Ein Heimweg der besonderen Art

Bei Little Bug handelt es sich um einen kleinen Platformer, der die Geschichte der kleinen Nyah erzählt. Sie ist auf ihrem Heimweg von der Schule und verliert sich gerne in ihren Tagträumen, die sehr schnell zur Realität werden. Zumindest für sie, denn keine zwei Meter vom Schulbus entfernt, begegnet sie einer grotesken Katze, der sie blind folgt. Was mit den beiden passiert, habe ich mir mal genauer angeschaut und auch, ob das kurzweilige Abenteuer trotz kurzer Spielzeit überzeugen kann.


Nyah scheint ein Problemkind in den Augen ihrer Mutter zu sein, da sie ständig irgendwelche Sachen in ihrer Lunchbox mit nach Hause bringt. Seien es Käfer und andere Krabbeltiere oder sogar ein Katzenschädel – ihre Mutter weiß einfach nicht mehr, was sie mit ihrem Kind machen soll. Dazu kommt, dass sie immer sehr spät von der Schule nach Hause kommt, doch das liegt daran, dass Nyah auf ihrem Heimweg plötzlich in dunklen und grotesken Welten landet, die ganz und gar nicht mehr freundlich aussehen.


Während Nyah auf dem Heimweg ist, macht ihre Mutter sich große Sorgen.

© RedDeerGames

Ihr startet am Schulbus und bewegt euch durch die dunklen Gassen der Stadt, ehe ihr euch kurz nach der Begegnung mit der Katze in einer fast schon psychedelischen Parallelwelt befindet. Nyah kann weder springen noch angreifen oder sonst etwas Übersinnliches, weswegen sie auf leuchtende Geisterkugeln angewiesen ist, die sie auf höhere Plattformen oder über einen Abgrund befördern. So gesehen wird sie von der Energie der Kugel angezogen, in die Luft befördert und ihr könnt ein wenig steuern, wo Nyah wieder herunter kommt. Die Energie ist jedoch nicht endlos und bereits nach kurzer Zeit ist die Energie der Kugel ausgeschöpft und ihr müsst den nächsten Schritt erneut planen. Fallt ihr in den Abgrund, werdet ihr an Zwischenzielen, die durch kleine Kerzen gekennzeichnet sind, wiederbelebt. Die Abstände zwischen diesen Kerzen sind oft nicht besonders groß. Daher ist es nicht schlimm, wenn ihr einen Sprung nicht schafft, da der zuvor zurückgelegte Weg meist nicht weit ist.


Bereits nach kurzer Spielzeit könnt ihr die Kugeln, die zuvor nur an vorgegebenen Punkten zu finden waren, selbst bewegen. So gesehen müsst ihr dann nicht nur Nyah, sondern auch eine Geisterkugel bewegen. Das bringt den Vorteil, dass ihr genauer steuern könnt, wo ihr hin möchtet und so den ein oder anderen geheimen Weg erkundet, da die Kugel auch hervorragend als Lichtquelle fungiert. Die Herausforderungen werden mit der Zeit immer kniffliger, vor allem, wenn ihr zusätzlich noch dunklen Gestalten aus dem Weg gehen müsst, die aufwachen und euch verfolgen, sobald ihr ihnen zu nahe kommt. Hier müsst ihr schnell agieren, was nicht immer ganz leicht ist. Doch durch die frei steuerbare Geisterkugel könnt ihr viele verschiedene Wege ausprobieren, um weiter zu kommen. Da ihr keine Lebensanzeige oder Ähnliches besitzt, könnt ihr euch hier die Zähne so lange ausbeißen, bis es euch gelingt und ihr Nyah sicher nach Hause bringt. Daheim wird euch die Geschichte von Nyah und ihrer Mutter näher gebracht, die jedoch nur stückchenweise erzählt wird. Denn schon bald gerät auch euer Zuhause ins Wanken, ihr befindet euch wieder auf der Straße und sucht erneut den Weg nach Hause.


Die Geisterkugel kann euch fast überall hinbefördern.

© RedDeerGames

Natürlich wird ebenso euer Sammeltrieb bedient, denn Nyah sammelt gerne irgendwelche Gegenstände auf, die jeweils ihre eigene kleine Geschichte erzählen. Meist haben die Gegenstände eine emotionale Bindung zu Nyah oder Erinnerungen sind mit den Sachen verknüpft. Aber auch Dinge, die irgendwie an die Katze erinnern, kann Nyah finden und in ihrer Lunchbox verstauen. Die hat nicht ausreichend Platz für alle Dinge, die gefunden werden können und hier kommt erneut die Katze ins Spiel. Denn ihr könnt ihr Opfergaben aus der Lunchbox darbieten. Doch keine Angst, die Gegenstände werden am Altar gesammelt, den ihr im Hauptmenü aufrufen könnt. Im Menü findet ihr außerdem eine Statistik, die euch verschiedene Dinge zeigt. Dort findet ihr unter anderem, wie viele Zwischenziele ihr bereits erreicht habt oder wie viele Geister ihr aufgeweckt habt.


Der Platformer hat eine Grafik, die die Geschichte schön untermalt. Etwas gruselig, ein bisschen psychedelisch und mit vielen Elementen, die wirklich aus Kinderalbträumen entspringen könnten. Darüber hinaus konnte ich keinerlei Abstürze oder sonstige Bugs feststellen, auch wenn die Ladezeiten zwischen den Level manchmal etwas länger dauerten und ich bei dem schwarzen Bildschirm schon dachte, dass das Spiel sich aufgehangen hat. Die Steuerung ist jedoch gut gemacht, denn während ihr mit dem linken Stick Nyah steuert, könnt ihr völlig unabhängig die Geisterkugel mit dem rechten Stick steuern. Das Spiel ist leider nur auf Englisch, was für manche vielleicht ein Problem darstellen könnte.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Kerstin Steiner

Little Bug hat mich vor allem aufgrund der Protagonistin angesprochen, die neugierig alles sammelt, was sie finden kann. Das erinnerte mich ein bisschen an mich selbst als Kind, auch wenn ich froh bin, dass mir die Parallelwelten, in der Nyah sich wiederfindet, erspart geblieben sind. Little Bug ist ein wirklich cooler Platformer, der einen je nach Geschicklichkeit um die zwei Stunden beschäftigt. Doch der Wiederspielwert ist hoch und das nicht nur aufgrund des Sammelns von Gegenständen, sondern auch weil man sich selbst immer wieder herausfordern kann. Auch die Geschichte des Spiels hat mich berührt und die Tatsache, dass man durch die frei steuerbare Geisterkugel immense Freiheiten hat, finde ich wirklich gelungen. Die Spieldauer ist zwar nicht so lang wie bei anderen Spielen des Genres, dennoch finde ich, dass Little Bug vieles richtig macht und man sich das Spiel durchaus genauer anschauen kann!
Mein persönliches Highlight: Die Mechanik der Geisterkugeln, die mysteriöse Katze und die neugierige Nyah

Die durchschnittliche Leserwertung

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