Werdet Meister der Alchemie!

Als Alchemie bezeichnet man die alte Lehre der Eigenschaften von Stoffen und ihren Reaktionen. Diese wurde vor allem im 1./2. Jahrhundert praktiziert und gilt bis heute als elementarer Vorläufer der modernen Chemie. Viele Alchemisten beschäftigten sich vorrangig mit Metallen und Mineralien und erforschten unter anderem deren Vorkommen in der Natur. Oft wird diese Stoffkunde aber auch mit dem Brauen von Zaubertränken in kochenden Kesseln assoziiert. Diesen Gedanken griffen die deutschen Entwickler von Top Hat Studios auf und lassen euch in Potion Party euren eigenen Trankladen eröffnen.


Braut zusammen unwiderstehliche Tränke!


Mit diesem Auftakt ist die gesamte Story des Spiels bereits erklärt. Ihr werdet hier in eine kunterbunte Fantasiewelt entführt, die vor allem für Fans einer pixelartigen Optik ansprechend erscheinen könnte. Dies passiert allerdings komplett ohne Zwischensequenzen oder Dialoge, sodass der Fokus komplett auf das eigentliche Gameplay gelegt wird. Eure Hauptaufgabe besteht darin, Kunden möglichst schnell zufriedenzustellen und nach und nach euren Laden zu erweitern.


Zu Beginn startet ihr mit einem recht überschaubaren Laden, der sich im späteren Verlauf ausbauen lässt.

© FusionPlay

Um dies gewährleisten zu können, bedient ihr euch verschiedener Gerätschaften sowie Naturalien. Von Anfang an besitzt ihr drei verschiedenfarbige Plantagen, die regelmäßig mit Wasser gegossen werden müssen um eine reife Ernte saftiger Früchte zu garantieren. Diese werden im Mörser fleißig zu Pulver verarbeitet und wiederum im Braustand zu einem köchelnden, magischen Trank weiterverarbeitet. Jede Handlung benötigt hierbei seine Zeit, nutzt das zwischenzeitliche Warten also effektiv, es können nämlich auch mehrere Vorgänge gleichzeitig ablaufen.


Ein positiver Aspekt von Potion Party spiegelt sich im Lerneffekt wieder. In den zwölf Missionen des Storymodus werden eure Fähigkeiten als Alchemist stetig erweitert und eure Handlungen automatisiert. Dabei bietet jede dieser Aufgaben einen wachsenden Schwierigkeitsgrad an, sodass vor allem die späteren Stages sehr anspruchsvoll werden können. So versuchen unter anderem Diebe eure wichtigen Ressourcen zu stehlen oder Schleime versperren euch den Weg. Zum Glück besitzt ihr außerhalb des Geschehens ein Handbuch mit allen Rezepten und Maßnahmen gegen die eben genannten Eindringlinge. Alternativ müsst ihr die Schädlinge nicht bekämpfen, ihr dürft ihnen auch gekonnt ausweichen.

Für jeden zufriedenen Kunden erhaltet ihr zudem einige Goldmünzen, welche wiederum für den Shop relevant sind. Hier könnt ihr in drei verschiedenen Abteilungen euren Laden verbessern. Neben dem Hauptcharakter Abel könnt ihr beispielsweise noch zehn weitere Zauberlehrlinge rekrutieren, die allesamt mit verschiedenen Vorteilen daherkommen - sei es mehr Gold beim Verkaufen eines Tranks oder einer schnelleren Brauzeit. Ihr könnt natürlich auch eure Ausstattung modifizieren und so die Anzahl eurer Ablagen oder Geräte erhöhen sowie eure Gemächer dekorativ mit zum Beispiel einer Ritterrüstung ausstatten.


Perfekt für jede Party unter Freunden!


In eurem Laden könnt ihr euch mit verschiedenen Charakteren ins Geschehen stürzen.

© FusionPlay

An dieser Stelle muss allerdings der Umfang des Spiels kritisiert werden. Die bereits erwähnten zwölf Missionen lassen sich in knapp 5 Stunden, wahlweise alleine oder im lokalen Koop-Modus, durchspielen Es können zudem zwei weitere Modi freigeschaltet werden. Einer davon ist ein Versus-Modus, in dem ihr euch in zwei verschiedene Teams aufteilt und gegeneinander antretet. Zuletzt gäbe es da noch einen Endlos-Modus, welcher euch ohne jegliche Zeitbegrenzung an euren Fähigkeiten als Alchemist feilen lässt. Es fehlt an dieser Stelle leider die Möglichkeit, auch online mit oder gegen seine Freunde zu spielen. Dies würde dem brodelnden Partyspiel einen wichtigen Schliff verleihen. Auch würden weitere Missionen dem Storymodus gut tun, es ließe sich bestimmt noch einiges an Potenzial aus dem Spielprinzip herauskitzeln.


Auf technischer Ebene erwartet euch hier eine unkomplizierte, pixelartige Optik. Alles ist auch auf dem Bildschirm der Nintendo Switch gut zu erkennen, niedliche Animationen bereichern das Erscheinungsbild und die Bildrate bleibt dabei stets flüssig. Die Entwickler haben hier einen sicheren Zeichenstil gewählt, der das Gameplay umso charmanter erscheinen lässt. Lediglich bei der Bildschirmsprache gibt es Kritik, denn trotz ausgewählter deutscher Sprache werden einige Textstellen in Englisch angezeigt. Dies soll aber nur der Fehlerteufel im Detail sein, Potion Party bietet grundsätzlich eine überschaubare Menge an Textpassagen.


Entspannend wirkt auch die musikalische Untermalung. Neben den mittelalterlich anmutenden Sounds bietet das Spiel zwar recht wenige und sich wiederholende Musikstücke, allerdings sollte dies kein Problem darstellen. Diese haben sich niemals als störend herausgestellt und sind für ein kurzweiliges Partyspiel durchaus angemessen. Die Steuerung des Spiel ist herrlich unkompliziert, ihr benötigt im Grunde genommen nur den linken Controlstick sowie maximal zwei weitere Knöpfe um das Spiel spielen zu können. Die Mehrspielermodi lassen sich zudem mit jeweils einem Joy-Con spielen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Fabian Blatt

Mit Potion Party erhaltet ihr ein spaßiges Partyspiel, welches vorallem mit Freunden seine volle Wirkung entfacht. Der Umfang des Spiel ist für den Preis von schlappen zehn Euro angemessen, ihm würden aber weitere Herausforderungen sowie ein Online-Modus gut tun. Eine bunte und charmante Gestaltung, die einfache und sehr einsteigerfreundliche Steuerung sowie der stehts fordernde Schwierigkeitsgrad führen euch zu einem angenehmen Einzelspielererlebnis. Generell eignet sich Potion Party eher für einen kurzweiligen Spaß zwischendurch und bietet euch mit vielen Verbesserungmöglichkeiten eures Ladens eine ansprechende Menge an Langzeitmotivation. Insgesamt präsentiert sich das Spiel als eine empfehlenswerte Alternative zu anderen Genrevertretern wie beispielsweise Overcooked.
Mein persönliches Highlight: Die zauberhafte Pixeloptik sowie der stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad.

Die durchschnittliche Leserwertung

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