Ein poetisches Abenteuer

Während ich in der Realität dank einer Fülle an LEGO-Steinen mit meinen Kindern eigene Welten entstehen lasse, habe ich mich die vergangenen Tage in LEGO Builder's Journey damit beschäftigt, wie LEGO-Dioramen als kleinere Rätsel ausgelegt werden können. Wie gut mir die Inszenierung und das Lösen der Rätsel gefallen haben, könnt ihr nachfolgend lesen.


LEGO Builder's Journey ist beinahe schöner als die Realität.


Die Geschichte von LEGO Builder's Journey muss sich die Spielerschaft des Puzzle-Spiels selbst zusammenreimen. Im Titel begleitet ihr nämlich eine größere und eine kleinere LEGO-Figur auf ihrer Reise, welche die beiden teilweise zusammen und teilweise getrennt voneinander erleben. Dabei verzichtet das Spiel vollkommen auf Textboxen und Sprachausgabe, sodass ihr durch die Interaktion mit den beiden Figuren erlebt, worum es sich bei LEGO Builder's Journey eigentlich handelt. Entsprechend wage bleibe auch ich an dieser Stelle, da eben die Geschichte der beiden selbst gespielt werden muss, damit der Titel seinen Reiz nicht verliert.


Den Weg zum großen Protagonisten müssen wir uns erst erbauen.

© The LEGO Group

Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich im Kern um ein Puzzle-Spiel, welches auf eine Optik aus Dioramen setzt. Auf den ersten Blick kann sogar der Vergleich mit Captain Toad: Treasure Tracker hergestellt werden, da das Grundgerüst des Spiels sich sehr ähnelt. Jedoch setzt der LEGO-Ableger auf ein interessantes Konzept aus Rätseln, in welchen die Klemmbausteine des Herstellers stets im Vordergrund stehen. Im Grunde ist es im gesamten Spiel eure Aufgabe, eine der Figuren von einem Startpunkt zu einem Ziel zu bugsieren. Hierfür müsst ihr Wege mittels LEGO-Steinen erschaffen, welche teilweise in den einzelnen Abschnitten herumliegen, teilweise aber auch durch Kombination der Steine zum Vorschein gebracht werden müssen.


Klingt dies auf dem Papier noch recht einfach und wenig intuitiv werden die Rätseleinlagen von Mal zu Mal immer komplexer und fordern einen als Spieler durchaus hinaus. Dies liegt vor allem daran, dass je nach Gegebenheit auf unterschiedliche Bausteine zurückgegriffen werden muss oder manche sich auch durch das Platzieren in der Spielwelt verändern. Es gibt sogar Rätsel, die über mehrere Levelabschnitte hinweggehen, welche mich gerade zum Ende hin häufiger als gedacht mit Fragezeichen vor dem geistigen Auge zurückließen. Freuen dürft ihr euch auf über 60 verschiedene Level, wobei sich diese in ihrer Länge durchaus unterscheiden. Sind manche bereits nach wenigen Minuten erledigt, brauchen andere durchaus zehn bis zwanzig Minuten. Insgesamt kommt dadurch eine Spielzeit von rund zwei Stunden zusammen.


Auch Farben spielen bei manchen Rätseln eine größere Rolle.

© The LEGO Group

Ursprünglich ist LEGO Builder's Journey im Rahmen des Apple Arcade-Programms erschienen und erfreute bereits dort zahlreiche Spieler. Die nun veröffentlichte Version bietet jedoch weitere Levelabschnitte und eine erweiterte Geschichte, sodass auch Kenner durchaus nochmals einen Blick riskieren können. Was mich jedoch persönlich extrem gestört hat, war die Steuerung per Touchscreen, obwohl ich mich vor allem auf diese gefreut habe. Die Berührungspunkte sind insgesamt nämlich sehr schwammig gesetzt und es kommt dabei einfach nie das Gefühl auf, die volle Kontrolle zu haben. Daher entschied ich mich am Ende für die Knopfsteuerung, da mir diese das bestmögliche Erlebnis bot. Darüber hinaus fühlt sich leider auch die Steuerung der Kamera nicht perfekt an. Auch hier kommt immer wieder das Gefühl auf, dass etwas der Feinschliff fehlt.


