Die Rückkehr des Bären

Im Jahr 2016 erschien mit Epic Dumpster Bear ein Spiel für die Wii U, welches viele auf den ersten Blick abschreckte. Sowohl die gezeigten Bilder als auch die Spielszenen sahen äußerst trashig aus, jedoch konnte der ungewöhnliche Bär mit seinem Rachefeldzug seinerzeit unsere Redaktion überzeugen. Mit Epic Dumpster Bear 2: He Who Bears Wins erschien nun eine Fortsetzung für die Nintendo Switch. Was diese sechs Jahre später besser macht und an welchen Stellschrauben weiterhin gedreht werden sollte, könnt ihr nachfolgend lesen.


Der Herr des Waldes ist zurück!


Die Geschichte von Epic Dumpster Bear 2: He Who Bears Wins setzt direkt an die Geschehnisse des ersten Teils an und ihr erhaltet auch einen kurzen Überblick darüber, was zuvor geschehen ist. So spielte sich beispielsweise das epische Ende des Vorgängers im Weltraum ab, weshalb wir unser neues Abenteuer genau dort starten, um uns zielstrebig zurück auf die Erde zu bewegen. Dort wird unser Held mit neuen Gefahren konfrontiert, um bald festzustellen, dass mutierte Tiere auf ihn warten. An diesen wurden anscheinend Experimente durchgeführt, wodurch sie menschliche Charakterzüge erhalten haben. Was es damit auf sich hat, gilt es im Spielverlauf herauszufinden.


Die Platformer-Passagen werden im Verlauf des Spiels durchaus knackig.

© Log Games / Equilibrium Systems

Erzählt wird die Geschichte dabei in vielen kleinen Sequenzen, die zwischen den einzelnen Level abgespielt werden. Dabei wird auf englische Bildschirmtexte gesetzt und die Kombination aus diesen und den gezeigten Szenen ist nicht nur herrlich absurd, sondern auch unterhaltsam. Obwohl die Thematik durchaus ernst herübergebracht wird, schwimmen durchgehend eine Prise Sarkasmus und Humor mit, weshalb erzählerisch trotz der minimalen Ausgestaltung eine unterhaltsame Story abgeliefert wird.


Spielerisch ist Epic Dumpster Bear 2: He Who Bears Wins ein klassisches Jump 'n' Run. In 2D-Manier bewegt ihr euch von links nach rechts, klettert auch manches Mal nach oben und versucht das Levelende zu erreichen. Dabei stellen sich euch nicht nur verschiedenste Gegner wie Wildschweine oder mutierte Wespenwesen in den Weg, sondern auch allerlei Fallen gilt es zu überwinden. Von Abgründen bis hin zu Sägeblättern und Fässern ist alles dabei, was Platformer so zu bieten haben. Das Rad wird dabei nicht neu erfunden, jedoch ist der Schwierigkeitsgrad moderat ansteigend, dabei aber nie unfair, sodass es viel Spaß macht, sich durch die einzelnen Spielabschnitte zu bewegen.


Unser Held kann dabei auf die Grundfähigkeiten Doppelsprung und eine Attacke zurückgreifen, darf sich mancherorts aber auch besondere Möglichkeiten aneignen. So findet ihr im Spiel Hüte, durch welche ihr Bomben werfen oder explosive Curlingsteine abfeuern könnt, um euch den Weg freizuräumen. Diese müssen teilweise auch geschickt eingesetzt werden, um Schalter zu aktivieren, die euch den weiteren Weg offenbaren. Zudem sind an einigen Stellen auch besondere Konstruktionen verbaut. Schwebende Plattformen, Sprungfedern und Rampen sind nur einige dieser erwähnenswerten Spielmechaniken. Dabei greift alles wunderbar Hand in Hand und lässt einen guten Spielfluss zu. Insgesamt werden die Möglichkeiten jedoch zu wenig ausgeschöpft, sodass die Fähigkeiten nicht allzu oft vorkommen.


Absurde Bosskämpfe runden die gesamte Geschichte ab.

