Spelunky Guy und der Tempel des Todes

Spelunky erschien erstmals 2008 für den PC. Damals noch in einer eher rauen Fassung, wurde das Spiel vier Jahre später für die damalige Konsolengeneration rundum erneuert – lediglich das Kernprinzip blieb erhalten. Ebendiese Fassung und dessen Sequel hielten Ende des letzten Monats Einzug auf der Nintendo Switch. Seit dessen Debüt vor knapp zehn Jahren hat sich viel im Genre der Rogue-likes getan. In den nachfolgenden Zeilen wollen wir euch die Frage beantworten, ob die charmante Abenteuerreise noch heute überzeugen kann.


Harrison Ford lässt grüßen


Da bei Spelunky das Spielprinzip und weniger die Geschichte im Mittelpunkt steht, lässt sich die Handlung in wenigen Sätzen zusammenfassen. Der stark an den fiktiven Archäologen Indiana Jones erinnernde Spelunky Guy gerät in den Besitz eines Tagebuchs. Der Verfasser des Schriftstücks namens Yang war selbst ein Abenteurer, der auf der Suche nach kostbaren Schätzen in den Olmek-Ruinen verschwand. Dieser warnt vor einem schrecklichen Fluch, der auf den Gemäuern des einstigen Herrschers liegt und Eindringlinge für immer darin einsperrt. Doch wie schon das popkulturelle Vorbild, lässt sich der mit einer Peitsche bewaffnete Hutträger von so etwas nicht beirren und steigt selbst in den rätselhaften Komplex hinab.


Mit viel Geduld und Ausdauer lassen sich Abkürzungen freischalten, mit denen ihr einige Ebenen überspringen könnt.

© Mossmouth

Obwohl der Spelunky Guy prominent in der überschaubaren Handlung vertreten ist, könnt ihr eure Spielfigur jederzeit wechseln, um deren optische Erscheinung eurem Geschmack anzupassen. Auch die adretten jungen Damen, die nach erfolgreicher Rettung eure Lebensenergie wiederherstellen oder gar erhöhen, können im Optionsmenü geändert werden, womit man mehr mit dem aktuellen Zeitgeist geht. Ihr könnt zudem auch mit bis zu drei weiteren Mitspielerinnen und Mitspielern im lokalen Mehrspielermodus zusammen losziehen, wobei der erste Spieler stets im Zentrum des Bildschirms steht. Bevor es jedoch mit eurem auserkorenen Charakter in den gefährlichen Dungeon hinuntergeht, schlüpft ihr in die Rolle des verschollenen Yang, um die Grundlagen des Spiels kennenzulernen.


Die Steuerung von Spelunky ähnelt dabei der eines simplen 2D-Action-Platformers und fällt folglich recht einfach aus. Mittels Steuerkreuz oder Analogstick bewegt ihr eure Spielfigur von links nach rechts und umgekehrt. Per Knopfdruck lasst ihr euren virtuellen Abenteurer rennen, springen, Ausrüstung verwenden und mit der Peitsche angreifen.


Jeder Durchgang startet mit derselben Ausrüstung, welche aus vier Bomben und derselben Anzahl an Enterhaken sowie Lebenspunkten besteht. Auf eurem Weg durch die größtenteils zerstörbaren Höhlen findet ihr Schätze, von denen ihr euch neue Hilfsgegenstände bei vereinzelt auftretenden Händlern kaufen könnt. Doch auch in den Leveln verstreute Kisten bergen manch kostbares Gut. Dabei sei hervorgehoben, dass ihr nach dem Ableben alles verliert – sowohl eure Schätze als auch eure Ausrüstung. Lediglich die teils mühselig freizuschaltenden Abkürzungen bleiben bestehen.


Bringt ihr die einsame Blondine zum Ausgang des jeweiligen Levels, erhaltet ihr einen zusätzlichen Lebenspunkt.

