Da geht mir ein Licht auf

Ob bei jung oder bei alt – Sudoku ist auf der ganzen Welt bekannt. Das System der Logikrätsel ist schnell begriffen und süchtigmachend. Nicht umsonst taucht es auch heute noch in Zeitschriften und Magazinen auf, wo es zu einer schnellen Runde einlädt. Gleich neben den Kreuzworträtseln. Eine andere Art der Logikrätsel, welche über die Jahre an Prominenz gewonnen haben, sind die Nonogramme.


Die Zahlen am Rand geben an, wie viele Felder pro Reihe oder Spalte gefüllt werden müssen.

© Atooi

Genau wie beim Sudoku bekommt man es mit Zahlen und einem Gitternetz zu tun, muss die Angaben jedoch so geschickt deuten, dass am Ende ein bestimmtes Muster oder Bild dabei herauskommt. Nonogramme wurden unter den verschiedensten Namen popularisiert und werden es auch immer noch. Allein für die Nintendo Switch gibt es eine Handvoll verschiedener Nonogramm-Marken. Die wohl Bekannteste unter Nintendo-Spielern dürfte PICROSS sein, nicht zuletzt aufgrund der Regelmäßigkeit neuer Ableger.


Das nächste Nonogramm-Spiel für die Nintendo Switch stammt aus dem Hause Atooi – bekannt für Spiele wie Mutant Mudds, Xeodrifter oder Chicken Wiggle – und nennt sich passenderweise Pictooi. Ausgesprochen wird das wohl Pic-too-ee, ähnlich wie Ah-too-ee für den Entwicklernamen. Vorneweg muss hier erwähnt werden, dass es sich um eine sehr klassische Interpretation der Logikrätsel handelt, ganz wie bei den PICROSS-Spielen. Über die Jahre haben sich schon verschiedene Köpfe daran versucht, das Konzept um Farbe, Handlung oder Adventure-Elementen anzureichern. Davon werdet ihr hier aber nichts finden.


Pictooi versucht, die Rolle eines täglichen Wegbegleiters einzunehmen, der eurem Kopf dabei helfen soll, fit zu bleiben. Das schlägt ganz bewusst in die Kerbe von Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging und kommt sogar ähnlich mit einem Kalender, der euer Kopftraining festhält, und einem hilfsbereiten Maskottchen daher. Professor Ishida, eine schlau wirkende Glühbirne, begrüßt euch zu jeder Spielrunde und hat interessante Fakten zu den Motiven gelöster Rätsel parat. Für Neulinge gibt es von Professor Ishida außerdem einen Crashkurs in Sachen Nonogramme. Zwar wirkt die Aufmachung recht charmant, kommt aber leider ausschließlich in englischer Sprache daher.


Im „Diorama“-Modus ergibt sich Stück für Stück ein Gesamtbild.

© Atooi

Insgesamt dürfen sich Nonogramm-Freunde auf über 300 Rätsel freuen, die auf die Modi „Classic“ und „Diorama“ aufgeteilt sind. Ersteres bietet klassische Rätselkost und verfolgt pro Menüseite ein eigenes Thema wie Natur oder Musik. Der andere Modus unterscheidet sich weniger spielerisch, als er es inhaltlich tut. Hier bekommt ihr es nämlich mit einem Diorama basierend auf anderen Atooi-Marken zu tun. Die erste Seite zeigt etwa eine Szene aus Mutant Mudds. Mit jedem gelösten Rätsel deckt ihr einen Teil des Dioramas auf, bis sich euch das vollständige Bild offenbart. Nach jedem gelösten Rätsel gibt es auch hier Fakten von Professor Ishida zu hören, diesmal zum entsprechenden Atooi-Titel. Auch wenn das Vervollständigen der Dioramen eine größere Motivation darstellt als das Lösen regulärer Rätsel, wird im Prinzip kein spielerischer Mehrwert geboten.


Pictooi spielt es sicher und traut sich keine Änderungen am etablierten Nonogramm-Konzept vorzunehmen. Das genügt sicher all denjenigen, die von solchen Rätseln nicht genug haben können. Für meinen Geschmack braucht es aber etwas mehr frischen Wind. Im Vergleich zu den PICROSS S-Ablegern bietet das Spiel von Atooi mehr Charme, dafür aber weniger Feinschliff. Hilfs-, Steuerungs- und Musikoptionen fallen bei der langjährigen Reihe von Jupiter umfangreicher und durchdachter aus. Auch fehlt ein Mehrspielermodus, wobei Pictooi wohl schlichtweg für Einzelspieler konzipiert wurde. Dass auch hier keine Steuerung via Touchscreen angeboten wird, lässt mich mit einem weinenden Auge zurück.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Daniel Kania

Ihr liebt Logikrätsel, könnt von Nonogrammen nie genug bekommen und sehnt euch bereits nach dem nächsten Futter? Dann ist Pictooi genau richtig für euch! Der neueste Titel aus dem Hause Atooi erfindet das Rad nicht neu, sondern bedient sich an einer etablierten Formel, die es so auch schon zuhauf auf der Nintendo Switch zu sehen gibt. An den Feinschliff der PICROSS S-Titel von Jupiter kommt Pictooi nicht heran, dafür punktet es aber mit Charme. Ein Maskottchen namens Professor Ishida führt ähnlich wie Dr. Kawashima in den populären Gehirn-Jogging-Titeln durch das Spiel und hat einige interessante Fakten auf Lager. Leider aber nur auf Englisch. Rätselbegeisterte können sich auf über 300 Nonogramme freuen, welche auf zwei Modi aufgeteilt sind. Neben klassischen Rätseln könnt ihr euch an diversen Dioramen probieren, welche auf anderen Atooi-Marken wie Mutant Mudds basieren. Wie schon bei anderen Vertretern dieser Spielart sind hier die fehlende Touchscreen-Steuerung und die fehlende Innovation zu kritisieren.
Mein persönliches Highlight: Professor Ishida hilft dabei, dem Spiel mehr Leben einzuhauchen.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Entwickler

    Turmheld

    Guter Test soweit, stimm auch der Wertung zu. Erwähnt werden hätte noch dürfen, dass das Laden aus einem Nonogramm heraus zurück in die Übersicht elend lange dauert und die "fertigen" Nonogramme oft wenig mit dem Bild, das sie darstellen sollen, zu tun haben. Das macht die Picross-Reihe deutlich besser und schöner.

    Trotzdem für "Genrefans" keine schlechte Investition.