Die Schlümpfe agieren als Reinigungsteam

Mit der Ankündigung von Die Schlümpfe – Mission Blattpest wurde ich von Microids und OSome Studios wirklich überrascht. Als Kind der 90er erinnere ich mich noch sehr gut an meine ersten Begegnungen mit den blauen Waldbewohnern in Form von Figuren, der Fernsehserie und ersten Videospielen. Dabei blieb mir nicht nur ihr charmantes Gedudel im Kopf, sondern auch der Spaß, den ich mit ihnen hatte. Umso erfreuter war ich, auch meinen Kindern die Welt der Schlümpfe etwas näher zu bringen, indem wir mit Die Schlümofe – Mission Blattpest in eine teils frei begehbare Spielwelt eintauchen konnten. Wie gut das Ganze funktioniert hat und an welchen Stellen das Spiel etwas Feinschliff vertragen hätte, erfahrt ihr nachfolgend.


Die Schlümpfe oder Luigis Mansion?


Die Handlung von Die Schlümpfe – Mission Blattpest verschlägt euch in den Wald der blauen Bewohner, in welchem erneut Unheil vorherrscht. Überall tauchen vergiftete Pflanzen auf, die nicht nur dem Wald schaden, sondern auch Schlümpfe einzufangen scheinen. Zudem sorgen die Pflanzen dafür, dass die lebensnotwendigen Felder mit Schlumpfbeeren erkranken, sodass es zu eurem Ziel wird, dem Ganzen entgegen zu wirken. Glücklicherweise hat Handy Schlumpf eine neue Erfindung parat, den Schlumpfisator. Dieser erinnert im ersten Augenblick an den Schreckweg aus Luigis Mansion, da er durchaus als Staubsauger durchgehen könnte. Im Vergleich zum Geistereinfang-Gerät entlässt der Schlumpfisator jedoch ein heilendes Gas, durch welches ihr die Pflanzen sowie die anderen Schlümpfe im Wald retten könnt. Natürlich stellt sich schnell heraus, dass der üble Widersacher Gargamel hinter allem steckt, weshalb ihr nicht nur diesem das Handwerk legt, sondern auch auf den Wunsch von Papa Schlumpf erfüllt, ein Heilmittel zu finden.


Die Umgebungen laden zum Erkunden ein.

© Microids / Peyo

Also übernehmt ihr im Spiel die Rolle von insgesamt vier verschiedenen Schlümpfen, welche sich durch fünf Welten kämpfen, um die Dorfbewohner zu retten und ein Heilmittel zu finden. Dabei dürft ihr nach und nach die Rollen von Schlumpfine, Hefty, Schlaubi und Torti übernehmen. Je nach Level wird euch dabei zwar vorgegeben, welchen der Schlümpfe ihr steuert, jedoch könnt ihr im späteren Verlauf selbst darüber entscheiden, mit wem ihr euch ins Abenteuer stürzt. Dabei unterscheiden sich die vier nur in ihrem Äußeren. Alle verfügen über den identischen Schlumpfisator, welcher anfänglich noch recht wenig zu bieten hat. Je weiter ihr im Spiel voran kommt, desto mehr Fähigkeiten schaltet ihr jedoch für diesen frei. So dürft ihr dann auch einen Sprint starten, durch die Lüfte schweben, Stampfattacken ausführen oder durch das Wasser gleiten.


Zudem könnt ihr ab einem Punkt im Spiel eure Fähigkeiten bei Handy noch weiter verbessern. Hierzu werden jedoch spezielle Items benötigt, welche sich nur in bestimmten Welten finden lassen. So findet ihr anfänglich in den Leveln der ersten Welt Geschenke, im späteren Verlauf aber auch Tränke oder Wurzeln. Dass die fünf Arten von Gegenständen auf die einzelnen fünf Welten aufgeteilt sind, macht es für Einsteiger zwar überschaubar, an welchen Stellen sie Level aufsuchen müssen, um eine gewisse Komponente der Fähigkeiten zu verbessern, schränkt fortgeschrittene Spieler jedoch deutlich ein, da so bestimmte Fähigkeiten erst im späteren Verlauf freigespielt werden können. Zu diesen Fähigkeiten zählen beispielsweise eine verstärkte Stampfattacke, die gleichzeitig eine ganze Menge des heilenden Gases ausstößt oder die Erweiterung der Energie eurer Schlümpfe.


Bei Handy dürft ihr eure Fähigkeiten nach und nach verbessern.

© Microids / Peyo

Spannend ist dabei, dass ihr in den einzelnen Level nicht von Beginn an alle versteckten Gegenstände finden könnt, sondern diese mit euren neu erlernten Fähigkeiten erneut besuchen müsst. So trefft ihr beispielsweise zu Spielbeginn recht schnell auf zerstörbare Wände, wofür jedoch die Fähigkeit des Sprints benötigt wird. Erst wenn ihr diese erhalten habt, könnt ihr den Bereich erkunden, sodass ein erneutes Besuchen der einzelnen Level durchaus motiviert, da sich neue Teile der Spielwelt für euch eröffnen. Insgesamt sind die Level allesamt in einer schönen 3D-Umgebung gestaltet, welche zwar linear aufgebaut ist, jedoch durchaus die Möglichkeit zum Erkunden bieten. Hierzu tragen auch immer wieder größere Areale bei, die sich in den Leveln finden lassen. Zudem werdet ihr dank der Fähigkeiten eurer Helden auf bekannte Platformer-Formeln stoßen. So springt ihr von Baum zu Baum, gleitet über Schluchten, katapultiert euch mittels Pilzen auf höhere Ebenen und heilt dabei die Umgebungen so gut es eben geht.


