Unterhaltsamer Spielesnack mit technischen Schwächen

Boomerang X erschien vor wenigen Tagen, am 8. Juli, für Nintendo Switch sowie PC und wurde mit akrobatischen Kämpfen gegen finstere Gegnerhorden in schwindelerregender Höhe beworben. Das vertikale Gameplay gepaart mit der minimalistischen Optik mag auf die Spielerschaft gar etwas stressig gewirkt haben. Ob die stylische Action über mehrere Spielstunden hinweg überzeugen kann oder ob das Ganze in einer fiesen Bruchlandung endet, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.


Blendet man das Schiffswrack aus, kommen waschechte Urlaubsgefühle auf.

© DANG!

Euer Protagonist strandet vor der Küste einer geheimnisvollen Insel. Obwohl das Eiland eindeutige Hinweise auf eine Zivilisation von insektoiden Lebewesen liefert, wirkt das vermeintliche Tropenparadies wie ausgestorben. In einer Höhle entdeckt ihr eine mysteriöse Waffe in Form eines Bumerangs. Nicht viel später müsst ihr mit eurer jüngsten Entdeckung in einem hektischen Kampf gegen düstere Schattenkreaturen bestehen, die offenbar das gesamte Land befallen haben. Eure Aufgabe besteht nun darin, die Ursache für die finstere Invasion zu ermitteln und diese bestenfalls zurückzudrängen.


Hinsichtlich der Handlung hält sich das Spiel durchweg bedeckt. Die Geschichte von Boomerang X erzählt sich vielmehr nebenher, als aktiv in den Vordergrund zu rücken. Abseits eurer pechschwarzen Feinde befindet sich nur eine einzige andere Kreatur auf der Insel. Hierbei handelt es sich um den kauzigen Tausendfüßler Tepan, der euch unauffällig folgt und stets einen Kommentar zu eurer letzten Kampfleistung auf den Lippen hat. Zudem klärt er euch kryptisch über den Verbleib der einstigen Bevölkerung auf. Dennoch lässt euch Boomerang X über viele Dinge im Unklaren, wie die Herkunft und das Aussehen eures Helden.


Spielerisch fällt Boomerang X unter das Genre des Arena-Shooters – nur ohne Schießeisen. Innerhalb eines großflächigen Gebiets gilt es, eine gewisse Anzahl an Gegnern auszuschalten. Gelingt euch dies, führt euch ein kurzer Fußmarsch auf das nächste Schlachtfeld. Der Bumerang bleibt hierbei bis zum Ende eure einzige Waffe. Allerdings lernt ihr stetig neue Tricks und Kniffe dazu, die euch im Kampf gegen die wachsende Bedrohung behilflich sind und eure Bewegungsfreiheit erweitern. Finden die Auseinandersetzungen zu Beginn noch hauptsächlich auf dem Boden statt, dürft ihr diesen in späteren Spielabschnitten gar nicht mehr berühren.


Zum Stürzen eines solchen Kolosses benötigt es fünf gezielte Würfe.

© DANG!

Die Steuerung geht hierbei im Verlauf eures Abenteuers in Fleisch und Blut über. Entscheidend ist dabei auch die Wahl des richtigen Eingabegerätes. Zwar ist Boomerang X mit den Joy-Con nicht unspielbar, gestaltet sich jedoch deutlich fummeliger als mit dem Nintendo Switch Pro Controller. Im Einstellungsmenü könnt ihr jederzeit die Sticksensitivität, den Grad der automatischen Zielerfassung und wahlweise Optionen zur unterstützten Bewegungssteuerung einsehen und anpassen.


Die Spielwelt von Boomerang X besteht größtenteils aus exotischer Flora, eindrucksvollen Höhlen und antiken Ruinen. Die Gebiete sind allesamt schön anzuschauen und abwechslungsreich gestaltet, bieten allerdings abseits der spannenden Scharmützel keinerlei Anreiz für ausufernde Erkundung. Ähnlich variantenreich fallen eure Widersacher aus. Diese unterscheiden sich in Form, Größe, Angriffsmuster und Schwäche. Manche Feinde lassen sich nur von hinten ausschalten, während andere eingangs betäubt werden müssen, ehe man zum Gnadenstoß ausholen kann. Zwar verfügt Boomerang X nur über einen einzigen Bosskampf, dies ist allerdings aufgrund der kurzen Spielzeit von etwa drei Stunden und der hervorragenden Inszenierung der Auseinandersetzung zu verschmerzen.


Technisch kann Boomerang X auf der Nintendo Switch leider nicht vollends überzeugen. Zwar wirkt die minimalistische Optik in ihrer Gesamtheit gelungen, die Bildrate steht jedoch in keinem Verhältnis zur grafischen Präsentation. Gelegentliche Ruckler trüben die allgemeine Spielerfahrung und fallen gerade in hektischen Situation negativ auf. Der Soundtrack hingegen tut, was er soll. Er untermalt die actiongeladenen Kämpfe gekonnt mit fernöstlich anmutenden Melodien und fügt sich somit gut ins rege Geschehen ein.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Felix Kraus

Boomerang X weiß über seine drei Stunden Spielzeit stets zu unterhalten. Die Gefechte spielen sich flott und gehen nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut von der Hand. Das Spiel verfügt über ein einzigartiges, unverbrauchtes Setting, dessen Potenzial aufgrund der mangelnden Möglichkeiten zur Erkundung nicht ganz ausgeschöpft wird. Auch in technischer Hinsicht wäre auf der Nintendo Switch noch viel Luft nach oben gewesen. Die Bildrate ist zwar weit entfernt von der Unspielbarkeit, jedoch steht sie in keinem Verhältnis zur minimalistischen grafischen Präsentation des Titels.
Mein persönliches Highlight: Der finale Endkampf und dessen gelungene Präsentation.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 0

  • Noch keine Kommentare verfasst :(