© Log Games / Equilibrium Systems

Wohl eine der größten Stärken des Spiels dürften aber die Bosskämpfe sein. Diese sind zwar nicht sonderlich schwer, da bereits nach wenigen Minuten das Bewegungsmuster des Bosses erkannt wird, nichtsdestotrotz machen sie aufgrund ihrer Abwechslung und Absurdität unheimlich viel Spaß. Hiervon hätten gerne mehr in das Spiel integriert werden können. Leider sind aber auch diese, genau wie die regulären Level, viel zu schnell vorbei. Da hilft es auch nicht, dass zusätzliche Level mittels sammelbaren Münzen freigeschaltet werden können und andere durch geheime Ausgänge in Super Mario-Stil entdeckt werden dürfen. Insgesamt kommt das Spiel auf eine beachtliche Zahl von 50 eben solcher Level, welche jedoch viel zu schnell absolviert sind. Zwar motivieren drei versteckte rote Münzen pro Level durchaus, um weitere Versuche zu investieren, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass das Abenteuer innerhalb weniger Stunden vorbei ist.


Technisch ist Epic Dumpster Bear 2: He Who Bears Wins ein Vorzeigespiel, auch wenn die grafische Darstellung nicht darauf vermuten lässt. So sind die Ladezeiten in einem angenehmen Rahmen und das wichtigste Element für ein gutes Jump 'n' Run, die präzise Steuerung, ist gegeben. So sitzen bereits nach wenigen Minuten alle Sprünge und Schläge, da der Bär eben genau das tut, was man als Spieler von ihm möchte. Nichtsdestotrotz wird der gewöhnungsbedürftige Stil nicht allen gefallen und vor allem die sich viel zu oft wiederholende Musik ist ein Störfaktor. Aber das Gesamtpaket ist ordentlich, vor allem bei einem Preis von 4,49 Euro.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Styppa-Braun

In meiner nun mehr als zweijährigen Zeit bei ntower habe ich wohl keinen Test mit so viel Vorurteilen begonnen. Der Stil von Epic Dumpster Bear 2: He Who Bears Wins hat mich zu Beginn abgeschreckt und ich konnte den Enthusiasmus der Redaktion, die den ersten Teil gespielt hatten, nicht nachvollziehen. Schnell stellte ich jedoch fest, dass mir das ungewöhnliche Abenteuer sehr gut gefällt, was nicht nur an der stimmigen und zugleich trashigen Geschichte lag, sondern vor allem an der präzisen Steuerung. Diese lässt einen als Spieler sehr schnell in die Geschehnisse eintauchen. Leider werden manche Möglichkeiten, wie die auffindbaren Spezialfähigkeiten, nicht wirklich ausgeschöpft, weshalb ich dennoch etwas enttäuscht zurückblicke und mich auch gegen den Award als Spiele-Hit entschieden habe. Nichtsdestotrotz hatte ich eine Menge Spaß und starte wohl bald auch einen weiteren Durchgang.
Mein persönliches Highlight: Die absurden Gestalten bei den Bosskämpfen.

Meinung von Simon Münch

Mit Epic Dumpster Bear 2: He Who Bears Wins bringt Log Games ein sehr eigenwilliges Jump 'n' Run-Abenteuer auf die Nintendo Switch. Die Handlung des Spiels ist genauso trashig wie absurd witzig. Die wenigen Charaktere sind pointiert komisch gestaltet und bieten ordentliche Herausforderung als Endgegner für jedermann. Die Leveldesigns wirken durchdacht und bieten Schwierigkeiten, die fair im Laufe des Spiels ansteigen und zumindest für einen Nachmittag süchtig machen können. Dabei fühlt sich die Steuerung recht genau an und zeigt sich mit einer stabilen und hohen Bildrate von seiner honigsüßen Seite. Leider ist das Spiel aus meiner Sicht etwas kurz. Nur wer wirklich alles einsammeln möchte, wird mehrere Stunden mit dem Spiel verbringen. Bei einem Preis von 4,49 Euro bekommt man aber ein faires Preis-Leistungsverhältnis geboten. Fans von Jump 'n' Runs sollten sich dieses „epische” Abenteuer nicht entgehen lassen.
Mein persönliches Highlight: Das Kampfgebrüll von Jankbrain, wenn es sich auf mich stürzte

Die durchschnittliche Leserwertung

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