Abwechslungsreicher Platformer mit Witz

Seit einigen Tagen ist der Platformer Ayo the Clown im Nintendo eShop der Nintendo Switch erhältlich. Dabei möchte der Titel durch seine große Abwechslung im Leveldesign glänzen und auch die unterschiedlichen Fähigkeiten, die für den Protagonisten Ayo freigespielt werden können, sollen begeistern. Wir haben Ayo auf seinem Abenteuer begleitet und klären nachfolgend, ob die großen Ambitionen eingehalten wurden – oder ob die Versprechen ins Leere liefen.


Hund weg, Abenteuer beginnt.


Die Geschichte von Ayo the Clown dreht sich um den namensgebenden Protagonisten und der Suche nach seinem Hund Bo. Dieser ist eines Tages ohne jede Spur verschwunden, weshalb sich Ayo auf die Suche nach seinem treuen Freund macht. Dabei durchstreift er das gesamte Land und erfährt nach und nach, wieso Bo verschwunden ist und was ein bösartiger Wolf damit zu tun hat. Erzählt wird die Geschichte dabei in kurzen Comic-Sequenzen, welche mit deutschen Bildschirmtexten und englischer Sprachausgabe ausgestattet sind. Insgesamt ist die Erzählweise sehr unterhaltsam, da sie an vielen Stellen mit einer ordentlichen Prise Witz gewürzt ist. Zudem trefft ihr auf sehr unterschiedliche Charaktere, welche nicht nur menschlicher Natur sind und das Abenteuer noch weiter auflockern.


Im Kern ist Ayo the Clown ein klassischer Platformer.

© Cloud M1

Auf Ayos Weg erwartet euch ein klassischer Platformer, welcher euch durch sehr abwechslungsreiche Gebiete führt. Angefangen in grünenden Gebieten über Strände und Höhlen bis hin zu einer feurigen Fabrik ist alles mit dabei. Schnell fällt dabei auf, dass das Versprechen, abwechslungsreiche Level zu bieten, durchaus gehalten wird. Jedes der insgesamt 30 Level weiß nämlich mit einer eigenen Spielmechanik zu überzeugen. Diese Mechaniken werden zwar in späteren Leveln auch miteinander verwoben, man entwickelt als Spieler jedoch nie das Gefühl, etwas schon einmal gesehen zu haben. Dadurch ist jede Spielrunde motivierend sowie abwechslungsreich und das bis zum Ende hin.


Spielerisch besticht Ayo the Clown vor allem deshalb, da der liebenswürdige Clown über einen Lebensbalken in Form von Herzen verfügt und im Laufe der Geschichte an neuen Fähigkeiten dazugewinnt. Anfangs seid ihr so beispielsweise nur in der Lage zu laufen, wohingegen ihr im Verlauf des Spiels lernt, zu rennen, zu klettern und zu springen. Das Repertoire an Fähigkeiten überrascht da leider nur wenig, da Ayo bis auf wenige Ausnahmen auf altbewährte Tricks zurückgreift, die bereits aus anderen Genre-Vertretern bekannt sind. Lediglich die Möglichkeit des Emporsteigens mittels Ballon und des Angriffs sind etwas Besonderes. Gerade letzteres machte mir enorm Spaß. Im Normalfall ist Ayo nämlich nicht in der Lage anzugreifen, außer ihr sammelt zuvor ein passendes Item ein. Diese bewaffnen euch dann mit Wasserbomben, einem Hammer oder einem Luftballon-Schwert. Solltet ihr von einem der Gegner jedoch einen Treffer einstecken, verliert ihr diese Fähigkeit wieder. Diese temporären Angriffe machen einen großen Reiz aus, da ihr Ayos Widersacher ansonsten mit gezielten Sprüngen auf den Kopf besiegen müsst, was sich durchaus eintönig anfühlt.


Witzige Dialoge und Sequenzen ziehen sich durchs ganze Spiel.

© Cloud M1

Dagegen sorgen besondere Spielmomente für eine Menge Abwechslung. So darf sich Ayo immer wieder in unterschiedliche Gefährte wagen, um einen Teilabschnitt seines Abenteuers mit diesen zu bewältigen. Hierzu gehören beispielsweise ein Panzer und ein Hubschrauber, welche sich nicht nur gut steuern lassen, sondern die Platformer-Elemente durch kurze Shooter-Passagen ergänzen. Das sorgt für ordentlich Spaß und gerade der Bosskampf im Panzer gegen einen anderen Panzer zählt zu den Highlights des Spiels.


