Volle Power Dungeon-Crawler

Für Fans von Dungeon-Crawler-Rollenspielen hatte NIS America im August 2020 eine ganz besondere Botschaft parat. Mit Saviors of Sapphire Wings / Stranger of Sword City Revisited brachte der japanische Publisher Mitte März 2021 einmal mehr Titel aus Japan ins westliche Gefilde. Hinter Saviors of Sapphire Wings versteckt sich hierbei ein Remake von Blue-Winged Chevalier, welches bereits vor einigen Jahren in Japan für die PS Vita veröffentlicht wurde. Während der Fokus auf diesem Titel liegt, hat sich NIS America noch einen ganz besonderen Bonus einfallen lassen. So hat das mittlerweile veröffentlichte Doppelpack neben Saviors of Sapphire Wings noch ein weiteres vollwertiges Spiel im Gepäck: Stranger of Sword City Revisited. Wie der Titel bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine überarbeitete Version des gleichnamigen Dungeon-Crawlers.


100 Jahre nach eurer Niederlage geht es erneut in den Kampf gegen den bösen Overlord

© Experience Inc.

In Saviors of Sapphire Wings findet ihr euch in der Rolle eures selbsternannten Heldens wieder, der sich im Kampf gegen den Herrn der Dunkelheit geschlagen geben musste. Mitsamt der bitteren Niederlage wurde ein Zeitalter der endlosen Dunkelheit eingeläutet, Städte zerstört und Einwohner unterdrückt. 100 Jahre nach eurem Scheitern erwacht ihr nun in einem neuen Körper. Ohne Erinnerungen an euer Vorleben müsst ihr an der Seite von ausgewählten Kameraden erneut den Kampf gegen den dunklen Overlord aufnehmen.


Während der Rettung der Welt stellen sich jede Menge Gegner in euren Weg, die nach dem Zufallsprinzip erscheinen. Das Kampfsystem ist klassischerweise rundenbasiert und lässt euch mit fünf weiteren Charakteren gegen böse Monster, Dämonen und Co. antreten. Welche Taktik ihr mit euren Verbündeten verfolgt, liegt vollkommen bei euch. So wie ihr es eingangs mit eurem Helden getan habt, könnt ihr auch bei euren nach und nach dazukommenden Mitstreitern auswählen, welcher Klasse sie angehören und welche Stärken sie haben sollen. Demnach kann euer Team aus beispielsweise Kämpfern, Magiern oder aber Heilern mitsamt ihren individuellen Fähigkeiten bestehen. Im Kampf gilt es dann Attacken auszuführen, mit Magie die hinteren Reihen an Monstern anzugreifen oder lieber in die Verteidigung überzugehen. Insbesondere im weiteren Verlauf des Spiels reicht es nicht mehr aus, nur noch wild auf die Monster in den vorderen Reihen loszuprügeln. Wenn starke Gegner euch auf einmal fast mit einem Schlag besiegen können, ist Taktik gefordert. Im Kampf habt ihr dann die Möglichkeit, durch das Drücken von X direkt alle Kommandos, die in der letzten Runde ausgewählt wurden, ausführen zu lassen. Mit Blick auf das Kampfsystem, ist dies eine angenehme Abkürzung.


Ob der Cyclops innerhalb von fünf Runden besiegt werden konnte?

© Experience Inc.

Insgesamt waren die Kämpfe in Bezug auf ihren Schwierigkeitsgrad gut meisterbar – wenn teilweise auch nach einer gewissen Vorarbeit. So waren manche spawnende Gegner direkt in wenigen Runden besiegt, größere Monster benötigten dann schon ein wenig mehr Erfahrung. Wild nur auf Angriff zu setzen, führt demnach nicht immer zum Sieg bzw. zum Erledigen der Quest. In diesem Zusammenhang waren vor allem zwei Features besonders einsteigerfreundlich: Einerseits gibt es eine Automap-Funktion, mit der ihr automatisch zu ausgewählten Orten kommt. Insbesondere wenn zum Beispiel der Rückweg nach erledigter Quest ansteht, kann man so ganz leicht wieder zur Basis finden. Andererseits ist auch der Tod eines oder aller Kameraden nicht von tragischem Ausmaß. Sobald ihr von einem Kampf zur Basis zurückkehrt, erhalten eure Helden wieder die vollen KP und sind ohne Probleme einsatzbereit. Komplett auf diese “Wiederbelebungsmethode” solltet ihr allerdings nicht setzen. Denn zwischen euch und euren Kameraden könnt ihr eine besondere Bindung aufbauen, die darunter leidet, wenn ihr eure Mitstreiter dauernd sterben lasst. Levelt ihr eure Bindung hingegen, könnt ihr spezielle Skills ausbauen. Diese haben unterschiedliche Effekte und helfen beispielsweise dabei, vor Monstern zu flüchten. Was mir hier gut gefallen hat, ist, dass eure Verbündeten nicht nur irgendwelche zufälligen Charaktere sind, sondern stattdessen mit einer kleinen Hintergrundgeschichte daherkommen. Unterhaltet ihr euch mit diesen, teilen sie durchaus auch mal ihre Bedenken mit oder geben einen kleinen Einblick, wer sie denn überhaupt sind.


