Altbekannter Diamant neu für die Nintendo Switch aufpoliert

Wir schreiben das Jahr 2006 – ein sagenumwobenes Jahr für die Nintendo-Community, denn eine der bekanntesten Nintendo-Konsolen findet ihren Weg auf den globalen Markt. Mit der Veröffentlichung der Wii kam auch die Geburtsstunde einer speziellen Gruppe von Avataren: die Mii. Klein, knuffig und individuell anpassbar. Schnell wurden die kleinen Freunde unsere engen und zeitlosen Begleiter auf einer langen Reise durch verschiedene Spiele aus dem Hause Nintendo. Eine richtige Persönlichkeit bekamen die Mii dann durch Spiele wie Tomodachi Life (Nintendo 3DS, 2013) oder Miitopia (Nintendo 3DS, 2016) eingehaucht. Ob im Alltagsleben der Mii oder auf spannenden Abenteuern, Spieler wussten die lustigen, selbst gestalteten Personen stets zu schätzen. Jetzt, im Jahre 2021, darf sich die Mii-Gemeinschaft über eine Neuauflage eines ihrer beliebtesten Adventure-Spiele freuen. Miitopia hat es endlich mit aufgefrischter Grafik und zusätzlichen Inhalten auf die Nintendo Switch geschafft. Ein Abenteuer wartet auf uns. Viel Spaß beim Schmökern meine lieben Mit-Miis.


Urkomische Erkundungen warten auf euch!


Wer das Original für den Nintendo 3DS nicht gespielt hat, darf sich jetzt über eine kurze Zusammenfassung freuen. Alle anderen Leserinnen und Leser können gerne zur nächsten Überschrift springen. Diese gesparte Lesezeit kann man dann ja in die Spielzeit von Miitopia investieren ;) .


Ein direkter Vergleich zeigt schon, wie sich Miitopia zum Positiven entwickelt hat.

© Nintendo

Miitopia ist, einfach gesagt, eine Art RPG- und Adventure-Spiel mit viel Humor. Im Land von Miitopia treibt das Böse sein Unwesen. Ein finsterer Fürst, dessen Name und Gesicht ihr selbst bestimmt, hat die Visagen aller Bewohner von Miitopia rücksichtslos gestohlen. Statt aber diese Gesichter zu essen, hat er sich entschlossen, Monstern, die das Land bevölkern, damit auszustatten. Ihr, als edler Held, werdet durch ein heiliges Wesen namens Horst ausgewählt und von ihm aufgefordert, den Monstern die geklauten Gesichter wieder zu entreißen. Hierfür prügelt ihr mit eurem Charakter und den selbst ausgewählten Verbündeten mithilfe von Waffen und Magie auf die Monster ein. Nach dem Ableben der Monster fliegen die Antlitze zurück zu ihrem ursprünglichen Besitzer. Euer ultimatives Ziel besteht darin, alle Gesichter der Mii zu befreien und den finsteren Fürst in seine Schranken zu weisen. Auf diesem epischen und teils lächerlichen Abenteuer bewegt ihr euch durch das weite Land von Miitopia und lauft von einem Schatz zum nächsten und findet Ruhe und Unterhaltung in Gasthäusern. Wie in vielen anderen Rollenspielen, spielt auch bei Miitopia das Thema Freundschaft und Zusammenhalt eine zentrale Rolle. So zentral, dass viele Spielmechaniken unmittelbar damit verknüpft sind und Feindschaften euch auch das Abenteuer kosten können. Die Handlung ist dabei sehr minimal gehalten, eben weil durch diverse humorvollen Einlagen der Mii für fesselnde Stimmung gesorgt werden soll. Hin und wieder begegnet ihr dem finsteren Fürsten, damit ihr euch wieder auf eure eigentliche Mission besinnen könnt, aber wirklich viele Inhalte sind in der Handlung im Vergleich zu anderen namenhaften Rollenspielen nicht vorhanden. Man könnte sagen, dass in der Suppe von Miitopia die Handlung eher ein Gewürz und weniger die Suppenbrühe darstellt. Diesem Umstand verdanken es Spieler, dass man sich schnell in der Welt verlieren und viel Spaß mit seinem persönlichen Abenteuer haben kann. Kinder werden besonders durch diese Art des Erzählens nicht überfordert oder durch endlose und tiefsinnige Dialoge gelangweilt. Es ist doch auch entspannend, in einem Rollenspiel über die Frage nachzudenken, wer gerade gepupst hat - zumindest treibt dieses Mysterium meine Mii ständig um.