Technisch macht der Titel eine Menge richtig. Wie bereits von manchen unserer Leser festgestellt, erinnert das Abenteuer von seinen Gegnern und Farben glatt an das Kirby-Universum – und das steht Ayo verdammt gut. Alles ist schön bunt und fröhlich inszeniert, wodurch der Grafikstil von Beginn an begeistert. Vor allem die Zwischensequenzen im Comiclook gehören aber zu meinen Highlights, da sie durch die englische Vertonung nicht nur gut unterhalten, sondern auch das, was ihr aufs Auge bekommt, kann sich sehen lassen. Nervige Ladezeiten sucht man ebenfalls vergeblich, sodass durchaus eine schnelle Runde in den Alltag integriert werden kann. Am wichtigsten bei einem Platformer dürfte aber die Steuerung sein, welche sich präzise anfühlt und einem stets die volle Kontrolle ermöglicht. Dafür sind manche Hitboxen nicht ganz so gut umgesetzt, sodass durchaus das ein oder andere Leben dran glauben muss, obwohl ihr als Spieler alles richtig gemacht habt.


Die Spielzeit von Ayo the Clown beträgt beim einfachen Durchspielen etwa fünf Stunden. Bei den dreißig verschiedenen Leveln habe ich durchschnittlich acht bis zehn Minuten benötigt, wobei Komplettierern noch weitere Stunden Spielspaß bevorstehen. In jedem Level lassen sich nämlich drei Lutscher und drei Teddys finden. Außerdem gibt es zehn weitere geheime Gegenstände, die irgendwo auf euch warten. Zudem dürft ihr in der Stadt des Spiels eure Fähigkeiten nach und nach mit gesammelten Edelsteinen verbessern und auch einige Nebenmissionen haben es ins Spiel geschafft. Wer sich also mit Ayo anfreunden kann, kann an die fünf Stunden zum Durchspielen gerne noch weitere zwei bis drei Spielstunden zum Komplettieren dranhängen. Nicht zuletzt, da das Abenteuer auch auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen durchgespielt werden darf.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Styppa-Braun

Ayo the Clown ist eine wirkliche Überraschung für mich. Es gibt viele Platformer auf der Nintendo Switch und etliche konnten mich nicht überzeugen, da es entweder an der Inszenierung oder einer unpräzisen Steuerung scheiterte. Ganz anders bei Ayos Abenteuer: Alles fühlt sich rund an und könnte durchaus aus dem Hause der Kirby-Macher stammen. Zwar bedient man sich auch hier an bereits bekannten Spielmechaniken, die schöne Spielwelt, die tollen Comic-Sequenzen und die abwechslungsreichen Welten überzeugten mich letzten Endes aber dann doch. Wenn ihr also auf der Suche nach ein paar unterhaltsamen Stunden vor dem Bildschirm seid, könnte Ayo the Clown der richtige Titel für euch sein.
Mein persönliches Highlight: Die unterhaltsamen Comic-Sequenzen.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 5

  • BSnake

    Club Nintendo Mitglied

    Clowns sind gruselig 8X

  • DerMarioMaker

    Turmknappe

    danke für den test. er hat mir einen recht guten eindruck vom spiel vermittelt.

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    DerMarioMakerdas höre ich gerne! Falls noch Fragen offen sind, beantworte ich diese gerne!

  • Tarik

    Turmbaron

    Nervige Ladezeiten sucht man vergeblich? Ein anderer Test, den ich las, attestierte dem Titel sehr lange Ladezeiten und führte diese als den einzig wirklich großen Negativpunkt auf.

    Was stimmt denn nun? Oder gab es ein Update?

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    Tarikich schmeiß es gerne nachher nochmal an und stoppe mal die Zeit. Mir sind die Ladezeiten subjektiv aber überhaupt nicht negativ aufgefallen. Wobei ich persönlich die Wertung von 78/100 beim einzigen Kritipunkt Ladezeiten auch nicht ganz nachvollziehen kann. Melde mich aber gerne später nochmals :)


    Tarik Kame erst jetzt dazu, die Zeit zu stoppen. Also vom Titelbildschirm bis zur Levelauswahl des Spiels dauert es ungefähr 6 Sekunden. Das Starten eines Levels hat durchschnittlich 4 Sekunden gedauert.

    Mal als Vergleichswert, auch wenn mir bewusst ist, dass da deutlich mehr geleistet werden muss, hab ich MHS2 herangezogen. Das braucht bei mir 20 Sekunden vom Titelbildschirm bis zum Spielen. Denke die paar Sekunden bei Ayo als kleinerer Titel sind daher voll in Ordnung!