Aller guten Dinge sind drei

Bekanntlich hat die Zahl drei eine gewisse Anziehungskraft. „Aller guten Dinge sind drei“ sagt der Volksmund und fasst damit ganz gut zusammen, dass mit dem dritten Teil oft ein guter Abschluss gefunden wird. Vielleicht hatte auch Crytek diese Redewendung im Sinn, als das deutsche Unternehmen 2013 mit Crysis 3 den bisher letzten Teil seiner Shooter-Marke veröffentlichte. Crysis 3 Remastered ist, wie die anderen Spiele der Reihe, natürlich ebenfalls in der Crysis Remastered Trilogy enthalten und damit seit Kurzem für die Nintendo Switch erhältlich. In unseren Testberichten zu Crysis Remastered und Crysis 2 Remastered haben wir euch bereits einen Überblick über die Umsetzung der Shooter-Klassiker für die Nintendo Switch gegeben. Mit dem Test zu Crysis 3 Remastered schließen wir unsere Teststrecke zur Trilogie ab und verraten euch, ob die Geschichte rund um die Nanosuit-Träger zu einem würdigen Abschluss kommt.


Mit dem neuen Bogen könnt ihr Gegner geräuschlos ausschalten.

© Crytek

Crysis 3 Remastered spielt mehrere Jahre nach den Ereignissen des direkten Vorgängers. Am Ende von Crysis 2 Remastered konnte die Bedrohung durch die außerirdischen Ceph abgewehrt werden. Der Sieg gegen die Aliens bereitete aber gleichzeitig die Grundlage für den Aufstieg von CELL, einer privaten Militärorganisation, die bereits im zweiten Teil der Trilogie eine wichtige Rolle spielte. CELL beanspruchte den Sieg für sich und konnte im Anschluss durch die Alien-Technologie eine weltweite Militärdiktatur errichten. Der Widerstand gegen die Organisation wirkt zunehmend verzweifelt, und so machen sich die Rebellen daran, die einzige Waffe in ihren Besitz zu bringen, die das Blatt zu ihren Gunsten wenden könnte. Diese Waffe ist natürlich der Nanosuit, der im Verlauf der Ereignisse von Crysis 2 Remastered mit Ceph-Technologie in Berührung kam und sich dadurch eigenständig weiterentwickelte. In diesem Anzug findet sich in Crysis 3 Remastered erneut Prophet wieder, der am Anfang des Vorgängers vermeintlich gestorben war. Auf die zugrundeliegenden Ereignisse soll hier nicht eingegangen werden, aber in der Rolle von Prophet machen wir uns daran, CELL das Handwerk zu legen. Gleichzeitig wird uns über die Verbindung mit dem Nanosuit immer wieder gezeigt, dass die Bedrohung durch die Ceph noch nicht überwunden ist und die Aliens nur auf eine Chance warten, zurückzuschlagen.


Zu Beginn der Ereignisse von Crysis 3 Remastered ist Prophet allerdings noch in der Hand der CELL. Glücklicherweise kommt uns ein alter Bekannter zu Hilfe: Psycho, der bereits im ersten Crysis Teil des Einsatzteams war, rettet uns aus einer Transportkapsel, in der wir eingefroren wurden. Psycho selbst wurde allerdings aus seinem Nanosuit, wie es im Spiel heißt, herausgeschnitten. Dieser Umstand macht ihm im Verlauf des Spiels sichtbar zu schaffen, weshalb die Beziehung zwischen Psycho und Prophet nicht ganz unkompliziert bleibt. Insgesamt muss man sagen, dass sich die Qualität der Erzählung von Crysis 3 Remastered ungefähr auf dem Niveau des Vorgängers bewegt. Die eigentlichen Ereignisse sind teils verwirrend und wirken abstrus, die Inszenierung ist dafür wieder sehr gelungen und ähnelt einem guten Action-Film. Die Kampagne von Crysis 3 Remastered fällt aber vergleichsweise kurz aus. Während ihr in Crysis 2 Remastered knapp acht bis zehn Stunden für einen Durchlauf einplanen solltet, werdet ihr den Abspann von Crysis 3 Remastered bereits nach sechs bis sieben Stunden sehen. Die Kürzung kommt der Handlung dabei durchaus zugute und verhindert unnötige Füller, reduziert aber natürlich den Umfang des Spiels.