Betrachtet man das Gameplay, fällt einem schnell auf, dass sich Miitopia an klassischen rundebasierten Rollenspielen orientiert. Während eines Kampfes wählt man jede Runde die Aktion des Protagonisten, die anderen Spieler folgen dann dessen Beispiel und greifen an. Fällt eure Gesundheit in den kritischen Bereich, besitzen einige Begleiter (hoffentlich) die Fähigkeit, euch zu heilen. Als Gegner hat man klassisch ein oder mehrere Monster, die ebenfalls rundenbasiert dich und deine Truppe versuchen niederzuringen. Wenn euch während eines schweren Kampfes die Energie ausgehen sollte, bietet es sich auch immer an, eine HP-Banane zu essen. Von diesen und den MP-Bonbons können eine begrenzte Anzahl auf jedes Abenteuer mitgenommen werden. MP werden dabei benötigt, um Zauber oder speziellen Angriffe zu nutzen - fallen diese Punkte auf null, bleibt dir nur der Standardangriff. Auch hier gilt die das Prinzip der Einfachheit. Komplexität entsteht erst durch das Gefühlswirrwarr der Truppe, denn auch Statusveränderungen können den Kämpfen eine taktische Komponente hinzufügen. Wenn ein Mii sich beispielsweise fast totlacht und dabei andere Truppenmitglieder behindert, kann man schnell erahnen, wohin das ganze Spektakel führen wird.


Begleitet eure Truppe durch die malerische und verzauberte Welt von Miitopia. Jedes Biom bietet seinen eigenen, fantastischen Dungeon.

© Nintendo

Das grundlegende Spielprinzip lässt sich in drei wichtige Bereiche unterteilen: die Spielwelt, die einzelnen Dungeons und das Gasthaus. Auf der Weltkarte könnt ihr auswählen, welchen Dungeon ihr betretet, wobei ihr in der Hauptgeschichte auch vorankommen müsst, um bestimmte Orte besuchen zu können. Während eurer Mission, die gesichtslosen Miitopias zu retten, verschlägt es euch dabei in diverse Dungeons. Jeder davon weist ein bestimmtes, künstlerisches Thema auf. So findet ihr euch in Wäldern, Grotten oder auch wüstenartigen Abschnitten wieder. Betretet ihr einen solchen Dungeon, könnt ihr eurer Truppe dabei zusehen, wie sie langsam vorwärts marschiert. Dabei stolpert ihr nicht selten über Truhen, Fallen oder ihr werdet Zeuge urkomischer Dialoge zwischen den Mii. Innerhalb der Dungeons begegnet ihr regelmäßig diversen, absurd aussehenden Monstern, die euer Leben auslöschen wollen. Den Schwierigkeitsgrad des Spiels kann man als moderat bezeichnen. Allen erfahrenen Rollenspieler sollten keinerlei Probleme entstehen. Lediglich die letzten Etappen des Abenteuers fügen den Kämpfen ein wenig an Würze hinzu. Anfänger oder jüngere Spieler dürfen eine angenehme, konstant steigende Herausforderung im Spiel erwarten.


