Kommt den Geheimnissen der Addams Family-Villa auf den Grund

Die Addams Familiy ist eine ganz besondere Familie, die man seit den 1960er Jahren kennt und auch durchaus ein Franchise, das sich stets weiter entwickelt hat. Die Familie, die mal so gar nicht als Durchschnittsfamilie aus der Vorstadt durchgeht, hatte immer einen besonderen Reiz, vor allem durch ihre gruselige und dunkle Welt, in der sie sich sehr wohl fühlten und einem einen Einblick in eine ganz andere Familienkonstellation gaben. Dieses Jahr präsentiert sich die schaurige Familie erneut im animierten Stil auf der Kinoleinwand mit The Addams Family 2 und passend dazu wurde das Spiel The Addams Family: Villa-Wahnsinn veröffentlicht. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut, um zu sehen, ob es der großartigen Familie gerecht wird.


Ihr könnt euch ohne Probleme zu viert ins Abenteuer stürzen.

© Outright Games

Bei The Addams Familiy: Villa-Wahnsinn handelt es sich um einen klassischen Platformer, wobei der Plot schnell erzählt ist. Als eines Abends die ganze Familie Addams am Tisch sitzt und zusammen isst, klingelt es plötzlich an der Tür. Der Besucher ist Kyle, der am Kauf des Hauses interessiert ist und es in einen Escape Room umwandeln möchte. Natürlich ist die Addams Familie sich darüber einig, dass sie ihr geliebtes Heim nicht verkaufen möchte, doch anscheinend haben sie keine Wahl. Eine Zwangsräumung? Das kommt gar nicht in Frage! Immerhin hat dieses Haus Geschichte und ihr Butler Lurch lebte hier schon, als das Haus noch eine Irrenanstalt war. Daher kommt ein Verkauf nicht in Frage, weswegen sie sich in den geheimen Gängen des Hauses auf die Suche nach Hinweisen zu ihrer gemeinsamen Geschichte machen. Das Haus kommt ihnen in der Hinsicht auch gerne entgegen, denn urplötzlich öffnen sich überall im Gebäude verschiedene Portale…


Zu Beginn jeder Partie könnt ihr ein Mitglied der Familie auswählen, mit der ihr das aktuelle Abenteuer bestreiten möchtet. Hier habt ihr die Wahl zwischen Familienvater Gomez, Tochter Wednesday, Sohn Pugsley und Mutter Morticia, wobei ihr auch die ganze Familie zusammentrommeln könnt, wenn ihr zu viert mit Freunden spielen möchtet. Hier ist es jedoch nicht wichtig, für welchen Charakter ihr euch entscheidet, da keiner irgendwelche Vor- oder Nachteile bietet. In Dialogfenstern werdet ihr durch die Geschichte geführt und anschließend wählt ihr ein Level aus, die verschiedene Orte im Haus repräsentieren. Insgesamt warten vier "Welten" auf euch: Die Esszimmer-Welt, der Friedhof, das Musikzimmer und das Labor. In jedem Level müsst ihr drei verschiedene Ziele erreichen, die sich jedoch nie groß voneinander unterscheiden. Meist müsst ihr eine gewisse Anzahl an Dublonen sammeln und kleinere Aufgaben erledigen, um letztendlich drei Familienwappen pro Level zu bekommen. Es macht jedoch am Ende keinen Unterschied, ob ihr nur ein oder sogar alle Ziele geschafft habt, da es keine Auswirkungen auf das Weiterkommen hat. Wenn ihr jedoch 100 % schaffen möchtet, ist das der einzige wirkliche Anreiz, sich öfter durch die Level zu kämpfen.


Das gruselige Skelett wartet bereits auf euch.

© Outright Games

Die Level selbst bieten relativ wenig Abwechslung und sind sehr lang (teilweise sogar viel zu lang...), dabei aber selbsterklärend. Die wenigen Monster, die vergammeltes Essen, laufende Grabsteine oder Körperteile darstellen, sind mit wenigen Hieben zu besiegen, vor allem wenn ihr die Waffe freischaltet, was direkt zu Beginn jedes Levels passiert. Darüber hinaus müsst ihr klettern, Ströme von Suppe oder andere Fluss- und seeartige Gewässer überwinden oder gefährlichen Gegenständen ausweichen. Für geübte Platformer-Spieler stellen diese Hindernisse jedoch kaum eine Herausforderung dar und selbst kleinere Rätsel innerhalb der Level sind schnell geknackt. Für Neulinge mag das in Ordnung sein, da der Schwierigkeitsgrad wirklich nur sehr langsam steigt, jedoch dümpelt das Abenteuer sonst zu sehr vor sich hin und man seufzt eher gelangweilt am Ende eines Levels, statt sich im Erfolgsgefühl zu suhlen. Ihr sterbt dementsprechend auch nicht wirklich häufig und selbst wenn ihr es tut, werdet ihr wenige Meter weiter hinten wieder erweckt, sodass selbst das Sterben keine Herausforderung mehr darstellt. Einmal wurde ich beim Spielen sogar einige Meter weiter vorne im Level wieder zum Leben erweckt, sodass mir die kleine Hürde, an der ich zuvor gescheitert war, komplett erspart wurde.