Ein toll inszenierter Blockbuster erwartet euch!


Abgesehen von Handlung und Umfang ähnelt Crysis 3 Remastered stark einem direkten Vorgänger. Das bedeutet, dass ihr durch vergleichsweise lineare Level geführt und mit verschiedenen Gegnertypen konfrontiert werdet. An ausgewählten Stellen öffnen sich die Areale etwas, um euch verschiedene Vorgehensweisen zu ermöglichen. So liegt es beispielsweise an euch, ob ihr eine feindliche Stellung frontal angreifen oder umgehen möchtet. Hier kommen natürlich wieder die Fähigkeiten eures Nanosuits zum Einsatz: Ihr könnt eure Panzerung verstärken, besonders hoch springen oder euch vorübergehend tarnen und so aus dem Hinterhalt angreifen. An der grundsätzlichen Gameplay-Formel ändert sich also nichts, allerdings hat Crytek das Gesamtpaket des Spiels mit einigen Details sinnvoll abgerundet. Eine wesentliche Neuerung ist dabei der Bogen, der es euch erlaubt, Gegner lautlos auszuschalten. Der Bogen gehört zu eurer dauerhaften Ausrüstung und kann separat ausgewählt werden. Zusätzlich dazu findet ihr verschiedene Bogenaufsätze, die Spezialangriffe erlauben. Elektrisch aufgeladene Pfeile erlauben es euch beispielsweise, mehrere Gegner zusammen zu attackieren, wenn sie im Wasser stehen.


Crysis 3 Remastered ist das vielleicht bestaussehende Spiel auf der Nintendo Switch.

© Crytek

Daneben wurde auch das rudimentäre Upgrade-System des Vorgängers überarbeitet. Ihr könnt insgesamt mehr Verbesserungen für euren Nanosuit freischalten und in Sets zusammenlegen. Allein schon wegen der Kürze des Spiels fällt das nicht so umfangreich aus, wirkt aber insgesamt deutlich runder als im Vorgänger. Weniger gelungen ist hingegen das neue Hacker-Spiel, das integriert wurde. Im Wesentlichen beschränkt sich das darauf, zum richtigen Zeitpunkt einen Knopf zu drücken. Zwar kann das Hacken euch das Leben erleichtern, beispielsweise wenn ihr ein feindliches Geschütz übernehmen könnt, die Umsetzung des Spielchens ist aber weniger gelungen. Zum Gameplay lässt sich zusammenfassend sagen, dass ihr trotz des wenig kreativen Hacker-Spiels ein insgesamt besser abgestimmtes Paket bekommt, das dafür aber kleiner ausfällt.


Womit wir erneut beim eigentlichen Interessanten dieser Portierung wären, der Tatsache, dass es ihn überhaupt gibt. In den vorherigen beiden Testberichten sind wir bereits darauf eingegangen, dass die Marke Crysis für bombastische Grafik steht, die die Grenzen der Hardware ausreizt. Dasselbe gilt natürlich ebenso für das Finale der Crysis-Trilogie und auch hier muss man von einer durchweg beeindruckenden Umsetzung für Nintendos Hybridkonsole sprechen. Die technischen Eckmarken entsprechen denen von Crysis 2 Remastered. Das bedeutet, dass das Spiel im TV-Modus mit einer Auflösung von 900p wiedergegeben wird. Im Handheld-Modus wird sie an die maximale Auflösung von 720p angepasst. In beiden Modi läuft das Spiel dabei mit einer Bildwiederholrate von 30 FPS. Technische Macken sind mir beim Durchspielen nicht begegnen. Was hingegen auffällig ist, ist wie gut Crysis 3 auf der Nintendo Switch aussieht. Schon beim zweiten Teil haben wir die sehr gelungene Portierung gelobt, aber Crysis 3 Remastered legt hier noch einmal nach. Von der fantastischen Beleuchtung bis hin zu den detailreichen Arealen gibt es hier unglaublich viele Aspekte, die gelungen umgesetzt sind. Dass all das auf einer mobilen Plattform läuft, ist eine technische Meisterleistung. Abgerundet wird die Inszenierung auch hier mit einem stimmigen Soundtrack, der direkt aus Hollywood stammen könnte. Insgesamt ist Crysis 3 Remastered ein Kandidat für den Titel des bestaussehenden Nintendo Switch-Spiels.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Adis Selimi

