Liebe und Nostalgie liegen dicht beieinander

Es sind die Neunziger Jahre, der geliebte Walkman hat neue Batterien und Maya und Devin sind frisch verliebt. In einer Großstadt hilft in dieser Zeit oft nur das Telefon, um miteinander zu kommunizieren, vor allem in den einsamen Abendstunden, nachdem man von seinem Job im Plattenladen nach Hause gekommen ist. Was ist jedoch, wenn plötzlich ein Feuer in der Stadt auch den Strom lahm legt und man sich Sorgen um den Partner macht? Da hilft nur eins: raus gehen und nachschauen.


Ein Wiedersehen von Maya und Devin ist Ziel des Spiels Fire Tonight.

© Way Down Deep

Fire Tonight beginnt mit einem Telefonat der beiden jungen Menschen, die in Erinnerungen schwelgen, als in den Nachrichten plötzlich von einem großen Brand in der Stadt berichtet wird. Kurze Zeit später ist auch die Telefonleitung tot und das Abenteuer beginnt. Die Perspektive wechselt hin und her und während Maya sich nach draußen begibt, um zu schauen, ob mit Devin alles in Ordnung ist, wartet dieser zunächst in seiner Wohnung auf ein Lebenszeichen seiner Geliebten. Mit ihm kann man sich, ganz in klassischer Point-and-Click-Manier, in seiner Wohnung umsehen. Dadurch lernt man den jungen Mann nicht nur besser kennen, auch die Beziehung zu Maya und die geteilte Leidenschaft für Musik und Videospiele wird näher beleuchtet. Hier kommen vor allem Kinder der Neunziger voll auf ihre Kosten, da Devins Wohnung nur so Nostalgie schreit und den ein oder anderen Wortwitz parat hat.


Während Devin allerdings den passiven Teil der Geschichte einnimmt, stürzen wir uns mit Maya in die Straßen der Stadt, in denen überall ein eigenartiges Feuer lodert. Ziel ist es, zu Devin zu gelangen, was jedoch nicht so ganz leicht ist, wie man vielleicht denken mag. Während die Flammen manche Wege blockieren, könnt ihr über Dächer und Müllcontainer klettern, um so andere Ecken mit Hinweisen zu entdecken oder um neue Wege freizuschalten. Für Türen und Tore braucht ihr zudem einen Schlüssel, die sich innerhalb des Labyrinth der Stadt verstecken. Hier ist manchmal etwas Köpfchen gefragt, auch wenn die Rätsel relativ schnell gelöst sind. Ein interessanter Mechanismus ist der "magische" Walkman, der, wenn man seine geliebte Musik hört, Blockaden verschwinden lässt. Allerdings braucht dieser stetig frische Batterien (jeder, der selbst einen besessen hat, kennt das Dilemma!), um zu funktionieren, weswegen man bedacht mit ihm umgehen sollte. Neue Batterien sind nämlich nicht immer direkt zur Hand und wenn ihr doch ins Feuer lauft, werdet an einen früheren Ort zurück teleportiert. Ihr könnt außerdem mit anderen Charakteren interagieren, um so schneller zu Devin zu kommen, auch wenn manche sich absichtlich querstellen und zu einer zusätzlichen Hürde werden.


Maya stürzt sich ins Abenteuer, um ihren geliebten Devin wiederzusehen.

© Way Down Deep

Während ihr mit einem Zeiger Dinge in Devins Wohnung herumklicken könnt, gibt es auch andere Möglichkeiten, mit Gegenständen zu interagieren. Hier braucht es manchmal etwas mehr Zeit um zu verstehen, was man tun muss, damit die Geschichte voranschreitet, da das Spiel keinerlei Tutorial und kaum Vorgaben bietet. Das ist allerdings auch nicht nötig, da in den meisten Fällen alles direkt ersichtlich ist. Maya steuert ihr ganz normal mit dem linken Analogstick, während ihr das Stadt-Labyrinth mit dem rechten Stick um 360 Grad drehen könnt. Das ist auch notwendig, da sich Geheimnisse bekanntlich immer in den dunkelsten Ecken verstecken. Ansonsten werden Gegenstände oder Personen sichtbar gemacht, mit denen ihr letztendlich interagieren könnt, was den Spielverlauf vereinfacht. Zwischendurch gibt es zudem kleine, nette Sequenzen im Comic-Stil, die der ganzen Geschichte zusätzliches Leben einhauchen.


Fire Tonight ist ein sehr kurzes, aber liebevolles Puzzlespiel, bei dem man beim Abspann fast schon enttäuscht ist, dass es bereits zu Ende ist. Hier hatte ich das Gefühl, dass man die Geschichte definitiv hätte in die Länge ziehen können, auch wenn am Ende ein rundes, schönes Bild entsteht. Aber die Mechaniken und die Level waren so spaßig und durchaus abwechslungsreich, weswegen man am Ende durchaus nach Mehr schreien möchte. Das Spiel ist zudem komplett in Englisch, was durchaus ein Problem darstellt, auch wenn man die Grundzüge des Spiels auch ohne oder mit nur bedingten Sprachkenntnissen meistern kann.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Kerstin Steiner

Ein bisschen kitschig, sehr nostalgisch und etwas kniffelig – so lässt sich Fire Tonight wahrscheinlich am besten beschreiben. Es ist ein liebevolles, aber recht kurzes Spiel, das man in unter einer Stunde durchspielen kann. Dafür kann man sich jedoch komplett in die Welt von Maya und Devin fallen lassen und auch wenn die meisten Rätsel nicht sonderlich herausfordernd sind, macht es dennoch Spaß, den beiden ein schnelles Wiedersehen zu schenken. Auch wenn es eine durchaus runde Sache ist, hätte ich gerne noch einige Stunden mehr in Mayas und Devins Welt verbracht.
Mein persönliches Highlight: Die Neunziger-Nostalgie und der Comic-Stil

Die durchschnittliche Leserwertung

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