Zurück in der Haut des Tasmanischen Tigers!

Nachdem TY the Tasmanian Tiger HD bei Nostalgie-Fans einen guten Eindruck hinterlassen hat, haben sich die Krome Studios dazu entschieden, auch eine HD-Neuauflage von TY the Tasmanian Tiger 2: Bush Rescue mittels Kickstarter-Kampagne zu finanzieren. Sehr schnell kam genug Geld zusammen, um auch der Fortsetzung des Platformers neues Leben einzuhauchen, weshalb wir uns in den vergangenen Tagen TY, der Tasmanische Tiger 2: Die Bumerang-Gang HD etwas genauer angesehen haben. Wie gut uns die Fortsetzung gefällt, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.


Auf seiner Reise trifft TY allerlei skurrile Figuren.

© Krome Studios

Wieder einmal haben wir es in der Haut von TY mit Bösewicht Cass zu tun, welcher zu Beginn des Abenteuers aus dem Gefängnis ausbricht. In über 40 Missionen müssen wir also erneut allerlei Echsen bekämpfen, welche im Land ihr Unwesen treiben. Dabei schlüpfen wir nicht nur in die Rolle von TY, welcher mit spannenden Bumerangs ausgerüstet ist, sondern übernehmen zeitweise auch die Kontrolle über einen Helikopter, Roboter und mehr. Für Abwechslung ist also im gesamten Abenteuer gesorgt. Darüber hinaus trefft ihr auch auf allerlei Helfer und Widersacher, welche allesamt wunderbar skurril gestaltet sind und die teils trockene Geschichte gewinnbringend auflockern.


Die Spielwelt von TY, der Tasmanische Tiger 2: Die Bumerang-Gang HD kann man als offen bezeichnen, wobei man hier mit einigen Einschränkungen leben muss. Zwar habt ihr nach etwa einer halben Stunde Spielzeit die Möglichkeit, beinahe jede Ecke zu erkunden, jedoch setzt sich die große Welt aus vielen kleineren Bereichen zusammen, welche per fahrbarem Untersatz erreicht werden müssen. Diese Strecken lassen sich nicht frei erkunden und fernab der vorgegebenen Straßen hat man auch nur sehr wenige Freiheiten. An manchen Stellen kann man zwar Rennen gegen andere Charaktere starten und auch die Komplizen von Cass greifen einen immer wieder an, einen Mehrwert bieten die Fahrten aber nicht. Dafür sind die kleineren Areale abwechslungsreich gestaltet und reichen von einem großen offenen Hauptquartier über einen Vulkan bis hin zu einem Strand samt Bohrinsel.


Die offenen Areale laden zum Entdecken ein.

© Krome Studios

In den einzelnen Gebieten kommen dann die Platformer-Stärken des Titels zu Tage. TY kann springen, klettern, schwimmen, tauchen und sogar auf Seilen rutschen. Darüber hinaus ist er mit einem von wahlweise 20 verschiedenen Bumerangs ausgerüstet, welche ebenfalls weitere Fähigkeiten ermöglichen. So dürft ihr mit dem Frostrang Gegner einfrieren und Eisflächen auf dem Wasser erscheinen lassen, wohingegen der Infrarang es euch ermöglicht, die Umgebung zu analysieren, um beispielsweise Spitzel von Cass zu erkennen. Erhalten könnt ihr die neuen Waffen, indem ihr sie beispielsweise im ansässigen Laden erwerbt.


Dies ist an vielen Stellen auch bitter nötig, denn manche Missionen setzen voraus, dass ihr über bestimmte Fähigkeiten verfügt. Das ist zwar insgesamt nett gemeint, da man diese Fähigkeiten jedoch nicht automatisch im Spielverlauf erhält, sondern diese eben erst kaufen muss, heißt es manchmal, erneut durch die Welt zu spazieren, um mehr der benötigten Währung zu sammeln. Besonders nervig ist dies bei den ebenfalls kaufbaren Robotern. Diese sind zwar durch ihre besonderen Fähigkeiten sehr spannend, da man so beispielsweise mittels des Thermoextrem-Bunyip durch Lavaseen schwimmen und tauchen kann. Dass man eben jenen dringend benötigt, erfährt man jedoch erst zum Beginn der entsprechenden Mission, sodass ich im Test ohne jegliches Geld für den teuren Schlüssel für den Roboter dastand und erst neues auftreiben musste.


Mit den Kampfrobotern lassen sich neue Gebiete erschließen.

© Krome Studios

Dafür gefallen mir die Missionen selbst aber sehr gut. Es herrscht eine angenehme Abwechslung aus Platformer-Passagen und Minispielen. So dürft ihr euch manches Mal gegen eine Horde von Gegnern behaupten, per Hubschrauber Krokodile einfangen oder in der Haut von TY Seilbrücken im Wald erklimmen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei meist minimal und auch für ein jüngeres Publikum gut spielbar.


