Ich bin kreislich am Ende

Das im Folgenden behandelte Spiel heißt auf Steam Circa Infinity. Aus irgendeinem Grund wurde der Titel im Nintendo eShop der Nintendo Switch allerdings eingedeutscht: Kreis Unendlichkeit. Auch wenn der schlecht übersetzte Name des Spiels meine Erwartungen direkt gedämpft hat und ich eigentlich einen qualitativ schlechtes Spiel erwartet habe, wurde ich am Ende überrascht.


Es ist im Grunde unmöglich, das Spiel nur durch einen Screenshot zu erklären.

© RedDeerGames / KennySun

Der Titel spielt sich wie ein Platformer, bei dem man allerdings nicht klassisch nach links oder rechts läuft, sondern sich um einen Kreis herumbewegt. Die Steuerung ist auf diese Weise extrem gewöhnungsbedürftig und auch nach einigen Stunden habe ich immer noch nicht die Richtungen raus. In den Einstellungen dürft ihr die Steuerung individuell anpassen, allerdings ist meine Steuerungspräferenz nicht enthalten. Ihr könnt eigentlich nur auswählen, ob ihr durch das Bewegen des Controllsticks nach links im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn laufen möchtet. Problematisch wird es, wenn die Figur auf dem Kopf steht und ich deshalb nicht selten in die falsche Richtung gelaufen bin. Ich hätte mir gewünscht, dass die Figur in die Richtung des Sticks läuft und man den Stick mit der Figur mitbewegen muss, sodass man weniger an die Steuerung denken muss und sich mehr auf das Spiel konzentrieren kann.


Eure Aufgabe ist es, die verschiedenen Ziele zu erreichen und dabei keinen Gegner zu berühren. Die Spielfigur startet am äußeren Kreis und bewegt sich an einer bestimmten Stelle in den Kreis hinein, was mit der A-Taste ausgelöst wird, welche übrigens gleichzeitig die Sprungtaste ist. Im Inneren des Kreises müsst ihr in den kleinen fliegenden Kreis springen. Tut ihr das, zoomt das Spiel rein und ihr seid wieder außerhalb des Kreises. Das geht so lange, bis ihr alle Passagen des Levels durchhabt. Was ziemlich verwirrend klingt, ist auch absichtlich verwirrend gelöst. Da der Titel mit vielen Spezialeffekten und Animationen um sich wirft, sollten Spielerinnen und Spielern mit Neigung zu epileptischen Anfällen wohl vorsichtig sein und das Spiel eher meiden. Da mich das Problem aber nicht betrifft, habe ich die visuellen Spielereien durchaus genießen können.


Wer gerne Frust verspürt, wird hier sehr glücklich


Doch während ihr in den ersten Leveln noch die Steuerung erlernen dürft, wird es bei weiterem Fortschritt extrem hart. Dadurch, dass viele verschiedene Gegner dazukommen, von denen einige beispielsweise die Kreise von innen nach außen passieren können oder sich nur bewegen, während ihr springt, müsst ihr manchmal ziemlich gut überlegen, wie ihr das Level löst. Habt ihr eine Idee, wie ihr taktisch weiterkommt, müsst ihr dies dann noch umsetzen, was viel Geschick erfordert. Berührt ihr einen Gegner, fällt eure Figur eine Ebene zurück, welche ihr wiederholen müsst, um zur aktuellen zurück zu gelangen. Auch wenn das Spiel wirklich extrem hart ist, ist es keineswegs unfair, denn auch in den fortgeschrittenen Leveln gibt es Abschnitte, die leichter beginnen und dann ziemlich schnell in der Schwierigkeit anziehen. Ich habe mich auch nie wirklich gelangweilt, denn das Spiel kommt regelmäßig mit neuen Ideen daher, die euch das Leben schwer machen können. Da die Steuerung bis auf das zuvor genannte Denkproblem ziemlich präzise ist, ist es nur noch euer Skill, der euch vom Sieg trennt. Aufgrund der hohen Schwierigkeit habe ich das Ende des Spiels leider nicht sehen können, falls ihr aber auf extrem schwere Spiele steht, dann könnte euch der Titel gefallen. Nichtsdestotrotz hatte ich ziemlich viel Spaß in den ersten Levelpaketen, nur ist mein Geduldsfaden bei Videospielen leider nicht so reißfest wie bei manch anderen Personen.


