Verstecken spielen – Bis der eine dem anderen ins Gesicht schlägt

Eigentlich sind wir Menschen ziemlich individuelle Lebewesen. Einige von uns werden sich nach einem besonders einzigartigen Leben sehnen, andere tauchen lieber in der Masse unter. Während diese Entscheidung den ein oder anderen bereits seine erste Existenzkrise eingebrockt hat, ist die Antwort in Unspottable klar: taucht in der großen Menge unter und lasst euch nicht von anderen entdecken. Mit dem Titel bringt Entwickler/Publisher GrosChevaux ein Couch-Party-Spiel auf die heimische Nintendo Switch.


Ihr seid einer von vielen.

© GrosChevaux

Das Spielprinzip ist intuitiv und schnell erklärt: Ihr befindet euch mit euren Spielpartnern in einem Raum voller Roboter, die sich zufällig umher bewegen und als Menschen getarnt sind und daher haargenau wie ihr ausseht. Wer ihr oder eure Freunde seid, wisst ihr daher nicht. Ziel des Spiels ist es, eure Freunde aufzuspüren, euch möglichst unauffällig an diese heran zu schleichen sowie mit einem gekonnten Schlag auszuknocken. Dies bedeutet für euch im Umkehrschluss, möglichst gut zwischen den ganzen Figuren unterzutauchen und sich so wie der Rest zu verhalten. Zwar könnt ihr auch wild um euch schlagend den ein oder anderen Roboter – und vielleicht sogar euren Gegenspieler – enttarnen, die Gefahr, selbst erkannt zu werden, steigt aber mit jedem misslungenen Manöver.


Den Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Party-Spiels auf der Nintendo Switch hat GrosChevaux denkbar schlecht getroffen. Während in vielen Ländern zahlreiche aufgrund der herrschenden Pandemie verschiedene Kontaktbeschränkungen gelten, treibt es die Spieler zwar grundsätzlich wieder mehr vor die Konsolen, für einige wird es momentan jedoch wesentlich einfacher sein, sich online für den Spielspaß zu treffen, anstatt gemeinsam vor dem heimischen Fernseher zu sitzen. Hier offenbart sich auch der große Knackpunkt, der den Titel zurzeit – aber auch allgemein – stark eingrenzt: Unspottable bietet lediglich einen lokalen Mehrspielermodus für zwei bis vier Spieler. Das Versteckspielen alleine im Einspielermodus oder online zusammen mit weiteren Freunden wird an dieser Stelle leider nicht unterstützt. Ein Online-Modus hätte sich bei solch einem Partyspiel gut angeboten, weshalb dessen Fehlen daher umso bedauerlicher ist.


Könnt ihr den Spieler, der nicht zum Rest passt, erspähen?

© GrosChevaux

Der Spielspaß in Unspottable erstreckt sich auf insgesamt 12 Karten, die ihr entweder gezielt oder per Zufallsprinzip auswählen könnt. Die Orte sind hierbei bunt gemischt und bieten euch viele verschiedene Schauplätze. So findet das Versteckspiel beispielsweise in einem Supermarkt, auf einem Raumschiff oder in einem Gefängnis statt. Die verschiedenen Karten kommen jeweils mit unterschiedlichen Eigenschaften einher und beeinflussen zudem die Art und Weise, wie ihr eure Gegenspieler enttarnen oder das Spiel gewinnen könnt. So seht ihr zum Beispiel in der Disco die Bewegungsrichtungen, nach der sich alle Figuren richten. Bewegt sich eine Figur nicht im Rhythmus der anderen, erkennt ihr schnell, dass es sich um einen Mitspieler handeln muss. Hierbei ist eine gewisse Multitasking-Fähigkeit gefragt, denn während ihr die anderen enttarnen wollt, müsst ihr euch natürlich ebenso wie die Masse bewegen. Weiterhin besteht bei manchen Karten die Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden, ohne, dass ihr euren Gegenspieler ausfindig machen müsst. So erhaltet ihr in der Sushi-Bar die Aufgabe, vier Gerichte zu sammeln. Habt ihr alle, könnt ihr euch einfach zum Ausgang bewegen – mitsamt Sieg im Gepäck.


Die Grafik von Unspottable ist ziemlich eigen und nicht unbedingt für jeden etwas. Mir persönlich hat der Stil gut gefallen und er passt meiner Meinung nach auch zum Titel – ähnliches gilt für die Hintergrundmusik. Diese ist bei jeder Karte, auf der ihr spielt, anders und absolut stimmig hinsichtlich des jeweiligen Schauplatzes. So ist die Musik im Supermarkt beispielsweise wesentlich ruhiger als in der Disco.


Wie lange eine Partie dauert, kommt ganz auf euch an – ein Zeitlimit gibt es nicht. Auf einer großen Karte wie dem Supermarkt dauert es freilich deutlich länger, euren Gegenspieler ausfindig zu machen, als in der deutlich kleineren Sushi-Bar. Aber auch je nach Spielstil variieren die einzelnen Runden. So hatte ich in größeren Leveln meinen Spaß damit, ein wenig für Unruhe zu sorgen, Roboter auszuknocken, nur um dann geradewegs wieder in der Masse unterzutauchen. Allgemein sind die Runden jedoch verhältnismäßig kurz, weshalb sich das Ganze nach einiger Zeit ein wenig repetitiv anfühlt. Nichtsdestotrotz hat mich Unspottable gut unterhalten. Der Titel schafft durchaus den ein oder anderen lustigen Moment, wenn man seine Spielfigur mal wieder in der Menge verliert, zu Beginn gar nicht erst findet oder man vermeintlich direkt nebeneinander steht. nur um dann letztendlich doch nur einen Roboter zu schlagen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maja Schenk

Das Spielprinzip von Unspottable weist einiges an Potenzial auf, um für jede Menge Spaß zu sorgen. Das Gameplay ist sehr intuitiv, inszeniert einige lustige Momente und auch die Musik ist stimmig. Leider nutzt der Titel sein Potenzial nicht im vollen Umfang aus. Während die Karten durch ihr jeweils eigenes Setting immer mal wieder eine andere Spielweise ermöglichen und mir – je nach Präferenzen – mal mehr mal weniger zugesagt haben, fiel der Spielspaß insgesamt dann doch recht kurz aus. Bedenken sollte man zudem, dass das Spiel nur gemeinsam auf der heimischen Couch spielbar ist und nicht online. Zusammengefasst ist Unspottable jedoch ein grundsolides Party-Spiel und für ein paar Runden virtuelles Versteckspielen mit der Familie, Mitbewohner oder ähnlichem durchaus zu empfehlen.
Mein persönliches Highlight: Der Disco-Level

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • carlocat

    Inselbewohner

    Hört sich ziemlich spaßig an in der jetzigen zeit kann man Mehrspieler Titel gut gebrauchen.