Während mir das Charakter-Design sehr zugesagt hat, ist die Welt ziemlich schlicht gehalten. Die Grafik der feldbasierten Dungeons, aber auch teilweise das Design der Gegner, sind nicht besonders herausragend – weder negativ noch positiv. Die musikalische Untermalung hat mir hingegen schon mehr zugesagt und ist durchaus stimmig. Auch wenn es bei der Lokalisierung nicht unbedingt anders zu erwarten war, ist an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen, dass Saviors of Sapphire Wings lediglich mit englischen Untertiteln daherkommt; eine japanische Sprachausgabe gibt es nicht.


Insgesamt hat der Titel seinen Umzug auf die Nintendo Switch gut gemeistert. Wenngleich mir das Spiel einmal kurz eingefroren ist, habe ich während der Kämpfe keinerlei technische Probleme gehabt. Auch ist es im Laufe des Spiels möglich, Achievements freizuschalten. Welche ihr bereits holen konntet und welche euch noch fehlen, ist im Menü ersichtlich.


Zum Vergleich: So sieht ein Kampf in Stranger of Sword City Revisited aus

© Experience Inc.

Wie eingangs erwähnt, hat NIS America neben Saviors of Sapphire Wings auch noch einen schönen Bonus beigelegt. Stranger of Sword City Revisited ist hierbei eine überarbeitete Version des ab 2014 erschienenen Titels. Die Geschichte beginnt nach dem plötzlichen Verschwinden eines Flugzeuges über dem Ozean. Als einziger Überlebender des Absturzes findet ihr euch zwischen den Dimensionen auf der fliegenden Insel Escario wieder. Gemeinsam mit anderen Kämpfern gilt es nun, in der gefährlichen Welt zu überleben und einen Weg nach Hause zu finden. Die Handlung von Stranger of Sword City Revisited findet hierbei im gleichen Universum wie Saviors of Sapphire Wings statt, wenngleich nicht in derselben Zeitlinie oder am selben Ort. Auch der grundsätzliche Aufbau ähnelt sich: Es erwartet euch ein rundenbasiertes Kampfsystem, jede Menge Dungeons und sogar das ein oder andere Monster kommt einem ziemlich bekannt vor. Der Schwierigkeitsgrad bei diesem Titel ist höher und hat sich insgesamt nicht mehr ganz so einsteigerfreundlich angefühlt. Ein wichtiger Unterschied ist beispielsweise, dass eure Mitstreiter durchaus auch für immer das Zeitliche segnen können – das war in Saviors of Sapphire Wings nicht der Fall. Den Schwierigkeitsgrad könnt ihr allerdings auswählen, hierzu stehen euch drei unterschiedliche Stufen zur Verfügung. Auch in Bezug auf das Charakter-Design unterscheiden sich die beiden Spiele meiner Meinung recht stark. Mich persönlich hat der aus Saviors of Sapphire Wings mehr angesprochen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maja Schenk

Vereint unter einem Titel bringt NIS America mit Saviors of Sapphire Wings / Stranger of Sword City Revisited zwei solide Dungeon-Crawler-Rollenspiele in das westliche Gefilde. Auch wenn diese nicht durch außergewöhnliche Ideen oder ähnliches herausstechen, wird das Doppelpack für Fans des Genres durchaus einige spaßige Stunden bereithalten. Mit Saviors of Sapphire Wings erhaltet ihr hierbei einen einsteigerfreundlicheren Dungeon-Crawler, der euch durchaus den ein oder anderen Fehler verzeiht. Zwischen den Quests wird die Geschichte des Titels immer mal wieder vorangetrieben und auch eure Kameraden lassen ein wenig in ihre Hintergrundgeschichte blicken. Wer es ein wenig schwerer mag, sollte einen Blick auf Stranger of Sword City Revisited werfen.
Mein persönliches Highlight: Das Charakter-Design in Saviors of Sapphire Wings

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