Auf in die (durchwachsene) Schlacht

Mit Phantom Breaker: Omnia schafft es ein neues Kampfspiel auf die Nintendo Switch. Im Zentrum stehen abermals überwiegend junge Frauen, die für die Erfüllung ihrer Herzenswünsche über Leichen gehen. Für wen Phantom Breaker: Omnia geeignet ist und wer sich daran die Finger verbrennen könnte, erfahrt ihr in diesem Test.


Phantom Breaker: Omnia ist ein Spiel aus dem Hause Rocket Panda Games und erweitert das bekannte Franchise um einen weiteren Titel. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine Vielzahl junger Frauen und sehr wenige Männer mit sehr individuellen Klamotten und finsterer Vergangenheit. Sie alle eint eines: ein Wunsch, der erfüllt werden will, und der Wille, dafür zu kämpfen. Neben eigens für Phantom Breaker: Omnia designte Charaktere finden sich auch Charaktere aus anderen Franchises im Spiel. Ein Beispiel hierfür wäre Kurisu aus dem bekannten Steins;Gate-Franchise.


Manche Dialoge sind durchaus humorvoll.

© Rocket Panda Games

Phantom Breaker: Omnia teilt sich in verschiedene Spielmodi auf. Der erste Modus, der besonders für Einzelspieler interessant ist, ist der Story-Modus. Hier lässt sich die Geschichte jeweils aus der Sicht der verschiedenen Charaktere erleben. Deren Ambitionen sind im Kern gleich – nur über den Sieg kommt man seinem Traum ein Stück näher. Phantom, eine mysteriöse Gestalt, genießt es, zu sehen, wie die verschiedenen Personen für ihre Ziele kämpfen und sich mit ihren epischen Waffen duellieren. Der Ablauf folgt immer dem gleichen Prinzip: Dialog und Kampf. Nach jedem Kampf folgt wieder eine Dialogsequenz. Das Interessante hierbei ist, dass sich die Kämpfe jederzeit wiederholen lassen. Ihr könnt auch flexibel zwischen den verschiedenen Storys wechseln und seid somit nicht für eine bestimmte Zeit an einen Charakter gebunden. Die Handlungen von Phantom Breaker: Omnia sind nicht wirklich weltbewegend. Sie fokussieren sich auf die Beweggründe der Figuren, zu kämpfen. Hin und wieder gibt es auch humorvolle Sequenzen. Die Charaktere wirken tiefgründig und interessant. Da sie in verschiedenen Handlungssträngen auftauchen, können sie sich immer weiter entfalten. Spannend ist es aber selten. Oft ist der Höhepunkt einer Handlung vorhersehbar, was die Spannung nimmt. Jede Figur hat eine einzigartige Persönlichkeit. Ärgerlich ist, dass durch die hohe Anzahl an Storys nur einige wenige Geschichten wirklich in Erinnerung bleiben, wohingegen die meisten Charaktere in der gedanklichen Versenkung verschwinden.


Das Hauptaugenmerk von Phantom Breaker: Omnia liegt auf dem Kampf, welcher in 2D ausgetragen wird. Wie bei klassischen 2D-Kampfspielen üblich, hat jeder Charakter seine individuellen Angriffe und Methoden, um Schaden am Gegner anzurichten. Dabei wird jeder Art von Angriff eine Taste zugeordnet. Es gibt Nah- und Fernangriffe und jeder Charakter hat darüber hinaus mächtige Spezialattacken, die ordentlich Würze in das Kampfgeschehen bringen. Ähnlich wie das Verhalten der Charaktere ist auch deren Angriffsmuster grundlegend verschieden. So gibt es Charaktere, die besonders agil sind und sehr schnell kleinere Schläge austeilen können. Andere Gegner stellen sich wiederum wie Panzer mitten ins Feld und beschwören einen mächtigen Angriff nach dem nächsten, während sie den Schaden ihrer Feinde schlucken, ohne mit der Wimper zu zucken.


Die Vielzahl an Charakteren und verschiedenen Arten, zu kämpfen, bietet großen Spielspaß mit Phantom Breaker: Omnia. Spannung wird besonders dadurch erzeugt, dass sich jede Kampfkonstellation völlig neu anfühlt. Ein Feature hat in unserer Redaktion für echte Begeisterung gesorgt: Neben der Tatsache, dass jeder Charakter über eigene Fähigkeiten verfügt, lassen sie sich zusätzlich über eine Option individualisieren. Ihr könnt wählen, ob der Charakter in einem schnellen, groben oder ausgeglichenen (Omnia-)Stil kämpft. Jeder dieser Stile bietet seine Vor- und Nachteile, die man als Spieler selbst erkunden kann. Letztlich sollte für jeden etwas dabei sein.


Phantom Breaker: Omnia ist ein brutales Kampfspiel, ohne einen Tropfen Blut zu verspritzen


Bei Phantom Breaker: Omnia gibt es keine Samthandschuhe. Wer den Story-Modus nutzt, wird schnell ein böses Erwachen erleben, denn der Schwierigkeitsgrad ist von Anfang an hoch angesetzt. Er steigt auf eine Art und Weise an, die schon unfair wirkt. Besonders die letzten Kämpfe in einem Handlungsstrang sind oft so gestaltet, dass man als Anfänger gnadenlos unterliegt und selbst als Kenner richtig ins Schwitzen gerät. Der hohe Schwierigkeitsgrad wird durch die benutzerunfreundliche Steuerung, welche wenig intuitiv ist, noch brutaler. Dies rührt daher, dass es eine große Anzahl an Manövern und Tastenkombinationen gibt. Zwar hat das Spiel eine Bedienungsanleitung und Erläuterungen, diese Informationen im Kopf zu behalten, ist aber nicht leicht und stellt besonders für Neulinge eine Herausforderung dar.


Die Gast-Charaktere sind eine besonders coole Ergänzung, die Fanherzen höherschlagen lässt.

© Rocket Panda Games

Die Tastenbelegungen lassen sich innerhalb eines Kampfes jederzeit im Menü nachsehen. Das ist ein wichtiger Pluspunkt, der einem besonders am Anfang hilft, die Steuerung nachzuvollziehen. Viele Angriffsmuster bestehen aus dem Drücken einer Taste und dem Wählen der Richtung mittels Joystick. Dadurch, dass jeder Charakter seine ganz speziellen Eigenheiten hat, lernt man die Steuerung sozusagen jedes Mal neu, was sehr mühselig sein kann. Anfänger tun gut daran, die anderen Spielmodi auszutesten. Es gibt einen Trainingsplatz, bei dem Spieler die Charaktere, gegen die sie besser werden möchten, auswählen können. Auch der Schwierigkeitsgrad ist variabel und der Arcade-Modus bietet Raum fürs Lernen und Experimente, sodass der Frust der Hauptkampagne auch wieder schnell vergessen werden kann.


Das wahrscheinlich Beste an Phantom Breaker: Omnia ist die grafische und auditive Umsetzung. Die Charaktere sind allesamt detailreich gestaltet und wirken wie ein Anime. Die Kostüme spiegeln ganz klar die Fähigkeiten und den Charakter wider. Die Spielumgebungen sind schön ausgestaltet. Meist sind es urbane Gebiete mit vielen Details. Dieser Stil passt sehr gut zur Handlung. Die Kampfanimationen der Charaktere laufen stets flüssig und überzeugen durch ihre Vielseitigkeit. Oft genug kann es zu unübersichtlichen Momenten kommen, was aus meiner Sicht ein Muss für solche Games ist, da es den Puls in die Höhe treibt. Ein besonders positiver Faktor ist, dass das Spiel deutsche Untertitel besitzt, aber auch andere Sprachen werden unterstützt. Die Synchronfassung des Spiels ist wahlweise auf Japanisch oder Englisch zu genießen.


Ein echtes Highlight ist der lokale Mehrspieler-Modus, der zwei Spieler unterstützt, die sich jeweils einen Charakter und eine Spielweise aussuchen können. Innerhalb der Redaktion hat dieser Modus viel Spaß gebracht und durchaus Potenzial, hin und wieder gemeinsam gespielt zu werden. Ein Online-Modus wird ebenfalls unterstützt – diesen haben wir aber leider nicht testen können. Wer einen genauen Überblick über den diversen Cast an Charakteren haben möchte, sollte unbedingt auf der offiziellen Seite vorbeischauen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Simon Münch

Phantom Breaker: Omnia bietet viel, was Fans von 2D-Kampfspielen mögen: hübsche Frauen, heftige Attacken und eine Steuerung, die nur schwer zu meistern ist. Neben dem Arcade- und Trainingsmodus bietet das Spiel auch eine Handlung, die Spieler näher an das Franchise heranbringen soll. Leider fühlen sich die diversen Handlungsstränge oft obsolet an und wiederholen sich immer wieder in ihrem Narrativ. Aber Phantom Breaker: Omnia wird letztlich nicht wegen der Handlung gespielt. Besonders der Mehrspieler-Modus hat uns gefallen. Sowohl online als auch lokal kann man sich in eine Schlacht um Leben und Tod stürzen. Die Charakter-Gäste, welche aus anderen Franchises zu Phantom Breaker: Omnia gestoßen sind, passen zwar überhaupt nicht in die Geschichte, glänzen aber durch ihr witziges und kreatives Kampfverhalten. Insgesamt steckt in dieser Produktion viel Liebe, welche an vielen Stellen erkennbar ist. Fans des Genres sollten das Spiel dringend in ihre Sammlung aufnehmen. Neulingen empfehle ich, sich eine Anschaffung aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades genau zu überlegen – aber mal ehrlich, wer kann schon einer solch attraktiven Herausforderung widerstehen?
Mein persönliches Highlight: Kurisus extrem coole Animationen und Angriffsmuster.

Meinung von Niels Uphaus

Während bei vielen Kampfspielen das Motto ​„Leicht zu erlernen, schwer zu meistern“ gilt, hat man sich bei der Entwicklung von Phantom Breaker: Omnia wohl gedacht, Stützräder erst gar nicht zu montieren. Das führt dazu, dass die vielen Mechaniken gerade zu Anfang überfordern. Zwar lässt sich bei Arcade und Versus der Schwierigkeitsgrad reduzieren, das gilt beim Storymodus jedoch nicht. Dafür sieht Phantom Breaker: Omnia sehr ansprechend aus. Die Animationen sind flüssig und haben viel Charakter. Mein Highlight sind die beiden Kämpferinnen Kurisu und Rimi aus der extrem beliebten Science Adventure-Reihe. Die Geschichte Letzterer kann man ab Oktober auf der Nintendo Switch in Chaos;Head NoaH erleben – ihre Talente lassen sich nun schon vorab in diesem Titel sehen.
Mein persönliches Highlight: Die Kämpferinnen Rimi und Kurisu sowie ihre Kampfarenen aus der Science Adventure-Reihe.

Awards

Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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