Horror in den eigenen vier Wänden

Evil Inside ist ein stark durch P.T. inspiriertes Horrorerlebnis, welches von der Unverfügbarkeit seines Urvaters profitieren möchte. Der sogenannten Playable Teaser zum mittlerweile leider eingestampften Silent Hills von Videospiellegende Hideo Kojima gilt als einer der innovativsten Horrorerfahrungen im Gaming-Bereich der letzten paar Jahre. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Evil Inside, was, seinem ersten Trailer nach zu urteilen, kein Geheimnis daraus macht, sich der frischen Idee des Masterminds bedient zu haben. Ob das Endprodukt etwas taugt, erfahrt ihr hier.


Das subtile geisterhafte Umdrehen des Kreuzes nach dem Entzünden der Kerze zählt zu einem der besseren Momente im Spiel.

© JanduSoft

Ihr spielt darin den Teenager Mark, dessen Mutter scheinbar von seinem mittlerweile inhaftierten Vater ermordet wurde, und der nun ein elternloses Dasein zusammen mit seinem jüngeren Bruder fristet. Eines Tages beschließt der Junge mithilfe eines Ouija-Bretts Kontakt zu seiner verstorbenen Mutter aufzubauen. Das Kommunikationsmittel zerspringt jedoch vor seinen Augen und seitdem ist nichts mehr wie es scheint. Plötzlich ereignen sich seltsame Dinge innerhalb der Wohnung, als würde euch jemand etwas mitteilen wollen.


Spielerisch lässt sich Evil Inside schnell zusammenfassen. Wie in der Inspirationsquelle schreitet ihr immer wieder durch denselben Flur, der sich mit jedem Durchgang zu verändern scheint. Hierbei könnt ihr zwischen einem sehr gemütlichen Gang und einem etwas, jedoch nur kaum schnellerem Schritttempo wechseln. Darüber hinaus könnt ihr mit ein paar wenigen Gegenständen innerhalb des Hauses interagieren und euren Blick auf bestimmte Punkte fixieren.


Der spielerische Anspruch von Evil Inside ist demnach sehr gering und eignet sich somit für jeden Spielertyp, wenn auch der passionierte Gamer sich die meiste Zeit unterfordert fühlen wird. Abseits der Laufsequenzen müsst ihr zudem eine Handvoll einfacher Rätsel lösen, die jedoch eher dem Zweck dienen und somit keine wirklichen Kopfnüsse darstellen.


Wobei man die Darstellung dieses abgebrochenen Baumes ebenfalls als durchaus gruselig bezeichnen könnte.

© JanduSoft

Beim Levelaufbau darf man nicht allzu viel Abwechslung erwarten. Viele Stationen gibt es abseits des Hausflurs nämlich nicht und auch Letzterer verändert sich nur marginal. Zudem müssen Nutzer einer Nintendo Switch mit einer sehr viel schwächeren Darstellung des sowieso schon wenig Gezeigtem rechnen. Gerade die Lichtstimmung mit ihren Schattenwürfen, die viel zur Atmosphäre beiträgt, sowie die Texturen wurde für Nintendos Hybridkonsole stark heruntergestutzt. Dafür läuft das Spiel allerdings zumeist in einer flotten Bildrate.


Evil Inside ist kein besonders langes und umfangreiches Abenteuer. Nach mehreren jeweils etwa einstündigen Durchgängen mit demselben Ausgang, macht sich der Verdacht breit, es handle sich hierbei einfach nur um eine schwächere, sehr viel weniger durchdachte, nicht kostenfreie Kopie des eingangs erwähnten Playable Teaser. Der ausschließlich via Steam verfügbare Prolog trägt auch nichts zur Vorgeschichte bei, sondern beinhaltet einfach nur die ersten paar Spielminuten. Selbst das gründliche Durchsuchen des überschaubaren Levels brachte keine Abzweigung zum Vorschein, mit der sich das Ende beeinflussen lässt.


Die allgemeine Gruselatmosphäre von Evil Inside leidet, wie bereits erwähnt, unter der schwachen Präsentation auf der Nintendo Switch. Zudem lässt der Titel die subtilen gruseligen Augenblicke der Vorlage vermissen. Hier wird vorwiegend mit lauten Geräuschen und Jump Scares in Form von plötzlichen Einblendungen erschreckt. Das machen auch die wenigen soliden Horrormomente, die das Spiel durchaus hat, nicht wett.

Unser Fazit

3

Eher nicht überzeugend

Meinung von Felix Kraus

Ich war selbst überrascht ob der geringen Spieldauer von Evil Inside, die sogar aufgrund des sehr langsamen Lauftempos eures Protagonisten bereits gestreckt wurde. Nach etwa einer Stunde seht ihr den Abspann über den Bildschirm flimmern. Leider ist das Spielgeschehen bis dahin nur wenig intensiv und zudem technisch dürftig auf der Nintendo Switch umgesetzt. Klar ist es nicht fair, eine solch kleine Produktion mit einem P.T. zu vergleichen. Die starken Parallelen zum Playable Teaser lassen aber vermuten, dass man sich den Hype um Hideo Kojimas kostenfreien, mittlerweile unverfügbaren Horror-Hits zunutze machen wollte – womit man sich vermutlich keinen Gefallen getan hat.
Mein persönliches Highlight: Die wenigen soliden Gruselmomente, die das Spiel nebst plumper Jump Scares beinhaltet.

Die durchschnittliche Leserwertung

0 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • Darksamus666

    Wall-Jump-Akrobat

    Zitat

    Klar ist es nicht fair, eine solch kleine Produktion mit einem P.T. zu vergleichen.

    :dk: