Yee-haw, lass uns gehen, Spirit

Die DreamWorks-Marke Spirit besteht bereits seit fast 20 Jahren und doch sind bislang nur zwei Filme erschienen. Mit Spirit – Der wilde Mustang konnte DreamWorks die Pferde-Fans begeistern und der Film konnte sogar eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ aufweisen. Mit Spirit – frei und ungezähmt erscheint in der zweiten Julihälfte ein neuer Film. Doch dabei bleibt es nicht, denn die bereits mit über 8 Staffeln laufende Serie Spirit: wild und frei sowie andere kurze Serien lassen die Spirit-Marke in den vergangenen Jahren aufleben. Nun hat Spirit auch eine neue Videospielumsetzung erhalten. Mit DreamWorks Spirit Luckys großes Abenteuer können nun die Spielerinnen und Spieler ein neues Abenteuer mit der Heldin Lucky und ihrem Mustang Spirit erleben. Wir haben das Spiel auf der Nintendo Switch getestet, es ist allerdings auch gleichzeitig für PlayStation 4, Xbox One und PC erschienen.


Auch der Bösewicht Hendricks darf dabei nicht fehlen, er entführt ein Fohlen.

© DreamWorks Animation / Outright Games Limited

Solltet ihr die Spirit-Serie und -Filme nicht kennen, ist es kein Problem, denn das Spiel baut auf keinem Vorwissen auf und nimmt alle auf das Abenteuer mit. In diesem Spiel geht ihr mit Lucky und ihren Freunden auf Schatzsuche in Miradero, dem Hauptgebiet des Spirit-Universums. Den Schatz sucht ihr mithilfe einer Schatzkarte, welche euch Luckys Mutter hinterlassen hat. Ein Gedicht, welches Luckys Mutter früher oft gesungen hat, enthält außerdem wichtige Hinweise für die Schatzsuche. Im Spiel müsst ihr allerdings nicht die Rätsel lösen, denn das Abenteuer wird in einer linearen Form erzählt. Die Missionen, die euch nach und nach aufgetragen werden, führen euch immer einen Schritt näher zum Schatz. Falls ihr nicht viel Lust auf die Hauptmissionen habt, könnt ihr auch alternativ eine der vielen Nebenmissionen starten und beispielsweise Fotos mit eurer Kamera machen oder Pakete ausliefern. So ist die Geschichte in diesem Spiel gelungen und sorgt für die nötige Motivation zum Weiterspielen.


Die Steuerung ist eigentlich ziemlich einfach zu erlernen und die Tastenbelegungen werden stets in der rechten unteren Ecke des Bildschirms angezeigt. Ebenso erklären euch kurze Einblendungen bei neuen Aktionen die Tastenbelegung. Die Umsetzung der Steuerung ist allerdings katastrophal. Alleine die Tatsache, dass ich es nicht schaffe in einer geraden Linie zu reiten, sollte doch eigentlich bei den Entwicklern ein Warnsignal auslösen. Grundsätzlich ist das Reiten eine Katastrophe. Man bleibt ständig an irgendwas hängen, springt über irgendwelche unsichtbaren Zäune und ist eigentlich immer froh, wenn die Reitpassagen vorbei sind. Doch das Reiten ist nicht das einzige Problem, denn zwischendurch müsst ihr abseits von Spirit mit Lucky klettern und dabei teilweise Sprünge erledigen. Dies ist eine wirkliche Zumutung, denn man findet nie den richtigen Standpunkt, bei welchem die Steuerung es einem erlaubt zu springen. Auch die Interaktion mit Personen funktioniert nicht immer, ihr steht vor einer Person und die Möglichkeit, die Person anzusprechen, ergibt sich nicht. Erst wenn ihr einige Meter zurücktretet und wieder zur Person geht, könnt ihr diese ansprechen. Solche kleinen Spielfehler zerstören den gesamten Spielspaß.


Mit einer schönen Landschaft kann das Spiel wohl nicht glänzen.

© DreamWorks Animation / Outright Games Limited

Von der technischen Umsetzung abseits der Steuerung möchte ich eigentlich nicht anfangen, denn auch diese ist, zumindest auf der Nintendo Switch, alles andere als gut gelungen. Sehr auffallend ist die Tatsache, dass sich das Spiel an vielen Orten, insbesondere in der Kleinstadt Miradero, etwa alle 10 Sekunden für eine halbe Sekunde aufhängt. Mögliche Patches, die den Fehler einen Monat nach Release ernsthaft angehen: Fehlanzeige. Grafisch ist das Spiel auch keine Pracht, der Tag und Nacht-Wechsel eine furchtbare Idee, denn man fühlt sich nachts nahezu blind, da die Farben so schlecht umgesetzt wurden. Alleine, dass es sogar in einer geschlossenen Mine einen Tag und Nacht-Wechsel gibt und man nachts gar nicht sieht, ist irgendwie etwas fragwürdig. Wenn es an Kritik noch nicht genug ist: Die Vertonung ist furchtbar, denn Lucky muss immer wieder den gleichen Satz sprechen, sobald sie auf Spirit reitet. Vor allem der Satz „Yee-haw, lass uns gehen, Spirit“ hat sich in meinen Kopf eingebrannt.


