Unser Test zum Spiel: Das Duell - Männer vs Frauen

Schon in der Steinzeit war die Rollenverteilung klar: Der Mann ging auf die Jagd, fing sich eine Frau, zog sie an den Haaren hinter sich her und band sie in der Nähe der Kochstelle fest. Innerhalb der letzten Jahrhunderte hat sich dieses Bild allerdings gewandelt, und Frauen stehen als (fast) gleichberechtigt neben den Männern. Die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein bleiben trotzdem bestehen, und so ranken sich Dutzende von Vorurteilen um beide Geschlechter. Mit diesen befasst sich Das Duell: Männer Vs. Frauen.

Da wären zum Beispiel die Klischees, Frauen könnten nicht einparken und hätten allgemein sowieso keinen Orientierungssinn. Männer dagegen sind grobe Holzklötze ohne Emotionen und pinkeln bis auf das Pissoir alles voll. Um ein für alle Mal klar zu stellen, welches denn nun wirklich das stärkere Geschlecht ist, tretet ihr und eure FreundInnen mit einem von zehn Charakteren gegeneinander an.

Dabei wurde ganz tief in die unterste Schublade gegriffen, denn die vorgefertigten Charaktere bedienen so gut wie jedes Klischee. Da hätten wir den obercoolen Rapper, den schönen Sportler oder auch den Computerfreak. Gerade dieser wird in der Anleitung herrlich durch den Kakao gezogen. Beispiel gefällig? "Ist die Temperatur in diesem Raum gerade auf unglaublich langweilig gefallen? Toby, der Computerfreak, sorgt schon durch pure Anwesenheit für totale Langeweile, [...] er ist halt ein Freak." Doch auch die weiblichen Teilnehmer am Duell bekommen ihr Fett weg. Zum Beispiel die Cheerleaderin, die "während ihres täglichen sechsstündigen Trainings immer wieder den Namen ihres Teams buchstabiert." Natürlich dürfen auch die fleißige Hausfrau und das It-Girl nicht fehlen. Beim Design der Figuren wurde also alles richtig gemacht. Und wenn mich eine Anleitung schon direkt zum Lachen bringt, kann das dazugehörige Spiel doch eigentlich gar nicht so schlecht sein.

Die Betonung liegt auf eigentlich. Denn so witzig die Minispiele auch gemacht sind, so langweilig werden sie nach wenigen Versuchen. Und dann wäre da noch die Aufteilung der Spielchen. Denn einige könnt ihr nur Wiimote spielen, andere nur mit dem Balance Board, und wieder andere nur zu zweit. Damit schrumpft die Zahl der spielbaren Minispiele von 25 je nach Hardware und Spieleranzahl. Wer also häufig allein spielt und kein Balance Board besitzt, kann auf nur noch 11 Spiele zurückgreifen. Das ist aber eher ein kleiner Kritikpunkt, da solche Spiele eh dafür gedacht sind, dass sie zusammen mit FreundInnen gespielt werden sollen. Und in einer launigen Runde kommt auch durchaus Spaß auf, wenn die männlichen Zocker Beine rasieren oder Fingernägel lackieren müssen. Frauen dagegen werden beim Elfmeter-Schießen oder Hau den Lukas gefordert. Dabei ist es sehr hilfreich, dass sich alle Minispiele ohne Probleme steuern lassen. So müsst ihr nicht nur mit der Wiimote Einparken, indem ihr sie wie ein Lenkrad haltet, sondern sie auch im Darts wie einen Dartpfeil "werfen". Lediglich im Tanzen-Minispiel wird die Richtung, in die ihr sie schwingen müsst, nicht immer richtig erkannt. Meine Paradedisziplin ist aber die Kneipentour. Hier steht ihr auf dem Balance Board und müsst mit eurer torkelnden Spielfigur Hindernissen ausweichen, Münzen sammeln und immer wieder neue Drinks in den Bars am Straßenrand kaufen. Böse Zungen würden jetzt behaupten, mein gutes Abschneiden in diesem Minispiel beruhe auf Erfahrung...

Es ist sehr schade, dass sich das Spiel bis auf die witzigen Minispiel-Ideen nicht weiter von anderen Minispielsammlungen unterscheidet. Es gibt nicht einmal etwas zum Freispielen. Damit wird Das Duell: Männer Vs. Frauen so gut wie witzlos, wenn ihr niemanden zur Hand habt, der eine Runde mit euch zocken will. Da bieten euch andere Spiele mehr Motivation, auch einmal alleine die Wiimote zu schütteln. Und auch am Humor des Spiels habt ihr euch schnell sattgesehen. Positiv hervorzuheben ist aber die Tatsache, dass ihr sogar mit einer größeren Gruppe von zehn Leuten zocken könnt. In diesem Fall bildet ihr Teams (idealerweise natürlich Männer gegen Frauen) und streitet euch um die meisten Punkte.

Vor allem das Menü weiß zu gefallen. Es ist sehr aufgeräumt und ihr müsst euch auch nicht durch ewig viele Untermenüs wühlen, um endlich zocken zu können. Die Charaktere sind jetzt nicht großartig toll animiert, aber witzig anzusehen. Insgesamt bekommt ihr in Das Duell: Männer Vs. Frauen zum durchschnittlichen Gameplay eine durchschnittliche, sehr bunte Optik. Immerhin fiel sie lange nicht so schlimm aus, wie das Cover auf den ersten Blick vermuten lässt.

In einigen Minispielen wie dem Heulkrampf im Kino lassen die Charaktere einen Spruch nach dem anderen vom Stapel. Einige sind witzig, andere krampfhaft lustig, viele öde. Und nervig sind sie schon nach kurzer Spielzeit. Immerhin ertönen sie auf Deutsch und in anderen Disziplinen nicht ganz so häufig. Die Musik ist allenfalls Durchschnitt, der Großteil der Stücke klingt aber, als würden wenige Sekunden Melodie durch eine Dauerschleife gezogen. In geselliger Runde dürfte das aber eh nicht auffallen.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Pascal Hartmann

Wie schon bei allen anderen Minispielsammlungen zuvor gilt: Allein pfui. Doch leider ist gemeinsam nicht unbedingt hui. Dazu bietet Das Duell: Männer Vs. Frauen trotz des witzigen Designs und der lustigen Figuren nichts, was vor dem Titel nicht schon etliche andere Spiele hatten. Und leider trägt auch der Humor nicht sehr lange. Dafür können hier bis zu zehn Spieler ran; aber nur abwechselnd. Spaßiger als eine verbale Auseinandersetzung mit der Freundin ist es aber allemal.

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