Epileptiker müssen draußen bleiben

Ende des letzten Monats erschien EQI für die Nintendo Switch, gut drei Monate nach dessen erstmaliger Veröffentlichung auf PC via Steam. In diesem psychedelischen Rätsel-Platformer aus der Ego-Perspektive müsst ihr euch durch farbenfrohe Level zu atmosphärischer Synthesizermusik knobeln. Ob Sprungpassagen und Puzzles dem Standard des passionierten Spielers entsprechen, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.


Nicht selten müsst ihr während des Rennens und Springens den Level drehen. Das ist nichts für von Motion Sickness geplagte Spieler.

© Chopin et al. / Hyperstrange

EQI ist eines der Spiele, die euch ohne jegliche Umschweife in ein Tutorial werfen. Dort lernt ihr in wenigen Schritten die eingängige Steuerung und das Kernprinzip des Spiels kennen. Die einzelnen Level haben einen fixen Start- und Endpunkt. Letzterer äußert sich in einem grünen Gewaber, welches es zu durchschreiten gilt. Eure Aktionen beschränken sich auf Laufen, Rennen, Springen und per Knopfdruck die Levelarchitektur auf vordefinierter Achse zu drehen. Manche Oberflächen können hierbei von euch passiert werden, andere führen zum sofortigen Game Over und setzen euch zum letzten Checkpoint zurück.


Eine richtige Geschichte gibt es nicht. Viel mehr versteht sich EQI als audio-visuelles Erlebnis, was es gelegentlich auch ganz gut hinbekommt. Die Level sind farbenfroh und grell sowie bar jeder menschlichen Logik aufgebaut. Der Weg zum Ziel ist mitunter nicht sofort zu erahnen und wird mit einem Aha-Erlebnis belohnt, was dem Rätselfaktor des Spiels zugute kommt.


Die für die Sprungpassagen erforderliche Präzision leidet nicht selten unter der etwas schwammigen Steuerung gepaart mit der – mutmaßlich der Immersion wegen – gewählten Perspektive. Darüber hinaus endet das Spiel relativ bald. Nach gut einer Stunde flimmert bereits der Abspann über den Bildschirm und das obwohl der letzte Level noch einmal reichlich Abwechslung ins allgemeine Design bringt. Der Titel endet gerade dann, wenn es am schönsten ist und die Neugierde geweckt wurde. Schade.


Auch die Technik brilliert nicht gerade auf Nintendos Hybridkonsole. Trotz des zumeist recht kargen Leveldesigns kommt es gelegentlich zu Rucklern, was gerade in Kombination mit der teils hohen Spielgeschwindigkeit und dem präzisen Gameplay negativ auffällt. Der Soundtrack hingegen kann sich hören lassen und begleitet die visuelle Präsentation gekonnt.

Unser Fazit

5

Für Genre-Fans

Meinung von Felix Kraus

EQI ist ein kurzweiliger Spaß, dessen Ende überraschend früh kommt. Gerade der starke, mysteriöse Einstieg ins letzte Level regt die Neugierde an, welche nach einer letzten, kniffligen Sprungpassage der Ernüchterung weicht. Auch technisch kann die Nintendo Switch mehr leisten, als gezeigt wird. Trotz des einfachen Leveldesigns kommt es zu Einbrüchen in der Bildrate, deren Ursprung vermutlich auf den vielen Lichteffekten beruht. Rätselfreunde mit einer moderat ausgeprägten Frusttoleranz können sich EQI ob seines niedrigen Preises und trotz der Mängel ruhig mal zu Gemüte führen, alle anderen sollten ihre Zeit jedoch lieber in etwas anderes investieren.
Mein persönliches Highlight: Die gelegentlich auftretenden Aha-Erlebnisse und der starke Einstieg ins letzte Level.

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