Sieht man von den technischen Aspekten ab, ist das Spiel eigentlich ganz gelungen. Die Story ist relativ unterhaltsam, die Dialoge gut geschrieben, aber leider nur teilweise vertont, was bei jüngeren Spielerinnen und Spielern für Probleme sorgen könnte. Spirit muss regelmäßig im Stall gebürstet werden, ansonsten kann dieser nicht mehr so gut sprinten. Die frei begehbare Spielwelt ist sehr groß geworden, eine übersichtliche Karte hätte zur Orientierung sehr geholfen, denn die im Spiel enthaltene Karte zeigt euch grob nur wo Wasser, Land und gewisse Orte sind. Erreicht ihr diese markierten Orte, schaltet ihr die Schnellreisefunktion frei, die euch zu diesem jeweiligen Ort führt. Im Rahmen der Missionen wurde darauf geachtet, dass ihr an den Orten vorbeireitet und diese letztendlich auch freischalten könnt. Auch wenn das alles schöne Aspekte sind, hat man leider nicht die Zeit diese zu beachten, denn die technische Umsetzung ist so miserabel, dass man beim Spielen sich fast nur daran den Kopf zerbricht.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Ilja Rodstein

Das Spiel könnte ich genauso bewerten wie meine Lehrer früher meine mündliche Leistung: Quantitativ gut, qualitativ allerdings ungenügend. So lässt es sich auch auf DreamWorks Spirit: Luckys Großes Abenteuer anwenden. Das Spiel kann mit einer schönen Erzählung glänzen, hat interessante Missionen parat und auch sinnvolle Funktionen wie eine Schnellreisefunktion erleichtern das Leben. Wären da nicht die technischen Aspekte, die bei diesem Spiel jeglichen Spielspaß verderben. Ob die zahlreichen lang andauernden Bildeinbrüche, die Steuerung, die es euch nicht mal ermöglicht, in einer geraden Linie zu reiten oder auch die Vertonung, die die Protagonistin alle 10 Sekunden den gleichen Satz sagen lässt. Ich bin mir sicher, dass auch jüngere Spielerinnen und Spieler wenig Spaß an diesem Spiel haben werden. Meiner Meinung nach gibt es wesentlich bessere Titel, die Pferdefans auf der Nintendo Switch gefallen könnten.

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Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 7

  • WesY2K

    Turmheld

    Ein Spiel von Outright Games... populäre Marken mit simplen Spielen, die manchmal sehr "glitchig" sind. Paw Patrol mochten die Kinder trotzdem :-)

  • AnimalM

    SR388 Cleaner

    Och Menno... und ich hab mich doch schon so drauf gefreut :D

  • Wunderheiler

    .

    Ein "jegliches Spielspaß verderben" klingt irgendwie nicht wirklich "erträglich" ;)

  • Ngamer

    Son of a Patriot

    Technisch hätte es der N64 besser hinbekommen.

  • Bjoeragon

    Turmknappe

    Total schade hatte mich schon drauf gefreut es mit meiner Tochter (8) zu spielen.
    Sie findet es ganz gut schimpft aber immer das sie schlechtes Internet hat, was sie aber meint sind die extrem nervigen Ruckler.

    Sind wir mal ehrlich, das liegt nicht an der Switch Hardware sondern an der extrem schlechten Programmierung, einfach nur das Geld kassieren Hauptsache man kann das Spiel starten. Finde ich sehr schade, hätte echt toll werden können. Meine Tochter findet es trotzdem ganz gut, das ist die Hauptsache.


    Mich würde aber sehr interessieren welche Spiele für Pferdefans wesentlich besser sind, also für 8-jährige Pferdefans ;-) Danke für die Info.

  • Footy

    Turmheld

    Bjoeragon

    Horse Club Adventure soll ganz gut sein. Da gab es letzten Monat einen Test:

    https://www.ntower.de/test/331…e-club-adventures-switch/


    Ich zitiere den ntower Pferdeflüsterer Ilja Rodstein (Fazit)

    Horse Club Adventures ist ein sehr solides Pferdespiel mit einem besonders großen Spielumfang. Mit vielen Missionen, einer großen offenen Spielwelt und einer Menge an freischaltbaren Accessoires sollten Spielerinnen und Spieler sehr glücklich damit werden. Dieser Einzelspielertitel ist in erster Linie auf Mädchen zwischen circa 8 und 12 Jahren zugeschnitten, denn einen männlichen Charakter kann man in diesem Spiel nicht spielen. Auch wenn es mir persönlich an spielerischer Abwechslung mangelte, muss es nicht für jeden langweilig sein. Nur mit dem Lesen sollte man keine großen Probleme haben, denn die Dialoge sind in den meisten Fällen nicht vertont. Technisch ist das Spiel keine große Offenbarung, aber auch keine Katastrophe: Junge Spielerinnen und Spieler sollte das wiederum nicht stören. Da das Spiel keine störenden Fehler hat, ist es bislang das beste Pferdespiel, welches wir für die Nintendo Switch getestet haben. Wir können daher eine Kaufempfehlung aussprechen, sofern man die spielerischen Ansprüche ein wenig runterschrauben kann.

  • Ilja Rodstein

    Moderator

    Mich würde aber sehr interessieren welche Spiele für Pferdefans wesentlich besser sind, also für 8-jährige Pferdefans ;-) Danke für die Info.

    Ansonsten auch Ostwind: Aris Ankunft neben Horse Club Adventure. Auch Ostwind hat mit technischen Problemen zu kämpfen, aber ich denke man hat sich auch nach Release nochmal hingesetzt und versucht diese zu beheben. Das ist zumindest Story-lastiger als Horse Club Adventure.