Strategisches Abenteuer in Indiana Jones-Manier

Geheime Ausgrabungen, besondere Artefakte und antike Schätze motivieren euch dazu, ein Team aus Abenteurern zusammenzustellen und verschiedene Orte Afrikas zu erforschen. Auf euren Reisen trefft ihr auf deutsche Nazis oder Kultisten, die ihr niederstrecken müsst. Ihr wollt sie daran hindern, alte Geheimnisse aufzudecken, welche sie für ihr Streben nach Wissen und Macht an sich greifen wollen. Mit Pathway erwartet euch ein Abenteuer mit zufallsgenerierten Ereignissen, rundenbasierten Kämpfen und dem Erkunden antiker Bauwerke in Indiana Jones-Manier. Ob der neueste Streich von Robotality und Chucklefish zu überzeugen weiß, erfahrt ihr in dieser Rezension.


Die Karte einer Kampagne ist vorgegeben. Ob euch am nächsten Ort ein Kampf, geheime Schätze oder ein Händler erwarten, ist zufallsgeneriert.

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Pathaway kommt mit fünf Kampagnen daher, die nacheinander freigeschaltet werden. Innerhalb einer Kampagne bewegt ihr euer Team, bestehend aus drei bis vier Abenteurern, mit einem Jeep über eine große Karte von einem Ort zum nächsten. Was euch an den jeweiligen Orten erwartet, ist dem Zufall überlassen. An einem neuen Schauplatz angekommen, ploppen eine Textbox und eine Szene mit euren Charakteren und den Geschehnissen auf. Hierbei könnt ihr auf Gegner treffen, die Umgebung erkunden oder etwas Uninteressantes entdecken, das euch unverrichteter Dinge weiterziehen lässt.


Während eurer Abenteuer trefft ihr je nach Ziel auf Gruppen von Nazis oder Kultisten. Manchmal werdet ihr von der jeweiligen Gruppierung überwältigt, müsst euch dem Kampf zwangsweise stellen und habt einen Nachteil zum Beginn des Kampfes. Häufiger hingegen entdeckt ihr die gegnerische Gruppe und könnt euch entscheiden, ob ihr angreift und den Vorteil des Erstschlags nutzt oder ob ihr euch ungesehen davon schleicht und euer Abenteuer weiterführt. Die Kämpfe gehen rundenbasiert vonstatten. Seid ihr an der Reihe, könnt ihr mit jedem Charakter zwei Aktionen ausführen. Typischerweise bewegt man einen Charakter zunächst auf die gewünschte Position und greift in einem zweiten Schritt an. Alternativ könnt ihr die Aktionen nutzen, um nachzuladen oder eine eurer Spezial-Fähigkeiten zu nutzen, die ihr aufgrund eines Charakter-Perks beherrscht oder freischalten könnt, wenn ihr euren Charakter auflevelt. Ein Charakter mit dem Perk "Arzt" kann beispielsweise sich selbst oder einen anderen Rekruten in unmittelbarer Nähe heilen. Dies sorgt für Abwechslung und viele strategische Möglichkeiten, welche die Kämpfe bereichern. Nutzt ihr in der nächsten Kampagne andere Charaktere oder rüstet sie mit neuen Waffen und Gegenständen aus, eröffnen sich also neue Möglichkeiten. Allerdings bleiben euch wiederum nach jeder Kampagne eure gefundenen Gegenstände und erlangten Errungenschaften erhalten, sodass ihr wiederum von aufgerüsteten Rekruten profitiert.


Mit dem passenden Charakter-Perk werden euch während bestimmter Ereignisse neue Möglichkeiten eröffnet.

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Das Ressourcenmanagement gehört zu den zentralen Herausforderungen des Spiels. Für Kämpfe benötigt ihr Munition und Vorräte. Mit Letzterem könnt ihr euch während oder nach Kämpfen heilen oder eure Rüstung reparieren. Für das Fahren von Ort zu Ort verbraucht ihr außerdem Treibstoff. Geht euch beispielsweise der Treibstoff aus, müssen eure Rekruten zu Fuß weiterziehen, was ihnen in der sengenden Sonnenhitze der Wüste Schaden zufügt. Ob ihr genügend Ressourcen findet, ist einerseits eurem strategischen Vorgehen und andererseits dem Zufall überlassen. So könnt ihr nach Kämpfen neben wertvollen Schätzen und Ausrüstungsgegenständen auch die benötigten Ressourcen erhalten. Gehen euch eben diese aus, kann das euren Tod bedeuten. In Feuergefechten ohne Munition zu Kämpfen oder die Rekruten ohne Jeep durch die sengende Hitze Afrikas zu schicken, ist gefährlich. Mir persönlich ist einige Male der Treibstoff ausgegangen, was in zwei Fällen im Verlieren endete, da ich mit den geschwächten Rekruten in einem Kampf unterlag. Das kann zu einigen Frustmomenten führen, sorgt aber auch dafür, dass man sorgfältig haushaltet und ein gewisser Anspruch aufrechterhalten wird.


Eure Expedition besteht zu Beginn aus drei Rekruten, im Laufe der jeweiligen Kampagne könnt ihr jeweils eine vierte Person dazugewinnen, die sich in den Kämpfen bezahlt macht. Das Spiel kommt mit diversen unterschiedlichen Charakteren daher, die jeweils ihre eigenen Fähigkeiten mitbringen. So können sich die individuellen Charakter-Perks als wertvoll erweisen, wenn ihr ein neues Gebiet erkundet. Beherrscht einer eurer Rekruten beispielsweise die "alten Sprachen", können Schriften entziffert werden, die euch an antiken Bauwerken weiterbringen. Beherrscht ihr diese nicht, müsst ihr unverrichteter Dinge weiterziehen und ihr erfahrt nicht, was sich hier verbirgt. Das Erkunden von Orten und Geheimnissen ist dadurch besonders interessant und bleibt spannend. Außerdem kommen alle Figuren mit individuellen Sprüchen und Eigenheiten daher, wodurch ihnen Charakter verliehen wird.


Das Spiel erfordert Management: Organisiert euer Inventar, rüstet eure Rekruten auf, heilt sie und verwaltet ihren Talentbaum.

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Die fünf Kampagnen werden nacheinander nach Bestehen der jeweils vorherigen freigeschaltet und gehen laut Spiel mit einem aufsteigenden Schwierigkeitsgrad einher. Allerdings kann ich nicht bestätigen, dass das Spiel merkbar an Anspruch zugenommen hat. Die Gegnertypen blieben dieselben und auch die Menge und Stärke der Gegner schien sich kaum zu verändern; mit Ausnahme der letzten Kampagne, die tatsächlich etwas fordernder war. Auch die zu entdeckenden Orte wiederholen sich mit der Zeit, so lohnt es sich, in der nächsten Kampagne Rekruten mit anderen Perks zu nutzen, damit ihr neue Geheimnisse offenlegen könnt. Dennoch: Wirkte das Spiel zu Beginn noch sehr ausgereift und abwechslungsreich, nutzt es sich im Laufe der Spielstunden doch etwas ab.


Grundsätzlich ist die Grafik von Pathway minimalistisch gehalten, da die Geschichte primär über Textboxen erzählt wird. Der Umfang der Texte bleibt übersichtlich und dennoch sind die Inhalte zentral, wenn man Pathway genießen möchte. So könnte man die Texte zwar zumeist auch einfach durchklicken und sich auf die Kämpfe konzentrieren, doch in dem Fall fällt das Eintauchen und die Welt und ihre Mysterien natürlich schwer. Die Inszenierung durch den sehr detaillierten Pixel-Look setzt die Kulissen stimmig in Szene. Die Wüste Afrikas, die kleinen Oasen und Dörfer wirken liebevoll und atmosphärisch, auch wenn man zumeist nur kleine Gebiete oder Abbildungen zu Gesicht bekommt. So ergibt sich ein optisch und inszenatorisch sehr stimmiges Spiel, obwohl es minimalistisch gehalten wird. Die musikalische Untermalung, die je nach Erkundungs- oder Kampf-Situation passend gewählt wurde, unterstützt dies zusätzlich.


Technisch offenbaren sich ein paar kleinere Makel. So ist das Spiel während meiner Abenteuer dreimal aufgrund eines unbekannten Fehlers abgestürzt, sodass ich den vorangegangenen Kampf wiederholen musste. Glücklicherweise speichert das Spiel an jedem neuen Ort zwischen, sodass sich der Frust in Grenzen hielt. Zudem haben die Entwickler uns zugesagt, dieses Problem durch zukünftige Patches zu beheben. Etwas ärgerlich ist, dass man nach jedem Kampf einige Sekunden auf der Karte wartet, bis man das Fenster mit dem Loot oder die nächste Textbox erhält. Erfreulich ist wiederum, dass eine vollständige deutsche Übersetzung der Texte vorgenommen wurde, die zudem eine gute Qualität aufweist.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Laura Strack

Mit Pathway erhaltet ihr ein Abenteuer mit rundenbasierten Kämpfen, das eine stimmige Inszenierung, viele strategische Möglichkeiten sowie interessante Ereignisse bietet. Das Ressourcen-Management erfordert strategische Überlegungen hinsichtlich eurer nächsten Schritte und auch die Kämpfe mit den Nazis oder Kultisten sind fordernd. Zunächst erscheint Pathway als ein kleines aber rundum gelungenes Spiel, doch im Laufe der zahlreichen Spielstunden kommen die Ereignisse zunehmend abwechslungsarmer daher. So wiederholen sich viele Events und die Schwierigkeit der Kämpfe steigt kaum an. Eine Grundvoraussetzung für das Eintauchen in die Welt Afrikas mit ihren antiken und okkulten Elementen ist die Bereitschaft, die vielen kurzen Texte zu lesen. Habt ihr darauf Lust, so erwartet euch das ein oder andere Abenteuer, das in einem charmanten Pixel-Look gekonnt in Szene gesetzt wird.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • wonderboy

    Turmbaron

    Werde ich mir demnächst zulegen.. eine Modulversion wird's anscheinend nicht geben..