Der Berg ruft ... aber ob man wirklich folgen will?

Das Wandern ist des Müllers Lust … oder wer sich auch immer an langen Wanderschaften erfreut. So geht es auch den Protagonisten aus Super Hiking League DX, der erweiterten Version des 2020 erschienen Platformers im Retro-Stil. Wobei man in diesem Fall klar ergänzen sollte, dass „wandern“ in diesem Fall bedeutet möglichst schnell und halsbrecherisch in die Höhe zu klettern und sein Ziel zu erreichen. Ob der kompetitive Platformer in seiner Neuauflage überzeugen kann, dem wollen wir in diesem Test auf den Grund gehen.


Ein ziemlich knappes Rennen.

© Bit Ink Studio

Super Hiking League DX kommt in einem klassischen 8-Bit-Gewand daher und bietet eine recht einfache Prämisse: Zwei Hiker liefern sich ein Wettrennen zur obersten Spitze eines Kurses und gewinnen dadurch, dass sie zuerst einen sich dort befindlichen Edelstein berühren. Das war es dann auch schon, mit einer scheinheiligen Handlung gibt sich der Titel gar nicht erst ab und es wird auf den ersten Blick klar, dass sich hierbei rein aufs Gameplay konzentriert wird. Zu Beginn des Spiels steht euch nur einer der unterschiedlichen Charaktere sowie eine Strecke zur Verfügung. Um dies zu ändern, müsst ihr im Arcade Modus verschiedene Strecken absolvieren, die ihr anschließend auch freischaltet – dasselbe gilt auch für die Charaktere, gegen die ihr in diesem Modus antretet. Daneben wartet Super Hiking League DX zudem noch mit einem Versus-Modus auf, bei dem ihr lokal gegen einen weiteren Mitspieler antreten könnt, sowie den Modi Time-Attack und Race-Mode, die sich an sich aber nicht groß voneinander unterscheiden.


Doch wie läuft das eigentliche Spiel nun ab? Wie bereits erwähnt, startet ihr am Fuße einer Strecke und müsst euch im Wettstreit mit einem Konkurrenten bis zu deren Spitze hochschlagen. Dabei könnt ihr nicht nur in klassischer Platformer-Manier von einem Hindernis zum nächsten hüpfen oder euren Hiking-Stock als Waffe verwenden, um euren Widersacher oder gegnerische Schleime aus dem Weg zu räumen, sondern euch steht noch ein Seil zur Verfügung. Im Idealfall erleichtert euch besagtes Seil den Aufstieg enorm, denn an bestimmten Stellen könnt ihr euch damit befestigen und euch katapultartig in die Lüfte schleudern lassen. Allerdings eben auch nur im Idealfall, denn wer das Momentum nicht richtig ausnutzt, hangelt stattdessen erst einmal in der Luft und muss noch einmal Schwung holen, was euch wertvolle Sekunden kosten und eurem Widersacher einen Vorteil verschaffen kann. Das Spiel bietet euch dahingehend eine kleine Hilfestellung, als dass ihr im Voraus festlegen könnt, ob sich das Seil automatisch austariert, ihr eine kleine Hilfe dabei bekommen sollt oder ob ihr selbst Hand anlegen wollt. Während bei ersterer Variante stets gesichert ist, dass ihr nicht einfach hängen gelassen werdet, gibt es bei letzter die Möglichkeit, dass ihr euch deutlich weiter in die Höhe katapultiert.


Im VS-Modus hat man noch den meisten Spaß.

© Bit Ink Studio

Dabei sitzt euch stets die Konkurrenz im Nacken. Im Arcade-Modus übernimmt diese Rolle die künstliche Intelligenz, die ihr auf zwei verschiedene Stufen einstellen könnt – einfach oder schwer. Das Problem an der ganzen Sache ist dabei jedoch Folgendes: Während ihr auf der einfachen Schwierigkeitsstufe fast schon willentlich verlieren müsst, bevor euer Konkurrent die Spitze erreicht, schwankt der Herausforderungsgrad auf dem normalen Schwierigkeitsgrad enorm – und zwar ohne ein klares Muster zu erkennen. Manchmal spielte die künstliche Intelligenz fehlerfrei, nur um dann in der nächsten Runde wieder einen Fehler nach dem anderen hinzulegen, eine gesunde Mitte ließ sich selten erkennen. Ganz anders sieht es im Versus-Modus auf, wo ihr lokal gegen einen menschlichen Mitspieler antreten könnt. Hier können die Rennen zur Spitze durchaus Spaß machen, wobei sich das Spielprinzip während unseren Testpartien schnell abgenutzt hat, 27 unterschiedliche Strecken hin oder her.


Grafisch ist Super Hiking League DX ein weiterer 8-Bit-Retro-Titel und dafür sieht das Spiel auch wirklich hübsch aus. Die einzelnen Strecken sind hübsch gestaltet und die einzelnen Hiker sowie ihre Fahrzeuge, mit denen sie zu Spielbeginn heranrasen, sind individuell gestaltet. Dass man mit diesem Look jedoch keinen absoluten Hingucker erwarten sollte, steht hoffentlich außer Frage. Ähnlich wie die Optik kommt auch der Soundtrack daher, der direkt von einer NES-Cartridge stammen könnte und für eine kurze Zeit wohlig, nostalgische Erinnerungen weckte, ehe er eher dazu tendierte, mir auf die Nerven zu gehen. Die Steuerung fällt die meiste Zeit recht präzise aus, wenn das Spielgeschehen allerdings etwas hektischer wurde, kam es öfters dazu, dass mein Hiker gerne auch mal neben die Platform sprang, die ich angepeilt hatte, obwohl der Sprung eigentlich hätte gelingen sollen.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Florian McHugh

Super Hiking League DX ist ein Titel, den man – wenn überhaupt – nur im Mehrspieler nutzen sollte. Denn die künstliche Intelligenz kann leider nicht auf ganzer Linie überzeugen. Während sie auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad lächerlich einfach ist und man eigentlich nicht verlieren kann, schwankt sie auf der normalen Stufe so stark, dass es zwischenzeitlich mitunter ans Unfaire grenzt. Doch selbst im Mehrspielermodus mussten meine bessere Hälfte und ich schnell feststellen, dass sich das Spielprinzip bereits nach wenigen Runden abnutzt. Da helfen auch die 27 unterschiedlichen und mitunter wirklich hübsch gestalteten Strecken nicht. Wer dennoch zugreifen sollte, der bekommt für den niedrigen Preis ein sehr kurzweiliges Spiel, das grafisch an die alten 8-Bit-Titel anknüpfen möchte.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 1