Es werde Licht

In Solas 128 besteht eure Aufgabe darin, pulsierende Lichtstrahlen von einem Raum in den nächsten zu leiten und dabei eure Denkzellen ganz schön anzustrengen. Jeder Raum stellt eine Art Puzzle dar, das durch bunte Neon-Fragmente geschmückt und durch Synthesizer-Sounds untermalt wird. Der Einstieg in Solas 128 erfolgt sehr schnell, denn ihr werdet sofort ins Spiel geworfen, ohne ein Tutorial oder eine Steuerung erklärt zu bekommen. Das Motto lautet klar "probieren geht über studieren" und nachdem ihr ein bisschen mit den Elementen herumgespielt habt, werdet ihr das Spielprinzip recht rasch verinnerlichen. Schafft ihr es, alle der weit über 100 Rätselabschnitte zu lösen und die dunklen Räume wieder mit Farbe zu füllen?


Bringt Licht in die dunkle Welt!

© Armor Games Studios

Solas 128 besteht aus verschiedenen Räumen, die allesamt miteinander verknüpft sind und eine große dunkle Welt bilden, die ihr mit Lichtstrahlen wieder zum Leben erwecken müsst. Seht ihr einen Ausgang im Raum, so müsst ihr überlegen, auf welche Weise ihr den Lichtstrahl durch den Raum leiten müsst, um den Ausgang zu erreichen, der wiederum mit dem nächsten Abschnitt verbunden ist. In den ersten Levels ist die Aufgabe noch recht leicht. Ihr könnt euch bereits gut die Lösungspfade vorstellen und dementsprechend die schrägen Barrieren platzieren, die die Strahlen im rechten Winkel ablenken. Doch schon bald steigt der Schwierigkeitsgrad stark an und ihr müsst euch nicht nur um einen einzelnen Lichtstrahl, sondern um mehrere pulsierende Lichtimpulse kümmern, die zudem in verschiedenen Farben leuchten und jeweils zu bestimmten Orten manövriert werden müssen. Auch weitere Elemente, welche die Lichter in anderen Winkeln reflektieren, werden später eingeführt.


Die Steuerung erfolgt entweder via Touchscreen im Handheld-Modus oder durch den Control-Stick und den A-Knopf, um Aktionen auszuführen oder Elemente zu nehmen und zu verschieben. Leider ist die Knopfsteuerung für dieses Spiel, bei welchem sehr oft schräge Striche verschoben und gedreht werden müssen, eher unbequem und sorgt nicht für das ideale Spielerlebnis am TV-Bildschirm. Mit der Touchscreen-Steuerung ist die Bedienung deutlich angenehmer, wenngleich ebenfalls nicht ganz perfekt und zum Teil ist eine sehr präzise Arbeit mit den Fingern gefragt.


Am Spielbildschirm befinden sich einige Symbole, die euch allesamt nicht erklärt werden, daher stelle ich diese hier kurz vor: Das i-Kästchen am linken oberen Bildschirm dient als eine Art Lampe, welche die Neon-Partikel und Lichtstrahlen im Spiel verdunkelt sowie die angrenzenden Räume ausblendet, sodass der Fokus lediglich auf den aktuellen Raum gelegt wird. Der Fragezeichen-Knopf oben in der Mitte verrät euch eine der Positionen, bei welcher ihr ein Objekt platzieren müsst, um die Strahlen abzuleiten. Solltet ihr also mal nicht weiter wissen (und dies könnte oft vorkommen), so nutzt diese Hinweis-Funktion, um euch ein wenig unter die Arme greifen zu lassen. Nachdem ein Tipp gegeben wurde, dauert es eine Weile, bis ihr euch einen weiteren Tipp abholen könnt. Rechts oben befindet sich wiederum ein Pause-Knopf, der ein Menü öffnet mit den Optionen, das Spiel zu verlassen oder die Einstellungen aufzurufen. Auf der unteren Seite des Bildschirms findet ihr einerseits eine Vorspulfunktion, bei der ihr die Geschwindigkeit der Lichtstrahlen beschleunigen könnt, was beispielsweise dann nützlich ist, wenn ihr bereits ein Rätsel gelöst habt und schnell voranschreiten wollt. Andererseits befindet sich daneben auch ein Rückgängig-Knopf, mit dem ihr bereits getätigte Schritte zurücksetzen könnt. Leider gibt es keinen Knopf, mit dem ihr daraufhin wieder zurückkönnt, falls das Rückgängigmachen nichts geholfen hat.


Achtet auf verschiedene Lichtstrahlen und deren Pfade!

© Armor Games Studios

Bereits recht früh wird der Schwierigkeitsgrad ziemlich hoch und sofern ihr nicht ein sehr gutes und vorausschauendes Vorstellungsvermögen habt, kann es sein, dass ihr sehr lang an einzelnen Passagen sitzt und unterschiedliche Kombinationen ausprobiert, bis ihr irgendwann auf die Lösung kommt. Mir ist es leider passiert, dass ich ab und zu den Überblick verloren habe, da viele Räume nicht eigenständig zu lösen sind, sondern mit anderen Arealen verknüpft sind, sodass all diese Komponenten beachtet werden müssen. Besonders beim Wiedereinstieg in das Spiel nach einer Pause ist es oftmals nicht so leicht, sich noch genau daran zu erinnern, was man zuvor gemacht hatte und wo nun Veränderungen herbeigeführt werden sollen. Unter Umständen kann dadurch der Spielspaß leiden und ein wenig mehr Unterstützung abseits der Hinweis-Funktion wäre wünschenswert gewesen.


Optisch und musikalisch ist das Spiel sehr passend gestaltet, kann jedoch schnell etwas monoton werden. Die Entwickler haben auf ein sehr schlichtes Design gesetzt, das aus einfachen Linien und Formen besteht, die jedoch gut zur Thematik des Rätselabenteuers passen. Die Electro-Sounds, die den Rhythmus für die pulsierenden Lichtimpulse vorgeben, sorgen für ein schönes Spielgefühl, jedoch wären etwas mehr Abwechslung und mehr Musiktracks wünschenswert gewesen.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Felix Eder

Das Spielkonzept von Solas 128 klingt durchaus frisch und spannend: Pulsierende bunte Strahlen, die sich im Rhythmus zu Electro-Wave-Sounds bewegen, durch verschiedene Abschnitte strömen und eine dunkle Welt mit Farbe füllen. Ganz perfekt ist das Spiel jedoch nicht für die Nintendo Switch konzipiert, denn die Steuerung fühlt sich etwas umständlich an, besonders, wenn das Spiel am Fernseher gespielt wird. Spärliche Hilfen, wenn man mal wo nicht weiter weiß und ein hohes Risiko, im Laufe des Spieles mal den Überblick zu verlieren, können in Kombination mit dem doch sehr fordernden Schwierigkeitsgrad für zusätzlichen Frust sorgen. Wer bereits mit Rätselspielen dieser Art Erfahrung hat und Genre-Fan ist, dem ist ein Blick auf Solas 128 durchaus zu empfehlen, alle anderen sollten sich gut überlegen, ob die nicht ganz günstige und etwas eintönige Knobelei für sie einen Kauf wert ist.
Mein persönliches Highlight: Die Farb- und Sound-Effekte, wenn ein schweres Rätsel gelöst wurde

Die durchschnittliche Leserwertung

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