Unser Test zum Spiel: Worms: Battle Islands

Zugegeben, die Vorstellung, sich mit Würmern gegenseitig zu bekriegen und dabei Bazookas, Granaten und Kung Fu-Schläge zu verwenden, ist ziemlich absurd. Dennoch konnten die Entwickler Team17 damit im Jahr 1995 einen riesigen Erfolg einfahren, der teilweise bis heute anhält. So verwundert es nicht sonderlich, dass mit Worms Battle Islands bereits der zweite Ableger des Spiels für unsere geliebte Heimkonsole erscheint. Ich zog mit meinen wurmigen Freunden in die Schlacht und habe mir das für knapp 30 Euro recht günstige Spiel genauer angeschaut.

Das Spielprinzip von Worms ist in seiner ganzen Absurdität schnell erklärt. Zwei bis vier Teams bekriegen sich mit maximal (leider nur) vier Würmern in einer komplett zerstörbaren Umgebung. Es gilt nun in typischer Manier eines rundenbasierenden Strategiespiels diverse Waffen so einzusetzen, dass das eigene Team am Ende als einziges überlebt. Dafür nutzt ihr zum Beispiel die altbewährte Bananenbombe oder die Heilige Granate. Nach eher weniger geglückten Versuchen, das Spielprinzip in die dritte Dimension zu katapultieren, konzentrierte man sich hier wieder an den Wurzeln und somit ist das Gameplay komplett in 2D gehalten.

Worms Battle Islands bietet euch eine beachtenswerte Anzahl an Spielmodi. Für den Einzelspieler steht eine recht umfangreiche Kampagne zur Verfügung; in dieser habt ihr die Möglichkeit, euch vor dem Starten eines Levels einen Vorteil zu verschaffen, indem ihr eurem Gegner beispielsweise Waffen klaut. Dadurch bekommt der Kampagnenmodus einen etwas neuen Touch, der ihn von den anderen Modi abgrenzt. Sonst kann sich der Solist auch den 30 Rätseln zuwenden, in denen mit viel Geschick und Cleverness das Missionsziel erreicht werden muss. Die Aufgaben reichen hier von relativ einfach bis ziemlich anspruchsvoll und knifflig. Beispielsweise wird von euch verlangt, einen Wurm mittels Bazooka zu erwischen. Problem hierbei ist allerdings, dass ihr euch nicht bewegen könnt und die Höhle, in der ihr euch befindet, einige unzerstörbare Hindernisse birgt. Glücklicherweise sind in der Höhle aber einige magnetische Hufeisen eingebaut, die den Bazooka-Schuss ablenken und ihn so durch die Höhle lotsen können. Jetzt liegt es an euch, den Schuss so abzufeuern, dass die Rakete den anderen Wurm trifft. Insgesamt bietet Worms für den Einzelspieler also ein ähnliches Aufgebot wie schon der DS-Titel Worms Open Warfare 2. Die beiden Modi wissen durchaus zu gefallen und halten euch für eine gewisse Zeit bei Laune. Aber jeder, der schon einmal Worms gespielt hat, weiß, dass sich das eigentliche Potenzial erst im Multiplayer entfaltet. Und hier fährt das Spiel dicke, wenn auch ausschließlich altbekannte, Geschütze auf. Selbstverständlich könnt ihr im ganz normalen Offline Versus-Modus, der hier übrigens „Contra“ heißt, in mehreren Spielweisen gegeneinander antreten. Hier lassen sich übrigens in manchen Modi Computergegner hinzufügen, deren Leistungen von unglaublich dämlich bis göttlich variieren können. Worms-typisch eben! Das tolle an diesem Modus ist, dass ihr die euch verfügbaren Waffen frei einstellen könnt. Wählt ihr die schwersten Geschütze, die das Spiel zu bieten hat, wird im Nu ein kompletter Level in die Luft gejagt und der ganze Bildschirm gleicht einer großen Sprengung. Herrlich!

Außerdem bietet das Spiel einen sehr gut spielbaren Online-Modus, in dem ihr euch weltweit mit anderen Worms Spielern auf verschiedene Art und Weise messen könnt. Ich hatte hier keine sonderlichen Probleme mit der Verbindung und es wurde außerdem immer zügig ein Mitspieler gefunden. Ihr kommt also in einen astreinen Onlinegenuss. Ob sich auch in einem Jahr noch Spielpartner finden werden, sei in Frage gestellt. Selbstverständlich könnt ihr im Online-Modus auch Freunde hinzufügen und euch Ranglisten anschauen. Wii Speak wird leider nicht unterstützt, aber es lässt sich immerhin auf eine kleine Chatunterhaltung zurückgreifen. Die Wurmbande könnt ihr online als auch offline auf verschiedene Art und Weise steuern. Die Steuerungsart mittels quergehaltener Wiimote hat sich in meinen Augen als beste erwiesen, auch wenn ich als Super Mario-Spieler erst einmal umdenken musste. Hier wird nämlich mit 1 gesprungen und auf 2 geschossen, nicht umgekehrt. Denkt daran, wenn ihr euch online duelliert! Ich habe es öfter nicht getan und bin dafür bitterlich bestraft worden. Sonst sei erwähnt, dass die Steuerung komplett ohne Bewegungseinlagen auskommt, was mit Blick auf den missglückten Vorgänger eigentlich nur positiv ist.

Kommen wir aber nun zu einem der Kritikpunkte im Spiel, der wirklich nicht hätten sein müssen. Die Physik! Diese ist nämlich in vielen Fällen äußerst fragwürdig und hat mich selbst auf dem DS mehr überzeugen können. Die Granaten, die ihr schmeißt, weisen gerne eine eher unrealistische Flugkurve auf, sobald sie das erste Mal den Boden berührt haben. Auch Minen scheinen oft unkontrolliert durch die Gegend zu rollen. Das sieht nicht nur unecht aus (was dem Spiel ja noch hätte verziehen werden können), sondern es ärgert umso mehr, wenn ihr wegen der schwachen Physikengine euren letzten Wurm verliert. Frust vorprogrammiert!

Worms sieht aus wie vor 15 Jahren! Die Hintergründe sind ziemlich lieblos gestaltet, selbiges gilt für die schlichten Menüs. Die Würmer sehen wie immer ganz putzig aus und lassen sich dank vieler verschiedener Einstellungsmöglichkeiten sehr individuell gestalten, aber wurden wie eh und je recht spärlich animiert. Die Grafik wirkt so in allen Belangen zweckmäßig und ohne jeden Wow-Effekt.

Hier hat Worms Battle Islands wirklich fast nichts zu bieten. Die Sounds der Würmer sind zwar ganz nett, unterscheiden sich allerdings in keinster Weise zu den zahlreichen Vorgängern. Die Musik während eines Kampfes ist derart monoton, dass man fast einschläft. In den Menüs wird meistens überhaupt keine musikalische Untermalung geboten und wenn, dann besteht diese aus einzelnen, extrem nervigen Soundsamples. Es ist mir übrigens auch passiert, dass ab und zu manche Explosionssounds einfach gefehlt haben. Das ist heute einfach nicht mehr vertretbar!

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Felix Schütt

Es stellt sich nun die Frage, ob es lohnenswert ist, das Geld für einen Titel auszugeben, der eigentlich schon vor einem halben Jahr für WiiWare hätte erscheinen sollen. Habt ihr bereits irgendeinen der letzten Worms-Teile gespielt, wird euch in Worms Battle Islands nichts Neues geboten. Dennoch ist das Gebotene genau das, was den Fans schon seit jeher an der Serie Spaß gemacht hat. Für 30 Euro erhaltet ihr vor allem im Mehrspieler-Modus ein kurzweiliges Spiel, dem seine Innovationslosigkeit aber zum Verhängnis wurde.

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