Ein Klassiker startet erneut durch

Die R-Type-Reihe ist wohl eine der bekanntesten Ableger des Shoot 'em up (kurz: Shmup)-Genres. Dutzende Teile sind bisher erschienen, der erste hiervon schon im Jahre 1987 als Arcade-Automat und weitere Titel wurden auf den verschiedensten Konsolen veröffentlicht. R-Type Final kam hierzulande 2004 für die PlayStation 2 auf den Markt, ganze 17 Jahre später erscheint nun der Nachfolger R-Type Final 2. Dieses Spiel wurde zuerst mit einer Kickstarter Kampagne 2019 ins Leben gerufen. Von dem angepeilten Zielbetrag von 45 Millionen Yen (ca. 342.000 Euro) wurden insgesamt knapp 99 Millionen Yen zusammengetragen (ca. 753.000 Euro), das Ziel wurde also mehr als verdoppelt. Für den westlichen Vertrieb des Spiels wurde zudem NIS America als Partner gefunden.


Die Kraft-Einheit links im Bild ist ein treuer Begleiter während der Kämpfe.

© Granzella Inc.

Zum Spielbeginn dürft ihr zwischen drei Raumschiffen wählen, die alle unterschiedliche Angriffsmuster bieten. Die Raumschiffe können nach eigenen Vorlieben noch farblich angepasst werden, wodurch ihr euer eigenes schickes und individuelles Vehikel in den Kampf schickt. Zur Story gibt es nicht allzu viel zu sagen, Aliens haben einen Großteil der Menschheit ausgelöscht und die restlichen Überlebenden ziehen in den Kampf gegen diese. Habt ihr die Vorkehrungen getroffen, startet ihr direkt in die Weltraumschlacht. Kenner der Serie werden sich direkt heimisch fühlen in den zum Großteil seitlich scrollenden 2D-Welten, Dutzende Gegner kommen meistens vom rechten Bildschirmrand auf euch zugesteuert und schmettern mit Angriffen um sich. Ihr selbst habt ebenfalls einiges zum Wehren parat, so könnt ihr einzelne Schüsse abgeben, per Dauerfeuer den Feinden einheizen, den Schuss aufladen für einen mächtigeren Angriff oder wenn eine Anzeige komplett gefüllt wird, einen mächtigen Angriff einsetzen, der den kompletten Bildschirm einhüllt.


Häufig hinterlassen bestimmte Gegner ein kleines Bauteil, das im Spiel Kraft heißt. Dieses Teil greift entweder eigenständig an und fliegt im Bildschirm umher oder kann per Knopfdruck zurück zum Raumschiff gerufen werden. Ihr könnt dieses entweder vorne am Bug bzw. hinten am Heck befestigen, um euch den Rücken freizuhalten von hinterrücks anrückenden Feinden. Die Krafteinheit kann durch weitere Power Ups verstärkt und auch die Schussart geändert werden. Je nach Raumschiff sind die Eigenschaften sowie Attacken verschieden. Zusätzlich gibt es bis zu zwei Bits, die oben und unten über dem Gleiter mitschweben, diese bieten unter anderem Schutz vor Angriffen, denn normalerweise sterbt ihr bereits bei einem einzigen feindlichen Treffer. Am Ende jedes Levels warten dicke Bossgegner auf eine Abreibung, die jedoch einiges aushalten und sich mit allen Mitteln wehren.


In diesem Level geht es ausnahmsweise nach unten.

© Granzella Inc.

Der Schwierigkeitsgrad ist auch enorm hoch. Obwohl zwischen fünf Stück gewählt werden kann, ist bereits die einfache Stufe für Einsteiger mehr als nur rabiat. Mehrere Leben stehen pro Durchlauf zur Verfügung, scheitert ihr in einer laufenden Mission, werdet ihr an den letzten Checkpoint zurückgesetzt. Viele Passagen des Spiels sind immens schwer und erfordern das Finden der perfekten Flugroute. Hierbei ist auch die einstellbare Geschwindigkeit des Raumschiffs enorm wichtig, auf Knopfdruck kann diese sich über mehrere Stufen drosseln bzw. beschleunigen, um blitzschnell Projektilen ausweichen zu können. Sind alle Leben aufgebraucht, dürft ihr durch Credits eure Leben wieder auffrischen, sind jedoch alle verspielt, wird das Spiel wieder beim ersten Level begonnen. Das endet mitunter oftmals in Frust, da ihr durch den hohen Schwierigkeitsgrad sehr oft sterben werdet und dadurch auch öfters von Anfang an wieder beginnen müsst, bis ihr den aktuellen Levelfortschritt wieder erreicht habt. Der Umfang an sich ist relativ gering, da ihr bei einem guten Lauf das Spiel für einen Durchgang nach ca. 90 Minuten beenden könnt. Natürlich ist die Spielzeit insgesamt gesehen aber deutlich höher, da ich viele Durchgänge benötigt hatte, bis ich überhaupt einmal die letzte Mission zu Gesicht bekam. Jedes abgeschlossene Level könnt ihr danach separat nochmals anwählen, um den Highscores hinterherzujagen.


Nach jeder beendeten Stage gibt es zur Belohnung Geld sowie verschiedene Ressourcen, mit Ersterem kauft ihr im Shop unter anderem neue Sticker für das Raumschiff und mit den Ressourcen können neue Raumschiffe in der Garage freigekauft werden. Von diesen gibt es knapp einhundert Stück, um jedes einzelne freizuschalten wird deshalb einiges an Zeit benötigt. Neue Raumschiffe könnt ihr dann eurem Hangar zuordnen. Raumschiffe, die dort untergebracht sind, können bequem während der laufenden Missionen gewechselt werden. Der Platz im Hangar ist jedoch begrenzt und somit müssen die Dutzenden freigespielten Raumschiffe jeweils für einen Platz zugeordnet werden. Dadurch entsteht ein häufiges Rotieren der Vehikel, um eine für euch perfekte Auswahl zu finden. Die Grafik weist hübsche Lichteffekte auf und macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck, ohne jedoch wirklich ein Grafik-Bombast zu sein, der Soundtrack hingegen zählt zu einem der Highlights des Games und passt perfekt zu den Weltraumschlachten. In der physischen Inaugural Flight Edition ist dieser im CD-Format sogar neben einem Artbook als Bonus mit dabei.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Johannes Bausch

Fans der R-Type-Reihe können endlich wieder in das Raumschiff steigen und werden sich direkt wieder heimisch fühlen. Die Weltraumballerei macht nach wie vor Spaß, jedoch ist der Schwierigkeitsgrad schon auf den leichten Stufen immens hoch, Neulinge dieser Reihe könnten deshalb ihre Schwierigkeiten bekommen. Um einen Spieldurchlauf zu beenden, müssen auch jeweils alle Level am Stück abgeschlossen werden, einmal Game Over bedeutet zurück in die erste Stage. Die vielen verschiedenen Raumschiffe mit ihren eigenen Waffensystemen und Krafteinheiten bieten Abwechslung und erfordern stetes rotieren, um euer Lieblingsgefährt zu finden, mit dem ihr am besten zurechtkommt. Die Weltraumschlachten machen durchaus Spaß und Fans des Genres können bedenkenlos zugreifen, alle anderen sollten sich im Voraus jedoch über ihre eigene Frustgrenze im Klaren sein, um nicht wutentbrannt mehrere Controller bei häufigem Ableben gegen die Wand zu pfeffern.
Mein persönliches Highlight: Der spacige und überaus gut gelungene Soundtrack.

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Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 8

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Controller an die Wand pfeffern kann bei der Switch besonders unangenehme Folgen haben.

  • SvenIsHere

    Lord des Donners

    Ich habe die Demo jetzt des Öfteren gespielt und muss zugeben, dass es eine richtige Herausforderung ist. Ich bin noch am überlegen ob es was für mich ist. Das letzte R-Type das ich gespielt habe was die Game Boy Version damals.

  • RX-8

    Turmknappe

    Als alter R-Type-Hase war die Demo auf mittlerem Schwierigkeitsgrad problemlos und auf Anhieb erfolgreich zu beenden. Da die technische Seite jedoch sehr zu wünschen übrig lässt, werde ich meine Edition zurücksenden. Vermutlich auch die Xbox/PS-Versionen, denn leider konnte mich die Demo überhaupt nicht überzeugen. Allein die musikalische Untermalung des ersten Levels ist derart wenig mitreißend, dass es mich nicht nur im Vergleich mit dem packenden Soundtrack des ersten Levels in R-Type I schaudern lässt.