Die Bosskämpfe spielen sich komplett anders als normale Level – klasse!

© RedDeerGames / KennySun

Insgesamt gibt es fünf Levelpakete, die nach zehn normalen Leveln jeweils mit einem Bosslevel abgeschlossen werden. Dieses spielt sich noch einmal völlig anders als die normalen Level und sorgt somit für zusätzliche Abwechslung. Level, die ihr ohne Tod durchstreift habt, werden dementsprechend markiert. Ich vermisse in diesem Fall allerdings eine Online-Rangliste. Denn neben der Zahl der Tode pro Level wird auch die erforderte Zeit gemessen und in der Levelauswahl notiert. Es wäre ziemlich interessant, sich mit Spielerinnen und Spielern aus der gesamten Welt zu vergleichen, Tode hätte man zudem als Zeitstrafe werten können.


Zusammengefasst dürft ihr mit einigen Stunden Spielzeit rechnen, sofern nicht zuvor eure Motivation aufgrund der hohen Schwierigkeit nachlässt und ihr den Titel links liegen lasst. Unverständlich für mich ist, dass das Spiel einen geringeren Umfang als die Steam-Version bietet. In der Variante für den PC gibt es nämlich einen unterhaltsamen Endloss-Modus, der in der Nintendo Switch-Version komplett fehlt. Weniger elegant gelöst ist auch die Tatsache, dass das Öffnen des Einstellungsmenüs mitten im Spiel das Level beendet und euch somit zwingt, von vorne zu beginnen.


Grafisch ist das Spiel sehr simpel und minimalistisch gehalten und kann als Pixelstil bestehend aus den drei Farben schwarz, weiß und rot zusammengefasst werden. Das sieht nicht besonders schön aus, allerdings beeinflusst das nicht unbedingt das Gameplay. Der Soundtrack ist dafür richtig gut geworden und sorgt für die notwendige Stimmung in diesem hektischen Spiel.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Ilja Rodstein

Kreis Unendlichkeit (an den Namen habe ich mich noch nicht gewöhnt) ist ein Spiel, welches euch nicht nur skilltechnisch fordert, sondern auch eure logische Denkfähigkeiten beansprucht. Daraus ergibt sich ein extrem schwerer, aber auch fairer Platformer. Visuell ist dieser zwar weniger überzeugend und sollte vor allem aufgrund der Spezialeffekte von Epileptikern gemieden werden, spielerisch ist der Titel allerdings ziemlich gut gelungen. Es ist keineswegs ein perfekter Titel, jedoch sind die negativen Punkte wie die fehlenden Highscorelisten, der Mangel an bestimmten Steuerungsmöglichkeiten und das Fehlen des Endlos-Modus der Steam-Version nur kleine Punkte, die euch den Spielspaß im Ganzen nicht vermiesen werden. Kauft euch den Titel, wenn ihr eine Herausforderung sucht.
Mein persönliches Highlight: Die Bosslevel.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 2

  • Animaniac

    Turmbaron

    Kann ich mir nicht kaufen.

    Ich bin preislich am Ende.

    Und das ist auch ein ewiger Kreislauf.

    😁

  • Rye

    GBA-Freak, Musik-Freak

    Abgespaced. Kreis. Kreissäge, Kreissaal. Kreisel. uhh.


    "Es ist im Grunde unmöglich, das Spiel nur durch einen Screenshot zu erklären."


    Animiertes gif incoming ?


    🤔Sieht aber irgendwie witzig aus.

    Wie ein etwas gehandicappter Cousin WarioWare's.




    Bin mal gespannt auf die Kreiswitze die jetzt kommen.

    Solaris  Phantomilars let's go !