Mit Crysis 3 Remastered kommt die Trilogie zu einem würdigen Abschluss. Das Spiel ist im Umfang kompakter als die beiden Vorgänger, kommt aber mit verschiedenen Detailverbesserungen daher, die das Spielgefühl gelungen abrunden. Hier erwartet euch wie schon in den Vorgängern toll inszenierte Blockbuster-Action. Was aber gar nicht genug gelobt werden kann, ist die fantastische Umsetzung der grafisch aufwändigen Spiele für die Nintendo Switch. In Zeiten, in denen immer mehr Publisher und Entwickler die Mühe scheuen, native Fassungen für Nintendos Hybriden anzubieten, zeigen Crytek und Saber Interactive eindrucksvoll, dass die oft als verstaubt verschriene Hardware der Nintendo Switch zu einigem in der Lage ist, wenn man gewillt ist, an der Optimierung zu arbeiten. Crysis 3 Remastered sieht sowohl im TV- als auch Handheld-Modus großartig aus und ist das vielleicht bestaussehende Spiel auf der Nintendo Switch.
Mein persönliches Highlight: Diese Grafik auf einem Handheld!

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 10

  • N-Switcher

    Turmbaron

    Saber Interactive hat bisher gute Ports abgeliefert. Wobei ich bei snowrunner das Gefühl habe das durch weniger Matsch-simulation die switch Version inhaltlich "gekürzt" ist um Hardwareleistung einzusparen. Bei World War Z bin ich noch skeptisch, wird sicher flüssig laufen aber grafisch vermutlich nur mittelmäßig. Im trailer sah das ziemlich nach verwaschen aus und das Zombies keine schatten haben ...

  • Ben_89

    Turmritter

    Mal ne ganz dumme Frage, hat das Spiel den Bewegungssteuerung? Also wie Metroid Prime 3 Courrption mit 2 Joycons?

    Weil das wäre ein tolles Verkaufsargument für die Switch (neben portabel)

  • nec3008

    Turmbaron

    Ben_89 So wie es aussieht, hat es wie fast jeder Shooter auf der Switch auch die Gyrosteuerung an Bord. Man kann also mit den Joy Cons bzw. auch mit dem Pro Controller durch Bewegung zielen.

    Meist wird diese Steuerung immer zusätzlich zum normalen Zielen per rechten Stick genutzt, was also nicht ganz der Wii Steuerung von Prime 3 entspricht.

  • Ben_89

    Turmritter

    Ben_89 So wie es aussieht, hat es wie fast jeder Shooter auf der Switch auch die Gyrosteuerung an Bord. Man kann also mit den Joy Cons bzw. auch mit dem Pro Controller durch Bewegung zielen.

    Meist wird diese Steuerung immer zusätzlich zum normalen Zielen per rechten Stick genutzt, was also nicht ganz der Wii Steuerung von Prime 3 entspricht.

    Meh Gyro steuerung werd ich nicht so warm mit leider. Also so im Stil von Splatoon ich bin da zu doof dafür. Bei sowas vermiss ich die Wii Zeiten, das war einfach so perfekt mMn. danke für die Antwort :)

  • mr.raw

    Coffeebrewer

    Kurze Frage... Crysis stammt ja von Crytek. Warface ebenso und wurde ja auf der Crysis Engine programmiert. Ich liebe Warface über alles (EP wie auch MP) und wünsche mir schon lange (vor allem von der Steuerung her - ich liebe die Gyro Steuerung!) ein Spiel, dass ein starker Single Player Part besitzt. Ich weiss, ich könnte Lets plays anschauen und vielleicht das eine oder andere herausfinden, doch ich frage dieses mal hier, da ich hoffe, dass der eine oder andere hier Warface wie auch Crysis kennt und mir die Fragen beantworten könnte.

