The Legend of Crow: A Door to the Past

Im Sommer dieses Jahres veröffentlichte das Studio Acid Nerve Death's Door für den PC und die aktuellen Xbox-Plattformen. Das Spiel rund um eine kleine Krähe mit leuchtendem Schwert mauserte sich schnell zu einem Kritiker-Liebling und auch wir zeigten uns in unserem Nerdkultur-Test zur Xbox Series X/S-Version des Spiels sehr angetan vom Abenteuer. Ab sofort ist Death's Door auch für die Nintendo Switch und die PlayStation 5 erhältlich. In unserem Testbericht zur Nintendo Switch-Version gehen wir der Frage nach, ob die Landung der Todeskrähe auf der Hybridkonsole gelungen ist.


Tretet durch die Tür des Todes in eine einzigartige Welt ein


Der Protagonist von Death's Door ist, wie bereits erwähnt, eine kleine Krähe, die im Deutschen Schnitter genannt wird. Die Schnitter sind Geister, die im Jenseits leben und dafür zuständig sind, die Seelen derjenigen zu holen, deren Zeit gekommen ist. Dafür treten die kleinen Geister, deren Welt wie ein skurriles Großraumbüro organisiert ist, durch die namensgebenden Türen des Todes, um die Welt der Sterblichen zu betreten. Das Problem an der Geschichte: Sobald die Schnitter das Jenseits verlassen, sind sie selbst sterblich und können Feinden erliegen. Und da die allermeisten Lebewesen in Death's Door nicht freiwillig abtreten wollen, bringt der Versuch, ihre Seelen einzusammeln, den kleinen Schnitter selbst in Lebensgefahr. Zusätzlich dazu wird er zu Beginn der Handlung von Death's Door noch daran gehindert, einen Auftrag auszuführen, was dazu führt, dass er dauerhaft sterblich wird. Nur ein Auftrag kann unseren Helden retten: Er muss die Seelen von drei besonders mächtigen Wesen einsammeln, um eine Tür zu öffnen, die noch nie zuvor geöffnet wurde.


Die Türen des Todes durchziehen die Welt des Spiels.

© Acid Nerve

Die Reise des Schnitters durch die Welt von Death's Door, die euch je nach Erkundungsdrang und Herausforderungen zwischen 9 und 12 Stunden beschäftigen sollte, ist in weiten Teilen als klassisches Action-Adventure konzipiert. Aus einer isometrischen Perspektive bewegt ihr euren Charakter durch die verschachtelten Areale. In der Struktur ist Death's Door dabei an ein Metroidvania angelehnt, was bedeutet, dass euch nicht alle Teile der Welt von Beginn an zugänglich sind. Ausgehend von einem zentralen Schauplatz, der einem gotischen Friedhof nachempfunden ist, könnt ihr die verschiedenen Areale bereisen, in denen ihr euch den drei großen Gegnern des Spiels stellt. Dabei handelt es sich um eine Hexe, einen Frosch sowie eine Bestie, die auf dem Gipfel eines Bergs lebt. Jede Figur bringt einen einzigartigen und stilistisch auf sie angepassten Schauplatz mit sich. Die Urnenhexe, die ihr als erstes aufsuchen müsst, wohnt in einem großen Anwesen, das von einem labyrinthartigen Garten umgeben ist. Die Gegend rund um das alte Herrenhaus ist gespickt von klassischen Statuen und in herbstlichen Farben gehalten. Das Reich des Frosches besteht hingegen aus verfallenen Ruinen, die erkundet werden wollen. Die Welt von Death's Door ist nicht besonders groß, aber dafür sehr abwechslungsreich gestaltet. In jeder Ecke, in jedem Winkel merkt man die Liebe zum Detail und die gewissenhafte Implementierung der Design-Konzepte.


