Es knallt und explodiert in Piltover

Mit dem Namen League of Legends haben viele Spieler in der Vergangenheit hauptsächlich das bekannte MOBA sowie eine Community, der man eine hohe Toxizität nachsagt, in Verbindung gebracht. Das hat sich dank der Serie „Arcane“ sowie dem kürzlich erschienen Ruined King: A League of Legends Story geändert. Denn der Publisher Riot Forge hat es sich zum Ziel gemacht, die bekannte Marke in verschiedenen Genres unterzubringen, was im Falle von Ruined King bereits recht gut funktioniert hat. Nun folgt mit Hextech Mayhem: A League of Legends Story ein weiterer Titel, der in dem Universum von Runeterra spielt. Hier haben wir es jedoch nicht mit einem Rollenspiel, sondern einem Rhythmus-Spiel zu tun. Im Folgenden wollen wir uns genauer anschauen, ob auch der zweite Titel von Riot Forge überzeugen kann.


Hier kommt es stets auf das richtige Timing an.

© Riot Forge

Hextech Mayhem kommt mit keiner sonderlich tiefgreifenden Handlung daher, weshalb diese hier nur kurz angeschnitten werden soll: Ihr schlüpft in die Rolle des Yordle Ziggs, der vor allem dafür bekannt ist, dass er ein Experte auf dem Gebiet von Bomben, Explosionen und allerlei Hextech-Gadgets ist. Sein Ziel ist es, mithilfe von Bomben und anderem explosiven Material möglichst viel Chaos in der Stadt Piltover zu verursachen. Das passt dem Wissenschaftler Heimerdinger gar nicht, sodass dieser versucht, Ziggs aufzuhalten. Das war's dann auch schon mit der grundlegenden Handlung und mehr braucht es in Hextech Mayhem eigentlich auch nicht, denn das Spiel lebt eher von seinem schrägen und durchgeknallten Protagonisten sowie dem eigentlichen Gameplay.


Im Rahmen der Kampagne durchlauft ihr mehrere Level, in denen Ziggs automatisch von links nach rechts läuft, um das Ende des Levels zu erreichen. Dabei tauchen in klassischer Rhythmusspiel-Manier immer wieder Einblendungen auf, dass ihr einen bestimmten Knopf auf eurem Gamepad drücken sollt, sobald Ziggs unter diesem steht. Tut ihr dies, springt der schräge Yordle, wirft mit Bomben oder vollführt eine Art Stampfattacke. Im Laufe des Spiels erweitert sich Ziggs Repertoire an möglichen Aktionen immer mehr, wobei euch eine Tutorial-Sequenz eure neuen Manöver stets so lange beibringt, bis ihr euch sicher genug fühlt. Im Hintergrund läuft währenddessen fortwährend ein recht bunter Soundtrack, in dessen Rhythmus ihr letztendlich die Knöpfe drücken müsst. Im Idealfall führt dies dazu, dass Musik und Spielinteraktion so miteinander harmonieren, dass man die Eingaben schon anhand der Musik „erahnen“ kann und eher intuitiv ausführt. Prinzipiell gelingt Hextech Mayhem dieses Kunststück – aber eben nicht immer. Das Hauptproblem des Spiels ist nämlich seine teils arg bunte und knallige Optik sowie die Tatsache, dass auf dem Bildschirm wirklich viel passiert. Das führt dazu, dass man gut und gerne einmal eine Eingabe übersieht oder ganz einfach von den vielen Explosionen und Farbeffekten förmlich überreizt und abgelenkt ist und dann in ein Hindernis oder einen Gegner läuft, die versuchen, euch das virtuelle Leben auszuhauchen. Ein Zusammenstoß führt jedoch nicht automatisch zu einem Abbruch, vielmehr graut die Spielwelt aus und Ziggs läuft weiter und darf dann wieder aktiv ins Spiel eingreifen, wenn ihr den nächsten Knopf zum richtigen Zeitpunkt drückt. Das führt dazu, dass ihr das Ende des Levels eigentlich immer erreicht, was vor allem Anfänger und nicht ganz so geduldige und geschickte Spieler nicht gleich frustriert.


Bei all den Effekten und Explosionen kann die Übersicht schnell mal flöten gehen.