Eine nette Idee sind die Minispiele zwischendurch, die so gesehen ein eigenes Level bilden. Vor allem wenn ihr im Multiplayer-Modus spielt, sind sie eine willkommene Abwechslung, da ihr hier mal nicht in einem Team arbeiten müsst, sondern den Mitspielern eins auswischen könnt. Hier müsst ihr meist Sterne und Monde sammeln und wer die meisten gesammelt hat, gewinnt das Minispiel. Leider sind auch die Minispiele nicht sonderlich abwechslungsreich, da sie meist nur eure Reaktion testen. Mal müsst ihr von Podest zu Podest springen, die aber in gewissen Abständen in der Suppe verschwinden, und mal müsst ihr Gegenständen ausweichen, um an die begehrten Sterne und Monde zu kommen. Die Minispiele sind übrigens auch ohne den Storymodus zugänglich und zu Beginn im Menü wählbar. Es ist beinahe schon schade, dass sie alle sofort spielbar sind und man sie nicht extra freischalten muss. Dahingehend erschließt sich mir nicht, warum sie überhaupt zwischen den normalen Levels im Storymodus auftauchen. Mit mehreren Leuten machen die Spiele zwar mehr Spaß, allerdings hat man sich auch irgendwann an den nur wenig verfügbaren Spielen satt gesehen.


Passt immer auf, wo ihr hintretet!

© Outright Games

Die Grafik hat mich persönlich nicht sonderlich begeistert, da sie doch sehr unsauber und kantig rüber kommt. Für ein Smartphone-Spiel wäre es vielleicht in Ordnung, aber wenn man bedenkt, dass das Spiel auch für den PC zu haben ist, ist es leider wirklich eine Enttäuschung. Selbst die Nintendo Switch ist zu so viel mehr in der Lage, wenn es um die Grafik geht, weswegen ich die beinahe matschige Grafik einfach nicht nachvollziehen kann. Zwar ist die Addams Familiy nicht für ihre farbenfrohen Kleider oder Zimmer im Haus bekannt, doch hier hätte ich mir dennoch etwas mehr Farbvielfalt und Liebe zum Detail gewünscht. Die Vorlage bietet dann doch so viel mehr, weswegen ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum die Level oft gleich aussehen. Die Menüs und die Dialogsequenzen sind dahingehend ganz schick gemacht und haben eher einen Comic-Charakter, der das Gesamtbild etwas auffrischt. Im Großen und Ganzen kommt das Spiel sehr platt und lieblos rüber.


Bei der Steuerung hakt es leider auch an jeder Ecke, da sie sehr schwammig und einfach ungenau ist. Beim Springen kommt man erst mit viel Übung dahin, wo man hinwollte und auch sonst kann man nicht genau kontrollieren, wo man hinspringt. Irgendwann gewöhnt ihr euch zwar an die klobige Steuerung, aber das ist ja nicht Sinn der Sache. Nach gut 6 Stunden endet der Spaß dann leider auch und dann bleiben einem nur ein weiterer Durchlauf oder eben die insgesamt 11 verschiedenen Minispiele, die jedoch auch nicht wirklich lange bei der Stange halten. Eine Sache, die mich auch irritiert hat, war, dass die Namen der Charaktere mal übersetzt wurden und mal der Originalname verwendet wurde. So behielt Wednesday ihren Originalnamen als Charakter, jedoch wurde sie zwischenzeitlich auch einfach Mittwoch genannt. Hier gab es wohl kleinere Übersetzungsfehler, da es eine komplett deutsche Version des Spiels gibt, allerdings ohne Vertonung.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Kerstin Steiner

Ich war immer großer Fan von der Addams Family und ihren besonderen Charakteren. Darüber hinaus liebe ich einen guten Platformer, der mich manchmal zur Weißglut treibt, da ich einfach an einer Stelle nicht weiter komme und letztendlich freudig die Arme in die Luft reiße, wenn ich es doch geschafft habe. Bei The Addams Family: Villa-Wahnsinn haben mich beide Faktoren irgendwie im Stich gelassen. Die Charaktere, die einem doch irgendwie am Herz liegen, haben nicht die richtige Tiefe bekommen und die Geschichte holt einen auch irgendwie nicht ab. Das Spiel an sich beschäftigt euch zwar einen Abend, jedoch bietet das Genre deutlich bessere Alternativen mit sehr viel mehr Abwechslung. Ja, es handelt sich um einen Platformer, der alles bietet, was das Genre bringen sollte, jedoch fehlt es an allen Ecken und Kanten an Raffinesse. Nichts ist neu, nichts ist irgendwie innovativ und das Spiel bedient sich einfach an den bereits vorhandenen Aspekten eines Platformers, ohne ihnen das gewisse Etwas zu verleihen. Letztendlich war der Spielspaß schon zu Beginn verflogen und man musste sich eher durchs Spiel hindurch quälen, was schon von vorn herein ein schlechtes Zeichen ist.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 2

  • Dr.Stachelrochen420

    Indica < Sativa

    Sehr schade, aber habe ich mir irgendwie auch schon gedacht. Hätte prinzipiell mal wieder Bock auf ein Addams Family Spiel. Habe ich auf dem Gameboy früher gerne gespielt. Aber ob das wirklich ein gutes Spiel war damals kann ich jetzt nicht mehr beurteilen.

  • HuiDerWannenWichtel

    Turmritter

    Outright Games halt. Diese Verbrecher haben schon das erste Paw Patrol Spiel so dermaßen hingerotzt, dass ich befürchtet habe, dass meiner kleinen Tochter der Spaß an Jump 'n Runs ihr Leben lang vergällt wird.