Am Ende eines Dungeons wartet dann immer eine Oase der Ruhe und Streitigkeiten: das Gasthaus. Das Gasthaus ist eines der zentralen Features des Spiels. Dort nutzt ihr nicht nur die Zeit, um euch auszuruhen, sondern ihr könnt eure Mii jeweils paarweise Räume zuteilen und so ihr Verhalten näher beobachten. Zudem wird euch die Möglichkeit geboten, Essen zu verzehren, welches beim Besiegen von Monstern erbeutet werden kann. Je nachdem, was ihr eurem Mii zum Naschen gebt, bekommen sie eine Steigerung ihrer Statuswerte. Vorsicht ist aber geboten, denn so wie bei uns realen Menschen, haben auch die Mii ihren ganz eigenen Geschmack. Sie essen nicht alles, was man ihnen vor die Nase wirft. Ein weiteres wichtiges Feature des Gasthauses ist eine Art Platz für Minispiele. Dort kann man durch Spiele-Coupons wertvolle Boni freischalten und so bares Geld sparen oder direkt ein Vermögen verdienen.


Wenn der Koch das Gusseisen schwingt und der Priester eine Heilung verweigert


Ähnlich wie das Originalspiel aus 2016, bietet auch die Nintendo Switch-Version von Miitopia eine breite Palette an Charakterklassen. Da ihr euch selbst, eure Verbündeten und andere wichtige Schlüsselfiguren des Spiels selbst gestalten könnt, offenbart sich euch eine schier endlose Palette an Möglichkeiten und eurer Fantasie wird dabei keine Grenzen gesetzt. Die Gestaltung des Gesichts der verschiedenen Figuren erfolgt über das Mii-Programm, welches bereits in der Nintendo Switch integriert ist. Ihr könnt dabei auch Mii von euren Freunden ausleihen. Jede Mii-Figur bekommt eine Charaktereigenschaft zugewiesen. Diese sind für den weiteren Verlauf des Spiels entscheidend, da die verschiedenen Persona individuell mit bestimmten Situationen umgehen. So kommt es nicht selten vor, dass ein Mii eskaliert und eine Barrage an Schlägen austeilt. Hin und wieder wird eine Aktion auch einfach verweigert oder abgeändert - jeder Persönlichkeit hat ihre ganz eigenen Macken. Im Spiel kann man aus ganzen zwölf Charakterklassen, welche im Verlauf des Spiels zugänglich werden, wählen. Darunter sind Klassiker wie Krieger, Dieb und Magier, ihr könnt euch aber von Klassen wie Prinzessin, Katze, Blume oder dem Koch verzaubern lassen. Jede Klasse hat ihre persönlichen Stärken, Schwächen und epischen Fähigkeiten. In Kombination mit den verschiedenen Charaktereigenschaften mischt ihr euch so ein, hoffentlich effektives, Gebräu gegen alle Gefahren, die in Miitopia auf euch lauern.


Die Wände im Gasthaus sind dünn - jede Lästerei ist schnell gehört und kann ein Nachspiel haben.

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Die Gestaltungsmöglichkeiten der Mii fallen neben der Gesichts- und der Persönlichkeitswahl sehr vielfältig aus. So könnt ihr durch diverse Aktionen, Klamotten freischalten und eure Mii damit ausstatten. Während manche Kostüme oder Rüstung den Ernst der Lage widerspiegeln, kommt es nicht selten zu sehr lustigen Kombinationen, die man nicht mehr ernst nehmen kann und sollte. In Gasthäusern könnt ihr eure Mii auf Shoppingtour schicken. Mit Bananen oder hübschen Waffen im Gepäck, kehren sie dann zu euch zurück - Verluste von Geld oder eurer Waren oder auch Fehlkäufe sind dabei häufig an der Tagesordnung.


