Süße Träume, mein Kind...

In meinen über zehn Jahren bei ntower habe ich schon so einige Spiele getestet. Meisterwerke wie Xenoblade Chronicles gesellen sich zu anderen Titeln, die zum Teil abgrundtief schlecht sind und die ich hier nicht mal erwähnen will. Ab und zu läuft mir jedoch ein Spiel über den Weg, welches… anders ist und dass die Art, wie ich Tests schreibe, herausfordert. So geschehen bei Happy Game von Amanita Design, welches wir uns jetzt anschauen.


Heute gibt es euch als Nachtisch.

© Amanita Design

Ich war nie ein Kind, welches um jeden Preis lange wach bleiben wollte. Wenn nach dem Sandmännchen geschlafen werden sollte, dann wurde das auch gemacht. Es lag wohl auch daran, dass ich in meiner Kindheit nur selten von Albträumen geplagt wurde. Anders geht es dem Protagonisten aus Happy Game. Man sagt, dass Träume auf Dingen basieren, die man erlebt hat und wenn das zutrifft, dann hat das Kind ein ganz schön schlimmes Leben. Denn „Happy“ ist hier absolut nichts. Ein Albtraum, der einen Heranwachsenden auf ewig plagen wird, trifft es wohl eher. Denn ein lächelndes Gesicht kann manchmal schlimmer sein als eine groteske Fratze. Gott sei Dank bin ich kein Kind mehr!


Nachdem sich unser kleiner Held schlafen gelegt hat, landet er in einer Traumwelt mit vielen lachenden Gesichtern. Die rote Färbung lässt einem aber schnell klar werden, dass ihr euch nicht auf eine schöne Nachtruhe freuen könnt. Jetzt stehe ich vor einem gewissen Dilemma. Einerseits könnte ich euch die Elemente beschreiben, die ihr zu Gesicht bekommt, wenn ihr Happy Game spielt. Andererseits würde ich euch bei einer Spielzeit von unter zwei Stunden schon einiges an Inhalten spoilern. In den nächsten beiden Absätzen nenne ich nun einige Beispiele. Sollte euch das stören, könnt ihr diese überspringen.


Mit dem rechten Joy-Stick bewegt ihr euren Charakter von links nach rechts und andersherum in den zweidimensionalen Leveln. Ihr selbst jagt unter anderem einem Fußball hinterher, der immer mal wieder verschwindet. Schon recht bald trefft ihr auf drei Behälter an Seilen mit einem lachenden Gesicht, die an jeweils einem Kabel befestigt sind. Mit dem linken Joy-Stick oder dem Touch-Screen, der die Maus eines Computers emuliert, könnt ihr einen Schalter drücken und die Gefäße nach oben und unten bewegen. Drückt ihr einen Knopf, taucht jeweils ein Kopf von einer Holzfigur, einem Teddy oder einem musizierenden Affen auf. Eure Aufgabe ist es, den Kopf zu nehmen und auf den passenden Körper zu platzieren damit sie manisch anfangen zu lachen.


Der Kopf muss weg.

© Amanita Design

In einem anderen Rätsel habt ihr diverse Spielzeuge (siehe das Bildschirmfoto im Test). Interagiert ihr mit ihnen in der richtigen Reihenfolge, könnt ihr sie zum Leben erwecken. Mal müsst ihr einen Kopf abreißen, mal eine blutige Trommel spielen. Löst ihr die Rätsel, könnt ihr weiterlaufen. Es gibt auch eine andere Herausforderung, in der ihr beispielsweise einige niedliche Hasen mästen müsst, damit diese von einem Monster gefressen werden, während ihr entkommt.


Insgesamt drei verschiedene Träume mit unterschiedlichen Themen erwarten euch, die ihr nacheinander lösen müsst. Anspruchsvoll sind die Point & Click-Rätsel, die ihr dort findet, meistens nicht, aber das ist auch nicht Sinn und Zweck von Happy Game. Das Ganze soll eher verstörend wirken. Und so wirkt der Titel fast durchgehend wie ein Fiebertraum, den die USK mit einer Altersfreigabe von 12 freigegeben hat. Ich stimme da eher der PEGI zu, die dem Spiel eine 16 gegeben hat. Visuell hat Amanita Design einen schönen Titel auf die Beine gestellt. Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Spiele von der Tomorrow Corporation (World of Goo, Little Inferno). Die 2D-Animationen sind gelungen und passen zu der gruseligen Stimmung, die das Spiel erzeugen will. Das Ganze trifft auch auf den Soundtrack zu, der zwischen fröhlich und… weniger fröhlich wechselt.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Niels Uphaus

Ihr wollt ein lustiges und entspannendes Spiel haben? Dann seid ihr bei Happy Game falsch am Platz. Ein interaktiver Fiebertraum mit diversen Rätseln trifft es da eher. Die erzeugte Atmosphäre ist gruselig und die diversen Charaktere, die ihr während eurer drei Träume trefft, schaurig. Keinem Kind würden wir einen solchen Albtraum wünschen, doch als Videospiel ist es eine außergewöhnliche Erfahrung, die jedoch viel zu schnell endet. Happy Game spielt ihr nicht wegen dem Gameplay, sondern wegen der Erfahrung, die euch noch länger in Erinnerung bleiben wird.

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