Mit Blick auf das Gameplay orientiert sich Death's Door ganz klar an den klassischen 2D-Teilen der The Legend of Zelda-Serie. Nicht nur die verschachtelte Welt teilt sich Death's Door mit Klassikern wie A Link to the Past, auch die grundsätzliche Spielidee ist dieselbe. Ihr müsst die Welt erkunden, um eurer übergeordnetes Ziel zu erreichen. Dabei stellen sich euch allerhand Gegner entgegen, die durchaus herausfordernd sind. Als Souls-like lässt sich Death's Door zwar nicht bezeichnen, aber die Gegner halten einiges aus und fügen euch umgekehrt schnell Schaden zu. Wenn ihr nicht ausweicht, Fernangriffe mit eurer Waffe blockt und die Angriffsmuster eures Gegenübers durchschaut, werdet ihr schnell das Zeitliche segnen. Hilfreich für Neulinge ist dabei, dass das Bewegungsrepertoire des Spiels sehr übersichtlich ist. Im Wesentlichen habt ihr einen Standardangriff sowie eine stärkere Attacke, die ihr aufladen könnt. Daneben könnt ihr abrollen und eine Zusatzfähigkeit nutzen, von der ihr im Spiel insgesamt vier freischaltet. Hierzu zählen beispielsweise ein Flammenangriff oder ein Enterhaken, mit dem ihr euch über Abgründe und zu Gegnern heranziehen könnt.


Insbesondere größere Gegner verlangen euch einiges ab.

© Acid Nerve

Die zusätzlichen Fähigkeiten erfordern in der Nutzung, mit Ausnahme des Enterhakens, Energiepunkte. Euer magischer Bogen verbraucht beispielsweise pro Schuss einen Punkt. Da die Punkte ebenso wie die Lebensenergie sparsam verteilt sind, müsst ihr mit euren Fähigkeiten entsprechend haushalten und könnt nicht nur aus sicherer Distanz angreifen. Trefft ihr Gegner mit einem Nahkampfangriff, füllt sich eure Energieleiste aber schrittweise wieder auf. Dadurch bietet euch Death's Door viele Anreize, immer wieder die Konfrontation zu suchen. Solltet ihr mehr Lebens- und Energiepunkte benötigen, könnt ihr euch auf die Suche nach entsprechenden Kristallen machen. Findet ihr je vier einer der beiden Sorten, erhöht sich dauerhaft die jeweilige Statusleiste. Etwas schade ist, dass die Kristalle wirklich sehr gut versteckt sind. Wer nicht wirklich jeden Winkel der Spielwelt absucht, wird lange mit den vorgegebenen Werten auskommen müssen.


Neben Kampf und Erkundung setzt Death's Door im Stil der klassischen Zelda-Formel auch auf kleinere Rätsel. Hierzu zählen insbesondere Schalter- und Umgebungsrätsel, von denen es im Spiel nur so wimmelt. So müsst ihr beispielsweise Fackeln entzünden, um Tore zu öffnen und so weiter zu kommen. Bei den Rätseln zeigt sich auch am ehesten der Metroidvania-Aspekt des Titels, denn viele Wege bleiben euch solange verschlossen, bis ihr im Verlauf der Haupthandlung die nötige Fähigkeit findet, um das Areal zu betreten. Zusätzlich enthält das Spiel auch eine rudimentäre Rollenspielmechanik, mit der ihr euren Schnitter verbessern könnt. Mit den aufgesammelten Seelen besiegter Gegner könnt ihr im Schnitter-Hauptquartier jenseits der Todestüren insgesamt vier Werte eures Charakters verstärken. Hierzu zählen die Angriffskraft und Geschwindigkeit sowie der Fernkampfschaden des Schnitters. So bietet euch das Spiel eine Upgrade-Spirale, die für zusätzliche Motivation sorgt, zumal die Boni einen sichtbaren Effekt haben und euch das Leben entsprechend erleichtern können.


Die Welt von Death's Door strotzt nur so vor kreativen Schauplätzen und Ideen.

