Der finale DLC schlägt neue Wege ein

Ein letztes Mal hatte ich die Chance, vollkommen neue Abenteuer mit Immortals Fenyx Rising zu erleben. Mit dem dritten und vorerst letzten DLC schlägt Ubisoft Entertainment dabei gänzlich neue Wege ein, indem der Zusatzinhalt nur aus der Top-Down-Perspektive gespielt wird. Warum gerade der Abschluss des Season Pass trotz einiger Schwächen für mich das beste des Gesamtpakets ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.


Für Ash geht es häufig hoch hinaus.

© Ubisoft Entertainment

Die Geschehnisse des dritten DLCs schließen unmittelbar an den ersten an, an dessen Ende Fenyx endlich in die Reihen der Götter aufgenommen wurde. Ruhe kehrt damit jedoch nicht ein, da es noch immer Streitigkeiten zwischen den Gottheiten gibt, was das Gleichgewicht der Welt aus den Fugen geraten lässt. Da Fenyx selbst nicht eingreifen kann, bestimmt sie die Sterbliche Ash dazu, die Götter aufzuspüren und zurück in ihre Reihen zu bringen. Unterstützung erhält sie dabei von Athena, welche als Eule auf die Welt zurückkehrt und Ash auf ihrer Reise mit hilfreichen Tipps und neuen Fähigkeiten unterstützt.


Der Charme und Witz der gesamten Reihe wird dabei gut weitergeführt, auch wenn uns ein gänzlich anderes Abenteuer erwartet, da das gesamte Spiel aus der Top-Down-Perspektive erlebt wird. Somit nimmt man als Spieler mehr oder weniger den Platz von Fenyx ein, welche von oben die Geschehnisse beobachtet. Besonders schön finde ich jedoch die Gespräche, welche zwischen Ash und Fenyx stattfinden. Zwischenzeitlich unterhalten sich die Gottheit und die Sterbliche über alle möglichen Dinge, die ihnen durch den Kopf gehen. Dies lockert das Abenteuer nicht nur auf, sondern gewährt uns kleinere Einblicke in die beiden Charaktere. Das so entstehende Hack & Slay-Erlebnis bietet spielerisch viel Neues und macht von Beginn an eine Menge Spaß.


Zu Spielbeginn verfügt Ash jedoch über keinerlei nennenswerte Fähigkeiten. Erst im Laufe der Geschichte erhält sie die Talente, welche wir bereits von Fenyx kennen. So darf Ash mit einem Sprint nach vorne schnellen und brüchige Wände durchstoßen, mittels Telepathie Gegenstände bewegen oder auch mit Pfeil und Bogen Gegner bekämpfen. Doch auch der bekannte Kampfstil aus Schwert und Axt ist mit dabei, sodass man sich wie zuhause fühlt. Das Grundgerüst ist somit zwar bekannt, spielt sich durch die neue Perspektive jedoch vollkommen anders, was ich sehr erfrischend fand. Darüber hinaus lassen sich auf Altaren, welche in der gesamten Spielwelt verteilt sind, alle Fähigkeiten noch mit Essenzen erweitern, die man durch Quests oder Kämpfe erhält. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Buffs wie das Einfrieren oder Vergiften von Feinden, doch auch Verbesserungen, wie das Ausführen bestimmter Attacken in der Luft lassen sich so anlegen.


Viele Umgebungen sehen wieder einmal traumhaft auf.

© Ubisoft Entertainment

Darüber ersetzen die Altare bekannte Funktionen des Hauptspiels und der Zusatzinhalte. Ash kann sich beispielsweise nicht durch Tränke heilen oder weitere Buffs hinzufügen, sondern muss auch dies an einem Altar erledigen. Hierfür sind kleinere Opfergaben notwendig. Die benötigten Früchte oder Materialien finden sich in der gesamten Spielwelt an Büschen, Bäumen oder ihr erhaltet sie eben von einem der vielen bekannten Feinde. Diese wurden übrigens durch kleinere neue Movesets erweitert, sodass auch innerhalb der Kämpfe Abwechslung geboten wird. Ein Dorn im Auge dürfte vielen jedoch sein, dass das Speichern nur an Altaren möglich ist. Auch ich musste auf die bittere Art und Weise lernen, dass man dies häufig durchführen sollte. Insgesamt glaube ich aber, dass diese Vorgehensweise besser zum DLC passt, als die Möglichkeit, immer und überall abzuspeichern.


Ansonsten durchstreift ihr eine Spielwelt, welche zwar zu Beginn nicht offen ist, durch das Finden von Altaren und Aktivieren von besonderen Opfergaben schaltet ihr jedoch nach und nach neue Gebiete zum Erkunden frei. Beispielsweise muss man relativ zu Beginn des Spiels einige Materialien sammeln, um eine Brücke erscheinen zu lassen, welche einem ein neues Gebiet eröffnet. Dabei trefft ihr auch auf neue Gesichter wie Hades oder Demeter, welche unglücklich durch die Lande ziehen und einige Quests für euch bereithalten. Kommt ihr ihren Wünschen nach, beruhigen sich ihre Gemüter und sie schließen sich den anderen Gottheiten erneut an. Hades möchte beispielsweise, dass ihr Gewölbe erkundet, um dort Steinplatten freizulegen. Diese sind zwar nicht so häufig in der Spielwelt zu finden, wie es noch im Hauptspiel der Fall war, die Rätseleinlagen sind jedoch wieder toll in das Spielkonzept integriert.


Durch das hohe Aufkommen von Gegnern muss man manchmal die Beine in die Hand nehmen.

© Ubisoft Entertainment

So gut mir das alles wirklich gefällt, so kritisch muss man die Neuheiten jedoch auch betrachten. Zum einen ist hier der technische Aspekt zu nennen. Wie bereits im Hauptspiel kommt es immer wieder zu aufploppenden Gegenständen und Texturen. Dies ist im Grunde nicht schlimm, an manchen Stellen nimmt dies jedoch überhand und führt leider zu auftretenden Slowdowns der Framerate. Zudem sind durch die neue Perspektive die Kameraoptionen sehr eingeschränkt. Natürlich gehört dies zum Top-Down-Abenteuer irgendwie dazu, gleichzeitig fühlt es sich beim Spielen aber an manchen Stellen nicht richtig an, da das Sichtfeld zu sehr eingeschränkt wird. Das bemerkt man vor allem, wenn man zu Ross unterwegs ist und mit erhöhter Geschwindigkeit durch die Lande zieht. Zuletzt störten mich im Verlauf des Spiels die Kämpfe selbst auch immer mehr, da diese durch die immense Anzahl und durch das hohe Gegneraufkommen sehr langatmig wurden. Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen.


Ansonsten kann man aber nicht meckern. Die Geschichte ist unterhaltsam, die Spielwelt groß und die vielen kleinen Quests und sammelbaren Gegenstände laden dazu ein, Gebiete erneut zu erkunden und sich mit neuer Ausrüstung zu stärken. Nicht zuletzt durch den stetigen Ausbau von Ashs Fähigkeiten ist das Abenteuer wie gemacht dafür, mittels der Schnellreisefunktion alte Gebiete erneut zu durchkämmen, um Verborgenes aufzuspüren. An vielen Stellen warten nämlich versteckte Kisten auf euch, welche entweder durch harte Kämpfe oder noch härtere Kopfnüsse an Rätseln geöffnet werden können und spannende Extras für eure Heldin bereithalten. Lässt man sich darauf ein, winkt einem ein mehrstündiger Spielspaß, welcher sich super in das Gesamtkonzept von Immortals Fenyx Rising einfügt. Mein persönlicher Wermutstropfen ist jedoch, dass es keine Option für einen kooperativen Mehrspieler-Modus gibt, da Ashs Abenteuer wie gemacht dafür wäre.

Unser Fazit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Mit dem dritten DLC „Die verlorenen Götter“ findet Immortals Fenyx Rising nun vorerst sein Ende. Etwas wehmütig schaue ich zurück, da ich persönlich noch viele weitere Stunden in der Spielwelt verbringen möchte, da sie trotz bekannter Spielmechaniken doch so viel Neues und Spannendes bot. Vor allem dieser dritte DLC erfindet das gesamte Spielkonzept nochmals neu, indem Bekanntes in das Top-Down-Szenario überführt wird. Dies steht dem Spielprinzip nicht nur gut, sondern macht auch verdammt viel Spaß. Die kleineren Schwächen wie die technischen Probleme oder das zu hohe Gegneraufkommen stören den Spielfluss zwar, bewegten mich aber zu keiner Sekunde dazu, das Abenteuer abzubrechen. Das Freischalten immer neuer Fähigkeiten und Gebiete war dann doch einfach zu motivierend und ich wollte unbedingt mehr über Ash und Fenyx erfahren. Dementsprechend kann ich eine klare Empfehlung für „Die verlorenen Götter“ aussprechen, wenn man Lust auf etwas mehr griechische Mythologie hat.
Mein persönliches Highlight: Wie sich Immortals Fenyx Rising dank der Top-Down-Ansicht selbst neu erfindet.

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Kommentare 11

  • simmonelli

    Turmheld

    Wie lange hat es denn gedauert, bis man die "Hauptstory" des DLC durch hat?

  • Nebria

    Turmheld

    Ich finds tatsächlich erstaunlich wie anders sich das DLC 3 anfühlt.

    DLC 2 war im Vergleich dazu ja noch sehr Nahe am Hauptspiel.


    Mir macht das DLC 3 jedenfalls viel Spaß. Liegt zum einen daran das es ne Fortsetzung des Hauptspiels bzw. DLC 1 ist und die Änderungen doch neugierig gemacht haben.

    DLC 2 war ok, aber ich fands jetzt nicht richtig spannend. Lag vermutlich an der fehlenden Verküpfung zum Hauptspiel. Habs aber auch noch nicht durch.


    Für mich hat sich der Seasonpass jedenfalls gelohnt. Hab echt viel Stunden da in die DLCs reingesteckt.

    DLC 1 war dabei der ungeliebteste, DLC 2 und 3 sind bisher gleichauf. Aber hab da noch einiges zu spielen, MH Rise frißt halt auch viel Zeit ^^

  • iZen

    Turmheld

    Darf ich fragen warum du das gut findest, wenn man nicht überall Speichern kann und gezwungen ist, zu warten bis man einen Altar findet? Ich kann sowas nicht nachvollziehen, wenn man diese Art der Freiheit nicht hat. Es gib zig Situationen wo man spielen möchte und weiß, es bringt jetzt nichts da ich nicht speichern kann, wie und wann ich will. Sorry sowas schränkt total ein, ist unflexibel und absolut nicht in Ordnung 🤔

  • Weird

    Turmfürst

    Ne bessere Spielzeitangabe würde mich auch noch interessieren. "Mehrstündig" könnte kaum nichtssagender sein xD

    Das mit den Gegnern wird mich wohl auch ziemlich stören. Nen Bekannter, ders aktuell spielt, meinte auch schon, dass die Gegner ohnehin echt zäh sind und ständig neue Wellen spawnen. Klingt erstmal als ob die Entwickler hier entweder die Spielzeit künstlich strecken oder künstlich einen stärkeren Diablo Flair erzeugen wollten und es nicht so ganz hingekriegt haben.

    Dass man nun bei Schreinen speichert, empfinde ich auch nach wie vor als gewaltigen Rückschritt.


    Bin jetzt noch etwas unsicher, ob mir der DLC gefallen wird oder für mich dann doch eher ne Enttäuschung sein wird. Naja der Season Pass ist ohnehin gekauft, seit er im Sale letztens war, also werde ich das früher oder später herausfinden...^^

  • Nebria

    Turmheld

    iZen

    Man muss etwas taktischer und vorsichtiger spielen, damit man sich nicht übernimmt und stirbt.

    Das macht es etwas anspruchsvoller. Ist für mich ein Vorteil.


    Andererseits, wenn man z.B. kurzfristig aufhören muss und nicht speichern kann, nervt das natürlich.

    Oder wenn man versehentlich oder durch eine fiese Stelle gestorben ist, und alles nochmal machen darf. verliert man schnell die Lust.

    Was dazu doppelt nerven kann: man brauch einen Altar und ein Item zum Opfern.


    Eine andere Mechanik die anders it, und auch nerven kann, es gibt keine Tränke.

    Man kann also nicht durch Tränke Spammen sich durchboxen.

    Zwar droppen, wie auch bei Diablo 3, so Lebenskugeln, aber die sind begrenzt.

    Man kann bei den Skills mit Elementen Sachen anpassen, da gabs auch was mit heilen.

    Also man steht nicht komplett ohne Heilung da, aber es erfordert natürlich eine gewisse andere und aktive Spielweise.


    Genau das machts auch wieder irgendwie spannend für mich.

    Aber ich mag auch Diablo und Darksiders Genesis, dem der DLC ja sehr Nahe kommt vom Spielgefühl her.

    Es ist ein nettes Experiment, was hier gemacht wurde. Aber sicher nicht für jeden was.