Eines der wichtigsten Kernelemente des Spiels sind die Freundschaften der Truppe. Je höher die Freundschaft der einzelnen Gruppenmitglieder untereinander ist, desto besser harmonieren sie und arbeiten zusammen. Das führt dann im Endeffekt zu erfolgreicheren Schlachtzügen und interessanten Dialogen. Der Freundschaftswert kann durch verschiedene Aktionen erhöht werden. Im Gasthaus kann man verschiedene Mii paarweise in Zimmer stopfen – als verantwortungsvoller Spieler werft ihr natürlich auch einen Blick in die Zimmer, um zu schauen, dass keine Dummheiten geschehen. Dabei werdet ihr Zeuge von Gesprächen, Debatten, Streitereien und Hass. Denn nicht jeder Mii verträgt sich mit dem anderen, weshalb genau darauf geachtet werden muss, welche Personen man zusammenbringt. Wenn ein Pärchen dann endlich eine bestimmte Freundschaftsstufe aufgebaut hat, was in Form eines Herzens, welches sich mit jeder Aktion füllt, symbolisiert wird, wird ein neues Freundschaftslevel erreicht. Höhere Freundschaftslevel bringen Boni mit sich, welche im Kampf ihre besondere Wirkung entfalten. So warnen Freunde sich gegenseitig vor Gefahren oder trösten sich bei kleinen oder großen Kratzern. Mit dieser Art von Seifenoper wird jeder bedient, der tiefgreifende Emotionen liebt.


Das trojanische Pferd der neuen Inhalte


Wenn ein Spiel eine Neuauflage erhält, gibt es oft nur zwei Möglichkeiten, das richtig umzusetzen: entweder alles wie schon im Original umzusetzen oder richtig schöne und hochwertige Verbesserungen hinzuzufügen. Miitopia geht dabei eine Art Mittelweg. Die meisten Elemente des Spiels wurden eins zu eins übernommen, während an einigen Stellen geschraubt und gebastelt wurde. Die verschiedenen Werbeclips zu Miitopia kursieren schon seit einigen Wochen auf den Social-Media-Plattformen. Darin ist stets die große Rede von einem epischen Abenteuer zu Pferd. Dabei liegt der Fokus auf dem Pferd. Ist dieses Pferd denn nun DAS Verkaufsargument? Soll ich Miitopia kaufen, weil irgendein Pferd mich auf meinem Abenteuer begleitet? Ich hänge mich bewusst an diesem Pferd auf. Miitopia bietet neben dem Pferd nämlich nur sehr wenige, sinnvolle Erweiterungen.


Eurer Fantasie wird keine Grenzen gesetzt. Von Einhorn bis Höllenpferd - alles ist möglich. Mein Ross wirkt eher überrascht ob seines Designs.

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Zentrale Optimierungen des Spiels betreffen selbstverständlich die Nutzeroberfläche. Die Nintendo Switch verfügt über keinen Dual Screen. Aus diesem Grund mussten einige Bedienflächen überarbeitet und angeglichen werden, sodass ein angenehmes Spielerlebnis möglich ist. Das ist keineswegs etwas Besonderes - so etwas erwartet man, wenn ein Spiel auf einer anderen Konsole erscheint. Gestrichen wurden Funktionen wie der SpotPass oder auch der QR-Scanner, da diese Funktionen nicht von der Nintendo Switch unterstützt werden. Dafür ist die Bearbeitung der Mii einfacher geworden und es lassen sich auch verschiedene Mii über Amiibo übertragen. Außerdem kann man sich auch online Mii ausleihen. Die wahrscheinlich präsenteste Änderung neben dem Karottenfresser ist wahrscheinlich die Option, eure Mii-Figuren einen neuen Anstrich mit dem Schmink-und Perücken-Menü zu verpassen. In diesem Menü könnt ihr aus einer Fülle von Perücken euren eigenen Stil entwerfen. Es existiert eine sehr ordentlich ausgearbeitete Palette an Farben, aus der ihr frei wählen könnt. Zudem fallen die Schminkoptionen sehr interessant aus. So bekommen die Mii einen tiefsinnigeren Style, der sie auch ihre Persönlichkeit ausdrücken lässt. Ihr könnt euch tatsächlich noch verrücktere Mii erstellen und euer Abenteuer in eine Art JRPG verwandeln - zumindest was das Charakterdesign angeht.


