Ein Klassiker kehrt zurück

Eine der spannendsten Neuigkeiten der vergangenen Zeit war die Ankündigung, dass Baldur's Gate: Dark Alliance seinen Weg auf die Nintendo Switch findet. Der Klassiker gehörte zu PlayStation 2-Zeiten zu den meist gespielten Titeln von mir, weshalb es mir eine Freude war, mich erneut in das Abenteuer nach Baldurs Tor zu wagen. Ob der Hack-&-Slay-Klassiker auch heute noch unterhält und was ich mir von einer potenziellen Fortsetzung auf der Nintendo Switch wünsche, könnt ihr in den nachfolgenden Zeilen lesen.


Ein unglücklicher Start in Baldurs Tor


Zu Spielbeginn dürft ihr aus einer von drei Klassen auswählen, mit welcher ihr fortan das Abenteuer beschreitet. Zur Wahl stehen euch dabei ein Mensch, welcher auf den Fernkampf ausgelegt ist, ein zwergischer Nahkämpfer und eine Hexerin. Unabhängig von eurer Wahl starten die Geschehnisse damit, dass ihr die Stadt Baldurs Tor betretet und direkt Kontakt mit der hiesigen Diebesgilde macht. Mit einem Schlag auf den Hinterkopf werdet ihr außer Gefecht gesetzt und ausgeraubt. Anschließend findet ihr euch in der Schänke wieder, welche fortan als Dreh- und Angelpunkt eures Abenteuers dient.


Meine Hexerin in ihrer vollen Pracht!

© Wizards of the Coast

Auf der Suche nach den Drahtziehern hinter eurer unglücklichen Ankunft betretet ihr die Kanalisation der Stadt und wagt euch immer tiefer in einen Sumpf aus Intrigen hinein. Dabei wird die Geschichte durch allerlei Charaktere erzählt, welche ihr meist in der Schänke trefft. Diese führen euch nämlich durch die Haupt-, aber auch kleinere Nebenhandlungen. Schön ist dabei, dass die deutsche Sprachausgabe noch genau so gut funktioniert wie damals, auch wenn die Vertonung heutzutage weit entfernt vom Standard ist. Im Gesamten ist die Geschichte unterhaltsam und kann mit kleineren Überraschungen glänzen, letzten Endes ist sie aber nur Mittel zum Zweck.


Das Hauptaugenmerk richtet Baldur's Gate: Dark Alliance nämlich auf die Kämpfe und dem Ausbau des eigenen Charakters. Typisch für ein Hack & Slay trefft ihr auf unzählige Gegner, welche euch ans Leder wollen. So müsst ihr euch durch Spinnen, Diebe, Zombies, Skelette und sogar riesige Schleime kämpfen, um immer neue Orte zu entdecken und Erfahrungspunkte zu sammeln. Zugleich müsst ihr unzählige Gegenstände einsammeln, die entweder direkt an eurem Charakter angelegt oder in der Schänke zu Geld gemacht werden können. Ziel sollte es dabei stets sein, euren Charakter immer weiter zu stärken, da auf dem normalen und dem schwierigen Schwierigkeitsgrad einiges von euch abverlangt wird.


Zur Wehr setzen könnt ihr euch dabei jedoch nicht nur mit Waffen und Ausrüstungen, sondern jeder Charakter verfügt über einen individuellen Fähigkeitsbaum. Zwar können auch diese nicht an heutige Gewohnheiten heranreichen, dafür sind sie aber gut auf den jeweiligen Charakter abgestimmt. Beispielsweise sind die allermeisten Fähigkeiten des Bogenschützen auf seine Fernkampfangriffe und die Verbesserung seiner Rüstung sowie Gesundheit ausgelegt. Um eure Talente auszubauen ist es jedoch nötig, dass ihr eine ausreichende Menge an Erfahrungspunkten sammelt, die ihr entweder durch das Besiegen von Gegnern erhaltet oder durch das Abschließen von Quests. Ansonsten dürft ihr neben euren Talenten auch per Tastendruck springen, eure Gesundheit und Magie auffrischen oder euch verteidigen.


Gerade in den offeneren Bereichen sollte man die Kämpfe taktisch angehen.

© Wizards of the Coast

Die Quests selbst sind insgesamt leider weniger interessant. Zwar steckt hinter jeder Aufgabe auch eine kleine Geschichte, am Ende läuft es jedoch immer darauf hinaus, dass bestimmte Orte erkundet werden müssen, um den gesuchten Gegenstand zu finden. Bereichert werden die Quests ab und an mit kleineren Rätseln und auch einige Platformer-Passagen warten auf euch. Wirklich passend zum Spiel sind diese zwar nicht, sie fügen sich aber dennoch gut in das Geschehen ein. Die allermeiste Zeit werdet ihr jedoch mit dem Erkunden der unterschiedlichen Gewölbe und mit den Kämpfen gegen eure Feinde verbringen.


Technisch braucht man kein Blatt vor den Mund nehmen. Es handelt sich bei Baldur's Gate: Dark Alliance um eine einfache Portierung des Klassikers. Neue Optionen oder Möglichkeiten, die das Spielerlebnis verbessern könnten, sucht man vergeblich. Daher muss man im Bereich des Trefferfeedbacks und der grafischen Darstellung definitiv Abstriche machen. Dahingegen sind die Ladezeiten in einem angenehmen Rahmen und gerade nach dem virtuellen Tod dauert es meist nur wenige Sekunden, bis der letzte Spielstand geladen ist. Vor allem die Möglichkeit, auch unterwegs in den Kampf zu ziehen, ist für mich als Fan des Klassikers die größte Stärke.


Die Spielzeit ist übrigens maßgeblich an den Schwierigkeitsgrad gekoppelt. Spielt ihr auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad, seht ihr das Ende in unter zehn Stunden. Da die beiden höheren Schwierigkeitsgrade jedoch ein deutlich taktischeres und vorsichtigeres Vorgehen benötigen, steigt die Spielzeit entsprechend auf bis zu fünfzehn Stunden an. Solltet ihr im Übrigen einen realen Spielpartner neben euch sitzen haben, dürft ihr das gesamte Spiel auch zu zweit erleben. Eine Funktion, gemeinsam über das Internet zu spielen, fehlt jedoch leider. Nichtsdestotrotz macht Baldur's Gate: Dark Alliance genau so viel Spaß wie früher, vor allem, wenn ihr es zu zweit genießt. Von einer potenziellen Veröffentlichung des Nachfolgers Baldur's Gate: Dark Alliance 2 würde ich mir jedoch wünschen, dass zumindest das gemeinsame Spielen über das Internet ermöglicht wird, da große Titel wie Diablo 3 oder Darksiders Genesis aufzeigen, wie gut das funktioniert.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Maik Styppa-Braun

Ach ja, was waren das wieder für schöne Stunden in Baldurs Tor. Viele der Charaktere und Gespräche sind zwar heutzutage weit entfernt vom gewohnten Standard, zu damaligen Zeiten waren sie jedoch grandios. Daher ist für mich als Kenner des Originals noch immer genau so viel Spielspaß dabei wie vor beinahe 20 Jahren. Nichtsdestotrotz dürfte der Titel vor allem für Neulinge nicht wirklich gut gealtert sein. Die einfache Portierung ohne grafischen Feinschliff kann in manchen Sequenzen abschreckend wirken und von der Synchronisation der Lippen zum gesprochenen Wort möchte ich erst gar nicht anfangen. Lässt man sich jedoch auf das Abenteuer ein, erlebt man ein tolles Hack-&-Slay-Adventure, welches wohl vielen späteren Titeln als Vorbild diente. Gerade zusammen mit einem Mitstreiter ist das Abenteuer in Baldurs Tor grandios, weshalb der Multiplayer-Award verdient ist.
Mein persönliches Highlight: Das motivierende Gameplay durch immer neuen Loot.

Awards

Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 8

  • Ngamer

    Son of a Patriot

    immerhin kostet es keine 60€

  • Heldissimo

    Turmbaron

    Läuft gut und macht Spaß. Der Preis ist natürlich unverschämt hoch für einen direkten Port.

    Wenn ich dann aber den Preis von Torchlight 3 sehe was ja unspielbar ist durch die gefühlten 15fps würde ich jederzeit zu Baldurs Gate greifen. Allerdings kann man auch Diablo 3 für den Preis bekommen und das ist einfach der Genre Primus. Daher kann man die 6 so stehen lassen. Für 19 Euro hätte ich eine 7 gegeben.

  • Tabby

    Turmbaron

    Bock hätte ich schon irgendwie, ich warte aber noch auf einen Sale.

  • Rodi Prime

    Turmknappe

    15€ wäre relastisch gewesen. Ich persönlich würde erst unter 10€ zuschlagen.

  • Pascal Hartmann

    I'm not a cat

    War damals ein schönes Koop-Abenteuer. Mal schauen, vielleicht gebe ich mir das nochmal beizeiten.

  • SilencerOne

    Turmheld

    Ich hoffe das irgendwer dann Teil 1 und 2, der sicher auch noch kommt, dann mal beide auf 1 Modul presst. Dann Schlag ich zu. Fand die damals super. Leider ging die Serie mit nem Cliffhanger zuende

  • DerFabian

    Gaming since 1992

    Baldurs Gate hatte ich früher schon nicht so gemocht, weil mir das Gesamtwerk gegenüber einem Diablo 2 nicht so gefiel.


    Was würde ich doch für Sacred 2 geben ... Das war großartig bekloppt und hatte vor allem im Endgame ohne Level-Cap und coolen Items echt Laune gemacht.

    Wird aber wohl nie passieren.

  • Knusel

    Turmbaron

    Ich hatte es damals auf der ps2

    Und hab es als ein nettes aber viel zu kurzes Abenteuer in Erinnerung.


    Ich müsste es nicht noch mal erleben