© Mossmouth

Denn wenn sich etwas keinesfalls abstreiten lässt, dann die Tatsache, dass es sich bei Spelunky um ein bockschweres Spiel handelt. Natürlich beherbergen die verfluchten Ruinen allerlei Ungeheuer, die euch nach dem Leben trachten. Zu den zahlreichen Ungetümen gesellen sich noch tödliche Fallen, die euch rasch das Leben kosten. Selten kommt es auch mal vor, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände zum unverdienten Tod führt, und auch die etwas zu groß geratenen Bildschirmanzeigen verdecken manchmal entscheidende Elemente der Spielwelt. Letztendlich erfordert Spelunky eure vollständige Aufmerksamkeit und ist daher kein Spiel, was einfach mal nebenbei gezockt werden kann.


Trotz des unverzeihlichen Schwierigkeitsgrads und der selten auftretenden Zufallsereignisse, stellt sich nach wenigen Durchgängen eine gewisse Sogwirkung ein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die einzelnen Durchgänge zumeist nur mehrere Minuten lang sind und somit die Hemmschwelle, einen weiteren Anlauf zu starten, deutlich geringer ausfällt als bei manch anderen Genrevertretern. Auch die Kompaktheit des Spiels trägt dazu bei. Die einzelnen Ebenen sind recht simpel gehalten, bieten jedoch genug Herausforderung und Schauwerte, um die Motivation aufrechtzuerhalten. Denn Spelunky fängt das Gefühl, ein Abenteurer auf unbekanntem Terrain zu sein, trotz des vorherrschenden Minimalismus gekonnt ein. Bis man alle Geheimnisse der sich stets verändernden Spielwelt zutage gefördert hat, vergehen etliche Durchgänge und folglich auch Spielstunden.


Großer Spielspaß trifft auf gelungene Technik


Sowohl optisch als auch technisch macht die kürzlich erschienene Fassung für die Nintendo Switch einen zumeist hervorragenden Eindruck. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass Spelunky in jener Form bereits 2012 veröffentlicht wurde. Seitdem hat sich viel im Genre getan, wie Hades und Returnal erfolgreich demonstrieren. Sollte euch die simple, etwas angestaubte 2D-Grafik jedoch nicht stören, dürft ihr euch auf eine liebevoll gestaltete Reise durch fünf einzigartige Biome plus optionaler Geheimpassagen freuen. Der Titel läuft zudem in einer durchgehend flüssigen Bildrate, was dem allgemeinen Spielfluss enorm förderlich ist. Auch der stimmige, abwechslungsreiche Soundtrack weiß zu gefallen und korreliert super mit der Nostalgie weckenden Optik.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Felix Kraus

Spelunky mag nach heutigen Maßstäben kompakt anmuten, doch birgt selbst eine knappe Dekade später noch eine Menge Spielspaß. Was der Optik an Raffinesse fehlen mag, macht der Titel mit einer Extraportion Charme wieder wett. Die technische Umsetzung auf der Nintendo Switch ist durchweg gelungen und gewährleistet einen angenehmen Spielfluss ohne jegliche Ausfälle. Solltet ihr eine Leidenschaft für das klassische Abenteuer-Setting hegen und eine hohe Frusttoleranz mitbringen, dürft ihr euch diesen Titel keinesfalls entgehen lassen.
Mein persönliches Highlight: Das stimmige Gesamtbild und der angenehme Spielfluss.

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 2

  • Tabby

    Turmheld

    Schöner Test.

    Ich warte mit den Kauf noch auf eine Retail Collection, mit allen beiden Teilen. Hoffe da kommt noch was. ^^

  • hobbit2k

    Turmritter

    Hab den ersten Teil immer gern auf der PS4 und Vita gespielt aber bis zum Ende kam ich nie ;(. Ne Sog-Wirkung hat das Spiel aber auf jeden Fall. Selten das man nur einen Run macht. Wie siehst denn technisch im Detail aus was Patch Version und Framerate angeht im Nachfolger?