Leider sind die Platformer-Passagen auch einer der größten Kritikpunkte des Spiels. Diese sind teils so unfair gestaltet, dass vor allem ungeübte Spieler viele Versuchen benötigen werden, um diese zu meistern. Dies ist auch auf die teils nicht optimale Kameraführung zurückzuführen. Beispielswiese müsst ihr beim Versuch, in Gargamels Schloss zu kommen, auf fliegende Pilze springen, die euch immer wieder in die Luft schleudern. Aufgrund der Kamera und fehlender Schatten ist jedoch häufig nicht wirklich erkennbar, wo euer Held landet, sodass ihr immer wieder in die Schlucht fallt. Zum Glück sind die Checkpoints jedoch sehr fair platziert, sodass keine langen Passagen wiederholt werden müssen. Nervig waren diese Momente trotzdem.


Ein ruhiges Durchsuchen der Level ist zudem nicht immer möglich. An vielen Stellen werdet ihr auf ganz unterschiedliche Gegner treffen, die mit Hilfe eurer Fähigkeiten im Kampf besiegt werden müssen. Könnt ihr anfangs noch mittels des Gases eures Schlumpfisators die ersten Feinde besiegen, müsst ihr später eure Stampfattacke oder den Sprint in den Kampfablauf integrieren, um siegreich hervorzugehen. Dabei wird einem bei neuen Gegnertypen sehr deutlich erklärt, wie vorzugehen ist, was mir angesichts eines jüngeren Publikums als durchaus sinnvoll erscheint. Insgesamt hinterlassen die Kämpfe jedoch einen faden Beigeschmack bei mir. Begründet ist dies in zweierlei Problemen: Zum einen finden viele der Kämpfe in abgesperrten Arenen statt, wovon ich persönlich kein Fan bin. Schwerwiegender ist jedoch das Problem, dass das Gefühl aufkommt, dass die Gegner vollkommen willkürlich neu erscheinen und die Kämpfe so durch einer immer größer werdenden Anzahl an Feinden erschwert werden. Dies fühlte sich teils unfair an, was die Motivation durchaus schmälerte. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels darf zwar jederzeit angepasst werden, dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass vor allem die Arena-Kämpfe nicht gut integriert sind.


Solche Flugpassagen sind dank fehlender Schatten ein Graus.

© Microids / Peyo

Unheimlich viel Spaß machte uns jedoch der Mehrspieler-Modus. Jederzeit darf nämlich ein zweiter Spieler dazu stoßen, welcher die Rolle eines fliegenden Roboters übernimmt. Dieser verfügt dabei über ähnliche Fähigkeiten wie die Schlümpfe. Das heißt, dass dieser ebenfalls das heilende Gas ausstoßen kann und zudem kleine Kugeln abfeuert, welche explodieren und auch eine heilende Wirkung haben. Das vereinfacht zumindest die Kämpfe unheimlich, sofern man sich mit der Steuerung vertraut gemacht hat. Die Kamera bleibt nämlich auf den ersten Spieler fokussiert, sodass der Spielpartner durchaus in seinen Handlungen eingeschränkt wird. Daher wäre es aus meiner Sicht durchaus sinnig gewesen, den zweiten Spieler ebenfalls in die Rolle eines Schlumpfes zu stecken, immerhin wächst das Team sehr schnell auf zwei spielbare Charaktere, um dann mittels geteiltem Bildschirm zu agieren. Hier hätten die Entwickler noch deutlich mehr rausholen können, da das Agieren im Team einfach toll funktioniert.


Kritik muss sich das Spiel außerdem im Bereich der Technik anhören. Zwar sieht es ganz gut aus und auch die Ladezeiten fallen in einem angemessen Rahmen, jedoch ist man mit der Marke der Schlümpfe unsauber umgegangen. So gibt es beispielsweise immer wieder Übersetzungsfehler bei den Namen der Schlümpfe. Torti wurde beispielsweise zum Kochschlumpf, Handy wird im Spiel als Handi bezeichnet und es gab noch viele weitere Momente, in denen ein Name von der guten deutsche Synchronisation richtig ausgesprochen wurde, der Untertitel jedoch etwas gänzlich anderes anzeigte. Zudem gab es Stellen, die gar nicht erst übersetzt wurden. Solch eine unsaubere Arbeit ist bei einer bekannten Marke wie den Schlümpfen einfach ärgerlich.


