Stilvoller Snack für Zwischendurch

Etwa anderthalb Jahre nach der Erstveröffentlichung via Apple Arcade, erschien Skate City zu Beginn des Monats auch für Konsolen, darunter die Nintendo Switch, und PC. Das Spiel entführt euch in drei bekannte Großstädte dieser Welt, welche für ihre Skate-Hotspots bekannt sind, und lässt euch auf dem Rollbrett stilvoll durch die Metropolen sausen. Das deutlich simplere Spielprinzip unterscheidet Skate City von anderen Genre-Vertretern. Ob der einfachere Ansatz dennoch für Spaß sorgt, verraten wir euch in den nachfolgenden Zeilen.


Spielverderber! Dieser Polizist will eurem Skater eine saftige Strafe aufbrummen.

© Snowman Inc.

Skate City verzichtet vollständig auf eine Geschichte und fokussiert sich voll und ganz auf das Gameplay. Ihr schlüpft in die Rolle eines Skaters, dessen Aussehen ihr mit einer Handvoll Optionen anpassen könnt. Zu Beginn steht euch eines der insgesamt drei Level zur Verfügung, die Stadt der Engel Los Angeles. Dort könnt im Endlosmodus von links nach rechts rollen und die euch entgegen kommenden Hindernisse elegant überwinden. Seid ihr am Ende des Gebiets angekommen, fängt dieses unauffällig wieder von vorne an – wie in einer Schleife. In diesem Modus könnt ihr nach Lust und Laune Herausforderungen meistern, wie einen 50-Meter-Grind, oder einfach zu den LoFi-Beats abschalten und kunstvoll durch die Gegend brettern. Erfolgreiche Lines könnt ihr grob in einer automatisch ausgelösten Serie an Bildern festhalten, die jedoch nur selten den richtigen Augenblick einfangen. Ein Videorekorder à la Skate 3 wäre da durchaus praktischer gewesen.


Beschleunigt wird mit der A-Taste, der Rest wird primär mithilfe der Analogsticks eurer Nintendo Switch kontrolliert. Während ihr mit dem linken Stick herkömmliche Flip-Tricks ausführt, könnt ihr mit dem rechten die Nollie-Variante dieser vollziehen. Mit den beiden oberen Schultertasten dreht ihr euch um die eigene Achse, mit den unteren sorgt ihr für die Gewichtsverlagerung auf dem Board, wodurch ihr unter anderem eure Tricks mit Manuals verbinden könnt. Was zunächst kompliziert erscheint, geht nach einiger Zeit in Fleisch und Blut über. Aufgrund des zumeist autark scrollenden Bildschirms habt ihr jedoch immer eine Mindestgeschwindigkeit, was gerade Manuals in der Steigung etwas ulkig wirken lässt, weil eure Spielfigur eigentlich schon längst zurückrollen müsste, dasselbe gilt bei meterlangen Grinds. Aus Mangel an analogen Schultertasten müssen derartige Balanceakte übrigens mit häufigem Tippen auf die unteren Schultertasten ausgeglichen werden – das fühlt sich mitunter etwas komisch an.


Im Skateshop könnt ihr unter anderem eure Spielfigur einkleiden und ihr Aussehen verändern – allerdings fallen die Optionen dürftig aus.

© Snowman Inc.

Nebst Endlosmodus dürft ihr euch auch in verschiedenen Missionen beweisen. Diese kommen mit einem Zeitlimit daher und finden in einem abgesteckten Bereich innerhalb der gewählten Metropole statt. Davon gibt es eine Vielzahl. So müsst ihr ein Rennen gegen einen computergesteuerten Skater bestreiten, vor der Polizei fliehen oder Passanten ausweichen. Dabei solltet ihr stets euer Punktekonto im Blick behalten, denn je stilvoller ihr eine Mission abschließt, desto höher fällt die Bewertung am Ende aus.


Erfolgreich absolvierte Herausforderungen und Missionen belohnen euch mit der digitalen Währung des Spiels. Mit dieser könnt ihr euch im Skate-Shop neu einkleiden, euer Skateboard optisch anpassen, eure Primärfähigkeiten – darunter die Höhe eures Ollies oder eure allgemeine Balance – verbessern, Spezialtricks freischalten oder gar ein Ticket für die nächste Stadt erwerben. Leider sind die Kleidungsoptionen wie schon die Auswahl an Frisuren sehr limitiert und unterscheiden sich vorwiegend in Muster und Logo eurer Klamotte. Auch die Trickvielfalt ist begrenzt, aber da ihr ausschließlich in der Stadt unterwegs seid, ist der Fokus auf Street nachvollziehbar. Dennoch hätte man eurem Repertoire noch ein paar Grabs spendieren können. Ein bisschen schade, wenn auch kleinlich, ist die Tatsache, dass euer Skater offenbar nicht die Wahl des bevorzugten Vorderfußes hat, also ob dieser regular oder goofy unterwegs ist. Man geht einfach von Ersterem aus.


Optisch wäre durchaus mehr drin gewesen. Das Design der Level weiß zu gefallen und trotz deren ständige Wiederholung kann die Präsentation überzeugen. Leider wirkt das Ganze allerdings auch etwas zu grob in Anbetracht der simplen Optik, was sich gerade beim eigenen Skater und den Passanten zeigt. Zur Bildrate gibt es leider keine handfesten Informationen, jedoch bricht auch diese gelegentlich ein und gerade ein solches Spiel würde von einer flüssigeren Wiedergabe profitieren. Einmal stürzte das Spiel während einer Session ab. Insgesamt wird viel Potenzial hinsichtlich der Technik verschenkt. Der Soundtrack tut dagegen was er soll, er begleitet eure Fahrten gekonnt und versetzt euch gerade im Endlosmodus in eine Art Trance.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Felix Kraus

Skate City eignet sich gut als Lückenfüller, dem es jedoch an Inhalt fehlt. Das zeigt sich allen voran in den Anpassungsmöglichkeiten eures Skaters und spätestens nach dem Freischalten aller Level sowie den vollständigen Ausbau eurer Spielfigur fragt ihr euch, wohin mit dem Geld? Auch fehlt dem Spiel ein wenig die Langzeitmotivation. Die könnte man schaffen, indem man eine Statistik aufzeichnet, beispielsweise mit der bisherigen Distanz, die man mit Manuals zurückgelegt hat, oder welchen Trick man am liebsten nutzt – eben simple Daten, auf die man allerdings gerne blickt. Die allgemeine Technik ist hinsichtlich der simplen Optik leider auch nicht überzeugend. Das Potenzial ist allerdings da und kann größtenteils noch mit Inhaltsupdates und weiteren Patches ausgeschöpft werden.
Mein persönliches Highlight: Der Endlosmodus mit den nahtlosen Loops, in dem man sich gut verlieren kann.

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