Holt euch den Mais von den Tookis zurück

Nintendo lässt seit 2014 mit einem Nachfolger zu Donkey Kong Country: Tropical Freeze auf sich warten – zuletzt portierten sie den Wii U-Teil noch auf die Nintendo Switch und veröffentlichten im Rahmen von Nintendo Switch Online die ersten drei Spiele des SNES für den Hybriden. Von der Spielereihe inspiriert entwickelte Polygoat nun ein neues 2D-Jump 'n' Run namens Stitchy in Tooki Trouble, welches am 15. April 2021 für die Nintendo Switch erschienen ist.


Aufgepasst: Aus dem Wasser springende Haie wollen euch ans Fleisch.

© Polygoat

Die Geschichte spielt eine typischerweise eher untergeordnete Rolle und dient nur dafür, ein Ziel vor Augen zu haben. Ihr steuert die Vogelscheuche Stitchy und steht einsam auf einem Maisfeld herum, welches ihr bewachen sollt. Eines Tages tauchen aber plötzlich die Tookis – welche Ähnlichkeiten zu den Tikis aus Donkey Kong Country Returns aufweisen – auf, welche kurzerhand den ganzen Mais stehlen. Das lässt Stitchy natürlich nicht auf sich sitzen und macht sich auf den Weg, um die Maiskolben zurückzuholen. Allerdings stehen euch nicht viele Fähigkeiten dafür zur Verfügung: Stitchy kann sich lediglich nach links und rechts bewegen, springen und eine Stampfattacke ausführen. Dafür ist die Steuerung aber sehr genau und benötigt kaum Eingewöhnungszeit.


Insgesamt gliedert sich das Spiel in drei Welten mit jeweils zehn Leveln sowie einem Bonuslevel. Jedes dieser Level kann, sofern ihr kein einziges Mal sterbt, in jeweils weniger als drei oder vier MInuten abgeschlossen werden. Dadurch benötigt ihr zum bloßen Durchspielen bei durchschnittlichen Jump 'n' Run-Kenntnissen vielleicht etwa drei Stunden, wobei natürlich auch der deutlich niedrigere Preis im Vergleich zu größeren Genrevertretern eine Rolle spielt.


Auf dem Weg durch die Level warten natürlich zahlreiche Gefahren und Hindernisse auf Stitchy, welche von trampolinartigen Booten, über steigende Lava und popcornschießende Tookis bis hin zu gefährlichen Lorenleveln reichen. Ähnlich wie es Nintendo oder auch andere Entwickler handhaben, werden einzelne Levelideen nach und nach eingeführt. Als gutes Beispiel dafür dient das Lorenlevel aus der dritten Welt: Dieses fokussiert sich auf Plattformen, welche sich in Bewegung setzen, sobald sie berührt werden. Am Anfang rollt ihr noch von alleine auf die Plattform und gelangt ohne Probleme auf die andere Seite des Abgrunds, während ihr im nächsten Abschnitt bereits auf die Plattform hinauf- und wieder abspringen müsst.


Die Tookis lassen es sich im Hintergrund auf dem Luftstrom scheinbar gut gehen.

© Polygoat

Daraufhin warten zwei aufeinanderfolgende kleinere und auf- und absteigende Plattformen. So wird der Schwierigkeitsgrad im Laufe des Levels gesteigert, ohne zu schwierig oder kompliziert zu werden. Generell wartet das Spiel zwar mit nicht allzu vielen Levelideen auf, diese werden aber oftmals miteinander kombiniert und im Laufe verschiedener Level weiterentwickelt. Insbesondere ab der zweiten Welt ähneln sich dadurch – trotz ähnlicher Mechaniken – nur wenige Level.


Jedes Level, bis auf die anspruchsvollen Bosskämpfe am Ende einer Welt, enthält drei sammelbare Gegenstände, die zusammen ein Totem ergeben. Solltet ihr alle Totems einer Welt gefunden haben, öffnet sich pro Welt ein zusätzliches Level. Um das Spiel zu komplettieren, zählt auch nur der Abschluss jedes Leveln sowie das Finden aller Sammelgegenstände. Wer sich darüber hinaus noch beweisen will, kann jedes Level in einer bestimmten Zeit abschließen, um damit ein, zwei oder im besten Falle drei Sterne zu erhalten. Dies gilt allerdings nur als kleine, zusätzliche Herausforderung für all jene, die ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen wollen.


Grafisch und technisch fällt das Spiel solide aus. Zu jeder Zeit hüpft ihr in flüssigen 60 FPS durch die farbenfrohen Gegenden. Zwar fügt sich der Artstyle gut ein und passt zur ebenso stimmigen Musik, ein grafisches Meisterwerk dürft ihr aber nicht erwarten. Wenige Effekte, eher matschige Texturen und nur spärliche Details bereichern die Level.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Thomas Steidle

Stitchy in Tooki Trouble ist weit davon entfernt, eine Revolution im Genre zu sein, immerhin wurden die Entwickler in vielerlei Hinsicht von der Donkey Kong Country-Reihe inspiriert. Wer aber für wenige Stunden ein spaßiges und zugleich simples Jump 'n' Run mit gutem Leveldesign, einem stimmigen Soundtrack und der ein oder anderen netten Idee sucht, wird hier fündig. Über 30 bunte Level erwarten euch, deren Schwierigkeitsgrad stets und angenehm ansteigt. Lediglich grafisch wurden ein paar Abstriche gemacht, ansonsten läuft es technisch einwandfrei.
Mein persönliches Highlight: Das stets faire und interessante Leveldesign.

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