Technisch ist die HD-Neuauflage gelungen, erfindet das Rad aber auch nicht neu. Vieles wirkt veraltet und auch wenn eine deutsche Vertonung vorliegt, sind die Gespräche sehr abgehackt und eben keine wirklichen Unterhaltungen, welchen man folgen kann. Dafür gibt es jedoch kaum Ladezeiten, da diese in den meisten Fällen nett retuschiert werden, indem man durch Schleusen läuft, welche sich erst nach einigen Sekunden öffnen. Mit Einbrüchen der Framerate hatten wir leider immer wieder zu kämpfen, dafür kam es aber zu keinerlei Abstürzen innerhalb der Testphase.


Wohl eines der größten Mankos ist die Spielzeit des Abenteuers. Das Ende kann man bereits nach wenigen Spielstunden sehen, sofern man nicht all die Collectables einsammelt, welche in der Spielwelt verstreut sind. Möchte man jeden Bumerang von TY haben und jeden zusätzlichen Skin für unseren Helden samt seinem Fahrzeug ergattern, kann man noch einige weitere Stunden im Spiel verbringen. Spaß macht das Abenteuer dabei allemal, weshalb sich ein Blick nicht nur für Kenner des Originals lohnt. Einen zweiten Durchgang wird man vermutlich aber nicht wagen, da dafür zu wenig geboten wird. Dafür winkt fernab der Geschehnisse jedoch noch ein unterhaltsamer Mehrspieler-Modus. Dieser erinnert in Zügen an das allseits beliebte Kart-Rennen aus dem Hause Nintendo. Ihr durchfahrt hierbei unterschiedliche Strecken und versucht, auf dem ersten Platz zu landen. Zur Unterstützung stehen euch dabei einige Items zur Verfügung, welche unter anderem euer Tempo erhöhen oder eure Gegner behindern. Leider ist aber auch dieser Aspekt nur eher eine nette Dreingabe als eine wirkliche Erweiterung der Spielerfahrung.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Styppa-Braun

Hocherfreut war ich, als ich gehört habe, dass TY, der Tasmanische Tiger 2: Die Bumerang-Gang HD ebenfalls für die Nintendo Switch neu aufgelegt wird. Das Original kannte ich nur in Auszügen, weshalb ich mir dieses Mal das Durchspielen fest vorgenommen hatte. Die Zeit, die ich dabei mit TY verbrachte, war eine durchaus angenehme, wenngleich auch kurzweilige. Zwar habe ich das Abenteuer noch weitere Male gestartet, um in den Genuss nahezu aller Bumerangs zu kommen, die Motivation flachte jedoch dennoch ab. Dafür wurde ich während meiner Spielsession aber gut unterhalten, da mir die Spielwelt samt der abwechslungsreichen Missionen gut gefallen hat. Einige Kritikpunkte stehen jedoch auch nach Abschluss weiterhin im Raum, sodass es nicht ganz für den Spiele-Hit gereicht hat. Da konnte auch der unterhaltsame Mehrspieler-Modus nicht mehr helfen, auch wenn dieser, gerade in Kombination mit ein paar Freunden, durchaus Laune macht.
Mein persönliches Highlight: Die abwechslungsreichen Gebiete samt ihrer Missionen.

Meinung von Adis Selimi

Mit TY, der Tasmanische Tiger 2: Die Bumerang-Gang HD schafft es der zweite Teil der kultigen Action-Jump ‘n‘ Run-Serie also endlich auch auf die Nintendo Switch. Der erste Teil gehörte während der Nintendo Gamecube-Ära zu meinen liebsten Genre-Vertretern, was auch daran liegen mag, dass ich den Protagonisten des Spiels, den Boomerang werfenden Namensgeber TY, einfach cool fand. Gegenüber dem ersten Teil, der noch stark auf die Boomerangs und ein begrenztes Set von Mechaniken setzte, erweiterte der Nachfolger mit Kampfrobotern und der relativ offenen Spielwelt noch mal die Möglichkeiten. Für mich persönlich wurde dadurch leider an einigen Stellen Verschlimmbesserung betrieben. Auch ohne die Kampfroboter-Passagen, die etwas deplatziert wirken, hätte das Spiel genug eigenen Charme gehabt. So bleibt trotz dieser Abstriche immer noch ein kompetenter Genre-Vertreter, der mit seinem recht einzigartigen Setting punkten kann und Nostalgiker bestens unterhalten wird.
Mein persönliches Highlight: Das nach wie vor einzigartige und abwechslungsreiche Setting.

Die durchschnittliche Leserwertung

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