  • iZen

    Turmheld

    Nebriaokay danke für die Erklärung. Ich werd mal schauen. Ich mag Diablo auch - aber ob mir das Spiel als Diablo-Klon zusagt weiß ich nicht. Mein Gefühl und meine Erfahrungen sagen mir immer; lass die Pfoten von Ubisoft. Hätte ich mal drauf gehört 😄 aber es fing halt echt gut an mit dem Game bis jetzt dieser letzte DLC kam.

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    iZenmeine Erklärung wurde bereits geliefert. :-) also es macht einen groß Reiz aus, dass ich nicht alle 5 Sekunden speichern kann und eben aufpassen muss, wenn ich durch die Welt ziehe.

    Nebriagerade auf der Switch sind kurzen Pause ja jederzeit möglich. Entsprechend hat die Version beim dritten DLC einen riesigen Vorteil :)

    Weird Ja die Gegner sind knackig, gleichzeitig aber auch gut zu meistern, wenn man sich um seine Ausrüstung kümmert. Daher würde ich es mal als schwer aber nicht unfair bezeichnen.

    simmonelliehrlicherweise fällt es mir schwer, mich auf eine Stundenanzahl festzulegen, da man eben nicht nur rein der Story folgen kann. Je nach Spielweise würde ich mal 10-15 Stunden sagen, wobei man als Profi durchaus auch schneller durchkommt. Wohingegen unerfahrenere Spieler auch mehr investieren könnten.

  • simmonelli

    Turmheld

    Weird Ja die Gegner sind knackig, gleichzeitig aber auch gut zu meistern, wenn man sich um seine Ausrüstung kümmert. Daher würde ich es mal als schwer aber nicht unfair bezeichnen.

    Ich vermute mal, man kann immer noch die Schwierigkeit flexibel einstellen, oder? Dann kann man sich ja manche Kämpfe auch leichter machen, falls man etwas am verzweifeln ist. Das fand ich im Hauptspiel schon fair und gut.

  • Nebria

    Turmheld

    simmonelli

    Ja die gibt's weiterhin.


    Maik Styppa-Braun

    Das stimmt allerdings. :thumbup:

  • Nebria

    Turmheld

    Hab es heute durchgespielt. 20h hat mein Speicherstand. Hab nicht alles gemacht aber ich sag mal 90%.


    Das Spiel ist recht schwierig, da Gegner gerne in 2-3 Wellen spawnen.

    Es empfiehlt sich die Buffs beim Altar mitzunehmen und die extra leben. Dann spielt es sich sehr viel entspannter.


    Hat viel Spaß mit den dlc. Fand die Story echt gelungen und ist schön das es quasi das Hauptspiel fortsetzt.

  • simmonelli

    Turmheld

    Ich bin jetzt auch durch. 22h bei ca. 98% (3-4 epische Kisten habe ich nicht gehoben). In Summe hat es wirklich Spaß gemacht. Die Geschichte ist gut erzählt und der Humor trifft diesmal viel mehr meinen Geschmack und ist dezenter/weniger häufig.


    Zur Schwierigkeit: ich habe normal gespielt (mache ich eigentlich immer). Das lief super bis ca. 4-5h hinein - dann hat man Schwert/Axt (oder beides) auf Lv2, bekommt aber praktisch nur noch goldene Gegner. Sehr, sehr frustrierend. Ich habe dann auf einfach gestellt und nachdem man Schwert & Axt auf 3 hat, kann man wieder auf "Normal" stellen und kommt gut durch, wenn das Schwert dann auf 4 geht, wird das Kämpfen wieder so einfach, dass man in den Kämpfen Gesundheit regenerieren kann. Voraussetzung ist allerdings, dass man die Heldengaben gut mit Essenzen (Kettenblitz, Flächenschaden, Betäubung) levelt. Daher kann ich nur empfehlen auch die (kurzen) Nebenquests abzuarbeiten.



    Die Perspektive ist definitiv gewöhnungsbedürftig. Gerade bei Rätseln habe ich die freie Kamera häufiger vermisst. Letztlich ist die Idee aber konsequent und in Summe positiv, weil es doch eine andere Perspektive des Spiels erlaubt.


    In Summe wurde ich wieder gut unterhalten. In Teilen sogar besser als im Hauptspiel. Ich finde die Länge um die 20h für ein OpenWorld-Spiel genau richtig. Da geht richtig was in der Handlung voran und man verzettelt sich nicht in unendlich vielen Nebenquests. Wer das Kampfsystem im Hauptspiel nicht total daneben fand, kann beruhigt zugreifen. Man bekommt für die 15€ definitiv einen adäquaten Gegenwert.