© Riot Forge

Doch wozu dann überhaupt versuchen, das jeweilige Level möglichst fehlerfrei abzuschließen? Hier haben die Entwickler einen kleinen Gating-Mechanismus eingebaut. Um nämlich einen neuen Level starten zu können, benötigt ihr eine gewisse Menge an Zahnrädern, die ihr überall aufsammeln könnt und die sich Ziggs nur dann schnappt, wenn ihr größere Patzer vermeidet. Somit werdet ihr zwar immer wieder dazu ermutigt, eure Leistung zu verbessern, gleichzeitig zwingt euch das Spiel so aber auch immer wieder, alte Level zu wiederholen und so lange zu spielen, bis ihr besser geworden seid. Alle paar Level kommt es zudem zu einem Bosskampf mit Heimerdinger, der sich euch in den Weg stellt und mit diversen Erfindungen versucht, euren Fortschritt zu verhindern. Die Bosskämpfe sorgen für etwas Abwechslung des Spielprinzips und lockern das Geschehen etwas auf, fallen jedoch nicht sonderlich anspruchsvoll aus. Habt ihr das Spiel beendet, schaltet ihr zudem einen neuen Mayhem-Modus frei, der euch dazu ermutigen soll, auch fernab der vorgegebenen Knöpfe mit der Spielwelt zu interagieren, um so neue Geheimnisse zu offenbaren. Das klappt im Großen und Ganzen jedoch mehr schlecht als recht und das ohnehin schon chaotische Spielprinzip wird noch eine Stufe wilder. Der Wiederspielwert wird dabei nur gering gesteigert, wodurch ihr die Kampagne bereits nach wenigen Stunden durchhaben könnt. Versucht ihr tatsächlich alle Level perfekt oder möglichst fehlerfrei abzuschließen, könnt ihr aber gut und gerne bis zu 15 Stunden beschäftigt sein.


Und wie ist nun der Soundtrack des Spiels, der in diesem Genre quasi das Herzstück darstellen sollte? Die einzelnen Tracks kommen recht lebhaft und vor allem rockig rüber. Die Musik konnte mich stets antreiben und hat zumindest mir wirklich gut gefallen, auch wenn sie nun kein Meisterwerk darstellt. Mein Tipp: Hört auf Spotify einmal in den Soundtrack zum Spiel hinein, denn dieser sollte euch wirklich zusagen. In Sachen Grafik wurde bereits erwähnt, dass das Spiel sehr bunt und mit knalligen Farben daherkommt. Und so wirken die einzelnen Level teils fast schon überladen, überall explodiert etwas, Gegner stehen herum, Zahnräder leuchten und blinken – sowas muss man mögen. Was auch gewöhnungsbedürftig ist, ist der Hauptcharakter des Spiels. Ziggs wurde vom selben Synchronsprecher wie bei League of Legends eingesprochen und dieser leistet eine hervorragende Arbeit darin, dem Yordle das gewisse Etwas an Wahnsinn und Chaos zu verleihen. Das führt jedoch dazu, dass Ziggs häufig wahnsinnig vor sich hinkichert und schlechte Wortwitze rund um das Thema Explosionen von sich gibt – das kann dem einen oder anderen nach kurzer Zeit auf die Nerven gehen, ich persönlich fand es jedoch witzig. Die Steuerung wurde gut umgesetzt, Ziggs reagierte auf jede Eingabe meinerseits frei von Verzögerungen.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Florian McHugh

Hextech Mayhem: A League of Legends Story ist ein kurzweiliger Rhythmus-Spaß, der mit ein paar Macken zu kämpfen hat, dafür jedoch mit seinem durchgeknallten Protagonisten sowie einem eingängigen und sehr flotten Soundtrack punkten kann. Wer nicht genug von der Welt von Runeterra bekommen kann sowie an sich Spaß an dem Genre hat, der kann für den doch recht kleinen Preis bedenkenlos zugreifen. Mein Tipp: Hört vorher einmal in den Soundtrack (gibt es zum Beispiel kostenlos auf Spotify) hinein und wenn er euch zusagt, dann stürzt euch in das Chaos.
Mein persönliches Highlight: Ziggs.

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