Zwischen Traum und Realität

Ohne zuvor vom finnischen Entwickler Jesse Makkonen gehört zu haben, habe ich mich an den Titel Heal: Console Edition herangewagt. Bereits seit vergangenem Jahr ist das Spiel auf Steam erhältlich und erhielt dort viele positiv Rückmeldungen. Grund genug, die Nintendo Switch-Fassung auszuprobieren und das Ganze einem Test zu unterziehen. Warum auch ich eine bedenkenlose Empfehlung ausspreche, lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.


Nichts ist gewisser als der Tod


In der Rolle eines alten Mannes durchstreifen wir in Heal: Console Edition insgesamt sieben verschiedene Szenarien. Dabei wirkt vieles auf mich als Spieler eher schemenhaft, fast schon irreal. Mich lässt das Gefühl nicht los, in einer Art Traum gefangen zu sein. Ob dem so ist, erklärt mir das Spiel jedoch erst im Verlauf seiner Geschichte. Ohne zu viel vorwegzunehmen, geht es inhaltlich um das Altern und die damit verbundenen geistigen Probleme, mit welchen wohl fast jeder einmal zu kämpfen hat. Dabei kommt der Titel ohne Dialoge aus, denn die Bilder, Lichteffekte und Melodien sprechen ausreichend für sich, sodass man Zusammenhänge Stück für Stück versteht.


Die malerischen Umgebungen sind toll inszeniert.

© Ratalaika Games S.L. / Jesse Makkonen

Entweder per Knopfdruck oder Touchscreen bewegt ihr den namenlosen Mann durch die einzelnen Szenarien, welche von Wohnräumen bis zu dunklen Wäldern reichen. Dabei erwarten euch allerlei Logik-Rätsel, die es zu entschlüsseln gilt. In den allermeisten Fällen muss man dafür kleinere Schieberätsel bewältigen, durch welche man Kombinationen erhält, die wiederum an anderer Stelle benötigt werden. Sind alle Rätsel eines Gebiets geschafft, öffnet sich eine Tür, durch welche man schreitet, um die Geschichte voranzutreiben. Überrascht wird man dabei immer wieder von kurzen Sequenzen, die ein Klavier zeigen, mit dem Melodien gespielt werden müssen. Das Spielgefühl ist dabei stets motivierend und die Rätsel sind abwechslungsreich genug, dass der Durchgang eine Menge Spaß macht und zugleich den Grips anstrengt.


Technisch sind die Szenerien und die Melodien hervorzuheben. Diese nehmen einen als Spieler von Anfang bis Ende mit und lassen einen wirklich in das rund einstündige Abenteuer eintauchen. Darüber hinaus freute es mich sehr, dass die Steuerung per Touchscreen unterstützt wird, da es einem eine noch bessere Spielerfahrung ermöglicht. Durch das Ziehen und Schieben per Hand fühlt man sich beinahein die Spielwelt hineingezogen, was durch die Kürze des Titels wirklich bemerkenswert ist. Wer also auf der Suche nach einem Spiel ist, welches sich durch seine Einzigartigkeit auszeichnet, liegt mit Heal: Console Edition vollkommen richtig. Bei einem Preis von 5,99 Euro ist auch die kurze Spielzeit durchaus vertretbar.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Mit wenig Vorbereitung bin ich in den Test zu Heal: Console Edition gegangen und nun ein begeisterter Fan von Jesse Makkonen. Was der finnische Entwickler mit wenigen Bildern und Melodien schafft, ist nicht nur eine tolle, wenn auch kurze, Geschichte, sondern eine Spielerfahrung, die sich einfach von der breiten Masse an Titeln abhebt. Natürlich wären weitere Rätsel und eine längere Erzählform wünschenswert gewesen. Hier stimmt aber einfach das Gesamtpaket, weshalb es so, wie es ist, gut ist. Zugleich wird mit dem Altern und den damit verbundenen Problemen auch ein Thema angesprochen, welches allgegenwärtig ist. Wer es also noch nicht getan hat, sollte sich Heal: Console Edition zulegen und auf sich wirken lassen.
Mein persönliches Highlight: Die atmosphärische Stimmung, die mich von Beginn an gepackt hat.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • _Mallymkun_

    Turmritter

    Ich mag solche Spiele, die ernstere Themen behandeln, und sie spielerisch interessant umzusetzen wissen wirklich sehr. Guter Tipp!