    Spielt sich Crysis von der Steuerung her wie Warface?

    Findet ihr den (kurzen) Einzelspieler Modus auch empfehlenswert?

    Mein letzter richtiger Vollpreis Shooter war übrigens Battlefield 3. Von Battlefield mag ich aber Bad Company 2 am liebsten. Humor, Spielbarkeit und alles im BC2 sind einfach grandios. Mit Call of Duty kann ich hingegen überhaupt nichts anfangen.

    Danke für eure Hilfe!

  • nec3008

    Turmbaron

    Ben_89 Ja, die Wii-Steuerung mit man sich per zielen an den Rand dreht, fand ich auch immer gelungen.

    Es gibt für die Gyrosteuerung aber auch gute Beispiele:

    Hypercharge Unboxed funktioniert da echt gut, da man viel einstellen kann. Somit habe ich beim "Aus der Hüfte" Schießen die Gyrosteuerung auf ganz wenig gestellt, damit man beim Controller bewegen nicht wer weiß wo hin zielt und beim "richtigen" Zielen" über Kimme und Korn, die Gyrosteuerung sensibel eingestellt, damit man per Controllerbewegung nachjustieren kann.

    Wolfenstein war damals wiederrum ein schlechtes Beispiel, da die Gyrosteuerung immer aktiv war, wenn aktiviert und man beim normalen Laufen schnell verreißen konnte. Keine Ahnung, ob man das besser hätte einstellen können.

    Am besten finde ich es, wenn die Gyrosteuerung nur aktiviert wird, wenn man über Kimme und Korn zielt. Gäbe es die Wii Steuerung auch auf der Switch, dann wäre das nicht nötig.

  • Ben_89

    Turmritter

    nec3008 ich fand die Optionen für den Port von Doom sehr gelungen, da hatte man ja eine "emulierte" Variante der Wii Steuerung, da konnte ich mit dem rechten joycon ebenfalls wie auf der Wii zielen und drehen.

    Schon witzig wieso alle das Rad neu erfinden müssen bei der Steuerung. Damals bei Brothers in Arms DS haben die die Steuerung von Metroid Prime Hunters dreist kopiert, lies sich aber wunderbar spielen :D

  • nec3008

    Turmbaron

    Ben_89 Interessant. Bei DOOM hatte ich das damals gar nicht getestet, aber könnte ich spaßeshalber mal nachholen. Wie gesagt, fand ich die Wii-Steuerung sehr intuitiv und wenn man die Deadzone (wann das drehen am Rande des Bildschirmes anfängt) und die Drehgeschwindigkeit anpassen konnte, konnte man damit Shooter besser spielen, als mit zwei Analogsticks.

  • Darkmariopanther

    Nintendo Freak

    Teil 2 und 3 sind nur als Download erhältlich oder wie ist das jetzt?

  • Rye

    GBA-Freak, Musik-Freak

    Ah ja, der gudde Bowcek Bow..

    Oops falsches Spiel 🙃


    Scheint aber echt grad zu laufen für die Switch.

    TonyHawk1&2, DyingLight, Crysis 1-3, GTA Trio

    Alles hervorragende Titel.


    Endlich ham die Publisher mal gecheckt das hier ne Userbase existiert 😂


    nec3008

    Wobei sie bei Apex etwas eigenwillig sein kann, je nach "Modus"

    * Handheld: Normal <Console bewegen>=<Cursor justieren>

    * Pro/Controller: <Controller rotieren "Lenkrad">=<Cursor justieren>

    * Joycon in jeder Hand: <R-Joycon zielen>=<Cursor justieren>



    Dieser seltsame Split zwischen Handheld und Controller(Docked) ist mir schon öfters (negativ) aufgefallen...

    Schade das man sichs nicht raussuchen darf.

    Zock daher nur Handheld...


    (Auch wenn ich verstehen kann wie die meisten den Controller wohl halten...

    Liegt mir persönlich nicht)