Die Spielzeit von Die Schlümpfe – Mission Blattpest beträgt etwa vier bis fünf Stunden, wobei dies beim reinen Durchspielen der Story schon sehr sportlich ist. Aufgrund der vielen versteckten Items, die ihr zur Verbesserung des Schlumpfisators benötigt, werdet ihr immer wieder abseits der Wege nach weiteren Gegenständen suchen. Solltet ihr zudem darauf aus sein, jedes noch so kleine Bisschen im Spiel zu erreichen, könnt ihr weitere zwei bis drei Stunden investieren. Jüngere Spieler werden nicht zuletzt aufgrund der knackigen Platformer-Passagen über die zehn Stunden-Marke hinaus mit den Schlümpfen beschäftigt sein. Diese werden dann wohl auch über einige Kritikpunkte hinwegsehen können, sodass der Spielspaß garantiert ist.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Styppa-Braun

Die Schlümpfe – Mission Blattpest stellt für mich in seinen Grundzügen ein gutes Spiel dar. Die Grundidee, den befallenen Wald mit Hilfe eines neues Gadgets zu retten, passt wunderbar in die Welt der blauen Winzlinge und die Kombination aus Platformer-Passagen und Kämpfen ist durchaus gelungen. Leider fehlt es an vielen Stellen dann aber an einem Quäntchen Fingerspitzengefühl. So sind mir die vielen Arena-Kämpfe ein Dorn im Auge, die Anzahl der Gegner im Kampf häufig zu übertrieben und die Platformer-Passagen können aufgrund der oftmals schlechten Kameraführung und fehlender Schatten zu Frust führen. Nichtsdestotroz hatte ich eine Menge Spaß und musste kurzweilig sogar darüber nachdenken, ob ein Spiele-Hit trotz der Mängel verdient gewesen wäre. Die Schlümpfe und ihre Welt werden nämlich toll eingefangen und das Schlendern durch das Dorf der Bläulinge ließ mich nostalgisch werden. Nichtsdestotrotz sind die vielen kleinen Kritikpunkte in Kombination mit den häufig schlechten wie auch fehlerhaften Übersetzungen ausschlaggebend für die Wertung. Trotzdem ist der Award im Mehrspieler-Modus vollends verdient, da es gemeinsam unheimlich viel Spaß macht, in die Spielwelt einzutauchen, wenngleich auch hier Optimierungsbedarf herrscht.
Mein persönliches Highlight: Die glaubwürdige und zugleich schöne Spielwelt.

Bestelle dir jetzt Die Schlümpfe: Mission Blattpest über unsere Onlineshop-Partner

Online kaufen

Awards

Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 7

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Ich will Gargamel steuern und Schlümpfe jagen können, wieso macht niemand solch ein Schlümpfe-Spiel ||

  • Ninjasexparty

    Turmfürst

    Phantomilars


    Wahrscheinich weil es dann kein Ende gibt ^^

  • sladee

    Turmknappe

    Das was ich hier im Test lese und was ich so gesehen habe gefällt mir ganz gut.

    Die Schlümpfe sind einfach Kindheit, da schaut man wohlwollend über den ein oder anderen Bug hinweg.

    Wenn es dann irgendwann mal -50% ist werde ich denk ich zuschlagen.

  • ThyTrueMaverick

    Turmheld

    Im Bezug auf das Fazit des Tests: Die Kritik an den Kämpfen kann ich nicht nachvollziehen. Erstens sind es nur wenige Kämpfe überhaupt, zweitens sind diese schnell zu Ende. Wenn überhaupt könnte man also bemängeln, dass sie keine ernsthafte Herausforderung bieten. Aber das würde ich ehrlich gesagt solch einem Spiel nicht ankreiden.


    Die fehlenden Schatten bei den Sprungpassagen kann ich auch nicht nachvollziehen. Es gibt eine kleine Punktmarkierung unter dem Charakter, die anzeigt, wo man schwebt/landet. Ich hatte lediglich an zwei Passagen im Spiel das Problem, dass ich mehrfach in den Tod gestürzt bin, aber nicht wegen fehlender Schatten, sondern weil die Kamera in diesen Sequenzen seitlich fixiert war. Das war nur insofern ein Problem, als dass eine der beiden Sequenzen auch unter Zeitdruck zu erledigen war.


    Die Kamera ist wie bei solchen Spielen üblich gerne mal ein Hindernis... Die Automatik lässt sich aber in den Optionen fast komplett ausschalten, so dass man die volle Kontrolle darüber hat. Musste ich nur an einer Stelle für eines der Sammelitems nutzen.

  • Loxagon

    Turmheld

    In ein LP reingesehen.


    Was ist das für eine Schrottsyncro?

  • ThyTrueMaverick

    Turmheld

    Was ist das für eine Schrottsyncro?

    Was meinst Du denn genau? Kann keine groben Fehler an der Synchro entdecken. Es hätten etwas mehr Sprecher sein dürfen, wenn man im Dorf an den Schlümpfen vorbei läuft tönt fast immer die gleiche Stimme. Aber davon abgesehen, kann ich nichts daran bemängeln.

  • Loxagon

    Turmheld

    Wenn man die TV Serie kennt, ist die Synrco im Spiel nicht ansatzweise zu ertragen.