist dieses Spiel definitiv für Fans von Action-Rollenspiele mit einer gewissen Portion Fantasy und Science-Fiction. Da Skyforge kostenlos ist, schadet es sicherlich nicht, einmal einen Blick draufzuwerfen. Aber Achtung: Das Suchtpotential ist sehr hoch!
Mein persönliches Highlight: Die Kettensäge der Berserkerklasse, die aus allem Kleinholz macht.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • nintendopower

    Turmbaron

    Ich hoffe die Auflösung geht noch etwas hoch und die Sound bugs werden schnell behoben dann ist es ein richtig gutes Game.