© Acid Nerve

Die Kombination der minimalistisch gehaltenen Spielelemente verleiht Death's Door seinen eigenen Charme. Das Spiel greift auf viele bekannte Mechaniken zurück, verbindet sie aber in einer einzigartigen und motivierenden Weise. Noch herausragender als das Gameplay ist aber die Welt des Titels. Nicht nur bietet euch das Spiel trotz seines kompakten Umfangs eine ebenso stimmige wie faszinierende Welt, in der es viel zu entdecken gibt. Es sind vor allem die vielen erzählerischen Elemente, die die Reise durch Death's Door zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Das Spiel greift das Überthema Tod immer wieder in unterschiedlicher Weise auf und kann dabei sowohl ernst als auch witzig sein. Der Tod ist in der Welt ein ständiger Begleiter und prägt die Motivation der Figuren, denen ihr begegnet. Eingebettet ist diese Erzählung, wie bereits geschildert, in eine wunderschöne und kreative Welt, die voller Geheimnisse steckt. Ein einziger Wermutstropfen mag für manche sein, dass das Spiel ohne Karte daherkommt und die Orientierung so teilweise etwas schwerfallen kann. Dieses Problem fällt durch die Kompaktheit der Welt allerdings nicht besonders stark ins Gewicht.


Abschließend lohnt sich noch ein Blick auf die technische Umsetzung von Death's Door für die Nintendo Switch. Das Spiel lief in meinem ersten Testlauf auf der Xbox Series S mit einer Auflösung von 1080p bei 60 FPS. Auf der Nintendo Switch müsst ihr naturgemäß mit einigen Abstrichen leben. Die Leistung des Spiels auf der Hybridkonsole orientiert sich ungefähr an dem Niveau der Xbox One-Version. Death's Door läuft auf der Nintendo Switch mit einer Bildwiederholrate von 30 FPS, die auch durchgehend gehalten werden kann. Nur an vereinzelten Stellen gab es minimale Ruckler, die das Spielgeschehen aber nicht beeinträchtigt haben. Darüber hinaus ist die visuelle Präsentation des Spiels insgesamt sehr gelungen. Der einzigartige Stil, die tollen Kulissen und die fantastische Musik glänzen auch auf der Nintendo Switch. Gerade im Handheld-Modus bietet euch das Spiel eine sehr gute Spielerfahrung. Begleitet wird die gelungene Präsentation erneut vom zurückhaltenden, aber fantastischen Soundtrack, der für eine fast schon melancholische Stimmung sorgt und wunderbar zum Geschehen auf dem Bildschirm passt.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Adis Selimi

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als Death's Door für die Nintendo Switch angekündigt wurde. Schon beim ersten Durchlauf auf der Xbox musste ich durchgehend daran denken, wie perfekt dieses schöne Spiel auf eine Nintendo-Plattform passen würde. Dass sich dieser Wunsch dann so schnell erfüllt, ist eine positive Überraschung. Death's Door ist ein wirklich einzigartiges Spiel, das euch mit seiner Stimmung, seinen anspruchsvollen Mechaniken sowie der stilsicheren Welt begeistern wird. Neben sehr viel Licht gibt es nur ganz wenig Schatten. So kann die Übersicht aufgrund einer fehlenden Karte manchmal etwas schwerfallen und die Suche nach zusätzlichen Lebens- und Energiepunkten gestaltet sich unnötig herausfordernd. Davon abgesehen ist der Titel aus dem Hause Acid Nerve aber ein geniales Spiel, das sich jeder Action-Adventure-Fan ansehen sollte. Insbesondere Fans der klassischen 2D-Zelda-Spiele werden hier ihre Freude haben.
Mein persönliches Highlight: Die perfekte Abstimmung der Spielelemente und die einzigartige Spielwelt.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 13

  • AnimalM

    SR388 Cleaner

    Oh Mann, da freu ich mich aber drauf :) Wenn ich jetzt endlich mal schaffe, Witcher 3 durchzuspielen, kommt Death's Door direkt danach dran. Hab da richtig Bock drauf. Danke für den Test.

  • BSnake

    Club Nintendo Mitglied

    Sauber, wird als nächstes geholt. Ich freu mich drauf :thumbup:

  • Majin V.

    Turmheld

    Kann es sehr empfehlen, habs auf der Series S einmal auf 100% gespielt und finds gut, dass es nun auch auf der Switch verfügbar ist. Nochmal holen werde ich es nicht, aber top game!