    Für mich leider – auf Grund der Demo sowie der mangelhaften technischen Seite – nichts mehr als ein Sale-Titel für maximal einen 20er. Und das zu schreiben tut mir verdammt weh. Auf kaum einen anderen angekündigten Titel hatte ich mich 2021 mehr gefreut. Aber es bleibt ja noch das phänomenale R-Type Dimensions EX. YEAH!

  • EdenGazier

    Prinzipal der Spiele

    RX-8


    Also ich hab es ziemlich gut gesichtet.


    Die Demo ist nicht aussagekräftig


    Ich hab den Kauf nicht bereut


    Besser als Delta und genauso geil wie Final 1


    Die 7 die die Leute geben liegt daran das sie das Spiel nicht zu Ende gespielt haben :)

  • Credit_00

    Turmknappe

    Mmhh, hab mich jetzt extra angemeldet. Ich spiele die PS4 Version auf der PS5 (Eintrag technisch besser als auf der Switch), doch in Sachen Gameplay und Spielaufbau ist es ja identisch mit der Switch Fassung.


    Hauptsächlich geht's um den Schwierigkeitsgrad. Die Anzahl an Credits / Continues wächst mit der Anzahl der Tote. Dies ist so gestaffelt, das man nach dem aufbrauchen der glaube 5x der aktuell vorhandenen Continues letztendlich 99 davon hat. Mit der Anzahl der Leben multipliziert, ergibt dies 297 Versuche. Dies sollte locker ausreichen, das Spiel auf easy zu schaffen.


    Zudem sind die Rücksetzpunkte so gesetzt, das man max. 1min später wieder am Punkt des Ablebens ist. OK, im letzten Level ist der Rücksetzpunkt um die 3min lang was echt nervt und auch bei easy fordert. Aber sonst ist alles sehr fair, zumal es wie bei R-Type üblich auch viel Leerlauf in den Level gibt.


    Hinzu kommt, das auf Easy beim einsammeln eines Power Up das Schiff fast voll ausgestattet ist und Endbosse extrem viel weniger Angriffsmuster haben. Spielt man auf den höchsten Schwierigkeitsgrad, dauert es bedeutend länger, bis das Schiff voll ausgestattet ist.


    PS: Ihr hättet ruhig die Passwörter für zusätzlichen Schiffe mit abdrucken können. Falls dies rechtlich nicht möglich ist, verkneif ich mir die Codes hier zu nennen.

  • RX-8

    Turmknappe


    Es freut mich, dass du zufrieden bist. Natürlich ist eine kurze Demo nicht zwingend sehr aussagekräftig, was den gesamten Spielverlauf betrifft. Leider kann mich die technische Seite aber überhaupt nicht überzeugen. Gerade bei einem Spiel dieser Art wäre zumindest die Switch-Fassung die schlechteste Wahl – obgleich sie die beste sein sollte.


    Nun denn, dir weiterhin viel Spaß mit dem Titel – irgendwann werde ich ihn mir ebenfalls aus einem Sale zulegen. Vielleicht ändert sich ja meine Ansicht – wobei das dann vermutlich auf der Xbox sein wird. Und wer weiß, vielleicht gelingt es dem Entwickler ja zwischenzeitlich auch, die Bildrate konstanter hinzubekommen.

  • Tabby

    Turmbaron

    Ich wollte mir vom Spiel eigentlich die Retail-Version kaufen, da aber noch weitere Level per DLC im eShop angeboten werden, werde ich wohl erstmal verzichten.

    Schade, aber bei einer Complete Edition wäre ich sofort dabei.

  • Foxhound77

    Turmknappe

    Habe es mir nun doch bestellt. Bisher sind die Aussagen zur Switchversion ja ganz gut. Hatte zwischendurch überlegt mir die PS4-Version zu holen und auf der 5er zu spielen, aber so riesig scheint der Unterschied nicht zu sein, dann ziehe ich die Switch doch vor!!