Das bereits angesprochene Pferd ist ein Partner, das euch nach einer bestimmten Zeit im Spiel begleitet. Auch hier sind die die Gestaltungsmöglichkeiten das interessante Element. Man kann sich ein richtiges Einhorn zusammenstellen oder sich ein Teufelross zum Gefährten machen. Zusätzlich bekommt euer Ross in den Gasthäusern seinen eigenen Stall, in dem auch ein Mii eurer Truppe schlafen kann - so erhöht sich die Freundschaft zu dem Pferd. Wesentlicher Vorteil des Pferdes ist, dass man darauf schneller durch die Dungeons reitet oder man im Kampf eine Ergänzung für Angriffe bekommt. Je besser die Freundschaft zwischen eurer Truppe und dem Pferd, desto heftiger stampft es im Kampf auf. Theoretisch hört sich das wie ein malerisches Märchen an, doch die Realität sieht oft anders aus: Nicht selten steht euer tierischer Begleiter hinter der Truppe und glotzt bei jedem Angriff doof aus der Wäsche. Ihr könnt auch nicht jederzeit auf dem Tier reiten und selbst wenn es geritten wird, laufen eure Begleiter dem Pferd hinterher. Mir persönlich hat es bei dieser Neuerung an Tiefe gefehlt. Ich habe das Gefühl, dass das Pferd sehr lieblos in das Spiel eingearbeitet wurde. Nicht jeder ist ein Pferdefan - da muss schon mehr kommen als ein Ross, dass einem wie ein dummer Hund folgt und hin und wieder knurrt - ich meine natürlich wiehert.


Negativ ankreiden kann man auch die Dialoge selbst. Viele Dialoge, die nicht an die Hauptgeschichte gebunden sind, werden nach dem Zufallsprinzip ausgelost. Besonders in Dungeons kommt es zu solchen zufällig aus verschiedenen Sätzen zusammengewürfelten Dialogtexten. Nicht selten ergeben diese Dialoge keinen Sinn und auch Wiederholungen sind möglich. Dieses Problem existierte bereits im Original, daher wäre es wünschenswert gewesen, wenn das Produktionsteam für die Neuauflage noch mehr Dialogoptionen hinzugefügt hätte, um mögliche Wiederholungen zu minimieren und mehr Authentizität zu schaffen.


Man kann diese Problematik drehen und wenden wie man will - ein Spiel, das noch nicht alt genug ist, um echte Nostalgie-Gefühle zu wecken, neu auf den Markt zu werfen und mit neuen Inhalten zu bewerben, obwohl es sich dabei nur um ein trojanisches Pferd handelt, ist nicht in Ordnung. Für mich fühlt es sich schon ein wenig so an, als würde man versuchen, einfach noch mehr Geld aus den Spielern zu quetschen mit einem Spiel, das es in dieser Form schon gab. Das ist den liebevollen Mii und auch ihren Fans nicht wirklich fair gegenüber.


Miitopia als Gütesiegel für Nintendos Werte


Miitopia setzt, anders als andere Rollenspiele, auf viel Humor. Es ist ein Augenschmaus, den kleinen Männchen dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig lieben und anmeckern. Durch die verschiedene Persönlichkeiten haben die Mii die Chance, von euch Spielern wirklich wahrgenommen zu werden. Der Humor ist nicht unbekannt für das Mii-Universum. Schon Tomodachi Life legte einen wichtigen Grundstein für diese Art von Humor. Zufällige Situation und Verhaltensweisen sowie die teilweise abstrusen Antworten anderer Mii, machen das Spiel zu einer Freude für jeden. Miitopia ist lustig, ohne vulgär oder schmutzig sein zu müssen. Man bekommt also eine Art von Humor, die von Kindern und von Erwachsenen gleichermaßen genossen werden kann. Für meinen Test habe ich auch meinen kleinen Bruder spielen lassen. Ich kenne in der heutigen Produktionslandschaft nur wenige Spiele, die mich genauso fesseln können, wie meinen zehnjährigen Bruder. Es ist schön zu sehen, dass Nintendo sich auch heute noch immer wieder auf seine Wurzeln besinnt: Familienspaß für jedermann.


