Löst das Geheimnis rund um das gescheiterte Filmprojekt von vor 10 Jahren!

Klassische Visual Novels sind gerade im westlichen Markt nur schwer zu vermarkten. Deshalb haben sich Entwickler andere Wege ausgedacht, um auch hierzulande Erfolg zu haben. Am häufigsten werden weitere Gameplay-Elemente hinzugefügt, die die Story mit zusätzlichen Inhalten bereichern. Besonders beliebt dabei sind Point-&-Click-Adventures. Spiele wie Ace Attorney versuchen zudem mit textbasierten Kombinationsaufgaben die Spieler zu fesseln. Root Film, über das ich heute sprechen will, nutzt beide dieser Aspekte. Ob das Ganze gelungen ist, erfahrt ihr nun in diesem Spieletest.


Innerhalb des Spiels trefft ihr auch auf Kollegen, mit denen ihr euch unterhalten könnt

© Kadokawa Games

Rintaro Yagumo, ein mittelmäßig erfolgreicher junger Regisseur, bekannt für Filme mit dem Thema okkulte, übernatürliche Ereignisse, bekommt die Möglichkeit, an einem großen Projekt zu arbeiten, welches vor 10 Jahren aufgrund mysteriöser Umstände eingestellt wurde. Zusammen mit seiner Assistentin Aine Magari und der noch unbekannten Schauspielerin Amakata Hitoha bereist ihr diverse Orte im japanischen Umland, um passende Drehorte zu finden. Zeitgleich erkundet das Team die Orte des ehemaligen Filmprojekts, um herauszufinden, was damals geschehen ist. Eine Entscheidung, die nicht von allen gut aufgenommen wird, denn um ihn herum werden diverse Personen ermordet, die alle irgendwie in Verbindung mit dem Film von damals standen. Ihr seid dabei immer vor Ort und euer Kameramann Kanade Kyoichi nimmt alle Tatorte mit seiner Kamera auf. Die Aufnahmen bieten Hinweise darauf, was geschehen ist. Ihr bereist auch diverse andere Orte, erkundet diese und trefft auf Personen, die ihr ausfragen könnt. So löst ihr nicht nur die Mordfälle, sondern kommt auch der Verschwörung auf die Spur.


Root Film ist eine typische Point-and-Click-Visual Novel. Ein Großteil des Gameplays besteht darin, mit Personen zu sprechen und die 2D-Orte zu erkunden. Die Points of Interest werden dabei deutlich markiert, sodass ihr nicht erraten müsst, welches Detail relevant ist. Ihr habt zudem eine Oberweltkarte, mit der ihr von Ort zu Ort reisen könnt. Neben typischen japanischen Dörfern besucht ihr auch etliche Schreine und das Meer. Wiederkehrende Charaktere wie zwei Ermittler sowie andere Regisseure, die mit euch am neuen Projekt arbeiten, helfen euch dabei, die Story voranzutreiben. Das Gameplay ist dabei immer gleich aufgebaut. Das Ganze startet mit dem Prolog. Mit dem Beginn der einzelnen Kapitel sammelt ihr Hinweise. Yagumo hat ein spezielles Talent, wichtige Informationen mithilfe des „Syneshesia“ zu erkennen. Wer eine komplexe Mechanik erwartet, dürfte enttäuscht werden. Das Ganze läuft automatisch ab, ihr müsst darauf nicht speziell achten. Es sind jedoch diese Hinweise, die euch bereits ermöglichen sollen, die Rätsel zu knacken. Das funktioniert jedoch nur bedingt, da viele der Morde ziemlich abstrakt sind. Eine starke Konzeption, wie wir sie von Ace Attorney kennen, dürft ihr bei Root Film nicht erwarten.


Im Max Mode nutzt ihr die gefundenen Hinweise, um die Fälle aufzuklären.

© Kadokawa Games

Habt ihr mehrere nummerierte Kapitel abgeschlossen, geht es zum Kapitel "Solution". In diesem trefft ihr auf die Verdächtigen und fragt sie aus. Dazu geht es in den Max Mode. Die gesammelten Hinweise des „Syneshesia“ werden euch dabei angezeigt. Ab und an müsst ihr einen von ihnen auswählen, um die Befragung voranzutreiben. Am oberen Rand des Bildschirms ist eine Leiste, die sich in zwei Richtungen auffüllen lässt. Wählt ihr eine falsche Antwort aus, füllt sie sich nach links auf. Ist sie komplett voll, verliert ihr. Das Ganze wirkt jedoch deutlich weniger bedrohlich, wenn man weiß, dass bereits eine richtige Antwort sämtliche Fehler korrigiert. Füllt ihr diesen Wahrheitsbalken komplett nach rechts auf, ist die Befragung zu Ende und der Fall meist gelöst. Das Ganze findet dann seinen Abschluss im Epilog. Euch erwarten mehrere Kapitel, die ihr nach Abschluss eines Falles auswählen könnt. Übrigens gibt es noch eine zweite Hauptperson, dessen Geschichte erzählt wird. Darauf möchte ich jedoch nicht weiter eingehen. Das Gameplay an sich ist jedoch identisch.


Das Charakterdesign von Root Film, gezeichnet von Taro Minaboshi, hat einen ziemlich außergewöhnlichen, aber dennoch sehr ansprechenden Stil. Auch das Design der einzelnen Ortschaften ist ansprechend. Ein besonderes Highlight sind zudem die CGs, die wichtige Momente visuell darstellen. Während das Spiel euch englische Bildschirmtexte bietet, ist die Sprachausgabe komplett auf Japanisch. Das Spiel an sich ist für Visual Novel-Verhältnisse mit gut 10 Stunden recht kompakt, konnte mich aber durchaus fesseln. Auch die Musik passt zum Gameplay und untermalt sowohl die lustigen als auch die ernsten Momente sinnvoll.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Niels Uphaus

Mit Root Film erwartet euch eine klassische Mystery-Visual Novel mit Point-&-Click-Gameplay. Das Spiel wird zu keiner Zeit herausfordernd, Rätsel oder ähnliches müsst ihr selbst nicht lösen. Die Geschichte an sich ist dabei spannend geschrieben und bietet diverse Wendungen, die man als Leser nicht erwartet hätte. Mit den großen Namen der Visual Novel-Szene kann der Titel jedoch nicht mithalten. Das muss er auch gar nicht. Mit seinem besonderen Grafikstil und seinen liebevoll gestalteten Charakteren bietet Root Film seinen eigenen Charme, der Fans des Genres sicherlich unterhalten wird.
Mein persönliches Highlight: Die düstere Auflösung der tragischen Ereignisse!

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