Ansonsten kann technisch nicht gemeckert werden. Die Level sehen fantastisch aus und was LEGO Builder's Journey atmosphärisch auf die Beine stellt, ist fabelhaft und das in solch kleinen Welten, welche nur aus den berühmten Bausteinen bestehen. Zudem überzeugt die Geschichte der beiden Protagonisten beim ersten Durchlauf, da ich als Spieler sehr daran interessiert war, wie es mit den beiden Figuren weitergeht. Grundsätzlich ist nach einem Durchgang aber auch die Luft raus. Zwar könnt ihr frei alle Level erneut anwählen, da die Lösung der Rätsel jedoch bekannt ist (auch wenn es unterschiedliche Lösungswege gibt), reizt mich das Konzept dann doch zu wenig, um nochmals einen Durchgang zu wagen. Ob einen das die rund 20 Euro wert sind, muss jeder für sich selbst abwägen. Ein jüngeres Publikum wird hingegen deutlich länger an den Bildschirm gefesselt werden, sodass sich bei diesen die Investition wohl lohnen würde.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

LEGO Builder's Journey war am Ende genau das, was ich erwartet habe. Ein gutes, wenn auch kurzweiliges Puzzle-Spiel. Die Inszenierung konnte von Beginn an überzeugen und gerade das Erzählen der Geschichte unserer beiden Hauptfiguren, ohne jegliche Sprachausgabe oder Textboxen, war eindrucksvoll. Zudem waren die Rätsel abwechslungsreich und konnten mit Ideenreichtum glänzen, auch wenn die etwas mehr als 60 Level dann doch zu schnell zu Ende waren. Trotzdem ist der Spiele-Hit an dieser Stelle vollkommen verdient und ich hoffe, dass wir zukünftig noch weitere Abenteuer im LEGO Builder's Journey-Universum sehen werden, welche mit so viel Charme daherkommen.
Mein persönliches Highlight: Die zugleich einfachen und doch durchdachten Spielwelten.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 7

  • cedrickterrick

    Hero of Lady Palutena

    Was ich mich halt wirklich frage ist, ob 20 € nicht etwas sehr hoch, für ein vergleichsweise kurzes Spiel sind... :|

    Wollts mir eigentlich DayOne holen, aber dann hab ich vom Umfang gelesen.

  • Zettes

    Turmheld

    cedrickterrick bei mir genau das Gleiche, bin total überzeugt vom Spiel, aber 19,99€… nope. Ist halt mal wieder LEGO, hat ein genauso schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis meiner Meinung nach wie die echten Bausteine mittlerweile. Zumal es auf Steam 16,99€ kostet und es mich schon wieder hart anfrisst, dass der Nintendo-Spieler wieder mehr bezahlen muss, denn „er hat es ja“.

  • Crimsmaster_3000

    Bastardo de Crimson

    is schon auf der Wunschliste und wartet auf einen Sale :mariov:

  • cedrickterrick

    Hero of Lady Palutena

    Zettes

    Ob Cobi das Spiel vielleicht auch nochmal abgewandelt rausbringt? :troll::ugly-classic:

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    ZettesAm Ende kommt es auf den Spieler an. Wie beschrieben ist man als erfahrener Rätsellöser in ungefähr 2 Stunden durch (ggf. auch etwas früher). Kinder werden deutlich länger Spaß am Spiel haben, da nicht jede Lösung sofort ins Auge springt.


    Zum Preis kann ich sagen, dass 20 Euro auch über meiner Schmerzgrenze liegen, was aber vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Steuerung per Touchscreen nicht gut funktioniert. Entsprechend ist der Mehrwert auf der Switch nur das hybride Spielen. Da würde mich der Vergleich zum PC mal interessieren, wie gut das Ganze mit der Maus klappt.

  • Nischenliebhaber

    Turmheld

    Preise zwischen 15€-20€ sind doch Standard bei Spielen, die ursprünglich für Apple Arcade erschienen sind. Könnte mir gut vorstellen, dass es da auch entsprechende Verträge mit Apple gibt. In dem Sinne, dass Spiele auf anderen Plattformen nicht zu billig angeboten werden, damit das Apple Arcade Abo wertiger wirkt.

  • Cirno the strongest

    da sämtliche lego spiele gefühlt immer im eshop sale sind denke ich man wirds in einigen wochen für nen 10er hinterhergeworfen bekommen