Grafisch wurde das Spiel selbstverständlich weiterentwickelt. Die Animationen der Monster und Mii haben sich im Vergleich zum Original stark verbessert. Die Artworks wirken sehr scharf und bieten einen weniger verschwommenen Eindruck, wie es damals auf dem Nintendo 3DS der Fall war. Das ist aber auch eine Selbstverständlichkeit, wenn man einen Titel von einer alten Handheld-Konsole auf eine aktuelle Heimkonsole portiert. Die musikalische Umsetzung ist ähnlich wie bei seinem Vorgänger sehr gut abgemischt. Kritische Begegnungen mit dem Fürsten werden mit einer dramatischen Musik untermalt, welche man aus sehr ernstzunehmenden Videospieltiteln kennt. Lockere Situationen bekommen sehr melodischen Anstrich und sorgen für eine Gewisse Vorfreude auf weitere verrückte Abenteuer. Insgesamt holt man sich mit Miitopia ein Stück Nintendo-Geschichte im neuen Glanz auf seine Konsole. Die Vielzahl an Möglichkeiten im Spiel, kombiniert mit lustigem Humor und spannenden Rollenspiel-Elementen bietet viel zeitlosen Mehrwert für Spieler. Miitopia ist ein spannendes Comeback gelungen und rückt die altbekannten Mii wieder in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Weitere Portierungen aus dem Mii-Universum sind herzlich willkommen und dringend erwünscht!

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Simon Münch

Schon damals überzeugte Miitopia, ein Fantasy-Rollenspiel, in welchem Mii humoristisch die Hauptrolle spielen. Dabei wurde immer wieder auf Spaß und Einfachheit geachtet, welche im Detail viele spannende Mechaniken offenbaren kann. Rollenspiele gibt es wie Sand am Meer – Miitopia ist eine einmalige Erfahrung inmitten dieses Strands an Videospielen. Persönlich bin ich immer wieder überrascht, wie es Nintendo geschafft hat, durch geschicktes Marketing und klugen Spieledesigns einen generischen Avatar in eine Art Maskottchen zu verwandeln. Die Nintendo-Switch-Version von Miitopia bietet einige schicke Neuerungen wie das Frisieren der Mii, das hinzugefügte Pferd und eine wesentlich aufpolierte Grafik. Der Witz ist immer noch gleich geblieben, was aber nicht schlimm ist, da der Humor wie auch die Mii einfach zeitlos sind. Wer Miitopia bereits gespielt hat, weiß, dass er mit diesem Spiel einerseits eine kleine Herausforderung aber vor allem viele Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung findet. Man hat die Chance, sein eigenes Abenteuer zu schmieden. Verschiedene Spielstile finden ihren Weg in das Spiel. Wer gerne die Haupthandlung voranbringt, kann dies auch tun, während andere sich wiederum für die Liebesromanzen und Intrigen interessieren. Egal, welche Spielweise bevorzugt wird, jeder Spieler wird etwas aus dem Spiel herausbekommen. Die Tatsache, dass dieses Spiel von Menschen jeden Alters genossen werden kann, ist ein Aspekt, den Nintendo-Titel schon immer ausgemacht hat. Auch wenn diese Neuauflage nicht unbedingt alle Erwartungen erfüllt, wenn es um zusätzliche Inhalte geht, so ist es trotzdem spielens- und kaufenswert. Jung und Alt sollten sich diesen Titels annehmen – Rückkehrer werden es sicherlich auch nicht bereuen, ein weiteres Mal durch Miitopia zu streifen und das auch noch mit Pferd!
Mein persönliches Highlight: Der Titelsong des Spiels ist ein richtiger Ohrwurm.

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 12

  • Brewmaster

    Turmritter

    Ich mag die Spielidee mit den Mii's aber leider ist das Gameplay etwas langweilig. Als 3DS Spiel kurzweilig für Zwischendurch noch überzeugend, aber möglicherweise als Konsolenspiel am Fernseher wird es einige Nachholer enttäuschen.


    Man darf dieses Spiel nicht zu ernst nehmen.

  • Raven41

    🐈Katzen Mami🐱

    Ich liebe Tomodachi Life und Miitopia einfach, machen mir sogar mehr fun, als die Sims früher.

    Würde mich sehr über Tomodachi Life 2 für die Switch freuen.:D

  • Shoto

    Turmhase

    Tolles Spiel, welches ich such schon auf dem 3DS geliebt habe. Gerne mehr davon und such ein neues Tomodachi Life wäre nice

  • Zarathustra

    Muad'dib

    Ausnahmsweise Mal so gar nix für mich,aber ich werd's meiner Schwester kaufen,die besitzt bisher nur animal crossing und ich glaube,das müsste ihr auch gefallen.

  • link82

    Turmfürst

    wie hier schon zuletzt geschrieben, fand’s am Anfang langweilig, mit zunehmender Dauer setzt aber irgendwie ein nicht zu erklärender Suchtfaktor ein, das Game ist einzigartig und lässt sich in keine Schublade stecken und sich nicht mit gewöhnlichen RPGs wie Final Fantasy und Persona vergleichen, ist dadurch aber sicherlich nichts für die breite Masse

  • Brewmaster

    Turmritter

    Sollte sich das Spiel nochmal gut auf der Switch verkaufen, dann hoffe ich, dass es einen Nachfolger dazu geben wird. Der darf auch ruhig aufwendiger und komplizierter sein.

  • Shikan Raider

    World Pro

    Was mich noch interessieren würde, hat man am Balancing der Gegner geschraubt? Gerade zum Ende hin hat man in der 3DS Version absurd viel Schaden durch Attacken gefressen, so dass es Stellenwiese echt keinen Spaß mehr machte.


    Es gibt übrigens 14 Klassen im Spiel und nicht 12. Wobei,

  • Simon Münch

    Redakteur

    Shikan Raider Vielen Dank für deinen Hinweis. So wie ich es erlebt habe, scheint sich an der Stärke der Gegner nicht viel getan zu haben. Wie du selbst sagst, werden die Gegner zum Ende hin viel stärker. Jedoch gibt das doch die gewisse Würze Schwierigkeit, die man sich gegen Spielende auch wünscht - meiner Meinung nach zumindest.

  • WesY2K

    Turmheld

    WIE LANG IST DIESES SPIEL EIGENTLICH?!?!?!?! :D


    Ich habe den dunklen Fürst nach ~15 Stunden besiegt... und das Spiel hört nicht auf! Das Spiel hat mehr Laufzeit als ich ihm zugestanden hätte.:)

  • sinkada

    Turmritter

    Shikan Raider

    Da fällt mir wieder ein ich hab das Post game kann ich weiter gespielt. Lohnt sich das noch irgendwie weiter zu verfolgen oder braucht man es nicht machen?

  • LaGeaR

    Turmknappe

    "Grafisch wurde das Spiel selbstverständlich weiterentwickelt."


    Selbstverständlich? Ich kenne nur Xenoblade Chronicles, Links awakening (was aber auch ein remake ist) und jetzt wohl Miitopia was grafisch vom original weiterentwickelt wurde.


    Für mich sind die 10€ über dem UVP von der 3ds version schon ein Dorn im Auge und die neuen Frisuren und das Pferd etc. jetzt nicht das Argument nochmal extra zu zahlen. Schade Nintendo. So ein Spiel hätte man als Zugabe für den Nintendo Dienst anbieten können und die Miis wieder pushen können.

  • Shikan Raider

    World Pro

    sinkada

    Es gibt ein Paar neue Areale die man Freischaltet, (3 glaube ich), dann noch eine Art Challenge Tower, wo man gegen richtig kranke Gegner kämpfen kann.

    10-15 Stunden ist man sicher damit beschäftigt.