  • afriixy

    Turmbaron

    Alter was ist denn das für ein Spiel!


    Kaufe ich nachher für die PS5.


    Danke für den Test! :mldance::mldance::mldance:

  • Solaris

    Turmkopfgeldjäger

    Sehr schöner Test, komisch nur, dass es noch nicht im GamePass enthalten ist. Wird gespielt wenn es mal im eShop Sale oder GP ist.

  • Tomaru

    Minish Mage

    Das sieht für mich nicht wirklich zelda-ig aus.. oô

  • Krispin Berndt

    Redaktionsleiter

    Sehr schöner Test, komisch nur, dass es noch nicht im GamePass enthalten ist. Wird gespielt wenn es mal im eShop Sale oder GP ist.

    Warum muss jedes gute Spiel gleich im GamePass sein? Death's Door kostet aktuell läppische 19,99 Euro, für den Preis könnte man sich ein augenscheinlich gutes und interessantes Spiel auch mal gönnen – und damit sogar die Entwickler auf dem besten Wege unterstützen. ;)

  • Nischenliebhaber

    Turmheld

    Krispin Berndt


    Das wird sich so entwickeln wie vor zehn Jahren im Mobile Bereich. 2008 / 09 haben viele Spiele im App Store noch rund 10€ gekostet. Dann hat man immer absurdere "Sales" angeboten und die Leute darauf trainiert. Das findet durch die Sales-Kultur, Game Pass & Co. nun auch auf den Konsolen statt. Die Folge: Solche Spiele wie Death's Door wird es dann nicht mehr geben. Weil sie niemand mehr für 20€ kauft.

  • Crimsmaster_3000

    Bastardo de Crimson

    Ich wart noch 1-2 Monat ob's im Gamepass kommt, sonst hol ich's mir für Switch :awesome:

  • Miriam-Nikita

    Bewohnerin

    Wandert direkt auf meine Wunschliste. Werde für 2022 noch einige kleinere Perlen kaufen.

    Dieses Spiel hat sehr gute Aussichten :)

  • Zarathustra

    Muad'dib

    Hab ich mir heute gleich runtergeladen und hab auch voll Bock drauf,aber ich hab noch so viel auf Halde. Macht aber nix, Anfang des Jahres geht es ja erfahrungsgemäß gemächlich los mit Neuerscheinungen und da findet sich schon Zeit.


    Danke für den ausführlichen Test.

  • Rye

    GBA-Freak, Musik-Freak

    Krispin Berndt


    Das wird sich so entwickeln wie vor zehn Jahren im Mobile Bereich. 2008 / 09 haben viele Spiele im App Store noch rund 10€ gekostet. Dann hat man immer absurdere "Sales" angeboten und die Leute darauf trainiert. Das findet durch die Sales-Kultur, Game Pass & Co. nun auch auf den Konsolen statt. Die Folge: Solche Spiele wie Death's Door wird es dann nicht mehr geben. Weil sie niemand mehr für 20€ kauft.


    Ich wart noch 1-2 Monat ob's im Gamepass kommt, sonst hol ich's mir für Switch :awesome:

    Auf dem Fuße :P

  • Crimsmaster_3000

    Bastardo de Crimson

    Auf dem Fuße :P

    Krispin Berndt


    Das wird sich so entwickeln wie vor zehn Jahren im Mobile Bereich. 2008 / 09 haben viele Spiele im App Store noch rund 10€ gekostet. Dann hat man immer absurdere "Sales" angeboten und die Leute darauf trainiert. Das findet durch die Sales-Kultur, Game Pass & Co. nun auch auf den Konsolen statt. Die Folge: Solche Spiele wie Death's Door wird es dann nicht mehr geben. Weil sie niemand mehr für 20€ kauft.

    naja ich kauf mir viele Indie Spiele und seh auch den Wert darin... Aber wenn's Spiele gibt die sowas von eindeutig in Gamepass kommen, geb ich ungern vorab bzw. doppelt Geld aus... Weil Gamepass is ja auch nicht gratis.. war bei Scarlet Nexus das selbe :dk: